Donnerstag, 19. April 2012
2808

In der Spelunke arbeitet jetzt eine Fachkraft. Das Etablissement, in dem sie bisher arbeitete, ging pleite und irgendwie hat irgendeiner der Stammgäste sie nun hier untergebracht. Es ist ungewohnt, wenn das Bier plötzlich auf einem Tablett serviert und direkt nach einer Essenbestellung schon das Besteck auf dem Tisch bereitgelegt wird. Ich bin mir nicht sicher, aber es könnte sogar sein, dass die Papierservietten vorher gebügelt wurden.
Und sie macht es, wie es Fachleute und Fachfrauen in der Gastronomie machen, wenn sie gutes Trinkgeld wollen: bei der Bluse sind gerade soviel Knöpfe geschlossen, um der Schwerkraft noch einigermaßen Genüge zu tun. Das sorgt für freudige Blicke beim Servieren.

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Donnerstag, 19. April 2012
2807

Nächste Woche schon wieder ein Notartermin und ich habe nicht den leisesten Schimmer, um was es da geht. Aber da ich meine Eltern mehr auf dem Konto haben als ich, gehe ich schwer davon aus, dass ich nicht von ihnen übers Ohr gehauen werde. Wäre ja nicht sonderlich schlau.

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Heute - wieder einmal - erfahren, dass man mich beim Nervkunden nicht mag. Das liegt daran, dass ich mich immer wieder erdreiste, getroffene Zusagen auch einzufordern. Das mögen die dort nicht so. Denen ist lieber, sie können im Beisein der hohen Herren alles mögliche versprechen und danach bleibt alles beim alten und bei Fehlern wird der Dienstleister angepinkelt. Insofern dürfen diese Nasen mich gerne nicht mögen. Beruht ja auch auf Gegenseitigkeit: ich mag ahnungslose Nichtskönner nämlich auch nicht; zumindest nicht, wenn sie vorgeben, es doch zu können.

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Mein Backofen geht wieder in die Knie. Das gleiche Problem wie beim letzten Mal: das Bedienfeld lässt sich nicht mehr bedienen. Zumindest nicht vollständig. Das letzte Mal kostete die Reparatur um die drei-, vierhundert Euro. Das ist es definitiv nicht wert. Leider, so meine ich zumindest, ist die Reparatur so lange her, dass es wohl nicht mehr unter die Garantie fällt. Also wird es wohl auf einen neuen Backofen rauslaufen ...falls das Finanzamt bald mal in die Puschen kommt und ganz viel Geld zurück überweist. Ich habe aber auch schon meine Fühler ausgestreckt: ich kriege Prozente beim Discounter und auch zwecks Einbau könnte man was machen. Vielleicht legen die noch einen Gasherd drauf. Und eine Playstation. Und... neee, eigentlich würde ein Backofen reichen.

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Der Kommentator auf SF2 klingt wie Kurt Felix.

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Dienstag, 17. April 2012
2806

Es gibt sie, diese kleinen Glücksmomente: der erlösende Orgasmus, das Gefühl endlich pinkeln zu können, nachdem man lange draussen unterwegs war (am Schönsten, wenn es draußen kalt und in der Toilette warm ist), der erste Schluck Wasser am Morgen nach einer durchzechten Nacht, die dochnichtsoschlechte Note bei einer Arbeit, für die man kein bisschen gelernt hat, der erste Bissen einer selbstgekochten Mahlzeit, der dann auch noch grandios schmeckt, der Geruch im Innern eines neuen Autos, das blinde Ertasten einer fremden Zunge mit der eigenen, das Lachen eines Kindes, das Adrenalin bei 280 km/h, die Lichter einer Großstadt von oben, der Hauch des Parfums einer bestimmten Person ...und auf jeden Fall der Moment, nachdem alle Termine auf dem Urlaubsschein unterschrieben wurden.

