Sonntag, 10. August 2025
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Die große Katze ist müde. Sie hat sich den ganzen Tag nicht blicken lassen, was ungewöhnlich ist, aber es kommt schon mal vor. Katzen führen ihr eigenes Leben und manchmal geht das verschlungene Wege. Und am heutigen Tag führte dieser Weg eben auf anderen Pfaden. Sie kennt ihre Gegend, die Gegend kennt sie, alles gut.
Am späten Nachmittag dann Geräusche aus dem Keller. Die große Katze liegt in einer alten Katzentoilette, in der Plastikschüssel und möchte da raus, schafft es aber nicht. Die Schüssel ist nicht tief, sie braucht nur einen Schritt drüber zu machen und das wars. Aber sie macht es nicht. Sie schaut sich um, verwirrt, als wüsste sie nicht, wie sie dahin gekommen ist, wo sie jetzt ist und als hätte sie keine Ahnung, wo das ist, wo sie gerade ist.

Ich zwänge mich unter die Treppe und nehme sie raus. Sie mag es nicht, wenn sie hochgenommen wird, aber da lässt sie es über sich ergehen. Keine Gegenwehr. Ich trage sie hoch und setze sie ab. Sie geht los Richtung Terrassentür. Keine Auffälligkeiten beim Laufen. Sie scheint keine Schmerzen zu haben, sie humpelt und sie schwankt nicht. Sie möchte aber unbedingt raus und ich bin ihr zu langsam, also zwängt sie sich durch die Katzenklappe. Auch das klappt ohne Probleme.

Draußen legt sie sich auf die Fliesen. Auch das ist nicht ungewöhnlich. Beide Katzis liegen da öfter. Anders als sonst, lässt sie sich aber ohne zu meckern streicheln und bleibt dabei liegen. Sonst lässt sie immer Vorsicht walten, geht auf Nummer Sicher, sieht zu, dass sie jederzeit schnell abhauen könnte, sollte ich auf die Idee kommen, ihr an den Pelz zu wollen. Heute nicht.

Ich würde ihr tatsächlich gerne an den Pelz, denn das ist ein einziger knubbeliger Fellknoten, der dringend weg muss. Aber nicht heute. Heute möchte ich sie nicht stressen. Ich muss kurz weg, vierzig Minuten maximal, aber ich gehe mit ungutem Gefühl. Es gefällt mir nicht, sie gefällt mir nicht. Als ich zurückkomme, liegt sie unter "ihrem" Busch. Da liegt sie oft, es ist schattig und man kann dort gut chillen. Sie verschläft oft halbe Tage unter diesem Busch. Sie schläft auch, als ich nach ihr schaue. Sie wirkt müde, aber das ist ja oft bei Katzen. Wie oft bin ich neidisch, wenn ich eine der beiden oder gleich beide zusammen dösend irgendwo liegen sehe. Die Ruhe, die sie dabei ausstrahlen, macht auch mich ruhig. Aber heute mache ich mir Sorgen.

Sie liegt immer noch da, seit vier Stunden nun. Es sieht nicht so aus, als wolle sie demnächst aufstehen, also lasse ich sie in Ruhe. Sie schläft und wirkt völlig entspannt. Weiterhin keine Schmerzen, nichts Auffälliges, alles wie die letzten Tage, Wochen und Monate davor auch. Nur, dass ihre Schwester, die kleine Katze mehr in ihrer Nähe ist, scheint mir ungewöhnlich. Aber vielleicht rede ich mir das auch nur ein. Vielleicht mache ich mir völlig umsonst Sorgen. Das wäre mir am liebsten. Die schönsten Sorgen sind die, die man sich völlig umsonst gemacht hat.

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Fachmann für Marderhinterlassenschaften

Eine fast neapolitanische Nacht. Musik kommt aus einem der Gärten, das Rauschen der Autobahn erinnert an Meer, die Hitze des Tages ist verschwunden und einer wohligen Wärme gewichen. Die Katzen liegen auf dem Boden und lassen sich von den Fliesen den Bauch wärmen. Auf dem Tisch stehen Gläser, dazwischen Schälchen mit Nüssen und Oliven. Die Beine hochgelegt lauscht man mit geschlossenen Augen den Geräuschen der Nacht.

