Mittwoch, 21. Januar 2026
Niedrige Resilienz

4.30 Uhr. Eine beschissene Zeit, um aufzuwachen, aber war nun mal so. Nach einer weiteren halben Stunde hin- und herwälzen bin ich dann doch aufgestanden. Natürlich mit Kopfschmerzen. Es läuft wirklich unrund.

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Einen Teil der Schuld hat der orange Trottel. Jede Nachricht über ihn, jedes Wort von ihm, jede Headline in der er erwähnt wird, senkt meine Resilienz. Allerdings entkommt man ihm nicht. Versuchen Sie es mal... keine Chance. Das Böse ist immer und überall. Das wusste die EAV schon.

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Einer meiner Chefs von vor vielen Jahren treibt sich in Davos rum. Weshalb ist mir nicht ganz klar. Er ist Gründer einer Firma, die am Neuen Markt groß geworden, aber seither mehr oder weniger in der Bedeutungslosigkeit gelandet ist. Er ist weiterhin in dieser Firma, aber mit wem er in Davos über was reden sollte, ist mir nicht ganz klar. Ihm selbst wahrscheinlich auch nicht, aber ist ja eine schöne Gegend und das Geld vom damaligen Börsengang sollte auch nicht komplett verbraten sein, also wieso nicht einen Ausflug in die Schweiz. Es sei ihm gegönnt. Er ist auch wirklich nett und ich mochte ihn. Da er m.W. keinen Privatjet hat, ist auch die Anreise kein gewaltiger Schuss vor den klimatischen Bug, also alles okay. Und wer weiß, vielleicht kommt er ja doch irgendwie mit den Strippenziehern im Hintergrund ins Gespräch. Vielleicht ist er selbst einer dieser Strippenzieher und ich weiß das nur nicht. Alles ist möglich.

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7.20 Uhr. Eine beschissene Zeit, um mit der Arbeit anzufangen, aber egal. Vorteil: es ist noch die Ruhe vor dem Sturm. Nachteil: viel früher raus komme ich trotzdem nicht. Nun denn, auf in den Kampf. Erstes ToDo des Tages wäre Struktur in mein Chaos bringen. Würde vieles vereinfachen. Wohlan, lasset die Spiele beginnen.

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Dienstag, 20. Januar 2026
Der Halt entfällt

Mit Kopfschmerzen aufgewacht. Wahrscheinlich habe ich die halbe Nacht komplette Baumstämme zerbissen, denn der Kiefer ist auch verspannt. Es läuft unrund, aber ich kann nicht festmachen, woran es liegt. Deshalb habe ich auch keinen Lösungsansatz. Bisschen doof, aber nun denn. Vielleicht kommt auch noch eine Erkältung dazu. Momentan wird viel gerotzt und nicht immer kann ich dem entgehen. Falls ich morgen auch so mies drauf und von Kopfschmerz geplagt bin, melde ich mich krank. Eigentlich hatte ich lange genug Urlaub und somit viel Auszeit, aber vielleicht hat das nicht gereicht oder ich habe das falsch gemacht, dieses „Erholen“.

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Am Freitag habe ich morgens einen Termin bei der Firma von Ralf Schuhmacher. Ich will das jetzt erledigt haben. Wenn die wirklich das zahlen, was online irgendwie berechnet wurde, bin ich zufrieden. Das wäre dann mehr als bei jedem der Autohäuser - selbst die Kosten für das Transportunternehmen eingerechnet (denn - eifrige Leser wissen Bescheid - das Auto fährt nicht mehr; es braucht also einen Lieferservice).

Direkt von Ralf Schuhmachers Firma aus fahre ich weiter zu einem Händler, wo ich eventuell direkt und sofort einen Kaufvertrag unterschreibe. Kommt drauf an, was im Preis noch geht. Ansonsten kaufe ich online. Ist mir jetzt auch egal.

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Heute sind die Züge nicht ausgefallen. Leider hielten sie nicht immer da, wo sie hätten halten sollen. Der Halt entfiel wegen irgendwas behördlichem. Tja.

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Montag, 19. Januar 2026
Ohne Höhepunkte

Ein (vorerst) letztes Mal: Thema Autokauf. Es gibt eine Entscheidung bzgl. Modell und eigentlich auch bzgl. Farbe. Letzteres klingt lapidar, ist aber eine Entscheidung, die sich auf die nächsten (hoffentlich vielen) Jahre auswirkt. Sieht aber so aus, als wäre ich mutig.

