Samstag, 23. Dezember 2023
Jumbo Schreiners krosser Traum

Es ist unerwartet viel los auf den drei Weihnachtsmärkten in der Stadt. Haben die Leute keinen Respekt vor Sturm "Zoltan", der im Norden schon große Schäden, einen daniederliegenden Bahnverkehr und Überschwemmung auf dem Hamburger Fischmarkt verursacht hat? Das scheint die Leute in dieser Ecke Deutschlands nicht zu interessieren und somit ist es in der Stadt zwar windig, aber auch voll. Eigentlich wollte ich nur kurz zwei Gutscheine holen und mir vor allem eine Bratwurst einverleiben. Die reich verzierten Holzschilder am Grillstand auf dem nächstgelegenen Weihnachtsmarkt künden verheißungsvoll von einer "XXL Feuerwurst im Riesebaguette". Ein kross gewordener Traum von Jumbo Schreiner und auch mein leerer Magen ist der Meinung, dass das jetzt ja wohl genau das richtige sei. Der Meinung sind leider auch noch sehr viele andere und entsprechend lang ist die Schlange der Hungrigen, die da ansteht. Darauf habe ich wiederum so gar keine Lust und lasse es bleiben. Tut mir im Hinblick auf Cholesterin und Kalorien auch ganz gut. Eigentlich die perfekte Idee für Menschenmassenvermeider wie mich: die Überfüllungsdiät. Immer nur da hingehen, wo man schon weiß, dass an den neuralgischen Punkten viel los sein wird und schwupp wird das ungesunde Zeug vermieden, weil ich mich keinesfalls da anstellen würde. Wird aber leider nicht funktionieren. Bin schon oft genug an Stellen vorbeigekommen, wo die Schlange für das kalorienvermeidende Unterfangen um den ganzen Block hätte gehen sollen, aber es war nur wenig bis nichts los. Es gibt Schwachstellen bei meiner Idee. Und Bratwurst gibt es auch nicht.

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Freitag, 22. Dezember 2023
Morningshopping

Manchmal ist sie von Vorteil, die innere Uhr, diese verdammte innere Uhr, die macht, dass man aufwacht, auch wenn es eigentlich viel zu früh ist, um aufzuwachen. Auch heute klingelte der Wecker der inneren Uhr, lautlos zwar, aber wach ist man trotzdem. Oft nervt das, aber heute ist es okay. Ich wollte eh früh raus (habe aber nicht Wecker auf dem Nachttisch gestellt - um die Zuverlässigkeit der inneren Uhr wissend), denn es müssen Dinge eingekauft werden. Salat und Paprika und Gurke. Dinge für das anstehende Weihnachtsfest, das dieses Jahr so liegt, dass nur noch heute und morgen eingekauft werden kann. Salat und Paprika und Gurke sind für den 26., so lange müssen sie sich frisch halten und natürlich werden sie das schaffen. Da wird es für mich schwieriger. Da liegen schon zwei Tage Full-Speed-Weihnachten hinter mir, zwei Tage voll von Menschen, Harmonie und Plätzchen (neben all dem anderen Genusskram). Rotwein wird dieses Jahr nicht dabei sein. Besser ist das. Dafür vielleicht der eine oder andere Weihnachtslauf - das hängt ein bisschen vom Sturm ab. Gestern ging da gar nichts. Sogar Autofahren war gestern eine wackelige Angelegenheit und auch jetzt weht es noch mit lautem Gedöns ums Haus und die Katzen haben Sturmfell, wenn sie von draußen reinkommen.