So kann Sommer auch sein.

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Ein Nachbar meinte letztens, dass die Leute unverschämt seien: die ließen ihre Hunde frei laufen und die kämen dann in seinen Garten und würden dort ihr Geschäft verrichten. Mein Einwand, dass es eventuell auch Marder sein könnten, die sich tatsächlich hier in den Gärten herumtreiben, ließ er nicht gelten. Die Hinterlassenschaften würden in Form und Größe nicht einen Marder hinweisen. Da ich kein ausgewiesener Fachmann für Marderscheiße bin, habe ich mich auf keine weitere Diskussion eingelassen und ihm ob der Schlechtigkeit der Menschheit und dem fehlenden Anstand von Hunden bezüglich ihrer Körperfunktionen recht gegeben.

Gestern sah ich tatsächlich einen jungen Hund durch seinen Garten hüpfen. Der gehört den Nachbarn direkt daneben und da es keinen trennenden Zaun gibt, ist sich der Hund auch keiner Grenze bewusst und rennt mal hierhin, mal dorthin und wenn er eine Pause braucht, legt er sich genau dahin, wo er gerade ist. Das kann theoretisch auch auf der Gartenhälfte des Nachbarn sein. Nun ist mir der Stuhlgang von Hunden zwar weit weniger ein Mysterium als bei Mardern, aber als Fachmann würde ich mich auch hier nicht bezeichnen. Aber ich würde es nicht als bloße Fantasie und Spinnerei abtun, dass so ein junger Hund in seiner grenzenlosen Spielfreude und dem manchmal düsteren Grau eines Hundelebens noch nicht gewahr, gelegentlich auch den Ruf der Natur ereilt und vielleicht passiert das auch sehr plötzlich und dann geht es schnell. Ähnlich den spontanen Pausen, die auch an Ort und Stelle eingelegt werden müssen. Manchmal eben auch im Garten des Nachbarn...

Es ist mir aber auch ehrlich gesagt völlig egal. Ich hatte Bedenken, dass vielleicht die Katzis den Garten des Nachbarn als Toilette auserkoren haben, aber selbst wenn: sie sind diesbezüglich schüchtern und kacken nicht direkt die größten Haufen direkt auf den Rasen. Im Gegensatz zu Hunden besitzen sie nämlich ein Schamgefühl. Nicht immer ein ausgeprägtes, aber zumindest in Bezug auf Notdurft vor Publikum ist es auf einem guten Level.

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Samstag, 9. August 2025
Großfamilienurlaub

Bescheiden geschlafen, weil warm. Also mir war warm, ansonsten ging es. Die Nächte sind kühler als die Tage, das ist immer gut. Wird auch für die nächsten Hitzetage spannend. Wenn es so bleibt: wunderbar. Dann kann meinetwegen tagsüber alles kochen und glühen, aber so lange die Nächte nicht "tropisch" sind, ist das okay. "Tropisch" bedeutet übrigens über 20 Grad. Eifrige MoMa-Seher wissen das.

Mir war trotzdem warm und entsprechend mies hab ich geschlafen. Bin aber jetzt trotzdem wach und im viel zu warmen Bett (von mir höchstpersönlich aufgeheizt) rumzuliegen und die Wand anzustarren ist ja auch doof. Also bin ich aufgestanden. Die Wand im Wohnzimmer ist auch schön und lässt sich genausogut anstarren.

