Mittwoch, 13. Juni 2012
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Die schätzungsweise nochnichtmal 20-jährige Azubine verbringt die nächsten Wochen in unserer Abteilung. Eigentlich ein Grund mit zweideutigen Scherzen und schweinischen Witzen langsam zu machen ... sollte man denken. Aber sie kennt die Besten! Das wird noch spannend. Dumm nur, dass sie aufgrund Magersuchtansätzen die Mittagspause außer Reichweite von Nahrung verbringt und deshalb nicht bei uns weilt. Da ist es meistens am spaßigsten.

Ich weiß jetzt übrigens, dass sich Mädchen Schminktipps von der Frau Mama besorgen. Das hat niemand erzählt - man sieht es. Vielleicht sollten es die Töchter aber altersbedingt etwas dezenter angehen. Naja, das Kind muss jedes Gramm auf der Waage mitnehmen und sei es nur Make-up.

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Dienstag, 12. Juni 2012
The office

Im neuen Büro sitzen alle am Fenster. So toll ist das gar nicht. Morgens blendet die Sonne von vorne, nachmittags scheint sie von hinten auf den Bildschirm. Die einzige, wirklich ergonomisch sinnvolle Phase wäre während der Mittagspause.
Meine Blickrichtung weist zu den Hochhäusern in der Ferne und dem seltsamen Betriebshof direkt nebenan, wo nie jemand ist, dafür diverse alte Autos, Anhänger, Baumaterialien, ein Holzhaus, ein paar Bierbänke, eine bodenseegroße Pfütze, Kabelrollen, sowie Sand und Dreck in verschiedensten Farbnuancen zu finden ist. Das ist zu Anfang ganz interessant, wenn man zwischendurch erkundet, was da alles rumsteht und immer wieder neue Details entdeckt, aber es wird schnell langweilig, weil sich nichts, aber auch gar nichts ändert. Wie auch, wenn nie jemand da ist.

Dank neuem Büro gibt es nun wieder Zugang zu Kaffee, der ist aber der bei weitem schlechteste, denn ich in der Fabrik bisher getrunken habe. Wäre da nicht der schwarze Satz am Boden, hätte ich sogar behauptet, dass das gar kein Kaffee ist. Der Snackautomat ist außer Betrieb und wird wohl auch nie wieder zum Einsatz kommen. Gleiches gilt für die diversen Wassersprudler. Trotzdem befülle ich dort brav meine Wasserflasche, selbst mit dem Wissen, dass es weitaus schneller ginge, wenn ich das Wasser direkt aus dem Wasserhahn näme. Bei gleicher Qualität, denn sowohl Wasserhahn, wie auch Sprudler beziehen das feuchte Nass aus derselben Quelle. Aber ganz unnütz soll das Ding ja auch nicht rumstehen, also darf es mir unter sanftem Brummen langsam, aber stetig die Flasche füllen. Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und zum psychischen Wohl der Maschine. Sie soll denken, dass sie noch gebraucht wird.

Es gibt auch einen Raucherraum. Der hat aber einen gewaltigen Nachteil: dort trifft man immer die Kollegen aus der IT. Die Gespräche sind entsprechend nerdig, aber weniger auf Star Trek/Star Wars/iPhone/Gadget- sondern mehr auf Netzwerktechnik/Microsoft-Level und das macht auf Dauer keinen Spaß. Außerdem sind unsere IT'ler dermaßen auf Betriebsratslevel, dass man froh sein muss, wenn man um kurz vor Fünf noch jemanden dort erreicht. Gemacht wird aber dann nichts mehr, weil "in zehn Minuten ist Feierabend!". Das ist ja grundsätzlich ok, aber es sollte Ausnahmen geben; gibts dort aber nicht. Sie sind nicht einfach die Jungs und deshalb muss ich nicht auch noch im Raucherraum Zeit mit ihnen verbringen. Das neue Büro ist aber auch noch in akzeptabler Nähe zum anderen Raucherraum. Da ist der Kaffee sogar einigermaßen akzeptabel.

