Dienstag, 1. Juli 2025
Stuhlprobe folgt morgen
Heute morgen kein Lauf, weil: soll und will ja nicht übertreiben. Ich war gestern morgen, dann tagsüber noch zweimal zu Fuß in der Werkstatt (das Auto der Frau Mama brauchte TÜV) und abends noch eine kleine Tour mit dem Rad durch die flirrend heiße Prärie. Heute also Pause. Deshalb auch ein paar Minütchen länger geschlafen, aber nach dem Aufstehen einen Fehler gemacht: ich bin auf die Waage. War kurz davor, doch noch laufen zu gehen. Einen Halbmarathon. Einen sehr schnellen. Ohne Pause und den restlichen Tag über nichts essen. Und nichts trinken. Dreckswaage. Klar ist das viel Wasser, aber man sollte doch meinen, dass ein Körper in all den Jahren gelernt hat, dass Flüssigkeitszufuhr kein Problem darstellt: er braucht das nicht sammeln. Tut er aber. Bin frustriert, genervt und schlecht gelaunt.
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An sinnvolles Arbeiten ist eigentlich nicht zu denken. Ab halb Zehn ist die Temperatur nicht mehr erträglich, aber das Brummen der zwei Ventilatoren macht die Konzentration erst recht zunichte. Dazu kommt noch das künstliche Licht, was an sein muss, weil der eine Rolladen und der schwere Stoffvorhang zu sind, um die Sonne (und somit auch deren Licht) und vor allem deren Wärme draußen zu halten. Das klappt beim Rolladen so leidlich, beim Vorhand eigentlich gar nicht. Er ist - wie bei Vorhängen üblich - innen angebracht. Die Sonne nebst Wärme kommt also ins Innere und heizt den Raum auf. Der Vorhang schützt nur vor den direkten Strahlen ergo der Helligkeit. Es ist alles nicht schön.

Das Handtuch auf dem Schreibtischstuhl hat irgendwann auch aufgegeben und machte einen auf "Ooops, sorry. Inkontinenz"-Erstehilfetuch. Das war der Zeitpunkt, als ich mich zu einem mittagshäuslichen Spontanbesuch bei IKEA entschloss, um dort einen dann gar nicht mehr so spontanen Kauf zu tätigen (ich wusste ja, was ich wollte; somit war es kein Spontankauf im eigentlichen Sinne). Langes Herumtesten konnte ich mir ersparen, das wurde dankenswerterweise schon für mich miterledigt. Ein kurzes Probesitzen reichte völlig - nur um sicher zu gehen, dass es nicht völlig furchtbar und absurd unsitzenswert ist. War es nicht und somit wäre mit Regal 5, Fach 5 mein Einkauf eigentlich erledigt gewesen... aber es kamen dann doch noch 3 Vorratskaraffen (für Linsen), 1 großes Aufbewahrungsglas (für Aufbewahrungswertes), 2x Nüsse, 4x schwedische Cola-FläschchenElche, 1x schwedische Schaumsüßigkeitendingers, 1x diese tödlichen Pistazienrollen und 1x dieses runde Knäckebrot dazu. Geht eigentlich. Inklusive An- und Rückfahrt war ich in etwas über einer Stunde wieder zuhause. Dazu noch knapp 20 Minuten für Reintragen, Aufbauen, Hochtragen. Da kann man nicht meckern. Außer vielleicht, dass man durch die Tragerei und das Aufbauen noch mehr ins Schwitzen kam als eh schon. Für Duschen war keine Zeit, deshalb war der erste Test des neuen Stuhls auch ein bisschen verfälscht, da ein Handtuch zum Unterliegen zum Einsatz kam. Man will das schöne Teil ja nicht gleich einsauen. Morgen dann mehr, aber ich bin guter Dinge. Im Vergleich zum bisherigen, sehr voluminösen, dick gepolsterten Chefsessel, ist es hier selbst mit Handtuch um Welten luftiger. Nichtsdestrotrotz folgt morgen die richtige Stuhlprobe.
Aber vorher ein Lauf in der Frische des Morgens. Die gar nicht da sein wird, zumindest nicht so richtig, denn bei über zwanzig Grad in der Nacht, kann von "frisch" keine Rede sein. Egal. Eine kleine Runde muss es morgen sein, sonst dreht das eh schon von der Hitze überdrehte Köpfchen völlig durch.
Und zur Belohnung gibt es zum Frühstück eine von diesen perversen Pistazienröllchen.
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An sinnvolles Arbeiten ist eigentlich nicht zu denken. Ab halb Zehn ist die Temperatur nicht mehr erträglich, aber das Brummen der zwei Ventilatoren macht die Konzentration erst recht zunichte. Dazu kommt noch das künstliche Licht, was an sein muss, weil der eine Rolladen und der schwere Stoffvorhang zu sind, um die Sonne (und somit auch deren Licht) und vor allem deren Wärme draußen zu halten. Das klappt beim Rolladen so leidlich, beim Vorhand eigentlich gar nicht. Er ist - wie bei Vorhängen üblich - innen angebracht. Die Sonne nebst Wärme kommt also ins Innere und heizt den Raum auf. Der Vorhang schützt nur vor den direkten Strahlen ergo der Helligkeit. Es ist alles nicht schön.

Das Handtuch auf dem Schreibtischstuhl hat irgendwann auch aufgegeben und machte einen auf "Ooops, sorry. Inkontinenz"-Erstehilfetuch. Das war der Zeitpunkt, als ich mich zu einem mittagshäuslichen Spontanbesuch bei IKEA entschloss, um dort einen dann gar nicht mehr so spontanen Kauf zu tätigen (ich wusste ja, was ich wollte; somit war es kein Spontankauf im eigentlichen Sinne). Langes Herumtesten konnte ich mir ersparen, das wurde dankenswerterweise schon für mich miterledigt. Ein kurzes Probesitzen reichte völlig - nur um sicher zu gehen, dass es nicht völlig furchtbar und absurd unsitzenswert ist. War es nicht und somit wäre mit Regal 5, Fach 5 mein Einkauf eigentlich erledigt gewesen... aber es kamen dann doch noch 3 Vorratskaraffen (für Linsen), 1 großes Aufbewahrungsglas (für Aufbewahrungswertes), 2x Nüsse, 4x schwedische Cola-
Aber vorher ein Lauf in der Frische des Morgens. Die gar nicht da sein wird, zumindest nicht so richtig, denn bei über zwanzig Grad in der Nacht, kann von "frisch" keine Rede sein. Egal. Eine kleine Runde muss es morgen sein, sonst dreht das eh schon von der Hitze überdrehte Köpfchen völlig durch.
Und zur Belohnung gibt es zum Frühstück eine von diesen perversen Pistazienröllchen.
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Montag, 30. Juni 2025
Dusche ruft
Bescheiden geschlafen. Woran das liegt dürfte klar sein und somit ist auch für die nächsten Nächte nicht mit einer Besserung diesbezüglich zu rechnen. Meckern bringt da auch wenig, außer den Puls in Wallung, was wach macht, also meckere ich ein bisschen vor mich hin. Und nutze die frühe Stunde für einen kurzen Lauf. Die Knie sind ganz gut dabei; diesbezüglich kein Meckern. War aber auch nur eine kurze Runde, aber immerhin. Das Early Bird-Ticket des Tages wäre gesichert. Eine Nachbarin war auch schon unterwegs, bzw. der Hund war unterwegs. Die Nachbarin musste zwangsläufig mit. Da sie aber dauerhaft gut gelaunt ist, schien ihr das nichts auszumachen. Ganz im Gegenteil. Große Freude darüber, mit dem Hund den Wald unsicher zu machen, um hinterher dieses doch recht große Tier (Golden Retriever) wieder zu säubern, denn er liebt es, sich in Tierleichen und anderen übel riechenden Dingen zu wälzen. Er findet diese Dinge auch zielsicher und schiebt seinen gewaltigen Körper über das Zeug, bevor man ihn maßregeln kann. Und selbst dann denkt er sich: eh schon zu spät, ein bisschen was geht noch.
Ich habe mich in nichts und grundsätzlich nicht gewälzt. Ich war nur laufen. 3,5 Kilometer. Sobald die Temperaturen etwas erträglicher werden, möchte ich an die 5 Kilometer-Marke ran. Aber immer noch gemächlich und langsam und ohne Eile. Und dann wird man sehen.
---
Der Drang zu arbeiten hält sich in engen Grenzen. Immerhin sind einige Leute in Urlaub, was die Menge an potentiellen Nachrichten (und darunter sicher auch die eine oder andere nervige) schon mal nach unten setzt. Was gut ist.