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Wach im Bett liegen hat aber auch Vorteile: da man eh nicht schlafen kann, wandern die Gedanken. Natürlich geht es dabei viel um Sex, mit wem man gerne schlafen würde und wie das wäre. Aber es gibt auch andere Themen. Eine Sache kam mir dabei in den Sinn: als ich gestern bei meinen Eltern war, erzählte meine Mutter von dem Ferienhaus, wo mein Bruder nebst Familie gerade weilt. Es ist ein großes Haus, mit riesigem Garten, einem Pool und allem Pipapo. Während sie mir Bilder zeigt, fragt sie mich, ob ich glaube, dass sowas auch mit der ganzen Familie funktionieren würde. Also meine Eltern, mein Bruder und Familie, ich mit Anhängen. Ich sagte, das ginge bestimmt, gerade wenn es so ein Anwesen ist, wie das Ferienhaus meines Bruders. Dann könne man sich auch mal aus dem Weg gehen. Das wars, damit war das Thema durch.
Heute morgen, im heißen Bett, ging mir das nochmal durch den Kopf... wieso diese Frage? Irgendwie fände sie das ganz gut, scheint mir. So ein Großausflug mit der großen Runde.
Man muss dazu wissen, dass meine Eltern nicht mehr so richtig fit sind. Meine Mutter hat noch einigermaßen Elan, aber die vielen Operationen der letzten Jahre haben sie zermürbt. Der Körper ist ausgelaugt und in ihrem Alter kommt man nach solchen tiefgreifenden Aktionen nicht mehr zur bisherigen Form zurück. Mein Vater hat sich ein bisschen aufgegeben und hadert mit der Welt, dem Schicksal, den Grünen und am meisten wohl mit sich selbst.

So einen Großfamilienurlaub würden sie trotzdem hinkriegen. Vielleicht nicht mit einer achtzehnstündigen Anreise in einem vollgepackten Wagen und schon gar nicht mit der Bahn, die mal fährt, mal nicht und plötzlich steht man in der Pampa, mitten auf einem Bahnsteig und weit und breit keine Toilette. Aber es würde sich sicher was finden, dass nicht völlig aus der Welt ist und am Geld sollte es auch nicht scheitern.

In zwei Wochen sehe ich meinen Bruder. Da spreche ich das mal an. Allzu viel Zeit dürfen wir uns aber nicht lassen (sofern er das auch als Option sieht, was meine Mutter zwischen den Zeilen sagen wollte und es nicht als komplette Hirngespinste meinerseits abtut); fitter werden die zwei nicht mehr. Es geht eher in die andere Richtung.

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Heute vielleicht kein Lauf. Die Beine sind müde - noch mehr als der restliche Körper.

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Freitag, 8. August 2025
Morgendliche Salatproduktion und EDV-Support

Ganz gut geschlafen und doch früh wach. Schlafscore 91, sagt die Uhr. Da will ich nicht meckern.

Die Vorteile der frühen Stunde: man kann einiges erledigen bevor der Tag so richtig startet. Zum Beispiel Linsen kochen, Paprika und Gurke schneiden, Zwiebel auch und aus all dem einen Linsensalat, sowie einen Thunfischsalat zaubern. Letzteren noch mit Avocado. Die war schon fast eine Spur drüber, aber eben nur fast. Sie hatte eine gewisse Cremigkeit und durchs Schneiden nun wahrscheinlich extrem gut gepflegte Hände.

Den Thunfischsalat kriegen meine Eltern, zusammen mit zwei Portionen des Linsensalats. Beides kennen sie noch nicht, also wird es Zeit und heute ist das passende (Sommer-)Wetter dafür.

Um kurz nach Acht war alles fertig und im Kühlschrank und nach einem zweiten Kaffee, habe ich mich umgezogen und bin Laufen gegangen. Die Uhr hätte diesen Monat gerne einen 15-Kilometer-Lauf, das schaffe ich aber noch nicht. Konditionell schon, wäre halt langsam, aber aktuell sind meine Zeiten eh (gewollt) unterirdisch. Das Problem sind eher die Knie; die würden mir das auch in der langsamen Variante krumm nehmen. Und ich brauche die Knie noch; speziell diesen Monat. Nächstes Wochenende ist ein Open Air Konzert, also viel Rumstehen, wenig bis keine Sitzmöglichkeiten und viel Durchdiegegenstapfen. Und das Wochenende danach steht im Zeichen eines 30-Kilometer-Marschs (plus Fußweg zu Start/Ziel usw). Alles Dinge, bei denen die Knie einem wohlgesinnt sein sollten. Deshalb mal lieber keine 15 Kilometer. Es wurde heute die Hälfte. Auch nicht schlecht und vor allem gut für die Laune. Was immer der Körper da ausschüttet: es ist gutes Zeug.