Im neuen Büro können mir auch ein paar Leute auf den Bildschirm starren. Also nichts mehr mit PornosFacebook- und/oder Twitterorgien während der Arbeitszeit und auch der gelegentliche Blick in diverse Nachrichtenportale ist eher schwierig. Nur Heise geht ab und an, das kann man verargumentieren.

Einen gewaltigen Vorteil hat das Büro: Cheffe sitzt nicht mit drin! Das ist das Killerargument überhaupt und deshalb ist das ein ganz ganz tolles Büro. Es ist nicht das Megalomaniac-Hyperbüro, aber so eins habe ich auch erst einmal gesehen. Allein der Konferenzraum dort hatte Wellness-Hotel-Charakter - Basisentspannung inklusive. Aber da man nicht alles haben kann, bin ich ganz zufrieden.

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Montag, 11. Juni 2012
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So eine EM ist eine klasse Ausrede, um Bier zu trinken. Es läuft schließlich Fußball. Und selbst, wenn es Schweden gegen die Ukraine ist: mit Bier wird das bestimmt erträglich.
Es entfrustet auch nach den bisher abgegebenen Tipps. Die waren alle eher grenzwertig und ich befürchte, es wird noch schlimmer. Naja, es geht ja um nichts, außer Ruhm und Ehre. Würde ich allerdings Erster, käme ein Screenshot zu meinen Bewerbungsunterlagen. Ein bisschen prahlen geht immer. Bzw. ginge.

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Am Wochenende zweimal durch "mein" altes Stadtteil in der großen Stadt gefahren. Hach. Darauf ein Bier. Passt da ja auch.

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Wieviele Takes die wohl gebraucht haben, bis jeder Fußballer, der an der EM teilnimmt, seine Arme so verschränkt hatte, dass man das für die Aufstellungssequenz benutzen konnte. Sind ja schon ein paar dabei, die von ihrem Fußballtalent vor einem Job als Gänseleberstopfer o.ä. bewahrt wurden.

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Einen Flug zu buchen, während einem der Calmund die ganze Zeit dabei vom Bildschirm heraus anstarrt, ist auch beängstigend. Wir zwei nebeneinander wäre eine echte Gefahr für die Flugsicherheit.

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Mittwoch, 6. Juni 2012
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Die Waschmaschine wäscht, aber auf den dunklen Sachen (und es sind eigentlich nur dunkle Sachen) sind so seltsame Schlieren. Ehrlich: man sollte nicht danach googeln! Jedenfalls steht die Tage ein Heißwaschgang in leerem Zustand an. Ob nun mit Essig, Zitronensäure, nur Waschmittel oder einem Spezialpülverchen aus den Hexenküchen der internationalen Chemiekonzerne ist noch offen. Die Meinungen gehen da - wie immer im Netz - weit auseinander und letztlich wird es - wie immer - eine spontane Entscheidung sein (sprich: was habe ich gerade zur Hand).
Dummerweise reicht die Zeit nicht für einen erneuten Waschgang. Somit haben nun alle dunklen Sachen (und auch die nicht ganz so dunklen, aber bei denen sieht man es nicht) ein paar Schlieren, was aber nichts macht, weil ich die nächsten Tage ohnehin in der Wildnis verbringen werde und mich gegebenfalls als Alt-Hippie mit Batik-Schwäche - und kurzen Haaren - ausgeben kann.