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Das Wochenende war wieder mal viel zu schnell vorbei. Und es war ohne Höhepunkte - außer vielleicht der Besuch im Autohaus.
Gestern Nachmittag geht vielleicht als kleiner Höhepunkt durch: Eisstockschießen mit ein paar Leuten. Allerdings ohne Eis und jeglichem Talent bei einem der Anwesenden. Lustig war es trotzdem - als Höhepunkt geht es nicht durch. Wobei... in dieser an Höhepunkten armen Zeit sollte man mitnehmen was geht. Danach noch einen Kinderpunsch und später früh ins Bett. Vorher nochmal durchs Web gescrollt und ein paar Bücher bestellt. In der Nacht Gemeckere durch die kleine Katze (ich weiß noch nicht weshalb und habe ein bisschen Angst davor, es herauszufinden. Ich bin nicht aufgestanden) und irgendwann war auch mal gut. Kurz nach Fünf aufgestanden, was zu früh war, aber was will man machen...

Diese Woche versuche ich produktiver anzugehen und zu sein. Drücke mir selbst die Daumen, dass es klappt.

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Sonntag, 18. Januar 2026
Menschliches Kundenabwehrprogramm im Autohaus

Das ist alles gerade sehr monothematisch, ich weiß. So ein Autokauf ist aber auch ein großes Thema. Der Plan ist, dass das Ding sehr sehr lange bei mir verweilt und da braucht es gute Vorbereitung, damit dieses lange Miteinander auch harmonisch verläuft. Augen auf bei der PartnerAutowahl.

Gestern war ich in einem weiteren Autohaus. Ohne Termin, einfach nur so um die verschiedenen Modelle mal live und in Farbe zu sehen. Das Autohaus gehört zu einem großen Verbund. Alleine auf diesem Areal waren fünf Autohäuser mit sechs verschiedenen Marken vertreten; darunter auch mein Favorit. Öffnungszeit zwischen 9 und 13 Uhr, ich war 9.20 Uhr vor Ort. Autohäuser bestehen aus sehr viel Glas, man kann gut reinsehen. Drinnen war in einer Ecke ein junger Mann am Schreibtisch mit zwei Personen zugange. Ein Verkäufer und zwei Interessenten, nehme ich an. An einem großen Empfangstresen in der Mitte saß eine junge Frau und telefonierte. Wunderbar, nicht viel los, da kann man gut schauen und schlaue Fragen stellen. Allerdings war die Tür abgeschlossen. Alles rütteln half nichts und die drinnen haben auch nichts bemerkt. Ich ging um die Ecke zur anderen Seite des Gebäudes. Da war auch eine Tür, auch diese verschlossen. Ich suchte im Internet die Telefonnummer des Händlers und rief an. Die junge Frau am Tresen legte ihr privates Handy weg und ging ran. Ich wies auf den Umstand hin, dass die Tür verschlossen sei. Die Antwort war pampiges Gemecker, ob ich denn einen Termin habe. Hatte ich nicht, aber rein wäre ich trotzdem gern. Wo ich denn sei. Sie hatte nicht verstanden, dass ich VOR der Tür stehe. Mittlerweile hatte sie mich bemerkt, ich winkte und sie meckerte, dass dies die falsche Tür sei, ich solle zur Seite. Das war die erste Tür, die ich probiert hatte. Also ging ich wieder hin, sie auch und siehe da: von innen kann man aufmachen, von außen nicht. Das war nicht gewollt, aber eben Tatsache. Trotzdem keine Entschuldigung der jungen Dame, die schnurstracks wieder an den Empfangstresen ging.

Ich schaute mich kurz um, fand aber das gewünschte Modell nicht, also fragte ich bei ihr, ob sie ein solches da hätten. Nein, hätten sie nicht. Ich sagte, dass ich der Meinung sei, auf der Website ein solches Modell gesehen zu haben. Ihr Antwort war, dass man da schauen muss, in welchem der ach so vielen Autohäuser des Verbunds das Auto stünde, es könnte zB. auch in Offenbach sein und das stünde ganz am Ende der Anzeige. Auf die Idee selbst mal online zu gehen und zu schauen kam sie nicht. Reichte mir dann auch und ich ging. Auf deren Parkplatz fiel mir ein Auto auf und siehe da: genau das Modell, das ich suchte. Ich ging via Handy online und schaute die Anzeigen des Autohauses durch und siehe da: es stand auf deren Seite. Mit der Adresse des Autohauses, an dem ich gerade stand. Ich ging nochmal zurück und wollte rein. Die Tür war wieder zu (sic!), da konnte man rütteln wie man wollte. Ich rüttelte sehr stark und sehr laut. Und klopfte noch dazu. Der Verkäufer und die potentiellen Kunden schauten irritiert, aber war mir egal. Die junge Dame kam genervt an die Tür. Ich zeigte ihr auf meinem Handy, dass mein gesuchtes Modell auf der Website eben jenes, ihres ihr Gehalt zahlenden Autohauses steht und scrollte die Anzeige bis zur Adresse. Sie fummelte mit langen Fingernägeln auf dem Display rum, an der Adresse vorbei und ganz nach unten, dann wieder nach oben. Ich nahm das Handy und scrollte für sie nochmal zur Adresse. Sie zischte mich an, ob sie auch mal schauen dürfte, sogar die Augen funkelten zickig. Sie durfte nicht mehr an mein Handy, ich sagte ihr (sehr laut, damit der Verkäufer und die potentiellen Kunden das auch hören), dass also sehr wohl das Auto, dass ich suche, bei ihnen vorrätig sei. Sie stapfte in Richtung des Verkäufers, wollte wohl nachfragen, aber ich hatte keine Lust mehr und rief ihr (wieder lautstark) nach, sie brauche sich keine Mühe machen. Und wenn sie das Auto suche: es stehe auf dem Parkplatz. Dann war ich weg.

