Sonntag, 7. November 2010
We are the People

Kürzlich über ein Video auf youtube (Golfkram, fragen Sie nicht) auf einen Song aufmerksam geworden, den ich sensationell fand. Es passte alles: das Setting, die Stimmung, der Song. Den Namen der Kombo konnte ich mir so einigermaßen merken, aber es war dann doch nicht mehr so wichtig und es geriet einige Tage in Vergessenheit. Bis heute. Da kam ein Song im Radio und den fand ich super. Das ultraausgefeilte Hightechdingens am Radio nannte mir den Namen der Band und siehe da: es war diesselbe. Zwei Gute Songs in kurzer Zeit und dann noch vom gleichen Interpreten... sowas hat man selten. Es lohnte sich als dranzubleiben. Beim TV-Switchen machte es bei einem Werbeblock plötzlich Klick und nun weiß ich auch, woher ich den zweiten Song kenne. Es ist jener hier:


Yep, das ist von dem Telekomdienstleister, der bis vor kurzem noch der Meinung war, dass es total toll wäre, wenn die Blog– und überhaupt die ganze digitale Welt doch auch seine Dienste in Anspruch nähme und dafür eine ganz und gar untolle Kampagne hochgezogen hat, die der Headagentur zu Recht den Kopf kostete. Der neue Spot ist das komplette Gegenteil, nämlich ziemlich cool und vor allem mit eben jener coolen Musik unterlegt. Aber Scheiss auf Werbung: da sind noch einige mehr Perlen auf der CD (die keine ist, weil via iTunes heruntergeladen).

Und demnächst erzähle ich, warum ich mir heute so richtig fehl am Platz vorkam.

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Freitag, 15. Oktober 2010
Zwegat, ich komme

So, das Ende rückt näher. Heute kam die finale Überweisung vom Konto, das eigentlich mal als Vorsorgefinanzierung für wasauchimmer gedacht war. 1200 Euro davon sind schon weiterüberwiesen. “Für laufende Kosten”. Das dürfte so ca. 1,5-2 Monate halten. Bezahlt wird davon allerdings auch das neue Handy; das reisst auch nochmal ein kleines Loch in diese Planung. Der Rest wird Stück für Stück weniger, denn ich arbeite Vollzeit, habe aber am Ende jeden Monats 800 Euro weniger als zuvor. Die Überstunden bekomme ich nicht ausbezahlt, was sich aber beim aktuellen Steuersatz eh nicht lohnen würde. Im November kommt nun auch noch nur etwa die Hälfte des üblichen Gehalts; der diffusen Direktversicherung sei Dank. Das Prinzip dahinter ist mir noch vollkommen unklar, aber es ist mir peinlich zum dritten Mal nachzufragen. Die schlaue Anweisung der Personalabteilung doch mal nachzufragen, ob man das mit dem Bonus des nächsten Jahres verrechnen kann ist zwar nett gemeint ...aber wer weiß, ob es nächstes Jahr einen Bonus gibt? Die Marktlage sieht nicht danach aus; ich bin ja kein Investmentbanker.
Bis zum Ende des Jahres muss ich einen hohen vierstelligen Betrag zur Verfügung stellen, um eine Liquidation zu finanzieren. Das Geld bekomme ich anschließend zurück, was grundsätzlich schön und gut ist; nur leider habe ich keinen hohen vierstelligen Betrag zur Hand, den ich einfach mal so hinblättern könnte.
Heute habe ich wegen Winterreifen angefragt. Um kurz vor Sechs rief der nette Herr von der Werkstatt an. Geschockt bin ich nach solchen Telefonaten schon lange nicht mehr; nur ein Stück mehr deprimiert. Eigentlich sollte ich auf die Reifen verzichten. Wenn es richtig glatt wird habe ich mir dann neben einem Haufen Geld auch viel zukünftigen Frust erspart. Aber diese modernen Autos sind ja so scheisssicher. Wahrscheinlich hätte ich ein zerschundenes Gesicht, zwei, drei fehlende Gliedmaßen und einen geschrotteten Wagen, den ich nicht mal ersetzt bekomme, weil die dämliche Versicherung nichts zahlt, wenn man keine Winterreifen drauf hatte.

Das Gejammere ist allerdings auf hohem Niveau. Mein Bruder ist die Familienreserven schon für einen Immobilienkauf angegangen und nichts läge mir aktuell ferner als eine weitere Immobilie, die nur noch mehr Kosten verursacht. Andererseits ist es auch nicht Sinn der Sache jeden Monat Miese zu machen, während man sich Tag für Tag den Arsch weiter aufreisst als dieser Goatsetyp. Allein... es fehlt an Alternativen. Dass einem allerdings das Messer in der Tasche aufgeht, wenn man bedenkt, wo die ganze Kohle hinwandert, die einem am Ende fehlt, wäre für jeden verständlich. Manchmal bin ich ganz froh um die Gandhigene, die in mir sind. Gibt schon genug Aggressivität da draußen.

