Sonntag, 12. April 2026
Jeffrey Dahmer des Gartens

Der Baum ist gestutzt. Dieses destruktive Sägen und Zerteilen hat durchaus etwas Zen-artiges. Allerdings ist man danach eventuell innerlich aufgeräumt, dafür liegt der Garten voller Äste und Zweige. Drei große Säcke habe ich vollgekriegt, für mindestens einen liegt noch Zeug rum. Die ganze Aktion dauerte locker vier oder fünf Stunden. Wenn man das nicht gewohnt ist, spürt man am Abend sämtliche Knochen und ist geschafft. Und man sieht, dass sich etwas getan hat, es gibt Ergebnisse, es wurden Things gedone-t. Das geht mit einem tiefen Gefühl der Befriedigung einher. Mit einem schlechteren Moralkodex wäre ich vielleicht ein Serienmörder geworden, der seine Opfer in kleine Teile zerstückelt, um dabei seine aufgewühlte Seele zu beruhigen. Insofern kommt noch eine Prise Dankbarkeit dazu, dass es bei mir nur zu Bäumen reicht.

Das war aber erst der Anfang dieser Garten-Odyssee. Es stehen noch Unkrautentfernung und Wegevommoosbefreiung an. Plus diverse andere Kleinigkeiten. Und ist wahrscheinlich ist es wie bei den Fensterreinigern der Hochhäuser in New York: Sobald man durch ist, geht das Ganze wieder von vorne los. Eine lebenslange Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Außer im Winter, aber da steht gelegentlich Schneeschieben auf dem Programm.

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