Montag, 19. Dezember 2011
Bzzzzzz

Dank Trief- und Schnupfennase erfolgreich vor der Pseudoweihnachtsfeier heute gedrückt. Lust hatte ich sowieso nicht drauf, aber nachdem absehbar ist, dass sich mein Oberboss verabschieden wird, besteht die berechtigte Annahme, dass es auch noch rührselig wird und das muss ich mir beim besten Willen nicht geben. Zum Glück habe ich in der Fabrik schon mal so ziemlich jeden Raum durchgenießt; man nimmt mir die Krankheit also ab (wahrscheinlich auch deshalb, weil sie tatsächlich da ist). Wenn ich früher gewusst hätte, dass ich quasi halbungeplant nicht teilnehme, hätte ich noch ein Wichteln organisiert.

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Ein Freund, in etwa gleicher Jahrgang wie ich, rast ungebremst in die Midlife Crisis. Aktuell gräbt er an einer Dreiundzwanzigjährigen rum. Mir wäre das ja viel zu anstrengend, so ein junges Ding, dachte ich bisher. Die wollen doch immer nur Party, Disko, Justin Bieber-Konzerte und wenn man mal daheim ist läuft DSDS oder so ein Mist. Dachte ich, bis ich die Dame nun kürzlich kennenlernen durfte. Was soll ich sagen... im Vergleich zu ihr bin ich ein Wirbelwind und Energiebündel. Ich hätte fragen sollen, ob sie eine Freundin mit ähnlichen Ambitionen hat, dann hätten wir zu viert eine zwar standesgemäße, aber dennoch einigermaßen ruhige Midlife Crisis-Phase durchleben können. Wobei... wenn das die Sturm- und Drangzeit dieser Dame ist, stirbt sie, sobald sie es noch ruhiger angehen lässt. Zumindest dürfte kein Puls mehr fühlbar sein und ruckzuck wird man dann für tot erklärt und wacht erst auf, wenn man in einer Holzkiste unter der Erde liegt und es zu spät ist (es sei denn, man hat sich so eine Klingel in den Sarg einbauen lassen. Soll es ja geben, habe ich gehört. Für die ganz Paranoiden, die wirklich Angst haben, dass sie fälschlicherweise lebendig begraben werden).

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Cheffe added jetzt die ganzen Kollegen bei FB. Mich noch nicht. Entweder er ist selbst dafür zu blöd, er ist so langsam, dass er noch nicht bei mir angekommen ist oder das ist ein subtiler Hinweis auf wasauchimmer. Letzteres ist es ziemlich sicher nicht, denn subtil ist noch eines der Dinge, die ich er nicht kann.

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Bzzzzzzz. Das typische Geräusch in diesen Tagen, wenn ich irgendetwas aus Metall oder menschlichem Fleisch anfasse und der Hauptgrund, warum ich dieses trockene kalte Wetter nicht mag. Wenn ich aus dem Auto steige, halten mich die Leute, die das sehen, wahrscheinlich für den größten Trottel im näheren Umkreis. Wie ich krampfhaft versuche, etwas Metallisches anzufassen, bevor ein Bein den Boden berührt hat aber auch was Armseliges. Wenn ich schon das Knistern beim Mantel ausziehen höre und spüre, graut mir von dem Moment, an dem sich die Spannung entlädt.

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Spannung entladen bei Berührungen von menschlichem Fleisch können allerdings auch ganz angenehm sein ...solange keine elektrische Aufladung dabei ist. Wobei... ich erinnere mich an eine "Wa(h)re Liebe"-Sendung, bei der es um Leute ging, die genau das gut finden. Prinz-Albert-Piercing. Strom... denken Sie sich Ihren Teil.

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Meine Mutter hat jetzt neue Zähne. Sie ist noch mitten in der Eingewöhnungsphase und klingt wie Katja Burkhardt bei Punkt 12. Naja, vielleicht nicht ganz so übel.

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Schnief (darf man! Hochziehen soll besser sein als schneuzen!)

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Samstag, 17. Dezember 2011
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Gebackener Schafskäse, Riesenbohnen in Tomatensauce, Meat Balls, Meeresfrüchtesalat, Dorade, gefüllte Pulpo, Gyros, Knoblauchbrot, Pommes Frites, gegrillte Pepperoni... wenn das mal keine Entschuldigung für vier Runden Ouzo ist, weiß ich auch nicht.

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Männerschnupfen. Eine der schlimmsten Geißeln der Menschheit. Jetzt hat es mich auch erwischt. Hoffentlich überlebe ich das.

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Im ersten Moment kurz geschluckt, als ich das Preisschild der Jacke mal näher betrachtete. Dann im Kopf überschlagen, wie lange ich dank konsequenter Verweigerung jeglicher Modeerscheinung diese Jacke wohl in Gebrauch haben werde. Dann gings wieder. Allerdings hat die Kreditkarte trotzdem gezittert, als sie in die Maschine geschoben wurde. Armes Ding.