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Freitag, 8. Oktober 2010
Tatort Internet

Ich habe gerade "Tatort Internet" auf RTL II gesehen. Eine der übelsten Sendungen seit langem und das lag nicht nur an dem Blondchen mit dem Adelstitel. Dieser Udo Nagel war sogar noch eine Spur unerträglicher und das will was heißen.

Als dann diese ganzen Typen schwerst verpixelt zur Rede gestellt wurden, dachte ich an ein paar Treffen mit einer viel jüngeren Bekannten in der Spelunke und ob das wohl auch so suspekt ausgehen haben könnte. Dann wurde mir mein Alter bewusst; und somit ihres, das, wäre sie Pornodarstellerin, schon in Richtung Ruhestand tendieren würde. Oder alternativ in irgendwelche Fetischbereiche, wo Alter zweitrangig ist (und wenn man es lange genug durchzieht ist das Alter dann das Verkaufsargument). Sie ist aber keine Pornodarstellerin, zumindest nicht, dass ich wüsste. Dafür aber im absolut legalen Alter. Glück gehabt. So eine verquere Pseudojournalistin am Tisch hätte mir gerade noch gefehlt.

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Dienstag, 5. Oktober 2010
Es bleibt spannend

Der Sonntag Abend war ein Vorgeschmack auf das, was da noch kommen könnte. Ein Revival des letzten Jahres und das letzte, was ich will. Wobei... stimmt so nicht ganz: in komprimierter Form wäre das gar nicht mal das Schlechteste. Ein kurzes Anklingen lassen so wie jetzt, dann im Schnellverfahren und auf Fast Forward das restliche Prozedere, um dann in ein oder zwei Wochen das Grande Finale einzuläuten - idealerweise mit einem Big Bang im nicht-übertragenen Sinn. Die Chancen dafür stehen allerdings nicht so gut; dafür hat sich das Miststück noch zu gut im Griff. Noch, aber sowas kann sich, glaubt man den einschlägigen Foren und Berichten, auch schneller ändern als man denkt.
Tatsächlich klicke ich mich schon täglich durch die Onlineausgabe der Regionalausgabe, in der Hoffnung bei den Polizeinachrichten eine passende Meldung zu finden. Das ist nicht nett, aber die Kuschelkurszeiten sind so langsam mal vorbei und auch bei Günter Jauch sind die Joker irgendwann mal aufgebraucht. Ich bin nicht die Heilsarmee und meinetwegen darf sich jeder so arschlochmäßig verhalten wie sie/er es für angemessen hält, aber wenn andere darunter leiden ist das Ende der Fahnenstange schon mehrere Handbreit überschritten. Absturz mag Grundrecht sein, aber dann bitte alleine.

Es ist übrigens durchaus faszinierend, zu welchen Gewaltphantasien man imstande ist. Und fast noch faszinierender ist manchmal, wie man es schafft, dass es Phantasien bleiben. Und so richtig faszinierend ist, dass das weniger mit Hass denn mit Hilflosigkeit zu tun hat - wobei sich aus dieser Hilflosigkeit natürlich auch Hass entwickelt. Aber in der zeitlichen Abfolge kam der später.

Es bleibt spannend.

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Dienstag, 28. September 2010
Waschen, trocken, legen

Auf die Frage, wie es mir geht, gibt es aktuell nur zwei Antwortmöglichkeiten. "Ganz gut", wenn ich nicht wimmernd und mitleidig rüberkommen will oder "Frag nicht" in der Hoffnung, dass das Wink genug ist, um zu erkennen, dass mir alles zuviel ist, ich alles grauenhaft finde, aber trotzdem in Ruhe gelassen werden will.

Andererseits: anderen gehts auch nicht immer gut. Gestern kam eine Email von einer Bekannten, die ich schon seit Jahren nicht mehr gesehen habe. Die zugehörige Domain zu der Emailadresse ist eine Werkstätte für "besondere Menschen", wie das heutzutage politisch korrekt heißt. Nun frage ich mich die ganze Zeit, ob sie dort arbeitet oder ob Bewohner dort auch eigene Emailadressen kriegen. Nachfragen geht natürlich nicht. In dem Heim sind nicht nur Menschen der geistig-besonderen Art, sondern auch Leute mit extremen körperlichen Gebrechen und sie war schon vor vielen Jahren rückenbedingt ein Wrack. Könnte also durchaus sein, dass sie sich dort von jungen Zivis waschen, trocknen und legen lässt und sich auch sonst das Leben schmerzgemildert schön macht.

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