Am Donnerstag - so habe ich mittlerweile erfahren - wurde ein Kollege sehr spontan operiert. Wieso, weshalb und wie... keine Ahnung. Gut ist sowas aber wahrscheinlich nicht. Bzw. doch. Gut ist natürlich, dass da etwas behoben wurde, was zu beheben war. Nicht so gut ist eventuell, dass es so spontan war. Wenn das mit Ansage passiert, dass man in zwei Monaten unters Messer muss, das wird ja was geben, uiuiui, dann ist das okay. Aber wenn es heißt: Oh, oh, oh. Da müssen wir operieren. Passt ihnen morgen früh? Ist zwar etwas spät, aber wir müssen erst den Spezialisten aus Rio de Janeiro einfliegen lassen... das klingt dann ein bisschen beängstigend.
Jedenfalls wurde er operiert, aber mehr Infos habe ich nicht. Und am Freitag war ich nicht online. Ich hoffe, dass alles gut ging, was gutzugehen hatte. Von ihm hätte ich heute schon gerne eine Nachricht. Die ist dann sicher auch nicht nervig.
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Dusche ruft.
Ich habe mich in nichts und grundsätzlich nicht gewälzt. Ich war nur laufen. 3,5 Kilometer. Sobald die Temperaturen etwas erträglicher werden, möchte ich an die 5 Kilometer-Marke ran. Aber immer noch gemächlich und langsam und ohne Eile. Und dann wird man sehen.
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Der Drang zu arbeiten hält sich in engen Grenzen. Immerhin sind einige Leute in Urlaub, was die Menge an potentiellen Nachrichten (und darunter sicher auch die eine oder andere nervige) schon mal nach unten setzt. Was gut ist.
Am Donnerstag - so habe ich mittlerweile erfahren - wurde ein Kollege sehr spontan operiert. Wieso, weshalb und wie... keine Ahnung. Gut ist sowas aber wahrscheinlich nicht. Bzw. doch. Gut ist natürlich, dass da etwas behoben wurde, was zu beheben war. Nicht so gut ist eventuell, dass es so spontan war. Wenn das mit Ansage passiert, dass man in zwei Monaten unters Messer muss, das wird ja was geben, uiuiui, dann ist das okay. Aber wenn es heißt: Oh, oh, oh. Da müssen wir operieren. Passt ihnen morgen früh? Ist zwar etwas spät, aber wir müssen erst den Spezialisten aus Rio de Janeiro einfliegen lassen... das klingt dann ein bisschen beängstigend.
Jedenfalls wurde er operiert, aber mehr Infos habe ich nicht. Und am Freitag war ich nicht online. Ich hoffe, dass alles gut ging, was gutzugehen hatte. Von ihm hätte ich heute schon gerne eine Nachricht. Die ist dann sicher auch nicht nervig.
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Dusche ruft.
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Sonntag, 29. Juni 2025
Fernverkehr, wir sind stark
Bis zu 40 Grad kommende Woche. Kein Wunder wandert Gott und die Welt nach Schweden aus.
Habe die Bahnfahrt ins Headquarter für kommenden Dienstag abgesagt. Von meinen Ansprechpartnern (mit denen ich aber an den Bürotagen auch nicht mehr rede als sonst via Teams) sind die meisten im Urlaub und bei den avisierten 37 Grad sind die Chancen, dass die Bahn wieder ausfällt groß. Die Fahrzeiten liegen eh schon außerhalb des Plans, das aber wegen Baustellen. Oder sie wussten schon Anfang letzter Woche, dass ihnen Personal fehlen würde. Gerne auch aus vorheriger Fahrt. Jedenfalls ist mir das zu blöd; wieso sollte ich da hinfahren, obwohl niemand für mich relevantes da ist und dann noch in der Ungewissheit, ob ich nicht doch wieder selbst fahren müsste und falls ja: wie lange ich dann im Stau verbringen würde.
Diese Woche war ein Video auf diversen Seiten zu sehen: das Führungspersonal auf einem Tschaka-Motivationskurs. Man schwor sich mit den Kampfgesängen Neuseeländischer Maori auf kommende, ach so schwere Zeiten ein.
https://x.com/Schurnalischt/status/1932037279112994829
Der Saal war gut voll, was mich annehmen lässt, dass man nicht mit der eigenen Bahn angereist war. Oder schon ein, zwei Tage zuvor, um auch ja nichts von der Motivation, der leichten Abendunterhaltung und dem reichhaltigen Frühstücksbuffet zu verpassen.
Wir haben nun also ein hochmotiviertes Führungspersonal. Dann wird ja bald alles gut. Bis zum Dienstag aber wahrscheinlich noch nicht und deshalb: Home Office.
Habe die Bahnfahrt ins Headquarter für kommenden Dienstag abgesagt. Von meinen Ansprechpartnern (mit denen ich aber an den Bürotagen auch nicht mehr rede als sonst via Teams) sind die meisten im Urlaub und bei den avisierten 37 Grad sind die Chancen, dass die Bahn wieder ausfällt groß. Die Fahrzeiten liegen eh schon außerhalb des Plans, das aber wegen Baustellen. Oder sie wussten schon Anfang letzter Woche, dass ihnen Personal fehlen würde. Gerne auch aus vorheriger Fahrt. Jedenfalls ist mir das zu blöd; wieso sollte ich da hinfahren, obwohl niemand für mich relevantes da ist und dann noch in der Ungewissheit, ob ich nicht doch wieder selbst fahren müsste und falls ja: wie lange ich dann im Stau verbringen würde.
Diese Woche war ein Video auf diversen Seiten zu sehen: das Führungspersonal auf einem Tschaka-Motivationskurs. Man schwor sich mit den Kampfgesängen Neuseeländischer Maori auf kommende, ach so schwere Zeiten ein.
https://x.com/Schurnalischt/status/1932037279112994829
Der Saal war gut voll, was mich annehmen lässt, dass man nicht mit der eigenen Bahn angereist war. Oder schon ein, zwei Tage zuvor, um auch ja nichts von der Motivation, der leichten Abendunterhaltung und dem reichhaltigen Frühstücksbuffet zu verpassen.
Wir haben nun also ein hochmotiviertes Führungspersonal. Dann wird ja bald alles gut. Bis zum Dienstag aber wahrscheinlich noch nicht und deshalb: Home Office.
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Samstag, 28. Juni 2025
Ich bin ein Wrack
Manchmal sind freie Tage stressiger, als es ein Arbeitstag je sein kann. Naja, stressig... zumindest vollgepackter mit Terminen und Arbeit.
Los ging es viel zu früh mit Aufwachen. Wieder mal vor dem Wecker und selbst der war ziemlich früh gestellt für einen freien Tag, nämlich 7.30 Uhr. Aufgestanden bin ich kurz vor Sechs. Vielleicht kann mein Körper es gar nicht erwarten, die Fenster aufzureissen, um frische Luft reinzulassen. Ich könnte eigentlich auch schon kurz vorm Zubettgehen alle Fenster aufmachen, aber tatsächlich ist es zu dem Zeitpunkt draußen noch so warm, dass es im ersten Moment drinnen erst mal so richtig heiß würde und an Schlaf nicht zu denken wäre. Also muss der Morgen richten und das bitte rechtzeitig vor der erneuten Hitze, die sich schon angekündigt hat. Der Meinung ist zumindest mein Körper und wacht auf. Da gibt es dann wenig Gegenwehr.
Nach dem ersten Kaffee und der ersten Runde Nachrichten im Frühstücksfernsehen, war kurz vor halb Sieben, also immer noch eine Stunde vor der eigentlichen Weckzeit. Um halb Neun war mein letzter Physio-Termin. Eigentlich perfekt, um nochmal eine kleine Runde zu laufen, um zu sehen, wie das Knie reagiert und Physio-Gegenmaßnahmen treffen zu können, sollte es zu Gezicke kommen. Es gab kein Gezicke; zumindest nicht bei dem Knie mit der Patellasehne (wobei: die haben ja beide, aber rechts waren die Beschwerden). Dafür machte sich nun das linke wieder dezent bemerkbar. Man kann es nicht anders sagen: ich bin ein Wrack.
Bei der Physio war ganz schön war los. Aus allen Kabinen Stimmengemurmel. Das war mein erster Termin so früh am Morgen und ich hätte gedacht, dass ich allein auf weiter Flur stünde. So war es bei meinem Frühnachmittagstermin. Anscheinend ist der frühe Freitagmorgen ein begehrter Termin.
Bei mir war es der letzte. Ob es was gebracht hat... keine Ahnung. Geschadet wird es sicher nicht haben. Den kauzigen alten Mann und seine Sicht der Welt werde ich ein bisschen vermissen, aber wer weiß: vielleicht bin ich ja früher wieder dort, als mir lieb ist, denn: ich bin ein Wrack. Das zeigt sich auch daran, dass ich am Vormittag auch noch einen Termin beim HNO hatte. Da allerdings nur zum Check, ob das Loch im Ohr weiterhin dicht ist (ist es) und zur Entfernung des Gerümpels, was sich da drin so ansammelt (fragen Sie nicht).
