Dienstag, 28. Mai 2019
Textiles Anti-Viagra

Heute hat sich mir das Konzept einer Übergangsjacke tatsächlich mal erschlossen. Ohne Jacke wäre es definitiv zu kalt gewesen, die Jacken, die ich mein Eigen nenne, sind aber viel zu warm für Ende Mai, der zickt wie ein April. Somit war es ein Wechselbad - nicht der Gefühle - sondern der Temperaturen. Teils angenehm warm, teils viel zu warm, aber nie perfekt. Ich hatte noch nie eine Übergangsjacke, aber nach meinem Verständnis wäre das die perfekte Zeit dafür. Allerdings weigere ich mich, mir eine zuzulegen. Zum einen kauft man Übergangsjacken erst ab einem gewissen Alter und da bin ich noch nicht (und habe die Hoffnung, nie dort zu sein. Es ist kein auf die Jahreszahl beschränktes Alter, es ist eher ein gefühltes), zum anderen ist der Übergang an sich eher kurz und da friere/schwitze ich lieber kurz, anstatt eine weitere Jacke im eh schon überfüllten Schrank zu haben. Außerdem sind solche Temperaturwechselbäder gut für die Haut, den Kreislauf und alles, was damit zusammenhängt. Das erklärt vielleicht auch die berühmten „Frühlingsgefühle“. Man friert, man schwitzt und das in kurzen Abständen und ständig, der Kreislauf kommt in Schwung und es werden Körperregionen durchblutet, die den ganzen kalten Winter über brach lagen. Insofern bin ich ganz froh, keine Übergangsjacke zu haben - in dem Alter für textiles Anti-Viagra bin ich nämlich erstrecht noch nicht.

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Montag, 27. Mai 2019
Ich war wählen

Ich war wählen. Natürlich war ich wählen. Wieder mal per Briefwahl, aber das ist ja auch ok, wobei natürlich immer die Gefahr besteht, dass in der Zwischenzeit noch etwas Blödes passiert. Wäre ich zum Beispiel ein Rechter und hätte schon vor längerem gewählt gehabt, dann wäre plötzlich ein Video von den rechten Idioten (ein Pleonasmus, aber egal), die ich gewählt habe aufgetaucht, dann... okay, schlechtes Beispiel. Als Rechter würde ich nicht das Arschlochsein der Leute im Video sehen, sondern was für arme Opfer sie doch sind, weil sie so böse reingelegt wurden.
Bei dem, was ich gewählt habe, gab eine keine Überraschungen, also alles gut. Bzw. nicht alles gut, weil zum Beispiel im Osten viel zu viele besagter Rechten wohnen und die leider auch wählen dürfen (was sie sich ironischerweise hart erkämpft haben). Und überhaupt nehmen in Europa (und anderswo, aber aktuell gehts eben um Europa) die Hirnlosen immer mehr zu. Es ist eigentlich nicht zu fassen und irgendwie hat auch niemand eine Antwort darauf, wie man diesen Horror beenden könnte. Im Gegenteil, es wird von Wahl zu Wahl immer schlimmer.
Vielleicht liegt es an mir: bei Fußballspielen, wo ich als Zuschauer bin, verliert mit hoher Wahrscheinlichkeit der Verein, für den ich Sympathien hege, weshalb ich bei wichtigen Spielen dem Fußballplatz fernbleibe. Vielleicht sollte ich bei den nächsten Wahlen einfach nicht wählen und schwupp wird alles gut? Wäre ja fast einen Versuch wert...

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Sonntag, 26. Mai 2019
So ist das…

Wenn die Steigung sehr extrem wird, hat das Atmen etwas von Fisch auf dem Trockenen, aber nur knapp ein Jahr zurückgerechnet, wäre die Steigung jenseits von allem Denkbaren gewesen. Insofern alles gut, kein Absteigen nötig, das Ziel lebend und ohne Herzinfarkt erreicht und auch der Rückweg war trotz Gegenwind noch gut machbar. Es wird also, bzw. eigentlich ist es sogar schon gut. Optimierungen sind natürlich immer machbar und gewünscht.

Am Abend lecker zu Gegrilltem eingeladen worden. Nebst Rosé. Den ich eigentlich hätte ablehnen sollen. Es aber nicht habe. Eine Baustelle, die sich immer wieder auftut, aber ich bin guter Dinge, dass das mittel- bis langfristig in den Griff zu bekommen ist. Es gab schon andere Zeiten und das muss echt nicht mehr sein.

