Sonntag, 18. Januar 2026
Menschliches Kundenabwehrprogramm im Autohaus

Das ist alles gerade sehr monothematisch, ich weiß. So ein Autokauf ist aber auch ein großes Thema. Der Plan ist, dass das Ding sehr sehr lange bei mir verweilt und da braucht es gute Vorbereitung, damit dieses lange Miteinander auch harmonisch verläuft. Augen auf bei der PartnerAutowahl.

Gestern war ich in einem weiteren Autohaus. Ohne Termin, einfach nur so um die verschiedenen Modelle mal live und in Farbe zu sehen. Das Autohaus gehört zu einem großen Verbund. Alleine auf diesem Areal waren fünf Autohäuser mit sechs verschiedenen Marken vertreten; darunter auch mein Favorit. Öffnungszeit zwischen 9 und 13 Uhr, ich war 9.20 Uhr vor Ort. Autohäuser bestehen aus sehr viel Glas, man kann gut reinsehen. Drinnen war in einer Ecke ein junger Mann am Schreibtisch mit zwei Personen zugange. Ein Verkäufer und zwei Interessenten, nehme ich an. An einem großen Empfangstresen in der Mitte saß eine junge Frau und telefonierte. Wunderbar, nicht viel los, da kann man gut schauen und schlaue Fragen stellen. Allerdings war die Tür abgeschlossen. Alles rütteln half nichts und die drinnen haben auch nichts bemerkt. Ich ging um die Ecke zur anderen Seite des Gebäudes. Da war auch eine Tür, auch diese verschlossen. Ich suchte im Internet die Telefonnummer des Händlers und rief an. Die junge Frau am Tresen legte ihr privates Handy weg und ging ran. Ich wies auf den Umstand hin, dass die Tür verschlossen sei. Die Antwort war pampiges Gemecker, ob ich denn einen Termin habe. Hatte ich nicht, aber rein wäre ich trotzdem gern. Wo ich denn sei. Sie hatte nicht verstanden, dass ich VOR der Tür stehe. Mittlerweile hatte sie mich bemerkt, ich winkte und sie meckerte, dass dies die falsche Tür sei, ich solle zur Seite. Das war die erste Tür, die ich probiert hatte. Also ging ich wieder hin, sie auch und siehe da: von innen kann man aufmachen, von außen nicht. Das war nicht gewollt, aber eben Tatsache. Trotzdem keine Entschuldigung der jungen Dame, die schnurstracks wieder an den Empfangstresen ging.

Ich schaute mich kurz um, fand aber das gewünschte Modell nicht, also fragte ich bei ihr, ob sie ein solches da hätten. Nein, hätten sie nicht. Ich sagte, dass ich der Meinung sei, auf der Website ein solches Modell gesehen zu haben. Ihr Antwort war, dass man da schauen muss, in welchem der ach so vielen Autohäuser des Verbunds das Auto stünde, es könnte zB. auch in Offenbach sein und das stünde ganz am Ende der Anzeige. Auf die Idee selbst mal online zu gehen und zu schauen kam sie nicht. Reichte mir dann auch und ich ging. Auf deren Parkplatz fiel mir ein Auto auf und siehe da: genau das Modell, das ich suchte. Ich ging via Handy online und schaute die Anzeigen des Autohauses durch und siehe da: es stand auf deren Seite. Mit der Adresse des Autohauses, an dem ich gerade stand. Ich ging nochmal zurück und wollte rein. Die Tür war wieder zu (sic!), da konnte man rütteln wie man wollte. Ich rüttelte sehr stark und sehr laut. Und klopfte noch dazu. Der Verkäufer und die potentiellen Kunden schauten irritiert, aber war mir egal. Die junge Dame kam genervt an die Tür. Ich zeigte ihr auf meinem Handy, dass mein gesuchtes Modell auf der Website eben jenes, ihres ihr Gehalt zahlenden Autohauses steht und scrollte die Anzeige bis zur Adresse. Sie fummelte mit langen Fingernägeln auf dem Display rum, an der Adresse vorbei und ganz nach unten, dann wieder nach oben. Ich nahm das Handy und scrollte für sie nochmal zur Adresse. Sie zischte mich an, ob sie auch mal schauen dürfte, sogar die Augen funkelten zickig. Sie durfte nicht mehr an mein Handy, ich sagte ihr (sehr laut, damit der Verkäufer und die potentiellen Kunden das auch hören), dass also sehr wohl das Auto, dass ich suche, bei ihnen vorrätig sei. Sie stapfte in Richtung des Verkäufers, wollte wohl nachfragen, aber ich hatte keine Lust mehr und rief ihr (wieder lautstark) nach, sie brauche sich keine Mühe machen. Und wenn sie das Auto suche: es stehe auf dem Parkplatz. Dann war ich weg.

Es gibt aber ein versöhnliches Ende: ich fand, gar nicht so weit entfernt, einen anderen Händler und der hatte das Modell. Und auch ein anderes, etwas kleineres. Ich konnte beide anschauen und saß in beiden drin. Jetzt habe ich das Problem, dass es wieder eine neue Unsicherheit gibt... welches von beiden macht am meisten Sinn für mich.

Autokauf ist harte Arbeit.

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