In der Praxis war ganz schön was los (wie immer) und ich stellte mich schon auf eine längere Wartezeit ein. Wäre auch kein Problem gewesen, ich hatte ein Buch dabei und ausreichend Zeit, aber beides war nicht vonnöten. Meine Routineaufgabe kann man anscheinend gut zwischen zwei Hardcore-Fälle mit üblen Hals-, Nasen- oder Ohrenproblemen schieben. Dauerte auch nicht lange und somit hatte ich auch kein schlechtes Gewissen den Leuten gegenüber, die vor mir da waren, aber erst nach mir dran kamen. Von Vorteil könnte auch sein, dass ich der abweisenden Schnoddrigkeit der älteren Dame am Empfang mit ausufernder Freundlichkeit entgegne, was vielleicht ihr steiniges, kaltes Herz erweicht und mich auf der Warteliste nach oben schiebt.
Und während meinen Terminen rund mein Dasein als Wrack ging zuhause einsam und allein ein Hefeteig auf und wartete darauf, nochmals geknetet, ausgerollt und mit einer Zimtmasse bestrichen zu werden, damit er - fein säuberlich ausgerollt und schön in Form gebracht im 180 Grad heißen Ofen zu Franzbrötchen gebacken werden konnte. Was dann auch geschah. Zeitgleich standen zwei Sorten Linsen auf dem Herd und wurden in essbare Konsistenz gekocht, um später - gut abgekühlt und gewaschen - zusammen mit rotem und gelben Paprika, kleinen Snackgurken, Zwiebel, Essig und Öl, Salz und Pfeffer, sowie Zitronensaft zu einem Linsensalat verarbeitet zu werden. Zur Feier des Tages durften auch kleine Cocktailtomaten dazu.
Linsen zu portionieren ist gar nicht so einfach. Bzw. eigentlich schon: man kann sie abwiegen. In trockenem Zustand sieht das aber immer so wenig aus. Nach dem Kochen nicht mehr: da ist das dann ziemlich viel. Aber egal: war dann eben viel Linsensalat. Das ist gesund, Proteine und so. Und außerdem perfekt für die Temperaturen. Quasi der Linseneintopf des Sommers. Naja, nicht wirklich. Lecker ist so ein Linsensalat aber allemal und auch ein Fest für die Augen: da sind so ziemlich alle Farben vertreten. Außer blau. Da könnte man mit Blüten arbeiten, aber man muss es auch nicht übertreiben. Wer unbedingt etwas Blaues möchte, kann sich ja danach ein Schlumpfeis besorgen. Oder eine Viagra einwerfen; dann wird es vielleicht noch eine schöne Party nach der Party (hatte zuerst After-Party-Party geschrieben, aber das klang zu zweideutig).
Und dann war schon Nachmittag, die Vorbereitungen in Sachen Nahrung meinerseits beendet, dafür aber noch Arbeiten bei der Partylocation zu erledigen. Geschirr auf den Geschirrtisch, Gläser auf den Gläsertisch, Servietten auf den Tisch und dann alles wieder umräumen, weil man es nicht so gemacht, wie der Partyorganisator es angedacht hatte. Irgendwann war dann aber doch alles so, wie es sein sollte und es fehlten nur noch Gäste und Pizzen. Und ich war müde und eigentlich bereit fürs Bett, denn: ich bin ein Wrack.
Los ging es viel zu früh mit Aufwachen. Wieder mal vor dem Wecker und selbst der war ziemlich früh gestellt für einen freien Tag, nämlich 7.30 Uhr. Aufgestanden bin ich kurz vor Sechs. Vielleicht kann mein Körper es gar nicht erwarten, die Fenster aufzureissen, um frische Luft reinzulassen. Ich könnte eigentlich auch schon kurz vorm Zubettgehen alle Fenster aufmachen, aber tatsächlich ist es zu dem Zeitpunkt draußen noch so warm, dass es im ersten Moment drinnen erst mal so richtig heiß würde und an Schlaf nicht zu denken wäre. Also muss der Morgen richten und das bitte rechtzeitig vor der erneuten Hitze, die sich schon angekündigt hat. Der Meinung ist zumindest mein Körper und wacht auf. Da gibt es dann wenig Gegenwehr.
Nach dem ersten Kaffee und der ersten Runde Nachrichten im Frühstücksfernsehen, war kurz vor halb Sieben, also immer noch eine Stunde vor der eigentlichen Weckzeit. Um halb Neun war mein letzter Physio-Termin. Eigentlich perfekt, um nochmal eine kleine Runde zu laufen, um zu sehen, wie das Knie reagiert und Physio-Gegenmaßnahmen treffen zu können, sollte es zu Gezicke kommen. Es gab kein Gezicke; zumindest nicht bei dem Knie mit der Patellasehne (wobei: die haben ja beide, aber rechts waren die Beschwerden). Dafür machte sich nun das linke wieder dezent bemerkbar. Man kann es nicht anders sagen: ich bin ein Wrack.
Bei der Physio war ganz schön war los. Aus allen Kabinen Stimmengemurmel. Das war mein erster Termin so früh am Morgen und ich hätte gedacht, dass ich allein auf weiter Flur stünde. So war es bei meinem Frühnachmittagstermin. Anscheinend ist der frühe Freitagmorgen ein begehrter Termin.
Bei mir war es der letzte. Ob es was gebracht hat... keine Ahnung. Geschadet wird es sicher nicht haben. Den kauzigen alten Mann und seine Sicht der Welt werde ich ein bisschen vermissen, aber wer weiß: vielleicht bin ich ja früher wieder dort, als mir lieb ist, denn: ich bin ein Wrack. Das zeigt sich auch daran, dass ich am Vormittag auch noch einen Termin beim HNO hatte. Da allerdings nur zum Check, ob das Loch im Ohr weiterhin dicht ist (ist es) und zur Entfernung des Gerümpels, was sich da drin so ansammelt (fragen Sie nicht).
In der Praxis war ganz schön was los (wie immer) und ich stellte mich schon auf eine längere Wartezeit ein. Wäre auch kein Problem gewesen, ich hatte ein Buch dabei und ausreichend Zeit, aber beides war nicht vonnöten. Meine Routineaufgabe kann man anscheinend gut zwischen zwei Hardcore-Fälle mit üblen Hals-, Nasen- oder Ohrenproblemen schieben. Dauerte auch nicht lange und somit hatte ich auch kein schlechtes Gewissen den Leuten gegenüber, die vor mir da waren, aber erst nach mir dran kamen. Von Vorteil könnte auch sein, dass ich der abweisenden Schnoddrigkeit der älteren Dame am Empfang mit ausufernder Freundlichkeit entgegne, was vielleicht ihr steiniges, kaltes Herz erweicht und mich auf der Warteliste nach oben schiebt.
Und während meinen Terminen rund mein Dasein als Wrack ging zuhause einsam und allein ein Hefeteig auf und wartete darauf, nochmals geknetet, ausgerollt und mit einer Zimtmasse bestrichen zu werden, damit er - fein säuberlich ausgerollt und schön in Form gebracht im 180 Grad heißen Ofen zu Franzbrötchen gebacken werden konnte. Was dann auch geschah. Zeitgleich standen zwei Sorten Linsen auf dem Herd und wurden in essbare Konsistenz gekocht, um später - gut abgekühlt und gewaschen - zusammen mit rotem und gelben Paprika, kleinen Snackgurken, Zwiebel, Essig und Öl, Salz und Pfeffer, sowie Zitronensaft zu einem Linsensalat verarbeitet zu werden. Zur Feier des Tages durften auch kleine Cocktailtomaten dazu.
Linsen zu portionieren ist gar nicht so einfach. Bzw. eigentlich schon: man kann sie abwiegen. In trockenem Zustand sieht das aber immer so wenig aus. Nach dem Kochen nicht mehr: da ist das dann ziemlich viel. Aber egal: war dann eben viel Linsensalat. Das ist gesund, Proteine und so. Und außerdem perfekt für die Temperaturen. Quasi der Linseneintopf des Sommers. Naja, nicht wirklich. Lecker ist so ein Linsensalat aber allemal und auch ein Fest für die Augen: da sind so ziemlich alle Farben vertreten. Außer blau. Da könnte man mit Blüten arbeiten, aber man muss es auch nicht übertreiben. Wer unbedingt etwas Blaues möchte, kann sich ja danach ein Schlumpfeis besorgen. Oder eine Viagra einwerfen; dann wird es vielleicht noch eine schöne Party nach der Party (hatte zuerst After-Party-Party geschrieben, aber das klang zu zweideutig).
