Montag, 10. August 2026
Alles tippitoppi
Seit Freitag den "Wär' ich ein Möbelstück..."-Song im Ohr. Gibt Schlimmeres... aber auch besseres. Nun denn, mit einer Lampe aus den Siebzigern kann ich mich gut identifizieren.
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Die Nachbarn haben entweder einen Pool oder eine Gebläse für den Grill. Ich kann das Geräusch nicht korrekt zuordnen. Es kann sowas wie ein Profi-Grill-Fön sein oder aber eine Pumpe an einem Pool. Man weiß es nicht. Gegen die Pumpe spricht, dass sie nur läuft, wenn Leute im Garten anwesend sind. Das Wasser muss aber durchgehend sauber gehalten werden und nachts ist das Geräusch nicht vorhanden. Zum Glück, denn es ist ein eher nerviges Geräusch.
Es wird also wohl ein Feuermachunterstützungsgeräusch sein, denn Feuer wird viel gemacht. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das simple Holzkohle ist, denn die Rauchentwicklung ist enorm. Ich tippe auf Hartholz, direkt aus dem Wald. Bisschen doof, weil die Rauchschwaden auch öfter mal zu mir ziehen, aber was solls. So oft passiert das auch nicht und bei 38 Grad lüftet sowieso eher nicht. Wenn die Schwaden dann aufziehen, habe ich immer die leise Hoffnung, dass die Nachbarn versehentlich meine völlig verdorrte und wirr wachsende Thuja-Hecke abfackeln. Dann würde ich mir das Schneiden im Herbst sparen und bekäme von deren Versicherung eine niegelnagelneue Hecke mit prachtvollem Wuchs in strahlendem Grün. Andererseits ist auch der restliche Garten sehr trocken; die Chance, dass sich ein Brand rein auf die Thuja-Hecke beschränkt wäre gering. Also vielleicht lieber doch nicht.
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Vorgestern war mein Bruder bei den Eltern. Ich auch, am Morgen. Jemand musste zur Bank, um Auszüge zu holen. Und Bargeld. Danach noch ein bisschen am Tisch gesessen. Die Stimmung war wie immer... schlecht. Mein Vater ist faul und lethargisch. Er ist störrisch, wenn man ihm sagt, dass er Dinge auch selbst erledigen kann (es geht um einen Weg von zehn Metern), meine Mutter ist jedes Mal mehr genervt, wenn er deshalb meckert. Dazwischen das übliche "Alles Scheiße, ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, hoffentlich sterbe ich bald"-Gemurmel. Auch für mich sehr anstrengend, für meine Mutter muss es die Hölle sein. Sie hat das den ganzen Tag und wenig Möglichkeiten der Flucht.
Ich bitte meinen Bruder bei seinem Besuch die Szenerie zu beobachten und auch die Ohren für die Nuancen (=das Gemurmel) offen zu halten. Bisher beschreibe ich das immer in der geheime Gruppe, die immer dann aktiv ist, wenn wieder ein Elternteil im Krankenhaus weilt oder im häuslichen Umfeld unpässlich ist. Also so wie gerade wieder. Nun soll er das also auch mal live erleben.
Am späten Nachmittag kommt seine Nachricht. Es sei dort alles wie immer, man merke ihnen gar nicht an, wie schlecht es ihnen doch ginge oder gegangen sei, man esse Kuchen und tränke Kaffee, alles wunderbar, alles tippi-toppi, er würde dann bald nach Hause fahren. Dazu ein Bild, wie die Eltern am Tisch sitzen und etwas überrascht in die Kamera blicken.
Es ist also alles gut, vielleicht habe ich Wahnvorstellungen und überhaupt liegt das Problem nicht bei ihnen, sondern bei mir. Vielleicht ist es aber auch was anderes, wenn der Zweitgeborene zu Besuch ist. Das passiert ja nicht oft und ist dann etwas besonderes. Da wird nur die beste Laune präsentiert, kein Wölkchen darf am Himmel sein und der Herr Papa zieht seine hübscheste Boxershort und hat - natürlich - Meckerverbot. All das Grau des schlechten Lebens bleibt verborgen, man präsentiere die beste Version seiner selbst... zumindest die beste Version, die gerade möglich ist unter den gegeben Umständen. Und lächeln nicht vergessen, immer lächeln. War da eben ein Seufzen zu vernehmen? Psssst! RUHIG! Es wird nicht geseufzt. Nicht jetzt. Nur noch ein bisschen durchhalten; wenn er weg ist, kann die Fassade bröckeln, ach was, einstürzen kann sie dann.
Gestern war ich wieder dort. Die gute Laune hallt noch nach. Was wäre das schön, wenn das bliebe. Und wie schön, wenn dieser Besuch eine so heilende Wirkung hatte. Dann wissen wir ja, was neben Traubenzucker und Hydrocortisol in das Notfallköfferchen muss. Ein simpler Besuch bewirkt Wunder.
