Mittwoch, 21. November 2012
Am Ende fehlt immer ein "K" für FUCK

Telefonkonferenzen mit „Global Playern“ sind immer irgendwie ernüchternd. Man denkt ja, dass dort die Besten der Besten der Besten arbeiten, also quasi die, die eigentlich Men in Black sein sollten, aber sich dann doch für einen anderen Beruf entschieden haben. Tatsächlich trifft man dort aber immer wieder, eigentlich sogar erstaunlich oft, auf Leute, wo man sich nicht sicher ist, ob sie den Weg ins Büro alleine gefunden haben oder vom Firmenchauffeur abgeholt wurden, damit sie nicht wieder versehentlich ins falsche Gebäude latschen. Was sie aber trotzdem alle draufhaben ist Buzzworddropping. Es vergeht kein Telefonat, in dem nicht irgendwelche obskuren Begrifflichkeiten fallen - ob sie passen oder nicht. Und sie kennen alle selbsterfundenen Kürzel auswendig. MFG, LMAA usw. Es gibt übrigens im englischen sehr wenig Begriffe mit dem Anfangsbuchstaben „K“. Ich versuche nämlich schon sein Jahren einen Begriff zu erfinden, bei dem die Abkürzung FUCK wäre. Bisher aber leider nicht erfolgreich. Dabei wäre das so schön: Hast Du die Sachen schon in FUCK abgelegt? Wieso steht das nicht in FUCK? Wozu haben wir eigentlich FUCK? FUCK ist federführend, alle haben sich an FUCK zu halten.

Tja, aber dank fehlendem „K“ wird das nichts mit FUCK.

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Dienstag, 20. November 2012
3023

Ich hasse es! Auf dem Weg zum Berg getankt, damit ich das hinter mir und morgen keinen Stress habe (da steht eine längere Fahrt an). 149,9. Eigentlich ein Ok-Preis, dachte ich. Also getankt, bezahlt und weitergefahren. Ca. drei Kilometer weiter komme ich wieder an einer Tankstelle vorbei. Der Preis dort: 145.9. Zum Kotzen. Wäre ich direkt zu dieser Tanke gefahren, wäre es genau umgekehrt gewesen und ich hätte unnötig von dem ohnehin viel zu teuren Sprit verbraucht. Naja, dafür war ich danach beim Billigdiscounter und habe unter zehn Euro eingekauft. Lag vielleicht auch daran, dass ich das, was ich wollte nicht gekriegt oder vergessen habe. Und die Kippen dort scheiße sind.

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Am Freitag einen Notartermin. Notare sind komische Menschen. Muss wohl so sein, sonst würde man diesen komischen Job auch nicht machen wollen. Der am Freitag sieht aus wie ein Bestatter und zwar wie der in den Lucky Luke-Comics, nur in groß. Der Rest ist gleich. Es ist ein großer, dürrer und sehr blasser Mann mit einer großen Nase und dünnen, grauen Haaren. Dünn und grau beschreibt ihn ziemlich gut. So ist er und so sind auch seine Haare. Wenn er lächelt, meint man, er habe Schmerzen. Er lächelt oft; ich hoffe, er hat nicht wirklich dauernd Schmerzen. Mittlerweile muss ich meinen Ausweis schon gar nicht mehr vorzeigen und ich warte darauf, dass er mir die Rechnungen persönlich vorbeibringt, um noch einen Kaffee zu trinken und schmerzhaft-lächelnd ein wenig zu plaudern.

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Ich bin gar nicht mehr up-to-date bei den Lustigen Taschenbüchern. Man kommt echt zu nichts…

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Montag, 19. November 2012
Nebel

Der Nebel ist am Berg immer noch eine Spur heftiger. Man sieht momentan gar nichts. Keine leuchtende Autobahnschlange, keine Straßenlaternen unten im Tal, noch nicht mal die Eingangsbeleuchtung der Häuser einen Stock tiefer. Es ist einfach nur richtig dunkel, wie bei mondloser Nacht mitten im tiefsten Wald. Sogar die Geräusche werden vom Nebel weitestgehend geschluckt. Und weil meine Ohren dank einer leichten Erkältung auch ein leichtes Druckgefühl haben, stelle ich mir vor, ich wäre Jaques Cousteau in seiner Kapsel in der dunklen Tiefsee und warte auf das Leuchten eines skurrilen Tiefseebewohners. Aber bisher tut sich da draußen nichts - und ich will gar nicht wissen, wie sehr ich mich erschrecken würde, wenn jetzt plötzlich wirklich ein Leuchten in der Dunkelheit vor mir wäre. Am Berg gibt es relativ wenig Tiefseefische, weder die Standards, aber auch keine leuchtende.