Und dann war schon Nachmittag, die Vorbereitungen in Sachen Nahrung meinerseits beendet, dafür aber noch Arbeiten bei der Partylocation zu erledigen. Geschirr auf den Geschirrtisch, Gläser auf den Gläsertisch, Servietten auf den Tisch und dann alles wieder umräumen, weil man es nicht so gemacht, wie der Partyorganisator es angedacht hatte. Irgendwann war dann aber doch alles so, wie es sein sollte und es fehlten nur noch Gäste und Pizzen. Und ich war müde und eigentlich bereit fürs Bett, denn: ich bin ein Wrack.
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Donnerstag, 26. Juni 2025
Flat White und Good-Morning-Pilates
Heute möchte sie es "mal versuchen". Ein Test und wenn das klappt, geht es auch am Nachmittag. Gemeint ist meine Mutter und der Test bezieht sich auf Autofahren. Sie ist sich nicht sicher, ob sie schon "stark genug" dafür ist. Nach OP (etwas über drei Wochen her) und der Schwächephase danach. Sie hadert mit der Zeit, als sie mal eben locker mit Freundinnen den halben Wald durchwalkt hat und dabei noch genug Luft für ausgiebiges Tratschen hatte. Das geht zur Zeit tatsächlich nicht, aber eine Fahrt zum Supermarkt mit dem Auto traue ich ihr zu. Sie hat ja meinen Vater dabei, sagte sie und interpretierte seine Präsenz als Sicherheit und Stütze im Falle eines Falles. Für mich ist er eher das Gegenteil. Er ist die Person, die gesichert und gestützt werden müsste. Aber nun denn, die zwei regeln das schon. Ich habe festgestellt, dass eine Einmischung meinerseits zum einen nichts bringt und mich außerdem sehr stresst. Also lasse ich es bleiben, beglückwünsche sie zur Entscheidung, halte mir den Nachmittag aber trotzdem frei, falls ich als Fahrer für meinen Vater agieren muss. Der hat nämlich mit seinem Auto einen Werkstatttermin, selbigen bei einem völlig überteuerten Händler, der sich bei dem Gedanken an den heutigen Nachmittag jetzt schon die Hände reibt, weil er einem arglosen alten Mann wieder irgendwelchen Schrott andrehen kann. Die alte Mühle braucht keine Reparatur, sicher auch keine neuen Felgen oder aufwändige Schönheitsreparaturen. Mein Vater fährt nur noch selten, dann kurze Strecken und eigentlich wäre es am besten, wenn das Ding den Geist aufgibt, kurz nachdem einer der Typen, die immer Zettel mit "Ich kaufe jedes Auto!" dranhängen, es gekauft hat. Wird leider nicht passieren.
Jedenfalls fährt mein Vater sein Auto zu diesem Händler, kommt dann aber nicht nach Hause. Der Händler hatte früher einen Heimfahr-Service, hat er aber nicht mehr. Bzw. hat er sicher noch, aber nicht mehr für normale Kunden; dieser Service ist für die Firmenwagenfahrer des Software-Ladens vorbehalten, die die paar Meter aber auch laufen könnten, anstatt sich mit vom "Hol- und Bring"-Service direkt vor die Firmenzentrale kutschieren zu lassen, um dort noch schnell einen Flat White einzupfeifen, bevor das "Company-Good-Morning-Pilates" losgeht. Weil so schönes Wetter ist, heute auf der Piazza vor den Food Court.
Mein Vater arbeitet nicht bei dem Software-Laden, also gibt es für ihn auch keinen Flat White, kein Good Morning Pilates und vor allem wird er auch weder geholt, noch gebracht. Zumindest nicht von dem Händler. Er erwartet das aber von mir. Mein Hinweis, dass ich arbeite, lässt er nur bedingt gelten. Taxi ist ihm zu teuer. Klar, das Geld ist in einer Unterbodenwäsche (der sicher völlig verdreckt ist vom in der Garage rumstehen) und Nummernschildpolitur viel besser angelegt. Deshalb soll der Erstgeborene das Familienoberhaupt nebst Rollator doch bitte zu einer festgeschriebenen Zeit vor den Toren des Händlers abholen. Im Hinblick auf ein in hoffentlich weiter Zukunft anstehendes Erbe habe ich zugesagt. Aber nun möchte meine Mutter diesen Job übernehmen... sofern der Einkaufstest heute morgen positiv verläuft. Was ich sehr hoffe. Für sie, für mich und für den Seelenfrieden aller Beteiligten. Der Einzige, dem das alles egal ist, ist der Händler. Der druckt sicher gerade die ganzen Auftragsbestätigungen aus, damit das heute mittag schon bereit liegt.
Jedenfalls fährt mein Vater sein Auto zu diesem Händler, kommt dann aber nicht nach Hause. Der Händler hatte früher einen Heimfahr-Service, hat er aber nicht mehr. Bzw. hat er sicher noch, aber nicht mehr für normale Kunden; dieser Service ist für die Firmenwagenfahrer des Software-Ladens vorbehalten, die die paar Meter aber auch laufen könnten, anstatt sich mit vom "Hol- und Bring"-Service direkt vor die Firmenzentrale kutschieren zu lassen, um dort noch schnell einen Flat White einzupfeifen, bevor das "Company-Good-Morning-Pilates" losgeht. Weil so schönes Wetter ist, heute auf der Piazza vor den Food Court.
Mein Vater arbeitet nicht bei dem Software-Laden, also gibt es für ihn auch keinen Flat White, kein Good Morning Pilates und vor allem wird er auch weder geholt, noch gebracht. Zumindest nicht von dem Händler. Er erwartet das aber von mir. Mein Hinweis, dass ich arbeite, lässt er nur bedingt gelten. Taxi ist ihm zu teuer. Klar, das Geld ist in einer Unterbodenwäsche (der sicher völlig verdreckt ist vom in der Garage rumstehen) und Nummernschildpolitur viel besser angelegt. Deshalb soll der Erstgeborene das Familienoberhaupt nebst Rollator doch bitte zu einer festgeschriebenen Zeit vor den Toren des Händlers abholen. Im Hinblick auf ein in hoffentlich weiter Zukunft anstehendes Erbe habe ich zugesagt. Aber nun möchte meine Mutter diesen Job übernehmen... sofern der Einkaufstest heute morgen positiv verläuft. Was ich sehr hoffe. Für sie, für mich und für den Seelenfrieden aller Beteiligten. Der Einzige, dem das alles egal ist, ist der Händler. Der druckt sicher gerade die ganzen Auftragsbestätigungen aus, damit das heute mittag schon bereit liegt.
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Mittwoch, 25. Juni 2025
Dehnen! Yeah!
Früh im Bett gelandet und deshalb auch früh wach. 5.20 Uhr. Das wäre die Zeit, zu der ich aufstehe, wenn ich mit dem Zug ins Headquarter fahre. Gestern wäre das zum Beispiel so gewesen, deshalb war ich auch da um diese Zeit wach. Der Zug fuhr allerdings nicht, dafür ich mit dem Auto. Dazu später mehr.
Heute hätte ich nicht so früh aufstehen müssen, aber ich war nun mal wach. Die Kühle des Morgens habe ich genutzt, in dem ich alle Fenster aufgerissen und frische Luft um Einkehr gebeten habe. Klappte so einigermaßen. Schon gestern, kurz vorm Einschlafen, hatte ich die Idee, diese Morgenfrische für einen kleinen Lauf zu nutzen. Ich bin ja in der "Aufbauphase", wobei ich es eher als sanftes Herantasten bezeichnen würde. Es ist ein ganz langsames Laufen und auch keine nennenswerten Strecken und das alles ganz ganz vorsichtig, um auch auf die kleinsten Zickereien des Knies sofort und rigoros reagieren zu können. Der Anfang ist immer ein bisschen seltsam. Ein schwammiges Gefühl (was auch an den neuen, knieschonenden Schuhen liegt) und überhaupt der ständig lauernde Gedanke, dass nun gleich der Schmerz kommt. Noch ein Schritt, dann ist er da. Entsprechend wackelig läuft man dann auch. Immer auf der Hut, immer bereit, sofort abzubrechen. Aber dann kommt die Einsicht, dass es klappen kann. Dass das Knie mitspielt. Dass nichts passiert. Und dann werden die Bewegungen geschmeidiger, es wird runder, es "läuft". Es ist alles noch nicht optimal, aber es wird besser. Und ich passe auf, dass ich nicht übertreibe. Langsam angehen, langsam steigern. Das wird.