Heute also einkaufen. Ich möchte Punkt Acht auf der Matte stehen und das Ding durchziehen. Um Acht wird noch nicht so viel los sein und ich habe alles schnell erledigt. Der Einkaufszettel liegt bereit, die einzukaufenden Dinge sind in der Reihenfolge notiert, wie man (zumindest ich) durch den Laden geht. Es ist ein großer Supermarkt, einer in dem es alles gibt (außer Getränke, das ist nochmal separat), verteilt auf zwei Stockwerken. Man ist immer in Versuchung mehr mitzunehmen, als man eigentlich wollte. Duftkerzen zum Beispiel. Oder Deo (hab ich noch zuhause? Mal lieber zwei mitnehmen... und dann zuhause feststellen, dass man noch sehr viel hatte). Heute passiert das nicht, denn ich habe einen Plan. Ich werde mich strikt an den Einkaufszettel halten, keine Zwischenstopps. Am Besten auch kein Blick zur Seite, denn das ist gefährlich. Dort sind die Dinge, die einen in Versuchung führen (sieh an, Dosentomaten. Hab ich noch welche? Hm, ich nehme mal lieber welche mit), aber nicht heute. Das Ziel meines Plans ist, die Sache in etwa einer halben Stunde durchzuziehen. Um 9 Uhr möchte ich wieder zuhause sein, Salat., Paprika und Gurke verstaut, damit sie am 26. noch frisch und ansehnlich sind.

Wenn das klappt ist alles gut. Dann kann Weihnachten starten. Dann bin vorbereitet und alles ist gut... außer ich habe kein Deo mehr zuhause - dann müsste ich morgen nochmal los.

Nachtrag: 8.50 Uhr. Bin wieder zuhause.
Ich war tatsächlich Punkt 8 Uhr dort und vor dem Eingang war schon eine Schlange! Drinnen großes Gewusel (und der Laden ist riesig), vor der Fleischtheke an die DDR erinnernde Menschenreihen. Unglaublich. Das hatte ich tatsächlich nicht erwartet. Zum Glück stand auf meinem Zettel kein Fleisch, sondern Salat, Paprika und Gurke. Das hab ich alles. Und somit kann Weihnachten losgehen. Heute noch mal Sparmenue. Nudeln mit Tomatensoße. Gleich mal schauen, ob ich noch Dosentomaten da habe.

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Donnerstag, 21. Dezember 2023
Endspurt

Der letzte Arbeitstag für dieses Jahr - dem Jahr nach der Zwangspause, den Dramen und allem. Es war ein merkwürdiges Jahr, was zu erwarten war. Ein sensibler Start, eine Art Neuanfang mit vorsichtigem Herantasten von allen Seiten und allen Beteiligten, dann eine angespannte, aber doch ganz gute Phase, bei der es kleine Höhen und ebensolche Tiefen. Natürlich, so ist es immer. So war es vorher und so wird es immer sein. Nur ist da diese neue Sensibilität, dieses Schreckhafte, dieses „ständig auf der Hut sein“, wie ein Tier im Dschungel, immer in Erwartung einer Falle.
Es gab keine Fallen, zumindest keine, die ich bemerkt hätte. Die überbordende Vorsicht wurde weniger, aber sie ist noch da. Nicht mehr so schlimm wie zu Anfang oder Mitte des Jahres und keinesfalls so gewaltig wie vor dem großen Drama damals, aber trotzdem noch spürbar. Vielleicht muss ich deren Vorhandensein einfach akzeptieren und damit klar kommen. Denke, das ist sogar ganz gut machbar.

Nun stehen die Feiertage an. Sie werden gechillt, erholsam und entspannt und ich freue mich sehr darauf. Weniger auf die Unmengen an Kalorien, aber auch diesbezüglich sollte ich entspannter und gechillter werden. Wird schon nicht so schlimm und so ein bisschen Serotonin wird meinem Körper sicher gut tun. Von meinen Eltern wird es wieder sehr teuren Rotwein geben, ihnen gehen die Ideen aus, sie sind ihnen schon vor Jahren ausgegangen und ich verstehe das. Mir geht es ja nicht anders. Mein Vater bekommt, wieder, einen Gutschein vom bösen Alles-Versender, meine Mutter immerhin mal kein Buch, sondern eine Geschenkbox von einem Edel-Duftladen. Alles nicht sonderlich kreativ, aber was will man auch Leuten schenken, die wirklich alles haben außer Hobbys.

