Mittwoch, 20. Mai 2026
Sorry für den Nachlass

Mir tun die Leute leid, die mal meinen "Nachlass" regeln müssen. Überall, in allen Ecken, in Kladden, auf vielen einzelnen Blättern Papier, sogar auf Papierfetzen, in diversen Notizbüchern und allen möglichen Notizbuchsystemen, einfach überall habe ich etwas hingekritzelt, aufgeschrieben, notiert und festgehalten. Da tummelt sich vermeintlich mit tatsächlich Wichtigem, absolut hanenbüchener mit hochphilosophischem Kram und alles kreuz und quer. Es gibt keinen roten Faden, die Passwörter, die dazwischen auftauchen, funktionieren schon seit Jahren nicht mehr. Oder vielleicht doch. Man weiß es nicht. Es ist ein undurchschaubares Wirrwarr, sogar für mich. Wie soll das erst für Außenstehende sein. Es tut mir jetzt schon leid und vielleicht versuche ich ein paar ruhigen Minuten mal doch eine gewisse Ordnung reinzubringen, befürchte aber, dass das zum Scheitern verurteilt sein wird. Vielleicht sollte man alles packen und wegwerfen. Es ist nicht so, als würde die Menschheit etwas verpassen, wäre der ganze Papierkram von jetzt auf nachher nicht mehr da. Man könnte es einweichen zu Pappmaché und ein großes Kunstwerk daraus bauen. Einen riesigen Dino zum Beispiel. Einen Tyrannosaurus Rex, groß, mächtig. Und hinter ihm ein ebenso riesiger Haufen, Pappmachédinokacke. Die wird bunt in Regenbogenfarben angemalt und Glitzer muss auch drauf. Das Ensemble soll auf den größten Plätzen der Welt aufgestellt werden, Kinder erfreuen und den Erwachsenen ein Mahnmal sein. Wofür auch immer. Das wäre toll, aber ich befürchte, dazu würde es nicht kommen. Also vielleicht doch im Papiermüll entsorgen.

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