Ich wollte heute unbedingt laufen, denn heute abend ist der vorletzte Termin bei der Physio. Wäre ja doof, wenn bei dem Termin das Knie getätschelt würde, alles wäre gut, ich gehe morgen laufen und wusch: Knie tut weh. Deshalb ein Lauf vorher und da für den heutigen Tag wieder Mega-Hitze vorhergesagt wurde, habe ich die Gunst der frühen Stunde genutzt.
Es wurden 3,5 Kilometer. Immerhin. Über Zeit/Geschwindigkeit reden wir gar nicht, das ist mir tatsächlich so ziemlich egal im Moment. Viel wichtiger ist, dass das Knie mitgemacht hat. Hab es hinterher auch ausgiebig gelobt und zur Belohnung gedehnt wie selten zuvor... was übrigens auch einer der Gründe für das Problem sein könnte: fehlende Dehnung. Tja. Das ist wie beim Zahnarzt: man ist dort, hat einen Termin für die Zahnreinigung, wird beschimpft, weil man die Zahnzwischenräume so vernachlässigt hat, man hat ein schlechtes Gewissen. Auf dem Rückweg kauft man beim Drogerie-Discounter Zahnseide, Zahnzwischenraumbürstchen, Spezial-Zahncreme, Astronauten-Zahnbürsten... alles, was der Zahnmarkt so her gibt. Die erste Woche putzt man auch ausführlich. Die Zahnseide flutscht meterweise durchs Zahnfleisch, es wird gebürstet, geschrubbt, gezwirbelt und gemacht. In der zweiten Woche fällt es an dem einen oder anderen Tag mal aus. Zähneputzen plus diese Mundspülungsplörre werden es schon richten. In den Wochen darauf, kommt die Zahnseide nur noch zum Einsatz, wenn man sie zum Prokrastinieren für irgendwas anderes nutzt. Und dann dauert es auch nicht mehr lange, bis die Nummer durch ist... bis zur nächsten Zahnreinigung und dann geht der Mist von vorne los. Und so ähnlich ist das mit Dehnen. Aber noch bin ich dabei, noch dehne ich, als gäbe es kein Morgen. Dehnen ist mein Motto. Dehnen!!! Yeah!!!
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Ach so, das später mehr... naja, Zug fiel aus, ich fuhr also mit dem Auto ins Büro. Das ging am Morgen erstaunlich gut; ich war sogar früher da, als wäre ich mit dem Zug gekommen. Das ist ungewöhnlich. Zurück war dann das genaue Gegenteil. Den ersten Stau habe ich umfahren. Zeitverlust so ca. 30 Minuten. Schöne Landschaft, blöde Strecke. Dann ging es eine Zeitlang ganz gut, aber am Ende ein riesiger Stau. 14 Kilometer oder so. Vor der letzten Abfahrt war die Hölle los; die Option war also: vor der Abfahrt und auf der Ausweichstrecke stehen oder im eigentlich Stau. Hab letzteres gemacht und es war nervig. Dauerte auch locker 45 Minuten länger als üblich. Autofahren macht keinen Spaß, aber man kommt ans Ziel, was bei der Bahn nicht der Fall ist, wenn der Zug erst gar nicht fährt. Es ist echt ein Drama mit denen.
Heute hätte ich nicht so früh aufstehen müssen, aber ich war nun mal wach. Die Kühle des Morgens habe ich genutzt, in dem ich alle Fenster aufgerissen und frische Luft um Einkehr gebeten habe. Klappte so einigermaßen. Schon gestern, kurz vorm Einschlafen, hatte ich die Idee, diese Morgenfrische für einen kleinen Lauf zu nutzen. Ich bin ja in der "Aufbauphase", wobei ich es eher als sanftes Herantasten bezeichnen würde. Es ist ein ganz langsames Laufen und auch keine nennenswerten Strecken und das alles ganz ganz vorsichtig, um auch auf die kleinsten Zickereien des Knies sofort und rigoros reagieren zu können. Der Anfang ist immer ein bisschen seltsam. Ein schwammiges Gefühl (was auch an den neuen, knieschonenden Schuhen liegt) und überhaupt der ständig lauernde Gedanke, dass nun gleich der Schmerz kommt. Noch ein Schritt, dann ist er da. Entsprechend wackelig läuft man dann auch. Immer auf der Hut, immer bereit, sofort abzubrechen. Aber dann kommt die Einsicht, dass es klappen kann. Dass das Knie mitspielt. Dass nichts passiert. Und dann werden die Bewegungen geschmeidiger, es wird runder, es "läuft". Es ist alles noch nicht optimal, aber es wird besser. Und ich passe auf, dass ich nicht übertreibe. Langsam angehen, langsam steigern. Das wird.
Ich wollte heute unbedingt laufen, denn heute abend ist der vorletzte Termin bei der Physio. Wäre ja doof, wenn bei dem Termin das Knie getätschelt würde, alles wäre gut, ich gehe morgen laufen und wusch: Knie tut weh. Deshalb ein Lauf vorher und da für den heutigen Tag wieder Mega-Hitze vorhergesagt wurde, habe ich die Gunst der frühen Stunde genutzt.
Es wurden 3,5 Kilometer. Immerhin. Über Zeit/Geschwindigkeit reden wir gar nicht, das ist mir tatsächlich so ziemlich egal im Moment. Viel wichtiger ist, dass das Knie mitgemacht hat. Hab es hinterher auch ausgiebig gelobt und zur Belohnung gedehnt wie selten zuvor... was übrigens auch einer der Gründe für das Problem sein könnte: fehlende Dehnung. Tja. Das ist wie beim Zahnarzt: man ist dort, hat einen Termin für die Zahnreinigung, wird beschimpft, weil man die Zahnzwischenräume so vernachlässigt hat, man hat ein schlechtes Gewissen. Auf dem Rückweg kauft man beim Drogerie-Discounter Zahnseide, Zahnzwischenraumbürstchen, Spezial-Zahncreme, Astronauten-Zahnbürsten... alles, was der Zahnmarkt so her gibt. Die erste Woche putzt man auch ausführlich. Die Zahnseide flutscht meterweise durchs Zahnfleisch, es wird gebürstet, geschrubbt, gezwirbelt und gemacht. In der zweiten Woche fällt es an dem einen oder anderen Tag mal aus. Zähneputzen plus diese Mundspülungsplörre werden es schon richten. In den Wochen darauf, kommt die Zahnseide nur noch zum Einsatz, wenn man sie zum Prokrastinieren für irgendwas anderes nutzt. Und dann dauert es auch nicht mehr lange, bis die Nummer durch ist... bis zur nächsten Zahnreinigung und dann geht der Mist von vorne los. Und so ähnlich ist das mit Dehnen. Aber noch bin ich dabei, noch dehne ich, als gäbe es kein Morgen. Dehnen ist mein Motto. Dehnen!!! Yeah!!!
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Ach so, das später mehr... naja, Zug fiel aus, ich fuhr also mit dem Auto ins Büro. Das ging am Morgen erstaunlich gut; ich war sogar früher da, als wäre ich mit dem Zug gekommen. Das ist ungewöhnlich. Zurück war dann das genaue Gegenteil. Den ersten Stau habe ich umfahren. Zeitverlust so ca. 30 Minuten. Schöne Landschaft, blöde Strecke. Dann ging es eine Zeitlang ganz gut, aber am Ende ein riesiger Stau. 14 Kilometer oder so. Vor der letzten Abfahrt war die Hölle los; die Option war also: vor der Abfahrt und auf der Ausweichstrecke stehen oder im eigentlich Stau. Hab letzteres gemacht und es war nervig. Dauerte auch locker 45 Minuten länger als üblich. Autofahren macht keinen Spaß, aber man kommt ans Ziel, was bei der Bahn nicht der Fall ist, wenn der Zug erst gar nicht fährt. Es ist echt ein Drama mit denen.
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Dienstag, 24. Juni 2025
Akzeptanz gilt nur für eine Teilstrecke
! Verbindung fällt aus
! Aufgrund von aktuellen Ereignissen ist die Verbindung nicht mehr fahrbar. Bitte suchen Sie sich eine neue Verbindung für Ihre Reise.
