Freitag, 2. Dezember 2011
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Um 15.45 Uhr klingelte das Handy. Im Display der Name des Anwalts, was so kurz vor dem Wochenende kein gutes Zeichen ist. Und tatsächlich wäre nach Ende des Telefonats der richtige Zeitpunkt gewesen, die Flasche Mariacron auszupacken, um die Lichter angemessen auszuschießen.

Mittlerweile ist das Schriftstück da und ich hätte große Lust, das zu kopieren und zu verteilen. Glaubt einem sonst ja niemand, mit welchem menschlichen Dreck man sich rumschlagen muss. Darf man aber nicht, glaube ich. Irgendwann ist aber bestimmt der Punkt erreicht, wo mir das scheißegal sein wird. Allzuweit weg ist er nicht mehr. Quasi in Sichtweite. Sobald er in Griffnähe ist, könnte ich alternativ auch eine Faust an die passende Stelle im Gesicht des Gegenübers platzieren. Darf man auch nicht, aber hey, man darf so viel nicht und vieles von dem, was man anscheinend darf stinkt.

Tja.

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Donnerstag, 1. Dezember 2011
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Was für ein fauler, unproduktiver Tag. Die Hälfte des Morgens bestand aus Arbeitsvermeidung, der Rest aus Prokastinieren. Mittags gings ähnlich weiter. Immerhin ging, nach langem Hin und Her, sowas ähnliches wie WLAN, das man nämlich braucht um gewisse Geräte zu aktivieren. Was für ein Kampf. Der Router kann routen, aber nicht nur als Access Point dienen. Der Access Point kann das sehr wohl, aber lässt sich dafür nur mittles PC und einer Software konfigurieren, die es schon seit der Jahrtausendwende nicht mehr zu geben scheint. Und nur auf PC lief - damals. Somit hatte ich dann für eine halbe Stunde ein offenes WLAN, was aber keinen hier interessiert haben dürfte. Zumal die Funkleistung auch eher unterirdisch ist. Tja, und das war auch schon der produktivste Teil des Tages.

Außerdem rieche ich wie eine metallverarbeitende Werkstatt, was komisch ist, denn ich war in keiner. Und geduscht habe ich heute morgen auch. Hm.

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Mittwoch, 30. November 2011
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Vorhin eine Nachbarin beim Einkaufen getroffen und es entwickelte sich ein Gespräch, wie sich Gespräche zwischen Nachbarn eben so entwickeln. Auf dem Kassenband liegen drei Schachteln Kippen, mein Einkauf.

“Du rauchst?”
“Ja.”
“Echt? Du rauchst?”
“Ja, leider.”

Kurze Pause, ca. 5 Sekunden

“Hast Du eine Freundin?”

Stirnrunzeln meinerseits, aber in etwa wissend, was gemeint sein könnte.

“Nein.”
“Weil, die Jeanette, meinte das.”

Wer in Dreiteufelsnamen ist Jeanette? Man sah mir die nicht verbal formulierte Frage wohl an.

“Jeanette, das ist meine Nachbarin, fragte mich kürzlich, ob Du Single bist und ich sagte ja. Sie hat da nämlich ein paar Arbeitskolleginnen, die auch solo sind und meinte, da könnte man doch mal was zusammen machen,...”

Ich habe immer noch nicht den leisesten Dunst, wer Jeanette sein könnte, tippe aber auf die Afro-Amerikanerin, die im Dienste der US-Army steht. Somit wären die Kolleginnen also auch Militärangehörige. Ach, hätte ich doch nur einen Faible für Militär-Uniformen ...habe ich aber nicht. Andererseits: die sind immer maximal drei Jahre hier. Was soll also groß passieren? Aber soweit kam ich gar nicht mit meinen Gedankensprüngen, denn es ging weiter...

“...aber Jeanette meinte, Du hättest ja jetzt eine Freundin.”

Ich bin mir noch nicht mal sicher, wer Jeanette ist, aber sie weiß von mir, dass ich eine Freundin habe? Und zwar bevor ich das weiß? Der Nachbarin muss ich zugute halten, dass sie Fragen anhand meines Gesichtsausdrucks erkennt, noch bevor ich sie stellen konnte...