Danach geduscht und die Care-Pakete für meine Eltern gepackt (aka Salate) und schon war "Essen auf Rädern" unterwegs und bereit zu liefern. Mein Vater hatte noch medizinischen Besuch in Form eines beinverbindenden jungen Mannes. Der kommt einmal die Woche und wickelt die Waden stramm ein, um irgendeine Entzündung rauszubekommen. So ganz habe ich es nicht verstanden, aber es scheint zu helfen. Bewegung würde auch helfen, aber das ginge ja nicht, weil kaputtes Bein und Bein kaputt weil keine Bewegung. Hund-Schwanz-Biss-Problematik. Aber nun denn: dann wird halt gewickelt.

Da ich schon mal da war, durfte ich auch ganz klischeehaft diverse Computerprobleme beseitigen. Meine Mutter ärgerte sich über sich selbst, weil etwas mit gezippten Dokumenten nicht geklappt hat. Der Fehler lag aber eher bei der Bank, deren Software Dokumentennamen verwendet, die die Länge des ersten Kapitels von "Krieg und Frieden" haben. Man muss das Zip-File also erst entpacken; die Dokumente öffnen sich nicht, wenn man das Zip-File einfach so öffnet und dann auf ein darin enthaltenes Dokument klickt. Jedenfalls ärgerte sich meine Mutter und war frustriert, weil sie sich so alt fühlte: Leute in ihrem Alter können doch sowas nicht mehr. Dass sie aber kurz davor haufenweise nicht ganz triviale Bankgeschäfte einfach so, leicht und locker und völlig problemlos erledigt hatte, war ihr nicht bewusst.
Sie ist aber ohne zur Zeit frustriert. Von der Gesamtsituation, dem Leben, meinem Vater, irgendwie allem. Das ist nicht schön und lässt sich leider auch nicht durch einen Thunfisch- und Linsensalat beheben. Ich hoffe, er schmeckt ihnen trotzdem.

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Jetzt läuft Wäsche. Sobald die im Trockner ist, habe ich quasi Feierabend. Bin auch schon wieder müde und überlege, ob ich einen Mittagsschlaf mache. Mal schauen.

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Donnerstag, 7. August 2025
Entkalkt und therapiert (inklusive Selbstkosten)

Zuerst war es nur ein Therapeut, dann kam ein zweiter, von dem ich zu Anfang gar nicht wusste, dass er auch Therapeut war, denn mit ihm kamen noch mehr Menschen, die sich auf die Stühle und die Sofas setzten, die an den Wänden entlang standen. Meine Stimme wurde leiser, es war mir gar nicht recht, dass da plötzlich so viele Menschen waren, die auch noch mithören konnten. Als wäre die Sitzung ins Wartezimmer verlegt worden.

Auf die eine Wand wurden Videosequenzen projiziert. In den Videos - real wirkende Szenen wie auch Zeichentrick - waren immer sehr viele Beteiligte in einer bestimmten Situation. Die Idee dahinter war (wohl), zu erkennen, auf welche Person ich mich in dem Getümmel konzentriere. Wer mir ins Auge sticht, wo mein Blick hingeht. Für mich war das offensichtlich; es war immer eine Person hervorgehoben. Entweder sie war ganz vorne im Bild, größer als die anderen oder die restlichen Personen waren geblurrt und weichgezeichnet. Aus meiner Sicht war ganz klar, dass hier eine Person in den Mittelpunkt gestellt werden sollte. Was mir nicht klar war: was das sollte? Die anderen Anwesenden schauten auch auf die Videosequenzen auf der Wand, nahmen sie aber völlig ohne Regung zur Kenntnis.

Die beiden Therapeuten schienen amüsiert über meinen Einwand, dass es doch klar wäre, wer hier im Fokus stehen solle. Man könne diesen Test gut abrechnen - eine kleine Sonderzahlung meinerseits inklusive. Überhaupt schien Geld ihr größter Ansporn zu sein.

Dann bin ich aufgewacht.

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Der Sommer ist zurück und bleibt vorerst mal bis Montag. Es ist von etwas über dreissig Grad die Rede. Damit kann man gut leben. Im Sommer. Sobald es wieder Richtung Vierzig geht, wird es doof. Also Ball flach halten.