! Das Ticket gilt nur für eine Teilstrecke
Morgens, kurz vor 6 Uhr sind die Autobahnen schon gut besucht, aber noch weitestgehend unfallfrei. Nein, das stimmt nicht: meine ursprüngliche Strecke, die ich aus einem Bauchgefühl nicht nahm, ist mittlerweile gesperrt. Ich wäre immerhin relativ weit vorne im Stau gestanden und hätte nur eine Stunde mehr gebraucht. Auf der Alternativstrecke, die ich heute morgen nahm, ging es einigermaßen. Viele Baustellen, ein bisschen Stau davor, aber im Großen und Ganzen war es okay. Nur lesen war schwer. Das mache ich immer ganz gerne in der Bahn. Dafür konnte ich ausgiebig Podcasts lauschen. Bei Fest & Flauschig bin ich wieder up to date, bei Betreutes Fühlen habe ich das erste Viertel oder so. Dabei ist das genau die richtige Folge für mich. Es geht um Aufschieben, Prokrastinieren, weshalb man Dinge nicht tut und vor allem, was man tun kann, damit man Dinge, die man bisher nicht getan hat, doch tut. Da ich aber auch eine Heimfahrt vor mir habe, kann ich mich dem Thema später widmen (ich schiebe es also quasi auf. Schwupp, und schon bin ich mittendrin). Ich werde wahrscheinlich viel Zeit haben. Die Ruhe des Morgens (und so richtig ruhig war da auch nicht) wird gewaltigen Blechlawinen gewichen sein. Ich sehe den Stau sonst immer von der S-Bahn aus und freue mich, weil ich nicht dort stehen muss, sondern in einer zwar ruckelnden, aber auf eine gewisse ruhrpottcharmige Art gemütlichen Bahn sitze und gen Hauptbahnhof tuckere - nicht wissend, was mich dort erwartet, aber frohen Mutes ein weiteres Abenteuer aus dem Hause Deutsche Bahn zu erleben. Heute verpuffte das Abenteuer schon, bevor es losging.
Was wohl die aktuellen Ereignisse sind? Die Hitze, könnte ich mir vorstellen. Vielleicht hat die Klimaanlage versehentlich doch funktioniert. So kann man ja keinen Zug auf die Strecke schicken! Oder das Personal erschien vollzählig. Hallo? So geht das nicht, streicht die Fahrt!
Nun denn, kann jetzt eh nichts dran ändern. Es lebe die Akzeptanz (Betreutes Fühlen: "Veränderung durch Akzeptanz". Folge vom 18.0Juli 2023)
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! Das Ticket gilt nur für eine Teilstrecke
Morgens, kurz vor 6 Uhr sind die Autobahnen schon gut besucht, aber noch weitestgehend unfallfrei. Nein, das stimmt nicht: meine ursprüngliche Strecke, die ich aus einem Bauchgefühl nicht nahm, ist mittlerweile gesperrt. Ich wäre immerhin relativ weit vorne im Stau gestanden und hätte nur eine Stunde mehr gebraucht. Auf der Alternativstrecke, die ich heute morgen nahm, ging es einigermaßen. Viele Baustellen, ein bisschen Stau davor, aber im Großen und Ganzen war es okay. Nur lesen war schwer. Das mache ich immer ganz gerne in der Bahn. Dafür konnte ich ausgiebig Podcasts lauschen. Bei Fest & Flauschig bin ich wieder up to date, bei Betreutes Fühlen habe ich das erste Viertel oder so. Dabei ist das genau die richtige Folge für mich. Es geht um Aufschieben, Prokrastinieren, weshalb man Dinge nicht tut und vor allem, was man tun kann, damit man Dinge, die man bisher nicht getan hat, doch tut. Da ich aber auch eine Heimfahrt vor mir habe, kann ich mich dem Thema später widmen (ich schiebe es also quasi auf. Schwupp, und schon bin ich mittendrin). Ich werde wahrscheinlich viel Zeit haben. Die Ruhe des Morgens (und so richtig ruhig war da auch nicht) wird gewaltigen Blechlawinen gewichen sein. Ich sehe den Stau sonst immer von der S-Bahn aus und freue mich, weil ich nicht dort stehen muss, sondern in einer zwar ruckelnden, aber auf eine gewisse ruhrpottcharmige Art gemütlichen Bahn sitze und gen Hauptbahnhof tuckere - nicht wissend, was mich dort erwartet, aber frohen Mutes ein weiteres Abenteuer aus dem Hause Deutsche Bahn zu erleben. Heute verpuffte das Abenteuer schon, bevor es losging.
Was wohl die aktuellen Ereignisse sind? Die Hitze, könnte ich mir vorstellen. Vielleicht hat die Klimaanlage versehentlich doch funktioniert. So kann man ja keinen Zug auf die Strecke schicken! Oder das Personal erschien vollzählig. Hallo? So geht das nicht, streicht die Fahrt!
Nun denn, kann jetzt eh nichts dran ändern. Es lebe die Akzeptanz (Betreutes Fühlen: "Veränderung durch Akzeptanz". Folge vom 18.0Juli 2023)
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Montag, 23. Juni 2025
Kein Regen, kein Gewitter, keine Abkühlung
Den Temperaturen geschuldet sind die Katzis zu reinen Outdoor-Katzen mutiert. Zumindest die meiste Zeit. Zum Fressen oder für einen gepflegten Drink kommen sie kurz rein. Und natürlich kommt die kleine Katze mit nach oben, wenn ich ins Bett gehe, liest mit mir noch ein bisschen und verschwindet, wenn ich das Licht ausmache. Kurz darauf höre ich das Klackern der Klappe, sie geht also nach draußen.
---
Der Upload auf "meinen" Server dauert länger als gedacht. Er bricht immer wieder ab, aber so langsam scheine ich das im Griff zu haben. Das sind Geburtsschmerzen; wenn alles oben ist und nur noch die Updates hochgeladen werden, geht das ruckzuck. Aber bis dahin müssen über 50 GB an Bildern vom Handy übers WLAN auf diesen Server gepackt werden. Das klingt beim Schreiben schon anstrengend; wie heftig muss das dann für das arme Handy, den gestressten Router und den schwer ackernden Server sein. Ihr habt mein vollstes Mitgefühl. Und die Leute von der NSA haben mein Mitgefühl. Sogar die KI dürfte mittlerweile kotzen bei der Menge an unnützen Katzen- und Essensbildern. Aber nun denn.
Ob die NSA überhaupt noch da ist? Der orange Diktator und der Ketamin-Lakaie haben doch auch dort gewütet. Ob mein ehemaliger Nachbar noch voller Stolz seinen Job ausführt? Er ist ein ziemlich hohes Tier dort und nun hat er wieder den Clown als Chef. Plus einen paar andere Idioten, eingesetzt vom Clown. Wie fühlt sich das wohl an, wenn man eigentlich stolz auf sein Land ist, das auch mit Leib und Leben verteidigt hat (ja, er war an der Front) und nun die "Werte" der Neuen vertreten muss. Kündigen würde gehen, aber was macht man mit einem rein militärischem Studium? Kann man das 1:1 auf die freie Wirtschaft übertragen? Ist die Leitung einer Horde Hedgefonds-Manager das gleiche, wie Vorgesetzter einer Brigade an High-Tech-Nachrichtendienstler zu sein? Hm, wahrscheinlich schon. Vielleicht ist es für so einen hohen Militär gar nicht so wichtig, wer ganz oben am Hebel sitzt. Am Job ändert sich wahrscheinlich wenig. Man hört halt ab, ballert mal hier, mal dort rum. Schießt auf Ziel A, B und C. Wer die Ziele definiert, ist egal. Vielleicht ist es wie bei einem Chirurgen: da wird halt operiert. Der Blinddarm kommt raus, völlig egal, wer die Klinik gerade leitet. Und wenn man sich plötzlich auf Herzchirurgie spezialisiert, weil der neue Klinikchef da eine tolle Reportage auf Foxnews gesehen hat... tja, dann werden eben Aorten neu vernäht und Herklappen getauscht.
Keine Ahnung, wo sich der ehemalige Nachbar aktuell rumtreibt. Er war eine Zeitlang der Chef eines Stützpunkts hier in Europa. Mittlerweile ist er anscheinend irgendwo in der Nähe meines Heaquarter-Arbeitsplatzes tätig. Gut möglich, dass er bei den aktuellen Aktionen seines "Chefs" die Finger und was sonst noch so im Spiel hatte und hat. Aber so richtig offiziell ist das alles natürlich nicht. Er weiß sicher mehr über mich als umgekehrt. Würde mich trotzdem interessieren, wie es ihm so geht mit allem, was so passiert.
---
In der Nacht käme der Regen, Gewitter sogar. Und mit dem Regen, mit dem Gewitter käme die Abkühlung. Das haben sie gesagt, seit Tagen schon. Das hieß es schon am Freitag, als es zwar heiß, aber noch nicht so heiß wie gestern war. Und es war sehr heiß gestern. Aber nicht schlimm: in der Nacht kühlt es ja ab. Auf jeden Fall. Erst Regen und dann sogar Gewitter! Gewitter? Ja, Gewitter! Na dann kühlt es auf jeden Fall ab. Ein Glück, ist ja schon sehr heiß.
Es kam kein Gewitter. Noch nicht mal Regen. Es hat auch nicht abgekühlt. Lüften bringt auch nicht viel, denn jetzt ist sogar die frische Morgenbrise der letzten Tage verschwunden. Die Hitze steht, bewegt sich keinen Millimeter und am liebsten würde ich es genauso handhaben. Einfach stehen bleiben und keinen Millimeter bewegen. Aber selbst da kommt man ins Schwitzen.