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Die Nachbarn haben entweder einen Pool oder eine Gebläse für den Grill. Ich kann das Geräusch nicht korrekt zuordnen. Es kann sowas wie ein Profi-Grill-Fön sein oder aber eine Pumpe an einem Pool. Man weiß es nicht. Gegen die Pumpe spricht, dass sie nur läuft, wenn Leute im Garten anwesend sind. Das Wasser muss aber durchgehend sauber gehalten werden und nachts ist das Geräusch nicht vorhanden. Zum Glück, denn es ist ein eher nerviges Geräusch.
Es wird also wohl ein Feuermachunterstützungsgeräusch sein, denn Feuer wird viel gemacht. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das simple Holzkohle ist, denn die Rauchentwicklung ist enorm. Ich tippe auf Hartholz, direkt aus dem Wald. Bisschen doof, weil die Rauchschwaden auch öfter mal zu mir ziehen, aber was solls. So oft passiert das auch nicht und bei 38 Grad lüftet sowieso eher nicht. Wenn die Schwaden dann aufziehen, habe ich immer die leise Hoffnung, dass die Nachbarn versehentlich meine völlig verdorrte und wirr wachsende Thuja-Hecke abfackeln. Dann würde ich mir das Schneiden im Herbst sparen und bekäme von deren Versicherung eine niegelnagelneue Hecke mit prachtvollem Wuchs in strahlendem Grün. Andererseits ist auch der restliche Garten sehr trocken; die Chance, dass sich ein Brand rein auf die Thuja-Hecke beschränkt wäre gering. Also vielleicht lieber doch nicht.
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Vorgestern war mein Bruder bei den Eltern. Ich auch, am Morgen. Jemand musste zur Bank, um Auszüge zu holen. Und Bargeld. Danach noch ein bisschen am Tisch gesessen. Die Stimmung war wie immer... schlecht. Mein Vater ist faul und lethargisch. Er ist störrisch, wenn man ihm sagt, dass er Dinge auch selbst erledigen kann (es geht um einen Weg von zehn Metern), meine Mutter ist jedes Mal mehr genervt, wenn er deshalb meckert. Dazwischen das übliche "Alles Scheiße, ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, hoffentlich sterbe ich bald"-Gemurmel. Auch für mich sehr anstrengend, für meine Mutter muss es die Hölle sein. Sie hat das den ganzen Tag und wenig Möglichkeiten der Flucht.
Ich bitte meinen Bruder bei seinem Besuch die Szenerie zu beobachten und auch die Ohren für die Nuancen (=das Gemurmel) offen zu halten. Bisher beschreibe ich das immer in der geheime Gruppe, die immer dann aktiv ist, wenn wieder ein Elternteil im Krankenhaus weilt oder im häuslichen Umfeld unpässlich ist. Also so wie gerade wieder. Nun soll er das also auch mal live erleben.
Am späten Nachmittag kommt seine Nachricht. Es sei dort alles wie immer, man merke ihnen gar nicht an, wie schlecht es ihnen doch ginge oder gegangen sei, man esse Kuchen und tränke Kaffee, alles wunderbar, alles tippi-toppi, er würde dann bald nach Hause fahren. Dazu ein Bild, wie die Eltern am Tisch sitzen und etwas überrascht in die Kamera blicken.
Es ist also alles gut, vielleicht habe ich Wahnvorstellungen und überhaupt liegt das Problem nicht bei ihnen, sondern bei mir. Vielleicht ist es aber auch was anderes, wenn der Zweitgeborene zu Besuch ist. Das passiert ja nicht oft und ist dann etwas besonderes. Da wird nur die beste Laune präsentiert, kein Wölkchen darf am Himmel sein und der Herr Papa zieht seine hübscheste Boxershort und hat - natürlich - Meckerverbot. All das Grau des schlechten Lebens bleibt verborgen, man präsentiere die beste Version seiner selbst... zumindest die beste Version, die gerade möglich ist unter den gegeben Umständen. Und lächeln nicht vergessen, immer lächeln. War da eben ein Seufzen zu vernehmen? Psssst! RUHIG! Es wird nicht geseufzt. Nicht jetzt. Nur noch ein bisschen durchhalten; wenn er weg ist, kann die Fassade bröckeln, ach was, einstürzen kann sie dann.
Gestern war ich wieder dort. Die gute Laune hallt noch nach. Was wäre das schön, wenn das bliebe. Und wie schön, wenn dieser Besuch eine so heilende Wirkung hatte. Dann wissen wir ja, was neben Traubenzucker und Hydrocortisol in das Notfallköfferchen muss. Ein simpler Besuch bewirkt Wunder.
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