Freitag, 6. März 2026
Geduld, Geduld
Heute ist mein freier Tag und wie so oft an den freien Tagen, werde ich die freie Zeit nutzen, um etwas für die Arbeit machen. Meist sind es Recherchen oder die ganzen Notizen sortieren oder Listen zusammenführen und Erledigtes abstreichen (das geht meist schnell). Solche Dinge. Natürlich sollte man solcherlei während der Arbeitszeit erledigen, aber es fühlt sich nicht wie "richtige Arbeit" an, weshalb ich ein schlechtes Gewissen habe. Also mache ich es an meinem freien Tag. Oder am Wochenende.
Was man nicht alles macht, um sein Gewissen zu beruhigen.
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Früher waren das alles Faulenzer. Studieren? Gerne, aber bloß nicht zu lange! Krankmelden? Wegen dem bisschen Grippe? Und dann auch gleich eine ganze Woche? Wegen solchen Leuten geht Deutschland zugrunde! Arbeitslos? Gibts nicht, jeder kann arbeiten! Usw. usf. Das waren seine Worte, meist gedacht, oft auch ausgesprochen. Vielleicht war auch ein bisschen Rache dabei, denn als Beamter musste er sich oft genug anhören, selbst nicht zu der produktivsten Bevölkerungsgruppe zu gehören. Letztes Jahr kam dann ein Herzinfarkt. Ein Hinterwandirgendwasinfarkt, um genau zu sein. Krankenhaus, Reha, Kur. Mittlerweile ist er wieder auf dem Damm, mischt auch wieder gut in der Lokalpolitik mit, Sport ist auch drin und auf Alkohol wird verzichtet. Ein Hoch auf unsere Gesundheitsstandards. Was nicht wieder drin ist: arbeiten. Also schon, am Haus, im Garten und so. Das geht. Aber die eigentliche Arbeit, die geht noch nicht. Sie wird nie wieder richtig gehen, denn er gilt nun als behindert. 30 Prozent oder so. Und weil er Beamter ist, gibt es ein Beamtenupgrade und es kommen nochmal 10 Prozent drauf. Warum? Keine Ahnung. Ist letztlich auch egal, denn er kann ja eh nicht arbeiten. Es tut ihm natürlich in der Seele weh, dass er nun zu denen gehört, die er früher anprangerte. Einer, der dem Steuerzahler auf der Tasche liegen und ach je, wie gerne würde er wieder dabei sein in der Runde der arbeitenden Bevölkerung, aber ach weh, das arme, schwache Herz...
So ändern sich Settings und Einstellung. Dauert wahrscheinlich nicht mehr lange und er fährt E-Auto.
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Apropos E-Auto... Geduld ist echt nicht meine Stärke. Noch sechs Monate... kaum auszuhalten.
Was man nicht alles macht, um sein Gewissen zu beruhigen.
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Früher waren das alles Faulenzer. Studieren? Gerne, aber bloß nicht zu lange! Krankmelden? Wegen dem bisschen Grippe? Und dann auch gleich eine ganze Woche? Wegen solchen Leuten geht Deutschland zugrunde! Arbeitslos? Gibts nicht, jeder kann arbeiten! Usw. usf. Das waren seine Worte, meist gedacht, oft auch ausgesprochen. Vielleicht war auch ein bisschen Rache dabei, denn als Beamter musste er sich oft genug anhören, selbst nicht zu der produktivsten Bevölkerungsgruppe zu gehören. Letztes Jahr kam dann ein Herzinfarkt. Ein Hinterwandirgendwasinfarkt, um genau zu sein. Krankenhaus, Reha, Kur. Mittlerweile ist er wieder auf dem Damm, mischt auch wieder gut in der Lokalpolitik mit, Sport ist auch drin und auf Alkohol wird verzichtet. Ein Hoch auf unsere Gesundheitsstandards. Was nicht wieder drin ist: arbeiten. Also schon, am Haus, im Garten und so. Das geht. Aber die eigentliche Arbeit, die geht noch nicht. Sie wird nie wieder richtig gehen, denn er gilt nun als behindert. 30 Prozent oder so. Und weil er Beamter ist, gibt es ein Beamtenupgrade und es kommen nochmal 10 Prozent drauf. Warum? Keine Ahnung. Ist letztlich auch egal, denn er kann ja eh nicht arbeiten. Es tut ihm natürlich in der Seele weh, dass er nun zu denen gehört, die er früher anprangerte. Einer, der dem Steuerzahler auf der Tasche liegen und ach je, wie gerne würde er wieder dabei sein in der Runde der arbeitenden Bevölkerung, aber ach weh, das arme, schwache Herz...
So ändern sich Settings und Einstellung. Dauert wahrscheinlich nicht mehr lange und er fährt E-Auto.
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Apropos E-Auto... Geduld ist echt nicht meine Stärke. Noch sechs Monate... kaum auszuhalten.
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c17h19no3,
Freitag, 6. März 2026, 18:19
noch verbiete ich mir das. mache ja mehr als genügend überstunden, und wochenende sind heilig.
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