Sonntag, 20. Mai 2012
2839

So, Schlafsack ist bestellt. Plus Hut und Mütze. Ersteres für die nächtliche Wärme, letzteres gegen die böse Sonne, die mich dieses Jahr schon oft genug erwischt hat, das blöde Ding. Naja, ok, der Hut ist eher für die nötige Coolness auf dem Campingplatz - sofern es so etwas überhaupt geben sollte. Ob die noch immer mit Duschmarken hantieren? Und überhaupt: der Sanitärbereich... man hat da ja im Laufe der Zeit gewisse Ansprüche entwickelt. Ach, am Besten gar nicht drüber nachdenken. Augen, Nasen und Ohren zu und durch.

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Heute mittag eine Stunde hochkomatös geschlafen. Also so richtig tief und fest und nur mit den wirklich absolut notwendigen Körperfunktionen (also atmen, sonst war nichts). Danach richtig müde gewesen und auf allen vieren in Richtung Bad gekrochen. Kaltes Wasser ins Gesicht half nur wenig und den Kaffee danach hätte ich mir besser auch intravenös gegeben (sind habe keine Spritzen im Haus. Verdammt). So langsam wirds aber besser (was schlecht ist, weil man sollte ja irgendwann auch mal schlafen).

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Und morgen ist schon wieder Montag.

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Samstag, 19. Mai 2012
Machen Sie mal eben...

Und schon wieder an den Zeitangaben eines Rezeptes gescheitert. Machen Sie mal eben schnell Pellkartoffeln. Hallo? Das geht nicht mal eben so schnell! Da ist das kochen und das zieht sich schon mal, aber das ist erst die halbe Miete. Dann kommt nämlich das Pellen. Mittels Küchentuch verbrennt man sich immerhin nur die Hälfte der sensiblen Fingerspitzen, aber trotzdem ist das eine zeitintensive Angelegenheit. Wenn man noch dazu eine leicht chaotische Tendenz aufweist, wirds nochmal stressig, weil alles andere ja noch gar nicht vorbeireitet ist. Mis en place... weit gefehlt. Die Küche sieht danach aus, als hätte man für einen Ballsaal voller Menschen ein Zehngänge-Menu gekocht, aber tatsächlich ist es nur ein Kartoffelsalat. Und von dem weiß man noch gar nicht, ob er schmecken wird, denn er muss erstmal noch mindestens eine halbe Stunden ziehen, dann wird nachgetuned. Immerhin das Fleisch sollte keine allzugroße Herausforderung darstellen. Dafür gibts ja eine App, die es sogar Küchenlegasthenikern wie mir möglich macht, ein Steak in durchaus akzeptablem Zustand zu produzieren. Wehe wenn nicht!

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Freitag, 18. Mai 2012
Eingekauft

Die Putzfrau hat die Angewohnheit immer bis kurz vor knapp zu warten, bevor ihr die Putzmittel ausgehen. Dann stehen da plötzlich Armaden von leeren Flaschen und Behältern und ein kleines Post-it, auf dem steht, dass sie Putzmittel benötige. Nun haben wir hier im Ort zwar einen Supermarkt, aber der ist entgegen der Werbeaussagen keinesweges besonders gut bestückt (und was das für eine Enttäuschung ist, wenn man da hinkommt und die Bestückung dann doch nicht stimmt, kann man sich bestimmt vorstellen). Deshalb mal lieber in den weitaus größeres Mega-Supermarkt, der aber etwas weiter entfernt ist. Jeder, der in den Wagen schaute, dachte wohl, dass ich für ein gastronomisches Etablissement einkaufe (wo es gelegentlich auch zu zwischenmenschlichen Handlungen kommt. Wegen den Kondomen. Aber nicht so oft, dafür war die Packung zu klein). Wer in den letzten Wochen also nicht auf Facebook spekuliert, sondern sich mit Aktien von Unliver und Konsorten eingedeckt hat, denke an mich, wenn die Dividende ausgezahlt wird.
Aber vielleicht haben auch gar nicht so viele Leute in den Wagen geschaut. Mein leuchtend roter Kopf dürfte wohl eher für Erstaunen gesorgt haben. Blöde Sonne. In dem Mega-Supermarkt gab es übrigens auch Hüte, aber keinen, der auf meinen anscheinend sehr voluminösen Kopf gepasst hätte. Schade eigentlich. Sonnencreme gab es aber, nur: davon habe ich eigentlich genug. Ich müsste sie einfach nur benutzen, aber wer denkt da schon dran, wenn er morgens aus dem Haus geht, wo es noch ziemlich frisch ist und so gar nicht nach Hochsommer aussieht. Aber ich bin ja lernfähig. Bzw. sollte es sein. Naja, ich bin bedingt lernfähig, wie man ja nun wieder gesehen hat.