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Heute dann auch das erste (und dieses Jahr wahrscheinlich einzige Mal) auf dem Weihnachtsmarkt gewesen. Jetzt weiß ich auch, wie sich Joseph und Maria gefühlt haben, als sie an den Herbergen abgewiesen wurden: die russische Grillbudentante dürfte in etwa den gleichen Ton drauf haben wie die Herbergsväter damals.
Hier war der Männerschnupfen übrigens von Vorteil: von Glühwein habe ich nichts gerochen. Allerdings auch nichts von den leckeren Sachen. Tja.

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Hohoho

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Freitag, 16. Dezember 2011
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Schon vor dem heutigen griechischen Weihnachtsessen Magenprobleme zu haben, ist ja was ganz Neues. Normalerweise kommen die meist erst hinterher ...trotz ausgiebigem Kontereinsatz von Ouzo. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder es wird schlimmer (wobei ich nicht wüsste, wie das gehen soll. Es ist ja nichts Verwertbares mehr in mir) oder es hört auf (Im "Jetzt ist es eh egal"-Sinne und es kommt zu einer spontanen Selbstheilung). Kann mit beidem leben, weil machen kann man eh nichts.

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Und derweil ist es weiterhin stürmisch. Blöderweise nur draußen.

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Donnerstag, 15. Dezember 2011
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Muss noch eine Email ans Amt schreiben. Nicht, weil ich wirklich Wichtiges mitzuteilen hätte, aber da die Gegenseite anscheinend jeden Atemzug dokumentiert, sollte ich auch mal Präsenz zeigen. Ich könnte mal dezent auf den Jahrestag der großen Sause hinweisen, der demnächst ansteht. Sylvester vor einem Jahr haben die Korken im Mittelmeer geknallt, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Inklusive Vorfeier von fünf Tagen plus ein Tag Nachfeier. Quasi eine Woche Koma. Kann man machen, dann aber bitte ohne Menschen, für die man verantwortlich ist. Interessiert die vom Amt leider nicht mehr. Die sind auch leicht angealzheimert bei solchen Sachen.

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Zwei "anonyme" Anrufe auf dem Handy. Könnte gut und gerne Cheffe sein, der heute zu einem wichtigen Termin beim wichtigen Kunden war. Falls dem so ist, sind entweder den Kunden los oder haben eine Schweinemenge an Arbeit zusätzlich. Beides blöd. Bedingt durch ein leicht übertriebenes Ego könnte auch gut sein, dass er einfach mal durchklingeln wollte, um zu vermelden, was für ein toller Hecht er in diesem großen Teich voller Guppys er doch ist.
Vielleicht wars aber auch ein ganz anderer "Anonymer".

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Hab mit dem Laufen angefangen. Vorerst mal die Nase, der Rest folgt dann irgendwann. Vielleicht.*

* Zeitverwertung. War schon bei Twitter

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Mittwoch, 14. Dezember 2011
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Stürmische Zeiten gerade. Zumindest draußen. Todesmutig turnen Leute beim Nachbarn auf dem Dach herum und montieren Sonnenkollektoren. Auch ein bisschen arg optimistisch jetzt noch Sonnenkollektoren aufs Dach zu setzen, aber vielleicht ist es da wie beim Heizöl: außerhalb der Saison sind die Dinger günstiger. Heruntergefallen ist anscheinend keiner: das hätte man mitgekriegt.
Was macht man an so einem stürmischen Tag, wenn man nicht gerade Sonnenkollektoren auf Dächern anbringt? Genau: am besten nichts im freien. Drinnen ist es aber ehrlich gesagt eher langweilig. Nicht, dass Langeweile etwas Schlechtes wäre. Es geht nichts über gepflegte Langeweile (siehe den Polt-Artikel kürzlich), zumal sich das mit Langweile ab morgen wieder hat (back to work. Grmpf). Wenn es dann mal zuviel wurde mit der Langeweile habe ich gelesen. Und noch eine Runde geschlafen. Und wie! Das wäre glatt als Koma durchgegangen. Ich atme übrigens zwischendurch nicht. Also nicht im Tiefschlaf (obwohl... da vielleicht auch), sondern so kurz vorm finalen Wegsacken. Ganz seltsam. Vielleicht übt sich mein Unterbewusstsein im Suizid light, schaffts aber dann doch nicht ganz. Bisher kam dann nämlich immer ein plötzliches tiefes Einatmen, wie ein Taucher, dem ganz weit unten plötzlich der Sauerstoff ausgeht, er sich nach oben kämpft und dann die Lungen vollsaugt, sobald er an der Oberfläche ist. Jedenfalls wache ich dann davon wieder ein Stückchen auf.

Außerdem sollte man nicht versuchen des Nachts in betrunkenem Zustand auf dem Heimweg mit der neuen Kamera Blitzlichtbilder vom Mond machen. Wenn es unbedingt sein muss, sollte man aber darauf achten, dass keine anderen Leute unterwegs sind. Die schauen dann nämlich ganz komisch. Zum Glück habe ich nicht auch noch gesungen.

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