Apropos kurze Haare: beim Frisör war ich heute auch. Zum Service im Wartebereich gehören mittlerweile ein iPad und ein Haufen dieser Billig-Lesebrillen, die man im Supermarkt in Kassennähe erstehen kann. Somit können sich die betagteren Gäste dann die ausliegenden Bodybuildingmagazine gestochen scharf und auf dem iPod die "Frau im Spiegel" online anschauen. Das ist doch großartig.
Eine Kopfmassage gabs zu Anfang auch. So in etwa stelle ich mir die Dreharbeiten für einen homoerotischen Film vor: ein Muskelpaket streichelt einem zwar nicht muskelbepackten, aber doch voluminösen Mann durch die Haare. Ich hoffe, das war eine Schere, die ich da später am Arm spürte.
Auch nett war der ältere Herr, der den Laden betrat um nach einem Termin zu fragen.

Coiffeur: "Herr XY, was kann ich für Sie tun."
Älterer Herr (grummelnd): "Grummel, grummel, Termin."
C: "Hm, schauen wir mal. Heute kann ich Ihnen nur Viertel vor Drei anbieten."
ÄH: "Geht auch Viertel nach Drei?"
C: "Nein, da ist alles belegt. Es geht nur Viertel vor Drei."
ÄH: "Grummel, grummel. So um Drei rum."
C: "Vierzehnuhrfünfundvierzig ist so um Drei rum."
ÄH: "Grummel, grummel, grummel. Hm."
C: "Soll ich das für Sie eintragen, Herr XY?"
ÄH: "Grummel. Ist das ok, wenn ich ein bisschen zu spät komme?"
C denkt kurz nach. Ist auch nicht einfach, da etwas passendes zu antworten.
C: "Naja, wenn Sie fünf Minuten zu spät kommen, habe ich damit kein Problem."
ÄH: "Ok, dann machen wir das so. Grummel."
Sprachs und verschwand.

Ich könnte wetten, dass er erst um 15.15 Uhr auf der Matte stand. Aber er kann ja mit dem iPad spielen oder mit den Lesebrillen halbnackte Muskelmänner anschauen, während er auf den Feierabend des Frisörs wartet, um sich seine Mähne ausdünnen zu lassen.

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Mittwoch, 6. Juni 2012
Im Buchladen

"Ich suche ein Buch. Ron McIrgendwas. Also Mc und dann was mit "L". Lyant, glaube ich. Ja, ziemlich sicher. McLyant. Irgendwas mit Reise. Ein blaues Buch."

Die Verkäuferin schaut in ihrem "Terminal": "Hm, nein, da haben wir nichts"

Ich zücke das Handy: "Ich schau nochmal"
Amazon aufrufen, das Buch suchen, unter dem stand, dass Leute, die dieses Buch gekauft haben, auch das blaue Buch des McIrgendwas gekauft haben. Aber Amazon schaltet in den Mobilmodus und da steht nichts von den anderen Leuten. Mittlerweile bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob der gute Mann Ron oder Roy hieß. Aber ein Mc war dabei! Garantiert. Und blau war das Buch auch.

"Heute morgen wusste ich den Namen noch. Da konnte ich den sogar auswendig!"

Ein mitleidiges Nicken der Buchhandelfachkraft.

Amazon ist mobil so gut wie nicht nutzbar. Und auch Google spuckt bei der Suche nach "Ron Mc Reise" alles mögliche aus, aber nicht das, was ich suche. Wieso haben die nur diese Unmengen an Geld?

Verdammt! Wie war die Reise? Toll? Nett? Super? Großartig? Nein, aber sie hatte ein Adjektiv, das ist sicher. Und irgendwas mit Smith war auch dabei. Nochmal Google im Mobilmodus anwerfen. Findet aber nichts. Zumindest zu Anfang. Nach einem Vertipper, bei dem aus Smith ein Smithy wurde klappte es. Die unglaubliche Reise des Smithy Ide. Na also. Zurück zur Buchhandelfachkraft und mit stolzgeschwellter Brust verkündend:

"Ron! Ron McLarty!"

Da ist die Antwort: "Haben wir nicht da, können wir aber bestellen" ziemlich frustierend. Ich habe dann stattdessen zu Hollebecq und Herndorf gegriffen. War wahrscheinlich auch kein Fehler.

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