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Morgen ein freier Freitag ohne Termine. Ungewöhnlich, aber gut.

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Die Entkalkung hat stattgefunden, aber komplett anders als gedacht. Ohne Zitronensäure, dafür mit einem speziellen Entkalker (auf Zitronensäurebasis. War also wahrscheinlich Zitronensäure mit Wasser verdünnt und völlig überteuert ver- und von mir gekauft). Die Bedienungsanleitung beschrieb den Vorgang gut und einleuchtend. Ich habe trotzdem einen Fehler gemacht und hatte somit einen "Durchspülgang" mehr. Schadet ja auch nicht.

Das Entkalkungslämpchen leuchtet nun nicht mehr, Maschine und Kaffee sind nun für die nächste Zeit kalkfrei. Die Welt leuchtet wieder in kaffeebunten Farben. Das ist schön.

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Mittwoch, 6. August 2025
Entkalken steht an

Vorhin noch daran gedacht, dass die neue Kaffeemaschine so gänzlich unzickig ist, wenn es um Entkalken geht und schwupp leuchtet das Lämpchen. Ich dachte, dass die Maschine aufgrund meines enormen Kaffeekonsums gar keine Chance hat, Kalk anzusetzen. Aber nun ist es doch soweit.

Jetzt kommen die Fragen: wie macht man das? Wo ist die Bedienungsanleitung? Braucht es Werkzeug? Wieso ich? Warum müssen immer mir solche Dinge passieren?

Zitronensäure wird wohl mein Mittel der Wahl der sein. Dann habe ich mal gehört, dass man einen benutzten Kaffeepad braucht, was kein Problem wäre: davon habe ich ja genug. Ansonsten dürfte das ja auch keine Atomphysik sein. Home Office sei Dank könnte ich das sogar noch heute erledigen... aber erst später. Noch bin ich mitten in der Gebrauchtekaffeepadproduktion. So gegen 8.15 Uhr wird auf Tee geswitcht und exakt da startet der Time Slot, in der eine Entkalkung möglich wäre. Sofern ich die Bedienungsanleitung finde. Aber wofür gibt es denn das Internet; hier findet sich doch alles und unter diesem "alles" bestimmt auch die Bedienungsanleitung für mein Meisterwerk der Technik. Im Zweifelsfall muss ich eben im Darkweb schauen.

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Dienstag, 5. August 2025
Lack & Leder & Home Office

Technische Störung am Zug und somit 54 Minuten Verspätung. Schon als diese Meldung kam, hatte ich mich innerlich für Home Office entschieden (eigentlich heute nacht schon, weil ich da komische Dinge geträumt habe und eine Krankmeldung meinerseits war auch im Spiel, was aber nicht möglich war, weil ich das Firmenhandy nicht in direktem Zugriff hatte). Somit blieb ein bisschen Zeit für Frühstücksfernsehen und Kaffee. Die DB App wurde derweil ignoriert; Zug hat ja 54 Minuten Verspätung.
Beim nächsten Blick auf die App sind es nur noch zwanzig Minuten. Oha. Aber Entscheidung war gefallen: Home Office. Mittlerweile sind wir wieder bei einer halben Stunde, in wenigen Minuten müsste der Zug einfahren. Sind wir mal gespannt.

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Der Traum war wirklich suspekt. Irgendwas mit semi-legaler Zockerbude und ein Lack & Leder-Swingerclubzimmer war auch involviert - und das bei mir zuhause! An welcher Stelle die Krankmeldung ins Spiel kam weiß ich schon nicht mehr, überhaupt ist schon das meiste verblasst und das ist vielleicht ganz gut so. Und schade, dass ich kein Profi in Sachen Luzides Träumen bin. Da hätte ich den Leuten dort ganz schön den Marsch blasen können (außer denen im SM-Zimmer - die hätte ich zur Strafe total nett behandelt). Bin eh am überlegen, ob ich den im Traum involvierten Personen (einige kannte ich) nicht prophylaktisch eine Strafe aufbrumme.