Der letzte Arbeitstag für dieses Jahr. Und der vorerst letzte in Vollzeit. Im neuen Jahr reduziere ich die Stunden. Das hatte ich dieses Jahr schon, aber da war es wegen sehr viel Resturlaub noch voll bezahlt. Nächstes Jahr werden es also weiterhin weniger Stunden, aber auch weniger Gehalt sein. Fühlt sich noch seltsam an, aber ich werde es überleben. Wieso auch nicht. Reich sterben macht ja auch keinen Spaß.

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Mittwoch, 20. Dezember 2023
11 to go

Nur noch 11 Tage... ich sollte so langsam mit dem 2024 bei Datumsangaben zu arbeiten; umso schneller habe ich mich daran gewöhnt. Wenn ich jetzt schon damit loslege, wird sich das 2023 vielleicht schon Ende Januar ausgeschlichen haben und nicht erst irgendwann im Februar. Da gefühlt eh schon alle in Weihnachtsurlaub sind, würde so ein vorgezogener Jahreswechsel wahrscheinlich gar nicht weiter auffallen. Leider gibt es auch kaum Gelegenheiten, die eine Datumsangabe benötigen (weil alle nicht nur gefühlt, sondern anscheinend tatsächlich in Weihnachtsurlaub sind) und die Steuererklärung ist vielleicht nicht optimal, um damit anzufangen.

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Donnerstag, 29. September 2022
Turbulente Zeiten

So langsam zweifle ich an den Medizinern. Vorgestern war noch die Rede von einer Entlassung aus dem KH erst kommende Woche, heute hieß es dann, dass morgen auch schon ginge, nur: nun hat der Patient Fieber und Schmerzen. Und irgendwie sind keine Ärzte da, aber verifizieren kann man das alles nicht, weil niemand dort hin darf. Alles sehr suspekt und wenig vertrauenserweckend. Hoffentlich ist diese Nummer bald durch und somit einer der Stressfaktoren von der Liste. Gibt ja noch genügend andere; da wäre es schön, wenn die Liste mal ein bisschen kürzer würde.

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Immerhin kommt es durch das ganze Drama zu bisher nicht gekannten Situationen: gemeinsam mit meinem Vater Wäsche machen. Oder für ihn kochen. Alles ziemliches Neuland, klappt aber einigermaßen. Und ist vielleicht auch ein bisschen Vorbereitung auf das, was noch alles kommen wird.

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Am Wochenende ist im Nachbarort Dorffest. Das erste Mal nach der Corona-Pause. Ich werde nicht dort sein. Und es wird eine Geburtstagsfeier stattfinden. Auch da werde ich nicht sein. Ersteres ist meine Entscheidung, letzteres nicht. Das macht mir zu schaffen und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen kann oder soll. In mir brodelt eine Mischung aus Selbstmitleid, Trotz, Wut, Ver-, aber auch Unverständnis und weiß nicht, wie ich das sortieren, kanalisieren und verarbeiten soll. Nun habe ich ja kompetente Hilfe in Form von einer Horde Außenstehender, denen ich am Dienstag die Sache präsentieren werde. Bin gespannt, wie das wird und vor allem bin ich auch dankbar für jede Hilfe, die ich kriegen kann.

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Ach ja: mein Arzttermin gestern... der Arzt ist etwas ratlos. Ich auch. Eigentlich ist es sogar etwas schlimmer als vorher. Im Trommelfell ist ein kleines Loch. Wir testen nun einen anderen Weg. Nächste Woche Donnerstag wird die Lage gecheckt. Falls immer noch alles Mist, kommt irgendwas mit Cortison. Tja.

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Turbulente Zeiten. Überall.

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