Es gibt aber ein versöhnliches Ende: ich fand, gar nicht so weit entfernt, einen anderen Händler und der hatte das Modell. Und auch ein anderes, etwas kleineres. Ich konnte beide anschauen und saß in beiden drin. Jetzt habe ich das Problem, dass es wieder eine neue Unsicherheit gibt... welches von beiden macht am meisten Sinn für mich.

Autokauf ist harte Arbeit.

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Samstag, 17. Januar 2026
Arm, aber mobil

Er war wie aus einer Screwball Comedy entsprungen. Pullunder überm Hemd, Brille mit Drahtgestell und etwas fahrig. Schaute immer woanders hin, wenn er mit einem redet. Einmal stand er so da, die Hände in der Hüfte und schaute in der Ferne, wie Superman, nachdem er die Welt gerettet hat. Allerdings hatte Superman keine Spucke in den Mundwinkeln und Superman hätte auch anders über den Gebrauchtwagen geredet, hätte erwähnt, dass er ein Jahr älter ist als zugelassen, dass ihm Dinge fehlen, die man heutzutage gerne hätte und überhaupt war da wenig supermanartig außer der Haltung. Trotzdem mache ich nächste Woche eine Probefahrt, wohl wissend, dass ich das Auto nicht nehmen werde. Wie ich wohl auch nicht bei diesem Händler Kunden sein möchte. Die Stimmung bei den Mitarbeitern war etwas seltsam. Bad Vibrations.

Das war der letzte Termin (bezgl. Fahrzeug) am gestrigen Tag. Der erste war am angenehmsten. Ein junger Mann, der auch an einem vorbeischaute - allerdings nur mit einem Auge und das nicht absichtlich. Es war dem Auge geschuldet. Nach einer kurzen, ersten Verwirrung sind wir eine Konfiguration durchgegangen, bei der mir beim Blick auf den Preis immer übler wurde. Am Ende kam aber sofort, unaufgefordert und ohne Bettelei ein Hausrabatt und nochmal irgendwas, das den Preis schon mal sehr nach unten korrigierte. Das machte ein wohliges Gefühl, man fühlte sich gut aufgehoben. Wunderbar. War allerdings immer noch teuer. Beim zweiten Modell (andere Marke) konnte noch nichts konkretes gesagt werden, da das über einen Kollegen in einem anderen Haus läuft: das ist ein Verbund verschiedener Autohäuser mit unterschiedlichen Marken. Tatsächlich wäre das aber mein Wunschauto (vielleicht eine andere Farbe: ich war bei der Konfiguration sehr mutig) und auch das (neue) Modell beim oben genannten Superman-Mundwinkelspeichelverkäufer.

Der zweite Termin war um die Ecke vom letzten Termin. Man hatte dort zwei Gebrauchte, die ich mir einfach mal anschauen wollte. Das sei kein Problem schrieb mir ein Verkäufer, er fahre das eine Auto aktuell und da er da sei, wäre es das Auto auch. Dem war auch so, aber das Auto konnte so gar nicht überzeugen. Optisch. Wer kommt auf die Idee weißes Ledersitze in ein Fahrzeug zu bauen. Also außer drittklassige Rapper mit einem guten Vorschuss vom Label oder Zuhälter mit schlechtem Geschmack? Das Auto hatte jedenfalls weiße Ledersitze, wie überhaupt viel Weiß im Innenraum verbaut wurde. Trotzdem hatte alles die Anmutung eines LKW Führerhauses. Das ist kein Wohlfühlauto. Schade. Ich habe zwar auch hier einen Termin für eine Probefahrt nächste Woche, aber werde wohl absagen. Wäre vergeudete Zeit.

Es bleiben also zwei Modelle, eins ist klarer Favorit, aber ist ja auch eine Entscheidung. Deshalb will ich heute zu einem weiteren Händler, der vom Favoritenmodellen noch ein paar Varianten stehen hat. Es geht um Sitze, Größe innen und außen und Form. Und nächste Woche dann die Entscheidung. Danach bin ich arm, aber mobil.

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