Zum Thema Luzides Träumen habe ich mir ein Buch bestellt. Schon vor diesem Traum. Keine Ahnung wie ich darauf kam, ich meine, ich habe die Tage einen Artikel dazu gelesen. Jedenfalls werde ich nun also doch Profi in Sachen Luzides Träumen und dann wird da alles anders! Oder es bleibt und ich schaue mir mal ganz genau an, wer da wie agiert. Auch wichtig wegen anschließendem Strafmaß im realen Leben.

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Montag, 4. August 2025
Kein Clamping wegen verzögerter Erbschaft

Auf Spiegel Online ist ein Artikel mit der Headline: "Bin ich mit 56 zu alt für einen Festivalbesuch" (leider hinter der Bezahlschranke) und ich habe ein bisschen Angst, den zu lesen. Aus Gründen. Okay, wie schon erwähnt, wäre Wacken aus meteorologischer Sicht nichts für mich und überhaupt... dieses Zelten. Das muss nicht sein. War schon immer Mist und wird mit dem Alter sicher nicht besser. Man hat das wohl erkannt und bietet "Clamping" an, also auch sowas wie Campen, aber eine Spur luxuriöser. Mit eigenem Klo (Top-Argument!) und so. Das kostet aber gleich mal so richtig. Bezgl. Alter wäre ich da sicher die richtige Klientel, allerdings richtet es sich an die Leute, die im Spätsommer ihres Lebens so etwas wie eine Karriere gemacht haben, die sich auch finanziell auszahlt. Damit kann ich nicht dienen. Ich bin eher ein Startup-Investor mit geerbtem Geld, aber die, von denen das Geld kommt, leben alle noch.

Also kein Wacken für mich und auch kein Clamping. Allerdings werde ich in ein paar Wochen tatsächlich auf einem Festival sein und den Altersdurchschnitt rapide nach oben katapultieren. Und deshalb habe ich Angst vor dem Artikel. Wahrscheinlich geht es darum, wie Cringe das ist, wenn man sich da unter jungen Leuten tummelt. Aber tatsächlich werde ich dort nichts tun außer anwesend sein und atmen. Das ist ja wohl nicht cringe. Ich werde nicht mit den jungen Leuten sprechen, werde nicht arthrosegeschwächt vor der Bühne herumhampeln und überhaupt werde ich mich vollkommen altersgerecht verhalten. Bei Scooter grinse ich wissend, weil ich "dabei war", als die rauskamen und Brings kenne ich auch noch aus der Zeit, als sie "gescheite Musik" gemacht haben, aber das behalte ich für mich.

Insofern ist es egal, wie sehr in dem Artikel Salz in die Wunde gestreut wird - mich betrifft das nicht. Ich habe keine Wunde (Gott sei Dank; in meinem Alter heilen die schlecht) und bin da quasi nur als stiller Zuschauer und -hörer. Und vielleicht habe ich ja Glück und Kukident hat einen Stand, wo ich was abstauben kann.

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Sonntag, 3. August 2025
Bubble Tea hatte ich noch nie

Eine lange Schlange vor einem Laden in der Stadt. Von außen ist nicht zu erkennen, was hier angeboten wird, es scheint aber nichts für mich zu sein: das Klientel besteht zu 90 Prozent aus jungen Leuten um die Zwanzig. Faszinierend, wenn man sie so geballt im Pult sieht. Die Jogginghose ist momentan DIE Ausgehuniform, die Frisuren bei den männlichen Anstehern ist weiterhin diese Alpaka-Style. Bei den jungen Damen war es etwas diverser, aber Bauchfrei ist wieder da (falls es je weg war).

Mittlerweile weiß ich um den Grund für den Andrang: ein neuer Burgerladen hat aufgemacht. Scheint Teil einer Kette zu sein, von der ich allerdings noch nie so wirklich gehört habe. Scheint so ein Innenstadtding zu sein und da bin ich selten.
Verkauft wird dort Smashburger. Auch so Phänomen. Dinge zu zerquetschen breitet sich also aus. Angefangen hat es mit den Smashed Potatoes, jetzt sind es Burger. Demnächst gibt es den entsprechenden Nachtisch: Smashed Apples. Vielleicht sollte ich da einsteigen. Allzu oft hat man nicht die Chance, Apfelkompott für 5,99 Euro das Schälchen zu verkaufen.