Eigentlich standen auf meinem Einkaufszettel (ich hatte einen! Also doch lernfähig!) noch Butter, Eier, Käse und diverse andere Lebensmittel. Allerdings auch eine Rückfahrt mit längeren Strecken direkt unter Sonneneinstrahlung. Das ist nur bedingt gut für die Beibehaltung einer bestehenden Kühlkette, was mir der Käse vielleicht, die Butter ziemlich sicher übel genommen hätten. Somit muss ich also morgen doch nochmal los und einkaufen. Das kann ich dann aber im hiesigen Supermarkt erledigen. Käse haben sie, Eier habe ich dort auch schon gesehen und Kondome sind ja schon gekauft (sowas macht man ja ungern da, wo man Gott und die Welt kennt. Würde mir gerade noch fehlen, dort meiner Mutter über den Weg zu laufen. An der Kasse womöglich noch, wahrscheinlich der Kasse, die an diesem Tag zickt und die Verkäuferin nach mehrmaligen Scanversuchen die Packung schön hoch ins Licht hält, um den Code von Hand einzugeben, was aber auch nicht funktioniert, weshalb sie aufsteht, quer durch den Laden läuft und selbst nachschaut, was das nun kostet, denn ich wüsste das gar nicht. Schaut man bei Kondomen nach dem Preis? Bei den Schwaben bestimmt, aber im Rest der Republik? Jedenfalls käme sie dann zurück, würde den Preis endlich von Hand in die dämliche Kasse eintippen und mit etwas Glück hätte meine Mutter, die in der nun sehr sehr langen Schlange direkt hinter mir steht, gar nicht gemerkt, was das denn das nun war, was sich nicht einscannen lässt, weil ich sie verzweifelt mit immer neuen Gesprächsthemen abzulenken versuchte. Und gerade, wenn es dann so schiene, als wäre die Nummer durch, würde die Verkäuferin etwas sagen wie: "Ich musste zweimal schauen, diese Kondome gibts nämlich im 10er und im 18er Pack. Aber gute Wahl: die 18er sind günstiger, wenn mans mal durchrechnet." Da will man ja gar nicht dran denken. Deshalb: lieber woanders kaufen.). Dummerweise habe ich den Einkaufszettel weggeworfen, auf dem auch die Lebensmittel standen, die ich heute nicht mitgenommen habe. Und ob ich morgen noch daran denke einen neuen zu schreiben ... wie ich mich kenne eher nicht.

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Donnerstag, 17. Mai 2012
...

Kürzlich waren sie da; es gibt sie also noch, die Zeugen Jehovas. Ich sah wohl auch aus, als müsste man dringend mal mit mir über Gott reden, aber ich hatte keine Lust und nehme auch an, dass ich das in naher Zukunft auch nicht haben werde. Habe ich den Herren auch so gesagt und eigentlich wollte ich noch anmerken, dass Gott aber ein ziemlich fieser Kerl sein muss, wenn man sich anschaut, was er mit zwei Typen wie denen so anstellt. Schlecht sitzende Anzüge und eine Grundhaltung wie frisch Opium geraucht. Wenn man so wird, wenn man ständig über Gott redet will ich das lieber nicht. Außerdem habe ich auch keine Lust von Tür zu Tür zu latschen und Leute zu belästigen. Gott hat doch bestimmt auch eine Website. Wenn ich also was willen will, kann ich mich ja auch dort informieren. Aber all das habe ich dann doch nicht gesagt. Muss ja jeder selber wissen, was er treibt. Die beiden finden es eben klasse die Drückerkolonne des Herrn zu spielen. Meinetwegen - solange sie das nur ein-, zweimal im Jahr bei mir tun.

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Donnerstag, 17. Mai 2012
2835

Um 18 Uhr war das Treffen angesagt. Dass das nicht klappen würde, wenn ich erst um 17 Uhr die heiligen Hallen verlasse war klar. Dass es aber halb Neun wird, konnte ich nicht ahnen. Ich kenne jedes verdammte Kaff entlang meiner üblichen Strecke, ich habe geflucht wie ein Rohrspatz und motorisierte Arschlöcher en masse in Aktion erleben dürfen. Immerhin kam ich mit dem Hörbuch gut voran und so irgendwann dachte ich sogar im rheinländischen Akzent. Und fluchte fast genauso wie dort. Drei Bier später habe ich mich beruhigt und das verlängerte Wochenende kann kommen.

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Mein Nachbar, Amerikaner brasilianischer Herkunft war mit seinem Knirps auch in der Spelunke. Nun sind Amerikaner ja bekanntlich die Non-Smoker vor der Herrn, seine Frau hat mich im Supermarkt auch schon ganz entgeistert angeschaut, als ich Kippen auf das Band legte, aber dort schien es ihm nichts auszumachen. Lag vielleicht auch am Mangel an Alternativen und - wenn ich die Parksituation vorm Haus richtig einschätze - dass seine Frau nicht da ist. Dürfte auch die drei Bier erklären, die er sich dort eingekippt hat.

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Hach.

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