Dienstag, 28. September 2010
Waschen, trocken, legen

Auf die Frage, wie es mir geht, gibt es aktuell nur zwei Antwortmöglichkeiten. "Ganz gut", wenn ich nicht wimmernd und mitleidig rüberkommen will oder "Frag nicht" in der Hoffnung, dass das Wink genug ist, um zu erkennen, dass mir alles zuviel ist, ich alles grauenhaft finde, aber trotzdem in Ruhe gelassen werden will.

Andererseits: anderen gehts auch nicht immer gut. Gestern kam eine Email von einer Bekannten, die ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Die zugehörige Domain zu der Emailadresse ist eine Werkstätte für "besondere Menschen", wie das heutzutage politisch korrekt heißt. Nun frage ich mich die ganze Zeit, ob sie dort arbeitet oder ob Bewohner dort auch eigene Emailadressen kriegen. Nachfragen geht natürlich nicht. In dem Heim sind nicht nur Menschen der geistig-besonderen Art, sondern auch Leute mit extremen körperlichen Gebrechen und sie war schon vor vielen Jahren rückenbedingt ein Wrack. Könnte also durchaus sein, dass sie sich dort von jungen Zivis waschen, trocknen und legen lässt und sich auch sonst das Leben schmerzgemildert schön macht.

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Samstag, 18. September 2010
Golf

"Weiß nicht, ob es zeitlich hinhaut. Muss da eventuell meine Golfschläger abholen."

"Golf? Heißt das, Du verzichtest ab jetzt auf Sex?"


Hat ja immer noch ein schlechtes Image, dieses Golf. Wenn man aber die Wald- und Wiesenvariante spielt, die auch Bier und/oder Cocktails beinhaltet und dafür auf die sonst so heilige Etiquette pfeifft ist das was ganz anderes. Da geht dann auch Sex. Bzw. würde. Theoretisch.

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Dienstag, 14. September 2010
The trick is...

...to keep breathing.

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Montag, 14. Dezember 2009
...

Ich kann mich an ein Jahr erinnern, an dem ich an genau diesem Tag im tiefsten Oberschwaben in einer von Dorfpomeranzen und Bauerntölpeln frequentierten Provinzdisse die Welt an sich, ein paar Idioten im speziellen und mein Leben im Allgemeinen verfluchte und insgeheim wusste, dass es für die nächsten paar Jahre nicht besser werden würde. Dann gab es dieses ominöse Jahr, das mir hätte eine Warnung sein sollen. Ich meine: größer können Zaunpfähle nicht sein und noch mehr winken geht gar nicht. Aber das Trottelgen war wohl schon zu ausgeprägt, oder vielleicht zeigte der extreme Hang zur Selbstzerstörung damals schon Blüten, jedenfalls bin ich mit Ansage ins offene Messer gelaufen, ohne zu Wissen, wie happig das alles einmal sein wird.

Vor ganz ganz vielen Jahren war toll. Da habe ich nachts noch betrunken im Bett einen Brief geschrieben, bin nochmal aufgestanden und zum Briefkasten gewankt und habe den Brief abgeschickt. Entweder er kam nie an oder er war so grauenhaft, dass man ihn am besten direkt verbrennt. Jedenfalls wurde ich nie darauf angesprochen und nachzufragen traute ich mich nicht. Im Nachhinein muss man froh sein, dass es zu der Zeit noch keine Emails gab. Aufstehen und an den Briefkasten latschen ist dann doch eine gewisse Hemmschwelle; eine Email ist schnell geschrieben.

Die letzten Jahre war dieser Tag meistens ziemlich beschissen. Selber schuld, wenn man Zaunpfahl nebst ausgiebigem Winken so vehemment ignoriert. Insofern finde ich das Konzept der ausgleichenden Gerechtigkeit gar nicht mal so schlecht, vor allem, wenn es endlich mal mir zugute kommt.

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Dienstag, 14. Juli 2009
...

Es gibt Parfüms, die wie frischgestampfter Traubentrester riechen. Eine leicht vergorene Note unterstreicht das Winzerfeeling. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich das gut finden soll, aber es lenkt zumindest von der feuchten Hitze ab. Ist ja auch schon mal was.

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