Sonntag, 2. Dezember 2012
Und morgen dann noch eine Sorte

Bald haben Sie es überstanden: morgen wird nochmal gebacken, weil ich die eine Sorte nicht mehr geschafft habe. Danach hat sichs erstmal mit Weihnachtsbackkram.
Hat alles wunderbar geklappt, allerdings befürchte ich, dass mein Cholesterinspiegel alleine durchs Kneten dieser Unmengen an Butter drastisch ist die Höhe ging. Das ist ja brutal wieviel in so einen Teig reinkommt. Wer öfter Plätzchen backt sollte sich echt überlegen, ob eine eigene Kuh im Garten nicht sinnvoll ist.
Eigentlich sind in dem Teig und auf dem Endergebnis selbst nur Dinge, von denen man als gesundheitsbewusster Mensch lieber die Finger lässt. Einzig die Zitrone, bzw. ihr Saft könnte man noch auf dem Positivkonto vermerken, aber die spielte im Gesamtensemble eine dermaßen kleine Rolle, dass man sie auch vernachlässigen kann. Der Rest besteht aus Dingen, die man im großen Handbuch der Brigitte-Diät vergebens sucht. Teilweise wahrscheinlich auch zu recht. Aber scheiß drauf: ich verschenke den Kram ja.

Heute langte es nur für zwei Sorten, morgen kommt noch eine (und die in zwei Varianten). Danach ist dann mal gut. Also für eine Woche. Dann bin ich zum Muffinsbacken verdonnert.


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Freitag, 30. November 2012
Psssst, hey. Interesse an einer runden Form?

Willkommen bei der Hausfrauenkolumne auf Blogger.de. Es geht mal wieder, bzw. immer noch um backen.
In manchen Rezepten ist explizit von Sanella die Rede. Das gabs zwar im Supermarkt, aber da bei anderen Rezepten Butter benutzt wird, sehe ich nicht ein, warum ich da zweigleisig fahren sollte. Butter ist ein Naturprodukt, das es schon lange vor Sanella gab und selbst zu diesen Zeiten wurde gebacken. Wahrscheinlich sogar besser als heute. Also wird die Sanella durch ganz normale Butter ersetzt. So!
Ich wusste bis heute auch nicht, wieviele verschiedene Arten von Kuvertüre es gibt. Natürlich war „halbbitter“ nicht dabei, deshalb mische ich Vollmilch und Zartbitter und hoffe auf einen ähnlichen Geschmackseffekt. Kakao hätte ich auch noch da, aber als alter Fuchs (der ich nicht bin) weiß ich, dass man da aufpassen muss, weil Kakao eventuell den Teig zu sehr austrocknet.
Auch interessant: man bekommt Ausstechformen in allen möglichen Varianten. Sterne, Herzen, Bäume, Nikoläuse, Engel, Kometen… nur rund kriegt man nicht. Oder es war ausverkauft. Aber rund kriege ich sicher auch irgendwie anders hin. Man wundert sich dann aber doch. Ob es einen Schwarzmarkt für runde Formen gibt? Merkwürdige Typen, die in langen Mänteln vor dem Supermarkt rumschleichen und einen an-psssten. „Psssst, hey. Interesse an einer runden Form?“, dann den Mantel öffnen und die Innenseite des Mantels hängt voll mit runden Ausstechformen in allen nur erdenklichen Größen. Zumindest heute war da aber niemand unterwegs. Schade, wir wären eventuell sogar ins Geschäft gekommen. Vielleicht hätte ich mit Tannenbaumformen zahlen können; davon habe ich genug.

Die Vorbereitungen wären also abgeschlossen und morgen dann das große Finale. Ich werde berichten.

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Donnerstag, 29. November 2012
„Viel Spaß, aber treibs nicht zu bunt. Wir sind nicht mehr die Jüngsten“

Wie schon erwähnt backe ich am Wochenende das erste Mal in meinem Leben Weihnachtsgebäck. Die Ansprüche sind hoch, denn ich habe echte Profis in der Verwandschaft, die mit ihren Backwerken locker auf Weihnachtsgebäckwettbewerbe gehen und dort auch noch abräumen könnten. Es herrscht also ein gewisser Leistungsdruck. Aber Aufgeben ist nicht, also wird das probiert. Drei Rezepte stehen in der näheren Auswahl und alle drei scheinen mir durchaus machbar. Eventuell pimpe ich die Teile dann noch an der einen oder anderen Stelle auf (grob gemahlene Pistazien, Zitronenschalenstreifen… solche Sachen) um Punkte bei der Kür einzufahren. Und um auf Nummer Sicher zu gehen, erhöhe ich die Mengenangaben bei Zucker und Schokolade auch um jeweils zehn Prozent. Mehl ist geschmacksneutral, da kann ich mich ans Rezept halten. Die Eier sind von den glücklichsten Hühnern der ganzen Region und der Ofen ist niegelnagelneu und hat seine Pizzaprobe schon erfolgreich absolviert. Es sollte also nichts schiefgehen. Denke ich mal. Ich weiß es nicht. Ist ja schließlich das erste Mal. Vielleicht hole ich die Sachen zu früh aus dem Ofen. Zu früh ist beim ersten Mal ja immer ein Thema. Aber ich mache mich mir da gar keinen Kopf. Das wird schon. Es ist Zucker drin, manchmal auch Schokolade. Was soll da schiefgehen.

