Freitag, 2. Oktober 2026
Früheinkäufer

Auf der Kamera gesehen, dass sich ein Marder am Carport rumtreibt. Da waren schon immer Marder, aber der war sehr an der Unterseite des Wagens interessiert. Deshalb gleich am Morgen nach Markenschutz gegoogelt.

Es gibt sowas mit Ultraschall, aber ich befürchte, das würden außer den Mardern auch die Katzen und Igel nicht mögen, die hier auch unterwegs sind. Die Variante fällt somit flach.
Strom ist eine Möglichkeit. Kostet mehr, muss man einbauen und ob es wirklich hilft... da gehen die Meinungen auseinander. Wäre aber zumindest mal eine Option.
Ich könnte mir einen kleinen Hund anschaffen, der nachts unterhalb des Autos schlafen muss. Das würde sicher funktionieren, aber ich bin mir nicht sicher, ob PETA mir das durchgehen ließe.

Vorerst schaue ich einfach mal. Vielleicht war das nur ein prüfender Blick, ein "Oh, ein new kid on the block" und nun ist gut. Gerüchten zufolge machen die Viecher bei Fahrzeugen, die immer da stehen, die also quasi "ihre" Fahrzeuge sind, keinen Terz. Das wäre mir die liebste Option. Leben und leben lassen - das gilt für Marder wie für Kabel.

---

Zwei Minuten vor Öffnung fahre ich auf den Parkplatz des Supermarkts und sehe schon die Menge vor der Tür, die darauf warten, dass die Rolltüren entriegelt werden und das Shoppen beginnen kann. Es sind außergewöhnlich viele Menschen, aber klar: Morgen ist Feiertag, man kommt nicht an Lebensmittel und eine Hungersnot muss dringlichst unterbunden werden. Deshalb der Andrang. Normalerweise sind es um diese Uhrzeit nicht so viele Menschen. Ob sich da einige extra den Wecker gestellt haben? Vielleicht aus Angst, dass die Regale leergeräumt sein könnten, wenn sie zu spät kommen? Dunkel wabert noch die Erinnerung an die Toilettenpapier- und Hefekrise aus Coronazeiten. Solch düstere Zeiten möchte man nicht mehr erleben, deshalb lieber früh aufstehen.

Ich bin einer der alten Hasen, denn ich bin immer so früh da. Eigentlich müsste man sich zum Spalier aufstellen und mich durchlassen, Rosenblätter sollten auf den Weg gestreut und die Rolltür nochmal extra geölt werden, damit auch garantiert nichts quietscht. Aber nichts dergleichen geschieht, aber das ist nicht schlimm. Bis ich am Eingang ankommen, hat sich die Traube der Wartenden aufgelöst und drinnen ist soviel Platz, das es zu keinerlei Gedränge kommt.

Eine halbe Stunde später bin ich wieder draußen. Auf dem Weg nach Hause fällt mir ein, dass ich Aufbackbrötchen vergessen habe. Vielleicht werde ich also übers Wochenende doch verhungern - trotz frühzeitigem Einkauf.

... comment