Samstag, 9. Mai 2026
Kurz vorm Containern

Too good to go ist eigentlich ein tolles Prinzip: Lebensmittel, die nicht verkauft wurden, kann man günstiger erwerben, anstatt dass das Zeug auf dem Müll landet. Quasi die Stufe kurz vor Containern, der Händler kriegt noch ein bisschen Geld für Ware, die er auf normalem Weg nicht verkauft gekriegt hat, der Käufer noch gute Ware zu einem Schnäppchenpreis, eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. So ein bisschen wie die "Brot vom Vortag"-Nummer beim Bäcker, nur digital via App. Und - und das widerspricht dem System - man kann am Vortag schon eine "Tüte" für den nächsten Tag bestellen. Nicht kann; man muss sogar, denn es geht nur so, dass man am Vortag bestellt. Das wiederum bedeutet, dass der Bäcker am Ende des Tages die Sachen auf jeden Fall vorhalten muss, selbst wenn er sie noch regulär verkaufen kann. Die "Reste" sind schon verkauft, es muss also auf jeden Fall Reste geben. Meist ist es dann so, dass neben den Too good to go-Tüten auch noch viel anderer Restkram rumliegt, der dann eben doch im Müll (bzw. in dieser Bio-Restmüll-Verbrennungsanlage) landen. Da wären auch die drei, vier Tüten gelandet, die man am Vortag aber schon via App verhökert hat. Irgendwie ist das nix. Also für mich als Käufer schon: Günstiger kommt man nicht an Backwaren. Aber dem eigentlich gewollten Prinzip entspricht es nicht und das Gefühl, die Welt gerettet oder zumindest ein Stück weit verbessert zu haben, stellt sich auch nicht ein. Die Brötchen schmecken aber trotzdem und in Kaffee getaucht sind auch die süßen Stücke noch wunderbar.

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Der gestrige Zehnkilometerlauf war anstrengend. Meine Beine sind so müde. Das größte Problem ist, dass ich es nicht hinkriege langsam zu laufen. Das klingt komisch, weil ich grundsätzlich nicht sonderlich schnell bin, aber für meine Verhältnisse eben schon. Ich möchte aber langsamer sein, damit ich auch längere Strecken hinkriege. Hat gestern aber wieder nicht geklappt. Entsprechend platt war ich und ich musste zwischendurch auch zwei kurze Gehpausen einlegen. Die waren tatsächlich sehr kurz, aber trotzdem kratzt es an meinem Ego, dass sie sein mussten. Und das nur, weil ich es nicht hinkriege langsamer zu werden. Vielleicht lade ich mir mal ein paar Reden von Rudolf Scharping und Winfried Kretschmann aufs Handy. Wenn ich mich deren Tempo anpasse, sollte es klappen mit langsamer werden.

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Heute wird ein sonniger Tag. Keine Ausrede, um den Garten Garten sein zu lassen. Unkraut - erstarre in Furcht!

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