Mittwoch, 10. Juni 2026
Wegoptimiertes Herzblut
In der Fabrik hat KI Einzug gehalten - vor allem auf höchster Ebene. Ein immer offener Browsertab ist Tschädtschipiti. Immer. Durchgehend. Und die KI wird für alles genutzt; für durchaus sinnvolle Aufgaben wie Korrekturlesen oder Hilfestellung bei gewissen Formulierungen, Ideenfindungen und ähnlichem. Aber leider auch weit darüber hinaus und in exzessivem Ausmaß. Alles was angeliefert wird, muss durch die KI mit Prompts wie "Optimiere diesen Text", "Erstelle eine passende Grafik", "Vereinfache diesen Block", "Bearbeite dies und das für die Zielgruppe XY" und so weiter. Das Ergebnis ist schnöder Einheitsbrei, der eben genau das ist, was es ist: KI-"optimiert". Kann man machen, aber dann ist es halt so wie es viele andere auch machen. Trotzdem halten die Verursacher in der Fabrik für sehr schlaue Menschen, denn man hat ja ach so viel Zeit für Überarbeitung eingespart und wie toll das jetzt aussieht und so weiter. Mittlerweile ist man soweit, dass sogar der kreative Prozess ganz am Anfang eingespart wird. Es gibt keinen Input mehr für die KI, die diesen dann "optimiert" - die KI erstellt den Input selbst, zeigt die stolz ihren Meistern und der optimiert dann, indem er die KI anweist, was zu optimieren ist. Dass man damit einige Leute vor den Kopf stößt, fällt gar nicht auf. Eventuell würde die KI darauf hinweisen, wenn man sie denn fragen würde, aber sowas gehört ja nicht zur Rubrik "Optimierung".
Die KI ist aber allgegenwärtig und hat noch ganz andere Bereiche in Beschlag genommen. So fühlen sich einige "Manager" nun berufen zu programmieren. Bzw. der KI zu sagen, was sie zu programmieren hat. Und weil die KI günstiger ist als ein Haufen Programmierer, sind die Manager sehr stolz. Was sind sie nur für schlaue Füchse. Programmierer, pah! Geht doch ganz einfach, hier, Top-Produkt. Haben wir gemacht, dafür brauchen wir kein Studium und keine Ausbildung. Dieses Meisterwerk vermarkten wir jetzt...
Noch werden sie ausgebremst, ein bisschen. Aber am Ende entscheidet die Hierarchie und dieser Schwachsinn ist schon sehr weit oben angekommen. Früher oder später wird so ein "Top-Produkt" auf Kunden losgelassen. Der Anwalt wird sich freuen - Regressansprüche wegen Sicherheitslücken sind eine lukrative Sache. Die Manager werden sagen, dass es an ihnen nicht läge: Die KI hätte da nicht aufgepasst, obwohl man ihr doch schrieb, dass das ein Top-Produkt werden solle.
Ich bin mittlerweile an dem Punkt, an dem ich einfach mache. Ohne viel Mühe, einfach was abliefern. Kommt ja eh in die KI und die optimiert. Bei all meinen letzten Arbeiten war am Ende nichts mehr so, wie es sein sollte. Die Intention dahinter war wegoptimiert, es war ein 0815-Produkt, austauschbar und erkennbar ohne Herzblut. Aber so gewollt. Also braucht es auch kein Herzblut, wenn das ohnehin ausgepresst wird. Lieblos reicht auch; muss die KI weniger machen. Schade. Und schade, dass ich kein Anwalt geworden bin. Bald würde meine Stunde schlagen - es wimmelt bald von Top-Produkten.
Die KI ist aber allgegenwärtig und hat noch ganz andere Bereiche in Beschlag genommen. So fühlen sich einige "Manager" nun berufen zu programmieren. Bzw. der KI zu sagen, was sie zu programmieren hat. Und weil die KI günstiger ist als ein Haufen Programmierer, sind die Manager sehr stolz. Was sind sie nur für schlaue Füchse. Programmierer, pah! Geht doch ganz einfach, hier, Top-Produkt. Haben wir gemacht, dafür brauchen wir kein Studium und keine Ausbildung. Dieses Meisterwerk vermarkten wir jetzt...
Noch werden sie ausgebremst, ein bisschen. Aber am Ende entscheidet die Hierarchie und dieser Schwachsinn ist schon sehr weit oben angekommen. Früher oder später wird so ein "Top-Produkt" auf Kunden losgelassen. Der Anwalt wird sich freuen - Regressansprüche wegen Sicherheitslücken sind eine lukrative Sache. Die Manager werden sagen, dass es an ihnen nicht läge: Die KI hätte da nicht aufgepasst, obwohl man ihr doch schrieb, dass das ein Top-Produkt werden solle.
Ich bin mittlerweile an dem Punkt, an dem ich einfach mache. Ohne viel Mühe, einfach was abliefern. Kommt ja eh in die KI und die optimiert. Bei all meinen letzten Arbeiten war am Ende nichts mehr so, wie es sein sollte. Die Intention dahinter war wegoptimiert, es war ein 0815-Produkt, austauschbar und erkennbar ohne Herzblut. Aber so gewollt. Also braucht es auch kein Herzblut, wenn das ohnehin ausgepresst wird. Lieblos reicht auch; muss die KI weniger machen. Schade. Und schade, dass ich kein Anwalt geworden bin. Bald würde meine Stunde schlagen - es wimmelt bald von Top-Produkten.
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