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Beim Einkaufen eine Bekannte getroffen. Kurzer Smalltalk, doofes Wetter, wo ist denn der Schnee, der kommen sollte, dies und das und ja, man sieht sich auf dem Weihnachtsmarkt. Das Übliche halt. Am Ende dieses belanglosen Gespräches noch gefragt, was sie denn am Wochenende so mache. Sie ginge ins XYZ in einer etwas weiteren, aber doch nicht so fernen Stadt. „Ah, schön. Viel Spaß dabei“, sagte ich. Ich dachte an eine Disco und dachte insgeheim, dass da bestimmt eine dieser Ü30-Partys sein muss, ansonsten würde sie da eher nicht hinpassen. Vielleicht auch ein Tanzcafé. Ich war dann doch neugierig und habe gegoogelt. Das ist ein Swingerclub. Das erstaunt mich dann schon ein bisschen. Nicht, dass ich da was dagegen hätte, aber ich würde das wahrscheinlich nicht beim Smalltalk im Supermarkt erzählen, dass das mein Plan fürs Wochenende sei. Immerhin lag ich dann mit meinem „Viel Spaß, aber treibs nicht zu bunt. Wir sind nicht mehr die Jüngsten“ zur Verabschiedung ganz gut.

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Mittwoch, 28. November 2012
Wie Stevie Wonder beim Autofahren

Was für eine Fahrt. Regen ohne Ende, sowohl von oben, als auch durch die vielen Lastwagen zu einer Wasserwand aufgewirbelt. Dazu die vielen Lichter. Man sah so gut wie nichts. Ich weiß jetzt, wie Stevie Wonder sich beim Autofahren fühlt. Ich war ganz happy, als mich das Navi wegen eines nahenden Staus von der Autobahn lotste und durch die käffigsten Käffer führte. Leider Gottes haben auch viele andere Leute Navis mit der gleichen Software und denen wurde genau das gleiche vorgeschlagen. Nun denn, habs überlebt, war auf einer Genervtskala von 0 bis 10 nur auf etwa 7 und mit nur einer Stunde mehr also sonst kann ich mich sogar noch einigermaßen glücklich schätzen. Will gar nicht wissen was morgen los ist, wenn der große Schneesturm kommt. Die ersten satteln wahrscheinlich schon die Schlittenhunde, was aber sicher besser ist: manche sollten nur mit Hunden unterwegs sein. Und so einer gelben Binde mit schwarzen Punkten.

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Dienstag, 27. November 2012
Backe, backe Kuchen (bzw. Weihnachtsgebäck)

Früher standen die Frauen in der Küche und haben gebacken, heutzutage bringen sie gekaufte Kuchen mit. Dafür sind die selbstgebackenen Kuchen durch die Bank von Männern, wo früher der einzige Bezugspunkt des Mannes zum Ofen der Anschluss an den Strom war. Da läuft doch irgendwas schief. Andererseits sind moderne Frauen ja auch oft viel gesundheitsbewusster und würden ihren selbstproduzierten Backwerken nur noch einen Bruchteil des nötigen Zuckers beimengen und auch bei der Butter würde gespart. Wenn man Pech hat, hat man es noch mit einer Hardcore-Veganerin zu tun, die um Gottes Willen keine Eier und allerhöchstens Sojamilch verwendet. So ähnlich schmäcken (? Stimmt das?) dann die Kuchen. Ist also wahrscheinlich besser, dass die Herren der Schöpfung sich der Sache angenommen haben. Da wird die Zuckermenge großzügig nach oben aufgerundet, lieber ein Ei mehr genommen und Butter kann es eh nie genug sein. Teelöffel ist eh eine eher vage Definition, also lieber mal ein bisschen mehr von allem. Wenn man(n) sich dann zumindest bei den Temperaturangaben an die Vorgaben hält, passt das schon alles und heraus kommen Backwerke, die schon beim ersten Bissen glücklich machen. Und zwar so richtig basisglücklich. So ähnlich stellt man sich einen Schuss Heroin vor - wenn man keine Ahnung von Heroin hat zumindest.

Am Wochenende backe ich auch. Weihnachtsgebäck. Das wird spannend. Neuer Ofen, noch keinerlei Ahnung, aber Zucker, Butter, Mehl, Backpulver und Eier. Der Rest wird noch besorgt, inklusive eine „Ausstechmatte“ und Ausstechformen. Aber hey: ich habe Zucker und Butter. Was soll da schon schief gehen.

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