Ich nehme übrigens Wetten bezüglich der Klimaanlagen in der Bahn für morgen an. Da bin ich unterwegs. Zur Option stehen:
a) sie ist schon die ganze Zeit kaputt
b) sie gibt erst während der Fahrt den Geist auf
Happy Monday, allerseits.
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Der Upload auf "meinen" Server dauert länger als gedacht. Er bricht immer wieder ab, aber so langsam scheine ich das im Griff zu haben. Das sind Geburtsschmerzen; wenn alles oben ist und nur noch die Updates hochgeladen werden, geht das ruckzuck. Aber bis dahin müssen über 50 GB an Bildern vom Handy übers WLAN auf diesen Server gepackt werden. Das klingt beim Schreiben schon anstrengend; wie heftig muss das dann für das arme Handy, den gestressten Router und den schwer ackernden Server sein. Ihr habt mein vollstes Mitgefühl. Und die Leute von der NSA haben mein Mitgefühl. Sogar die KI dürfte mittlerweile kotzen bei der Menge an unnützen Katzen- und Essensbildern. Aber nun denn.
Ob die NSA überhaupt noch da ist? Der orange Diktator und der Ketamin-Lakaie haben doch auch dort gewütet. Ob mein ehemaliger Nachbar noch voller Stolz seinen Job ausführt? Er ist ein ziemlich hohes Tier dort und nun hat er wieder den Clown als Chef. Plus einen paar andere Idioten, eingesetzt vom Clown. Wie fühlt sich das wohl an, wenn man eigentlich stolz auf sein Land ist, das auch mit Leib und Leben verteidigt hat (ja, er war an der Front) und nun die "Werte" der Neuen vertreten muss. Kündigen würde gehen, aber was macht man mit einem rein militärischem Studium? Kann man das 1:1 auf die freie Wirtschaft übertragen? Ist die Leitung einer Horde Hedgefonds-Manager das gleiche, wie Vorgesetzter einer Brigade an High-Tech-Nachrichtendienstler zu sein? Hm, wahrscheinlich schon. Vielleicht ist es für so einen hohen Militär gar nicht so wichtig, wer ganz oben am Hebel sitzt. Am Job ändert sich wahrscheinlich wenig. Man hört halt ab, ballert mal hier, mal dort rum. Schießt auf Ziel A, B und C. Wer die Ziele definiert, ist egal. Vielleicht ist es wie bei einem Chirurgen: da wird halt operiert. Der Blinddarm kommt raus, völlig egal, wer die Klinik gerade leitet. Und wenn man sich plötzlich auf Herzchirurgie spezialisiert, weil der neue Klinikchef da eine tolle Reportage auf Foxnews gesehen hat... tja, dann werden eben Aorten neu vernäht und Herklappen getauscht.
Keine Ahnung, wo sich der ehemalige Nachbar aktuell rumtreibt. Er war eine Zeitlang der Chef eines Stützpunkts hier in Europa. Mittlerweile ist er anscheinend irgendwo in der Nähe meines Heaquarter-Arbeitsplatzes tätig. Gut möglich, dass er bei den aktuellen Aktionen seines "Chefs" die Finger und was sonst noch so im Spiel hatte und hat. Aber so richtig offiziell ist das alles natürlich nicht. Er weiß sicher mehr über mich als umgekehrt. Würde mich trotzdem interessieren, wie es ihm so geht mit allem, was so passiert.
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In der Nacht käme der Regen, Gewitter sogar. Und mit dem Regen, mit dem Gewitter käme die Abkühlung. Das haben sie gesagt, seit Tagen schon. Das hieß es schon am Freitag, als es zwar heiß, aber noch nicht so heiß wie gestern war. Und es war sehr heiß gestern. Aber nicht schlimm: in der Nacht kühlt es ja ab. Auf jeden Fall. Erst Regen und dann sogar Gewitter! Gewitter? Ja, Gewitter! Na dann kühlt es auf jeden Fall ab. Ein Glück, ist ja schon sehr heiß.
Es kam kein Gewitter. Noch nicht mal Regen. Es hat auch nicht abgekühlt. Lüften bringt auch nicht viel, denn jetzt ist sogar die frische Morgenbrise der letzten Tage verschwunden. Die Hitze steht, bewegt sich keinen Millimeter und am liebsten würde ich es genauso handhaben. Einfach stehen bleiben und keinen Millimeter bewegen. Aber selbst da kommt man ins Schwitzen.
Ich nehme übrigens Wetten bezüglich der Klimaanlagen in der Bahn für morgen an. Da bin ich unterwegs. Zur Option stehen:
a) sie ist schon die ganze Zeit kaputt
b) sie gibt erst während der Fahrt den Geist auf
Happy Monday, allerseits.
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Sonntag, 22. Juni 2025
Atemcoach meets Blink-Guru
Kurz nach 8 Uhr ein Lauf am frühen Morgen. So früh ist das allerdings gar nicht; die halbe Straße war schon auf den Beinen. Bei den einen stehen schon die Fahrräder parat und man trinkt einen letzten Kaffee auf der Terrasse, der Nachbar von Gegenüber ist schon seit einer halben Stunde unterwegs. Bei ihm werden es wahrscheinlich eher zehn oder fünfzehn Kilometer. Bei mir drei. Immerhin. Und es sollten auch gar nicht mehr werden, ich muss ja langsam machen (das gilt für Strecke, wie auch Geschwindigkeit). Nach zwei Kilometern vorgestern heute dann also drei. Hat auch ganz gut geklappt. Ob es an den neuen supergedämpften Schuhen liegt? Keine Ahnung. Ich spüre allerdings auch, dass mehr momentan noch zuviel wäre. Drei Kilometer sind wunderbar. Das kann ich dann ja ganz dezent und mit der Zeit erhöhen. So, dass das Knie nicht merkt, wie es mehr wird.
Heute wird ein brutaler Hitzetag. Von 37 Grad in dieser Ecke der Republik ist die Rede. Das ist ganz schön viel. Das ist der Grund, warum alle schon am frühen Morgen so aktiv sind: später wird das nicht mehr gehen. Oder vielleicht doch, mal sehen. Ein paar Meter mit dem Rad möchte ich schon noch machen. Keine Weltreise, nur ein bisschen durch den Wald. Podcast hören, Waldluft atmen, überhaupt: atmen. Das kommt in letzter Zeit zu kurz. Es ist mehr ein Hecheln, was ich da mache. Als würde ich verfolgt. Und manchmal fühlt es sich auch so an. Wüsste nur nicht, wer oder was mich verfolgen sollte. Trotzdem hechle ich. Die ganzen Atmencoaches in meinen Social-Media-Timelines predigen das tiefe Atmen und ich verstehe total, dass das eine wichtige Sache ist, dieses tiefe Atmen und ich versuche das dann auch. Und oft klappt es auch, aber das ist dann nur temporär. Wenn ich nicht mehr darauf achte, so richtig tief zu atmen, komme ich wieder ins hecheln. So lange, bis der nächste Atemcoach in der Timeline auftaucht und vom tiefen Atmen predigt. Ich erkenne die Damen und Herren mittlerweile schon beim Scrollen. Dann habe ich ein schlechtes Gewissen und hechle nochmal mehr, um mich gleich darauf in tiefen Atmen zu versuchen, in der Hoffnung, dass sie mein vorheriges Hecheln nicht bemerkt haben und denken, dass ich die ganze Zeit schon vorschriftsmäßig tief atme.
Ein paar dieser Atemcoaches kenne ich sogar persönlich. Sie waren nicht immer Atemcoaches; tatsächlich weiß ich gar nicht, seit wann Atmen etwas Coachenswertes wurde. Klar, es war schon immer ein Teil von Yoga, Meditation, usw. ("tiiiiiieeeef einatmen...."), aber als eigenständiger Coachingzweig? Das wäre, als gäbe es einen speziellen Fahrschullehrer fürs Blinken. "Da kommt eine Abzweigung... was haben wir gelernt? Genau. Ganz ruhig heranfahren und den Finger lang machen. Genau so. Gaaaanz lang machen. Wir nennen das "Long Finger". Und diesen legen wir nun an den Hebel... und jetzt alle: blinken, blinken, blinken. Sehr gut! Gleich nochmal, da vorne biegen wir ab, aber diesmal nach rechts."
Vielleicht gibt es das auch als Kombi: Atemcoach meets Blink-Guru. Für die nervösen Blinker.