So ist das…

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Samstag, 25. Mai 2019
Getätschelt

Sie hat zuviel getrunken, wie alle, die hier sind. Bei ihr äußert es sich durch Tätscheln am Arm und auf dem Rücken. Der Mann schaut schon etwas konsterniert, was verständlich ist. Sie kriegt das aber gar nicht mit. Oder es stört sie nicht. Beim dritten Gang will er sie zu mehr Wasser und weniger Wein überreden. Er sagt es nicht direkt, aber zwischen den Zeilen schallt es lautstark. Sie nippt tatsächlich seltener am Weinglas, aber es ist eh zu spät.
Die Tätscheleien werden mehr. So langsam merken es auch andere und schauen irritiert herüber. D. beugt sich zu mir rüber und fragt ins Ohr flüsternd, was da los sei. Ich weiß es auch nicht. D. glaubt mir nicht, dass da nichts ist, nie was war und die Intention auch ist, dass da nichts sein wird. Tatsächlich kennen wir uns auch gar nicht so gut, sie ist die Schwester eines Freundes, die ältere Schwester und die beste Freundin der neuen Freundin eines anderen Freundes. Wir haben uns bisher vier, maximal fünf Mal länger unterhalten und so ganz verstehe ich die Situation auch nicht. Wahrscheinlich ist es Schicksal, dass ausgerechnet wir beide nebeneinander sitzen; ansonsten hätte es eben jemand anderen getroffen.

Die Stimmung wird grundsätzlich aufgeheizter, die ersten Leute fangen an zu tanzen und entsprechend der temperamentvollen, südländischen Musik, sind auch die Tänze temperamentvoll. Man kennt sich und das nicht nur vom Hallo sagen auf der Straße. Die Tischnachbarin tanzt nicht. Immerhin diesbezüglich besteht keine Gefahr. Wir bleiben also beim Small Talk mit Tätscheleinheiten. Am Nebentisch sitzt ein alter Bekannter. Er schaut zu uns rüber und grinst. Ich nutze die Chance, entschuldige mich und gehe rüber an den anderen Tisch zu dem Bekannten. Wir reden, testen noch zwei Weine und was hinter mir passiert, kriege ich gar nicht mehr mit. Als ich aufstehe, um einen weiteren Wein zur Verkostung zu holen, schaue ich an meinen eigentlichen Tisch. Die Gläser an ihrem Platz sind leer und werden gerade abgeräumt. Sie sind anscheinend in der Zwischenzeit gegangen. Mit zwei vorzüglichen spanischen Rotweinen komme ich zurück zu meinem alten Bekannten. Den restlichen Abend verbringen wir im Schwelgen in Erinnerungen. Ungetätschelt aber mit einem wohligen Gefühl.

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Dienstag, 21. Mai 2019
Waschen und bügeln

Im Zuge einer Rabatt-Aktion wieder ein paar neue Hemden ergattert (zwei Nummern kleiner! Yeah!). Die sind laut Deklaration bügelfrei und tatsächlich kann man sie auch direkt aus dem Trockner ohne allzu schlechtes Gewissen anziehen. Nichtsdestotrotz kommt gebügelt immer besser und manchmal, wenn es sich zeitlich irgendwie ausgeht, bügelt die Haushaltshilfe auch über zufällig im Weg hängende Hemden auch drüber. Aber eben nicht immer.
Nun sollte Bügeln an sich ja nicht so schwer sein, aber da ich immer alles in der Theorie sehen und verstehen muss, habe ich schon youTube zum Thema Bügeln leergesehen. Und ehrlich: es gibt viele Videos. Sehr sehr viele. Aber leider immer mit gewissen Variationen. Klar, jeder macht das ein bisschen anders, aber wie soll ein Bügelneuling wie ich wissen, was nun die beste Herangehensweise ist. Mein innerer Rain Main ist völlig überfordert und vor lauter Drübernachdenken habe ich auch schon gar keine Lust mehr auf Bügeln (zu Beginn der Video-Sessions war da ein Ansatz von Lust zu spüren). Aber es ist wahrscheinlich wie bei allem: einfach mal anfangen und grob die Richtung kennen. Der Rest ergibt sich dann schon. In diesem Sinne plane ich fürs Wochenende eine Hemdenwaschaktion plus anschließender Bügelorgie ein.
Midlife Crisis habe ich mir auch spannender vorgestellt.

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R.I.P. Niki

Am Wochenende auf einem Geburtstag noch im Gespräch auf Niki Lauda zu sprechen gekommen, der im gleichen Jahr geborden ist, wie der Jubilar. Was für ein harter Knochen der doch sei, halb verbrannt als Darth-Vader-Lookalike wieder in so einen Boliden zu steigen und kein bisschen langsamer zu fahren. Und wie lange er trotz verätzer Lungen überlebt hat. Bis zum letzten Jahr wusste ich noch nicht mal, dass man Lungenflügel transplantieren kann (was man kann und was bei ihm wohl gemacht wurde).
Nun habe ich ein dezent schlechtes Gewissen, weil ich den Jubilar immer wieder darauf hingewiesen habe, dass sein Jahrgang ja wohl ziemlich zäh und nicht totzukriegen sei und der Weg Richtung Urne noch ein weiter sei. Bleibt zu hoffen, dass Horst Seehofer, Bruce Springsteen und Pedro Almodóvar nicht auch in nächster Zeit abdanken, sonst mache ich mir ernsthaft Sorgen.

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