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Montag, 16. April 2012
2805

Ich weiß gar nicht, warum sich alle so über die Secret Service-Leute aufregen: immerhin kann der Präsident nun ganz beruhigt eine Prostituierte mit auf die Suite nehmen. Da passiert nichts, alles gecheckt. Manchmal wünscht man sich, dass alle so pflichtbewusst ihre Arbeit verrichten wie diese Herren.

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Jedesmal, wenn ich John Irving lese, denke ich: wie macht der das bloß? Er erzählt über hunderte von Seiten über einen Vater, dessen Sohn und irgendwann dessen Enkel. Eigentlich relativ belanglos, so als Thema, aber es ist dann doch so unglaublich interessant und spannend, dass man wahnsinnig enttäuscht ist, wenn das Buch nach siebenhundertwasweißich Seiten zu Ende ist. Noch nicht mal die immer wiederkehrenden Bären, das Ringen oder New Hampshire nerven.

Man müsste den Kerl zum bloggen zwingen!

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Man kann ja vielem entgehen, aber die Einladung des Cheffes bei XING ausschlagen käme wohl nicht so gut. Immerhin scheint der Kelch des Dödel-Projekts an mir vorbeizuziehen: es hat sich ein Dummer gefunden, der tatsächlich glaubt, dass er da was reissen kann. Mögen ihm die Götter wohlgesonnen sein, aber ich werde mir das hämische Grinsen nicht verkneifen können, wenn das Ding den Bach runtergeht und das wird es sicher.

Nun habe ich also Zugriff auf das Wissensportfolio des selbsternannten God of all known businesses und sehe auch die Stationen seines bisherigen Wirkens. Rein rechnerisch kann da schon mal einiges nicht stimmen, es sei denn, er hätte direkt nach dem Kindergarten angefangen zu arbeiten. Zieht man die Jahre an der High-Class-Uni mit der High-Class-Ausbildung ab, passt erst recht nicht. Es ist schon deprimierend, wie Leute, die sogar zum bescheißen zu blöd sind, mit so Nummern trotzdem durchkommen. Man muss die Leute wahrscheinlich einfach nur bis zur Besinnungslosigkeit zutexten, dann kommen keine Rückfragen. Passend dazu:

"Die Expansion der interranen Tuberosa steht in inverser Proportionalität zur intellektuellen Kapazität des kultivierenden Agronoms."

...was nichts anderes heißt als: Die dümmsten Bauern ernten die größten Kartoffeln.

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Tja.

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Sonntag, 15. April 2012
145,9

Gestern für 145,9 bei Shell getankt, heute ist der Preis bei 148,9 bei der NoName-Tanke. Gibt so Tage, da hat man auch mal Glück. Und außerdem weiß ich jetzt, wie Harry Potter ausgeht. Das steht allerdings in keinem Zusammenhang zum Benzinpreis.

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Lauter gut gekleidete Leute heute auf den Straßen. Das lag an der Kommunion, denen viele Kinder in der Gegend heute ausgesetzt waren. Meine Kommunion fand in einer riesigen Mehrzweckhalle statt, zusammen mit gefühlt hundert anderen Familien, die da genau das gleiche machten. Es gab eine Armbanduhr und Kohle. Meine Großmutter väterlicherseits hatte ein potthässliches Kleid an, was aber zur damaligen Zeit wahrscheinlich total angesagt war. Die anderen Anwesenden sahen auch eher skurill aus. Meinem Bruder hatte man einen gelb-ockerfarbenen Pullover unter der Weste aufgezwängt, aber man konnte sich ja als Kind nicht wehren. Ich glaube, mein Anzug war damals aus Samt. Das sagt wohl schon alles aus. Eigentlich schade, dass ich die Uhr nicht mehr habe. Das war eine Casio; die würde bei Ebay heutzutage wahrscheinlich so einiges bringen. Wo ist die Uhr eigentlich abgeblieben?

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Morgen dann also wieder arbeiten... juhuuu... grmpf.

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