Die mir persönlich bekannten Atemcoaches kommen aus dem Sales und der Büro-Assistenz. Beide sind noch in ihren Brotjobs unterwegs, das Atemcoachen wirft wohl noch nicht genug ab. Ohnehin ist Atmencoachen eine Sache, an der man mit viel Idealismus rangehen muss. Andererseits: aus Business-Sicht vielleicht doch nicht schlecht. Geatmet wird schließlich immer. Halt oft nicht tief genug.
Heute wird ein brutaler Hitzetag. Von 37 Grad in dieser Ecke der Republik ist die Rede. Das ist ganz schön viel. Das ist der Grund, warum alle schon am frühen Morgen so aktiv sind: später wird das nicht mehr gehen. Oder vielleicht doch, mal sehen. Ein paar Meter mit dem Rad möchte ich schon noch machen. Keine Weltreise, nur ein bisschen durch den Wald. Podcast hören, Waldluft atmen, überhaupt: atmen. Das kommt in letzter Zeit zu kurz. Es ist mehr ein Hecheln, was ich da mache. Als würde ich verfolgt. Und manchmal fühlt es sich auch so an. Wüsste nur nicht, wer oder was mich verfolgen sollte. Trotzdem hechle ich. Die ganzen Atmencoaches in meinen Social-Media-Timelines predigen das tiefe Atmen und ich verstehe total, dass das eine wichtige Sache ist, dieses tiefe Atmen und ich versuche das dann auch. Und oft klappt es auch, aber das ist dann nur temporär. Wenn ich nicht mehr darauf achte, so richtig tief zu atmen, komme ich wieder ins hecheln. So lange, bis der nächste Atemcoach in der Timeline auftaucht und vom tiefen Atmen predigt. Ich erkenne die Damen und Herren mittlerweile schon beim Scrollen. Dann habe ich ein schlechtes Gewissen und hechle nochmal mehr, um mich gleich darauf in tiefen Atmen zu versuchen, in der Hoffnung, dass sie mein vorheriges Hecheln nicht bemerkt haben und denken, dass ich die ganze Zeit schon vorschriftsmäßig tief atme.
Ein paar dieser Atemcoaches kenne ich sogar persönlich. Sie waren nicht immer Atemcoaches; tatsächlich weiß ich gar nicht, seit wann Atmen etwas Coachenswertes wurde. Klar, es war schon immer ein Teil von Yoga, Meditation, usw. ("tiiiiiieeeef einatmen...."), aber als eigenständiger Coachingzweig? Das wäre, als gäbe es einen speziellen Fahrschullehrer fürs Blinken. "Da kommt eine Abzweigung... was haben wir gelernt? Genau. Ganz ruhig heranfahren und den Finger lang machen. Genau so. Gaaaanz lang machen. Wir nennen das "Long Finger". Und diesen legen wir nun an den Hebel... und jetzt alle: blinken, blinken, blinken. Sehr gut! Gleich nochmal, da vorne biegen wir ab, aber diesmal nach rechts."
Vielleicht gibt es das auch als Kombi: Atemcoach meets Blink-Guru. Für die nervösen Blinker.
Die mir persönlich bekannten Atemcoaches kommen aus dem Sales und der Büro-Assistenz. Beide sind noch in ihren Brotjobs unterwegs, das Atemcoachen wirft wohl noch nicht genug ab. Ohnehin ist Atmencoachen eine Sache, an der man mit viel Idealismus rangehen muss. Andererseits: aus Business-Sicht vielleicht doch nicht schlecht. Geatmet wird schließlich immer. Halt oft nicht tief genug.
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Samstag, 21. Juni 2025
In meinem nächsten Leben
Es ist erstaunlich frisch am Morgen. Wird es vielleicht doch nicht der brutale Hitzetag, von dem die Rede war (die Vorstufe zum morgigen Megalomaniac-Hitzedrama mit den ersten 37 Grad des Jahres)? Es ist sogar fast kalt, wenn man mit T-Shirt draußen sitzt. Der Himmel ist bewölkt (Schleierwolken, wenn mich mein defizitäres Wolkenwissen nicht täuscht) und es ist windig. Die Fenster sind alle aufgerissen, damit die Hitze der Nacht (die eher die Hitze des gestrigen Tages ist) entweichen und der Schweiß in den Laken (auch da: das ist den Temperaturen und keinen schweißtreibenden Aktionen geschuldet) trocknen kann. Vielleicht ist das aber auch nur die Ruhe vor dem Sturm und die Sonne nimmt Anlauf, um später zu zeigen, was sie kann. Man wird sehen.
In der Stadt findet heute ein "Mammutmarsch" statt. Viele Menschen marschieren - entweder 42 oder 60 Kilometer. Vielleicht sehe ich davon später ein paar, wenn ich mit dem Fahrrad durch die Prärie brettere. Man sollte sie an den großen Rucksäcken, den roten Köpfen (was vermutlich noch heftiger wird, sollte sich die Sonne noch zu Wort melden) und den Plüsch-Mammuts am Gepäck erkennen.
Ich bin auch angemeldet, allerdings nicht zu diesem. Mein Marsch findet im August statt und nicht hier, sondern in Hessen. August... ob das eine clevere Wahl war, wird sich noch zeigen. Könnte sehr heiß werden. Allerdings werden es für mich "nur" 30 Kilometer. Immer noch viel, aber halt eine andere Hausnummer als 60. Richtig Hardcore sind die 100 Kilometer. Das mache ich dann in meinem nächsten Leben und ein paar Jährchen früher. Das ist dann das Leben, wo ich auch Marathon laufe, mich von Anfang an einigermaßen gesund ernähre, keinen Mist baue, glücklich und zufrieden bin, keine Sorgen, keine Probleme habe und bis ins hohe Alter fit und gesund bleibe, bis mich dann - idealerweise beim Sex eine Millisekunde nach dem Höhepunkt - der plötzliche Herztod ereilt. Wobei... das ist schon ein bisschen egoistisch. Die/der arme Sexpartner/in. Möchte man ja auch nicht, dass die andere Person einfach so neben (oder auf oder hinter oder vor) einem stirbt. Wie erklärt man das dem Arzt, der Polizei, den Leuten vom Hotel, dem Bademeister, dem Kellner oder wer auch immer als erstes dazu kommt? Und überhaupt ist das sicher ein traumatisches Erlebnis. Vielleicht wäre es gut, wenn beide - also sowohl ich, als auch mein/e Sexparter/in zeitgleich kommen und direkt im Anschluss sterben? Auch nicht schön für die, die uns finden, aber nun denn. Allerdings wäre es auch für meine/n Sexpartner/in nicht schön... so jung sterben. Das ist doof.
Aber das ist ja erst in meinem nächsten Leben.
In der Stadt findet heute ein "Mammutmarsch" statt. Viele Menschen marschieren - entweder 42 oder 60 Kilometer. Vielleicht sehe ich davon später ein paar, wenn ich mit dem Fahrrad durch die Prärie brettere. Man sollte sie an den großen Rucksäcken, den roten Köpfen (was vermutlich noch heftiger wird, sollte sich die Sonne noch zu Wort melden) und den Plüsch-Mammuts am Gepäck erkennen.
Ich bin auch angemeldet, allerdings nicht zu diesem. Mein Marsch findet im August statt und nicht hier, sondern in Hessen. August... ob das eine clevere Wahl war, wird sich noch zeigen. Könnte sehr heiß werden. Allerdings werden es für mich "nur" 30 Kilometer. Immer noch viel, aber halt eine andere Hausnummer als 60. Richtig Hardcore sind die 100 Kilometer. Das mache ich dann in meinem nächsten Leben und ein paar Jährchen früher. Das ist dann das Leben, wo ich auch Marathon laufe, mich von Anfang an einigermaßen gesund ernähre, keinen Mist baue, glücklich und zufrieden bin, keine Sorgen, keine Probleme habe und bis ins hohe Alter fit und gesund bleibe, bis mich dann - idealerweise beim Sex eine Millisekunde nach dem Höhepunkt - der plötzliche Herztod ereilt. Wobei... das ist schon ein bisschen egoistisch. Die/der arme Sexpartner/in. Möchte man ja auch nicht, dass die andere Person einfach so neben (oder auf oder hinter oder vor) einem stirbt. Wie erklärt man das dem Arzt, der Polizei, den Leuten vom Hotel, dem Bademeister, dem Kellner oder wer auch immer als erstes dazu kommt? Und überhaupt ist das sicher ein traumatisches Erlebnis. Vielleicht wäre es gut, wenn beide - also sowohl ich, als auch mein/e Sexparter/in zeitgleich kommen und direkt im Anschluss sterben? Auch nicht schön für die, die uns finden, aber nun denn. Allerdings wäre es auch für meine/n Sexpartner/in nicht schön... so jung sterben. Das ist doof.
Aber das ist ja erst in meinem nächsten Leben.
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