Donnerstag, 24. Mai 2012
2843

Laut der Wetter-App auf dem iPhone war es hier heute heißer als in Palma de Mallorca, heißer als in Tunesien und New York hat mit 18 Grad komplett abgekackt. Nach einem Tag im Büro unterm Dach wäre ich aber ganz froh gewesen, wenn es mehr New York und weniger Sahel Zone gewesen wäre. Die Kunden dachten bestimmt ich hätte einen Zimmerbrunnen. Waren aber nur Schweissströme, die da plätscherten.

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Donnerstag, 24. Mai 2012
2842

Wenn man sehr kaltes Bier in ein Glas gibt, dieses dann in einem eher warmen Raum auf einem Stück Küchenkrepp abstellt, ergibt das schon nach kurzer Zeit einen feuchten Fleck rund ums Glas, was aussieht, als würde das Glas auslaufen. Das liegt daran, dass dieses Glas "schwitzt" und das Kondenswasser am Glasrand auf das Küchenkrepp läuft. Das ist die große Erkenntnis des Abends, was in schonungsloser Brutalität zeigt, dass es ein ansonsten eher erkenntnisloser Abend ist.

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Mangels TV-Gerät und aufgrund schwachem USB-Stick-Empfang kam ich erst heute dazu das Finale von Rachs Restaurantschule zu sehen. Kleiner Spoiler für alle, die es noch nicht gesehen haben: er hat alle in irgendeiner Form übernommen. Ob ich das getan hätte... eher nicht. Hatte aber trotzdem einen Klos im Hals und wegen des blöden Zugs hier im Zimmer feuchte Augen. Wenn ich mal in Berlin bin, gehe ich dort vorbei, schaue durch die gewaltigen Fenster und gehe dann in den Mc Donalds nebenan. Aber nur, wenn es noch den New York Cheese Beef Classic gibt. Neee, Quatsch. Natürlich würde ich mich zu einem leckeren Essen dort niederlassen.

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Morgen ist Donnerstag. Pre-Friday quasi. Hurra!

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Dienstag, 22. Mai 2012
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Das abendliche Blöken der Schafe bereitet einen schon mal seelisch und moralisch auf das anstehende Fest hier in den Bergen vor. Irgendein Gesangsverein oder ähnliches packt dann zwei Zelte mitten in die Hänge, man betrinkt sich kollektiv und singt dann die ganze Nacht - nur durch gelegentliche Trinkpausen unterbrochen. Das Ganze dauert drei Tage, allerdings ist es Montag abends bedeutend ruhiger als an den anderen Tagen und vor allem wird am späten Abend abgebaut. Am Dienstag erinnert nichts mehr an Patrone Bavaria und Kanongesänge in Dauerschleife. Eventuell noch der eine oder andere Kotzfleck am Wegesrand, aber das fressen die Vögel schon weg und irgendwann regnet es ja auch wieder. Mein Nachbar, der Vater meines Vermieters, war dort auch öfter, erzählte er mal. Aber dann war ihm der Weg zu beschwerlich. Es ist nicht weit, aber es geht steil bergab auf dem Hinweg und noch viel steiler bergauf auf dem Rückweg. Deshalb säße er abends auf der Terrasse und sänge leise mit. Das sei auch einer der wenigen Momente, in denen er sich einen Riesling gönne, sagte er. Der Zucker... da darf man nicht so oft wie man gerne würde. Vorletztes Jahr ist er gestorben. Der Zucker. Und noch ein paar andere Dinge. Ein Zuhörer weniger für das Fest am Berg.
Die Schafe blöken. Es ist also bald wieder soweit.

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Montag, 21. Mai 2012
2841

Wir ziehen demnächst wieder innerhalb der Fabrik um. Hintergrund ist, dass sehr viel Platz gar nicht mehr gebraucht und deshalb unnötig beheizt und mit Strom versorgt ist. Muss ja auch nicht sein. Grüße an das Robbenbaby, das wir dadurch retten. Jedenfalls kommen wir in ein anderes Gebäude und dort in zwei Büros, aus denen durch brachiales Entfernen einer Zwischenwand eins wird. Man wird mir den miesesten Platz geben, was aber auch ok ist: bin ja auch am seltenstens vor Ort (wobei mir die Tage, an denen ich dort bin, immer noch zuviel sind, aber das ist ein anderes Thema). Auf dem gleichen Flur wird neben Cheffe noch der Überhead-of von allem sitzen. Der ist aber noch seltener da als ich, also ich das wenig dramatisch. Der Raucherraum ist die Treppe runter, dann links. Dort steht auch ein Getränkeautomat. Zum Kaffeeautomaten ist es dann auch näher - sofern der noch funktioniert. Maschinen, die den Geist aufgeben, werden ja nicht mehr repariert, sofern es keine für die tägliche Arbeit wichtige Maschinen wie Kopierer, etc. sind. Wobei zu diskutieren wäre, ob da nicht auch eine Kaffeemaschine dazuzählt. Irgendwie ist die ja durchaus auch ein grundlegendes Element guter Arbeit. Aber man wird sehen.
Zur Kantine wäre es jetzt ein gutes Stück weiter, aber wir haben ja keine Kantine mehr. Dafür seit neuestem eine Art Lieferservice für Firmen. Man kann aus diversen Tagesgerichten wählen, das Zeug wird kurz vor Zwölf in Warmhalteboxen angekarrt und man holt sich seine Bestellung (Bestellung spätestens bis 23.59 Uhr des Vortages, wenns hart auf hart kommt, kann man auch noch morgens bis 6.00 Uhr anrufen). Der Betrag für die Bestellung wird direkt abgebucht. Morgen dann also der erste Versuch und gleich die Bewährungsprobe: Hühnerfrikasse mit Spargel und Reis. Hossa.
Die beständigsten Jobs in der Fabrik sind übrigens jene, die an den ständigen Umzügen beteiligt sind. Krisensicher, also bei jeder noch so kleinen Krise kommen die Leute zum Einsatz. Ziemlich clever, wenn man man es sich so überlegt.

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Sonntag, 20. Mai 2012
2839

So, Schlafsack ist bestellt. Plus Hut und Mütze. Ersteres für die nächtliche Wärme, letzteres gegen die böse Sonne, die mich dieses Jahr schon oft genug erwischt hat, das blöde Ding. Naja, ok, der Hut ist eher für die nötige Coolness auf dem Campingplatz - sofern es so etwas überhaupt geben sollte. Ob die noch immer mit Duschmarken hantieren? Und überhaupt: der Sanitärbereich... man hat da ja im Laufe der Zeit gewisse Ansprüche entwickelt. Ach, am Besten gar nicht drüber nachdenken. Augen, Nasen und Ohren zu und durch.

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Heute mittag eine Stunde hochkomatös geschlafen. Also so richtig tief und fest und nur mit den wirklich absolut notwendigen Körperfunktionen (also atmen, sonst war nichts). Danach richtig müde gewesen und auf allen vieren in Richtung Bad gekrochen. Kaltes Wasser ins Gesicht half nur wenig und den Kaffee danach hätte ich mir besser auch intravenös gegeben (sind habe keine Spritzen im Haus. Verdammt). So langsam wirds aber besser (was schlecht ist, weil man sollte ja irgendwann auch mal schlafen).

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Und morgen ist schon wieder Montag.

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