Heute morgen war der Nebel wunderschön. Die Sonne strahlte wie verrückt, aber sie kam nicht komplett durch. Stattdessen war da eine mattleuchtende Scheibe am weißverwaschenen Himmel. Ab und an waberten Nebenschwaden wie rauchige Wege über die Felder neben der Autobahn. Eine in Watte gepackte Welt, hell, aber nicht grell. So darf es morgen früh gerne wieder sein. Der Tag fängt dann so schön fließend und harmonisch an und donnert nicht auf einen ein wie ein D-Zug.

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Sonntag, 18. November 2012
Heiß und saftig, aber nicht zu feucht

Ich muss nochmal auf das Thema „Pizzastein“ zurückkommen: wenn man es heiß und saftig, aber nicht zu feucht mag, nehme man einen ebensolchen Stein. Er bewirkt bei einer Pizza nämlich genau das: sie wird heiß, schweineheiß sogar, sie bleibt saftig aber sie ist nicht so feucht, dass sie sifft. Wahrscheinlich sind das genau die Punkte, die man bei Wikipedia unter „Perfekte Pizza“ findet, aber ich schaue da jetzt nicht nach. Können ja die Pizzasteinverweigerer machen, während sie auf ihrem entweder knochentrockenen Hefeklotz rumknabbern oder ihre Pizza auswringen, damit nicht der ganze Tisch unter Wasser bzw. Tomatensauce steht. Ich wünsche jetzt schon eine klebrige Tastatur für die gehässigen Kommentare, so sie denn kommen.

Jedenfalls klappte die Probepizza sensationell gut. Schon der Teig war der Brüller. Keine Ahnung, wie ich das hingekriegt habe, aber er war großartig. Fluffig, aber doch bissfest. Ein Teig fürs Jahresalbum der besten Teige. Wenn es mal Sammelsticker für Teige im Supermarkt geben sollte, werde ich bestimmt angefragt, ob ich nicht nochmal so einen Teig mache und ob man den dann fotografieren dürfte. Dann wäre das Bild meines Teiges auf abertausenden von Sammelkarten und im Schulhof würden Kinder sich zuraunen, dass der Kevin aus der 6c den Superteig Nr. 7 doppelt hat, das Bild aber nicht rausrücken will und wenn dann nur für ein Glitzerbild des Roggenteiges Nr. 16, weil ihm das nämlich noch fehlt, um sein Sammelalbum voll zu kriegen. Bei Ebay würde das Bild meines Teiges für horrende Summen versteigert und früher oder später würde es auch bei Sothebys landen und dort den ebenfalls angebotenen Picasso locker ausstechen.

Ich schweife ab. Jedenfalls war der Teig super, die Pizza auch und der Pizzastein tat genau das, was er tun sollte. Im Backofen rumliegen und heiß sein. Das ist schon mehr, als man manchen Zeitgenossen zutraut.

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Sonntag, 18. November 2012
Männergrillpizzastein

Über manches sollte man nicht nachdenken und tut es dann doch. Was hat zum Beispiel ein Pizzastein mit Warmduschen zu tun? Spontan würde ich mal behaupten: gar nichts. Das eine macht die Pizza besser, das andere hilft gegen frieren. Gemeinhin wird warmduschen aber auch umgangssprachlich für Weicheihaftigkeit genutzt. Wer also einen Pizzastein sein eigen nennt ist per Umgangssprachendefinition ein Weichei. Dem muss ich vehemment widersprechen. Ich besitze seit heute morgen einen Pizzastein und es ist ein formschönes Exemplar der Marke Weber. Genau: Weber! Die Jungs (und es sind ausschließlich Jungs!), die auch die Männergrills herstellen. Und die Männergrillabdeckhauben. Die Männergrillgrillhandschuhe. Und eben auch Männergrillpizzasteine. Was für einen Grill gut ist, von den Weber-Jungs durchgewunken und in den freien Männerhandel gelangt ist, sollte doch wohl auch als Pizzastein für den Backofen mit Lichtkonzept weiß/blau gut sein.

Soviel zum Thema Warmduscher, Sonnenblendenrunterklapper.

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