“Sie hat gesehen, dass eine Frau bei Dir aus dem Haus gekommen ist. Ich habe ihr gesagt, dass die einzigen Frauen, die da normalerweise ein– und ausgehen Deine Mutter und eine, die putzt sind.”

Ich habe das Thema dann irgendwie elegant umschifft, war aber ganz froh, dass ich kein Date mit einer von Jeanettes Arbeitskolleginnen hatte, bevor da Damen bei mir ein– und ausgingen, die Jeanette nicht kennt. Berufsbedingt sind die nämlich in diversen Kampftechniken ausgebildet und je nachdem wie es um den Eifersuchtsgrad bei den Kolleginnen steht, könnte sowas durchaus schmerzhaft werden. In Ruhe baden ist dann auch nicht mehr drin, mit dieser ständigen Angst ein Waterboarding-Opfer zu werden im Nacken.

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Dienstag, 29. November 2011
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Es gibt Tage, denen man schon anmerkt, dass sie etwas Besonderes sein werden: die Vögel singen melodischer, die Sonne strahlt heller, die Wolken sind fluffiger. Ein elektrisierendes Knistern liegt in der Luft und die eigene, positive Aura überträgt sich auf alle Menschen, denen man begegnet. Sie lächeln und sind Teil eines Gesamtkunstwerkes, wie es nur alle hundert Jahre geschaffen wird. Das sind Tage, an denen Götter gezeugt und Königreiche ausgerufen werden. Tage, an denen kein Rot Rot genug ist, um sie im Kalender zu markieren. Tage, an denen man beschwingt aufsteht, an denen alles einfach klappt, als wäre nichts zu schwierig und alles zu packen. Tage, an denen man Bäume ausreissen könnte, um danach hundert neue zu pflanzen. Tage, an denen man die Welt umarmen möchte. Und die Welt einen. Tage, an denen man am Abend, nach getaner Arbeit, mit seligem Lächeln, die Arme in die Seiten gestemmt den Blick über sein Tagwerk schweifen lässt und sich eine tiefe Zufriedenheit breit macht, die postorgastische Züge hat.

Heute war nicht so ein Tag.

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Montag, 28. November 2011
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"Hab mir eh Kindle b'stellt" klingt ja auch eher nach badischem Lusturlauber in Thailand, aber ich meine damit tatsächlich das "Kindle" von Amazon!

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Der Freiherr von und zu Guttenberg ist nicht der einzige Blender, der es irgendwie zu einer wie auch immer gearteten Reputation (immerhin sehen ihn ja immer noch nicht wenige als den Heilsbringer der deutschen Politik) geschafft hat: ich habe so einen Blender als Cheffe. Es vergeht kein Tag, an dem ich mich nicht wundere, wie er mit all dem Getue, Geschwätz und Selbstlobpreißung durchkommt, aber er schafft es immer wieder irgendwie. Dabei ist das meiste so offensichtlich ohne Background und für Jeden ersichtlich. Da heißt es immer, man solle um Gottes Willen vorsichtig sein mit dem, was man im Web von sich preisgibt. Die Personaler schauen da sofort nach und wehe sie finden auch nur den kleinsten Krümel an wasauchimmer. Bei dem Kandidaten braucht es noch nicht mal eine tiefe Recherche. Die X*ING-Seite wimmelt von Rechtschreibfehlern, die Hälfte der genannten Firmen ist erfunden bzw. irrelevant, weil eigene Postfach-Klitschen und ich bin mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob der Abschluss an einer sehr renommierten Uni nicht gefälscht ist. Außerdem sollte man Interim Management richtig schreiben können, wenn man das mal beruflich gemacht hat. Die Präsentationen sind unter aller Kanone, die Emails jenseits von Substanz und frei von Kompetenz, wenn man die ganzen Worthülsen mal rausnimmt. Er ist trotzdem noch immer nicht aufgeflogen. Warum? Keine Ahnung. Und sogar bei seiner Kernkompetenz versagt er: Noch nicht mal auf den ersten drei Seiten bei der Google-Suche nach "Dipl. Betreibswirt" findet man diese Web-Koryphäe (der Schreibfehler ist vom X*ING-Profil). Wenn schon Lusche, dann aber mit allem drum und dran.

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