Freitag, 15. Juni 2012
2865

Die braunen Kumpels haben ihrem Kameraden eine Flasche Schnaps aufs Grab gelegt. Bin mal gespannt, wie lange die da steht. Früher oder später kriegen das auch die Dorfsüffel mit und ruckzuck ist der Fusel weg und durch Gießwasser ersetzt. Merkt eh niemand, bis die ersten Algen in der Flasche auftauchen.

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Müde. Aber sowas von...

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Freitag, 15. Juni 2012
2864

In der Spelunke haben sie jetzt ganz schicke rechteckige Teller. Nicht ganz rechteckig, sondern mit so einem hübschen Schwung. Wellenförmig irgendwie. Und sie streuen jetzt sogar über die Schnitzel irgendwelche Trockenkräuter. Manche Dinge sind aber gleichgeblieben: das Brot ist nach Zufallsprinzip mal Weiß-, mal Grau-, mal Mischbrot, manchmal getoastet, manchmal nicht, mal frischer, mal eher nicht so. Schmeckt aber weiterhin durchaus akzeptabel.

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Mittwoch, 13. Juni 2012
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Die schätzungsweise nochnichtmal 20-jährige Azubine verbringt die nächsten Wochen in unserer Abteilung. Eigentlich ein Grund mit zweideutigen Scherzen und schweinischen Witzen langsam zu machen ... sollte man denken. Aber sie kennt die Besten! Das wird noch spannend. Dumm nur, dass sie aufgrund Magersuchtansätzen die Mittagspause außer Reichweite von Nahrung verbringt und deshalb nicht bei uns weilt. Da ist es meistens am spaßigsten.

Ich weiß jetzt übrigens, dass sich Mädchen Schminktipps von der Frau Mama besorgen. Das hat niemand erzählt - man sieht es. Vielleicht sollten es die Töchter aber altersbedingt etwas dezenter angehen. Naja, das Kind muss jedes Gramm auf der Waage mitnehmen und sei es nur Make-up.

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Dienstag, 12. Juni 2012
The office

Im neuen Büro sitzen alle am Fenster. So toll ist das gar nicht. Morgens blendet die Sonne von vorne, nachmittags scheint sie von hinten auf den Bildschirm. Die einzige, wirklich ergonomisch sinnvolle Phase wäre während der Mittagspause.
Meine Blickrichtung weist zu den Hochhäusern in der Ferne und dem seltsamen Betriebshof direkt nebenan, wo nie jemand ist, dafür diverse alte Autos, Anhänger, Baumaterialien, ein Holzhaus, ein paar Bierbänke, eine bodenseegroße Pfütze, Kabelrollen, sowie Sand und Dreck in verschiedensten Farbnuancen zu finden ist. Das ist zu Anfang ganz interessant, wenn man zwischendurch erkundet, was da alles rumsteht und immer wieder neue Details entdeckt, aber es wird schnell langweilig, weil sich nichts, aber auch gar nichts ändert. Wie auch, wenn nie jemand da ist.

Dank neuem Büro gibt es nun wieder Zugang zu Kaffee, der ist aber der bei weitem schlechteste, denn ich in der Fabrik bisher getrunken habe. Wäre da nicht der schwarze Satz am Boden, hätte ich sogar behauptet, dass das gar kein Kaffee ist. Der Snackautomat ist außer Betrieb und wird wohl auch nie wieder zum Einsatz kommen. Gleiches gilt für die diversen Wassersprudler. Trotzdem befülle ich dort brav meine Wasserflasche, selbst mit dem Wissen, dass es weitaus schneller ginge, wenn ich das Wasser direkt aus dem Wasserhahn näme. Bei gleicher Qualität, denn sowohl Wasserhahn, wie auch Sprudler beziehen das feuchte Nass aus derselben Quelle. Aber ganz unnütz soll das Ding ja auch nicht rumstehen, also darf es mir unter sanftem Brummen langsam, aber stetig die Flasche füllen. Eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und zum psychischen Wohl der Maschine. Sie soll denken, dass sie noch gebraucht wird.

Es gibt auch einen Raucherraum. Der hat aber einen gewaltigen Nachteil: dort trifft man immer die Kollegen aus der IT. Die Gespräche sind entsprechend nerdig, aber weniger auf Star Trek/Star Wars/iPhone/Gadget- sondern mehr auf Netzwerktechnik/Microsoft-Level und das macht auf Dauer keinen Spaß. Außerdem sind unsere IT'ler dermaßen auf Betriebsratslevel, dass man froh sein muss, wenn man um kurz vor Fünf noch jemanden dort erreicht. Gemacht wird aber dann nichts mehr, weil "in zehn Minuten ist Feierabend!". Das ist ja grundsätzlich ok, aber es sollte Ausnahmen geben; gibts dort aber nicht. Sie sind nicht einfach die Jungs und deshalb muss ich nicht auch noch im Raucherraum Zeit mit ihnen verbringen. Das neue Büro ist aber auch noch in akzeptabler Nähe zum anderen Raucherraum. Da ist der Kaffee sogar einigermaßen akzeptabel.

Im neuen Büro können mir auch ein paar Leute auf den Bildschirm starren. Also nichts mehr mit PornosFacebook- und/oder Twitterorgien während der Arbeitszeit und auch der gelegentliche Blick in diverse Nachrichtenportale ist eher schwierig. Nur Heise geht ab und an, das kann man verargumentieren.

Einen gewaltigen Vorteil hat das Büro: Cheffe sitzt nicht mit drin! Das ist das Killerargument überhaupt und deshalb ist das ein ganz ganz tolles Büro. Es ist nicht das Megalomaniac-Hyperbüro, aber so eins habe ich auch erst einmal gesehen. Allein der Konferenzraum dort hatte Wellness-Hotel-Charakter - Basisentspannung inklusive. Aber da man nicht alles haben kann, bin ich ganz zufrieden.

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Montag, 11. Juni 2012
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So eine EM ist eine klasse Ausrede, um Bier zu trinken. Es läuft schließlich Fußball. Und selbst, wenn es Schweden gegen die Ukraine ist: mit Bier wird das bestimmt erträglich.
Es entfrustet auch nach den bisher abgegebenen Tipps. Die waren alle eher grenzwertig und ich befürchte, es wird noch schlimmer. Naja, es geht ja um nichts, außer Ruhm und Ehre. Würde ich allerdings Erster, käme ein Screenshot zu meinen Bewerbungsunterlagen. Ein bisschen prahlen geht immer. Bzw. ginge.

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Am Wochenende zweimal durch "mein" altes Stadtteil in der großen Stadt gefahren. Hach. Darauf ein Bier. Passt da ja auch.

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Wieviele Takes die wohl gebraucht haben, bis jeder Fußballer, der an der EM teilnimmt, seine Arme so verschränkt hatte, dass man das für die Aufstellungssequenz benutzen konnte. Sind ja schon ein paar dabei, die von ihrem Fußballtalent vor einem Job als Gänseleberstopfer o.ä. bewahrt wurden.

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Einen Flug zu buchen, während einem der Calmund die ganze Zeit dabei vom Bildschirm heraus anstarrt, ist auch beängstigend. Wir zwei nebeneinander wäre eine echte Gefahr für die Flugsicherheit.

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