RTL II macht sich auch schon bereit und begleitet erste Auswanderer nach Mallorca, die in Deutschland ihre Zelte abbrechen, alles verkaufen und mit 15.000 Euro Startkapital sieben Blöcke vom Ballermann entfernt einen Smashburger-Laden aufmachen. Anfang November ist Eröffnung und große Verwunderung, warum niemand kommt.

Ich habe mich gestern nicht in die Schlange gestellt. Meinen ersten Smashburger werde ich wahrscheinlich essen, wenn der große Hype vorbei ist und die ersten Smashburger-Buden wieder von Bubble Tee-Verkäufern okkupiert werden.

Bubble Tea hatte ich übrigens auch noch nie.

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Samstag, 2. August 2025
Kaffee im Dienst der Menschheit

Extra länger wachgeblieben, weil ich ja heute ausschlafen kann und damit ich auch richtig dolle lang schlafe, macht es keinen Sinn, schon um 21 Uhr im Bett zu sein. Also habe ich erst gegen Mitternacht das Licht ausgemacht. Wach war ich um 6 Uhr, habe mich dann gezwungen, noch eine halbe Stunde liegen zu bleiben, aber letztlich ist klar: das war nix. Projekt gescheitert. Müde bin ich noch dazu. Tja.

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Bin noch ein bisschen beseelt von dem gestrigen Lauf. Es geht also doch noch. Zumindest so ein bisschen. Am liebsten würde ich heute morgen gleich nochmal, aber das wäre vielleicht nicht so gut. In der Nacht meldete sich das linke Knie dann doch noch kurz zu Wort. Vielleicht mache ich es trotzdem. Der Rebell in einem stirbt ja nie. Eine Mini-Runde, das sollte doch drin sein.
Aber vielleicht habe ich irgendwann auch so viel Kaffee intus, dass eh nichts mehr geht. Bin gerade bei Tasse No. 2; die dritte lässt sicher nicht mehr lange auf sich warten.

Seit kurzem habe ich ja eine Pad-Maschine im Einsatz. Weil mir die Vollautomaten zu teuer sind und ich eh kein Connoisseur bin und auch die Wartung bei einer Pad-Maschine nicht so aufwendig ist. Es gibt ja üble Horrorgeschichten rund um das Innere eines Kaffee-Vollautomaten und ich tendiere dazu, einen großen Teil davon nicht in das Reich der Fantasie zu verbannen.

In dieser Ecke der Republik ist eine invasive Ameisenart unterwegs und man kann erahnen: das ist nicht gut. Bei einer Freundin sind auch Ameisen im Garten und die Befürchtung ist, dass es eben jene invasive Sorte ist. Aber selbst, wenn es die altbekannte deutsche Ameise (erkennt man am Helm - siehe Biene Maja) ist - an den Pflanzen haben sie nichts zu suchen. Entsprechende Hinweisschilder haben nichts geholfen, aber nun hat jemand Kaffee als gutes, altes Hausmittel empfohlen. Das aufgebrühte Kaffeepulver großzügig rund um die Pflanze verteilen und schwupp wird dieses Gebiet von der Ameise gemieden. Die mögen das anscheinend nicht. Ein klarer Hinweis: ich bin keine Ameise.

Um der Ameisenplage Einhalt zu gebieten, unterstütze ich dieses Vorhaben natürlich und sammle nun schon seit über eine Woche eifrig gebrauchte Kaffeepads. Meinem Hinweis, dass die dritte Tasse des heutigen Tages schon bald in Angriff genommen wird und wir erst kurz nach Acht haben, kann man entnehmen, dass da einiges an Pads zusammengekommen ist. Die Ameisen haben keine Chance, sie können sich schon mal bei Immoscout nach einem neuen Habitat umschauen.

Und die restlichen Pads streuen wir aus der Luft über das Gebiet mit den invasiven Ameisen. Dann haben wir das Problem auch gelöst.

Ich mach mir mal noch einen Kaffee. Im Dienste der Menschheit.

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