Samstag, 18. August 2012
Das sieht aus, als würdest Du den Ball ficken

"So auf den Ball legen, Finger auf den Boden, Beine auf den Boden..."
"Das sieht aus, als würdest Du den Ball ficken"

Kurze Gesprächsfetzen einwerfen - wenn der Atem es erlaubt - um Zeit zu schinden. Funktioniert aber auch eher wenig bis gar nicht. Auch mein Einwand, dass sich sein Waschbrettbauch flach auf den Ball legt, während es bei mir Kugel an Kugel ist, was ja viel schwerer auszubalancieren sei (mein Hinweis auf einen Superjongleur, der sowas sicher kann, weil er auch mit Rollen jongliert, was ja im Prinzip sehr ähnlich ist, wird zwar zu Kentnis genommen, aber nicht weiter kommentiert) verhallt nahezu ungehört. Einzig mein atemloses Stöhnen und dezente Schmerzensschreie bekommen als Belohnung ein "noch vier, noch drei, noch zwei, noch eins", wobei aus der "vier" mittlerweile auch oft mal eine "acht" wird, mit entsprechend längerer Herunterzählphase.

Nach einer Stunde mit Ball, Gummibändern in allen möglichen Farben und im schwitzigsten Schweiße meines Angesichts werde ich erlöst. Ich bin für einen Moment sehr sehr dankbar. Manche Muskeln zittern immer noch nach und ich glaube vorhersagen zu können, wo es morgen am meisten wehtun wird.

Beim nächsten Mal werde ich den blöden Ball verschwinden lassen!

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Freitag, 17. August 2012
To-Go-Plastikschalenmulde*

Die gastronomischen Möglichkeiten hier im Kaff werden immer weniger. Nachdem der Koch der ehemals besten Pizzeria erstochen wurde, ist nun auch der Koch des griechischen Restaurants gestorben. Krebs. Dabei hatte er das noch nicht mal auf der Karte (Autsch. Böse. die 5 Euro sind schon in der Makaberkasse). Ob der Laden weiterhin existiert ist fraglich: die Bestuhlung im Biergarten ist schon weggeräumt und das passierte normalerweise noch nicht mal in den sibirischsten Wintern. Sieht also nicht gut aus. Es blieben also noch eine Pizzeria ohne erstochenen Chef und ein Dönerladen. Letzterer ist übrigens gar nicht so schlecht. Wenn man einen Dönerteller mit Salat bestellt, bekommt man nicht das Zeug, das schon den ganzen Tag in der Vitrine vor sich hingammelt. Stattdessen taucht aus dem Hinterraum eine verschleierte Frau auf, als hätte sie nur darauf gewartet, dass endlich jemand den Dönerteller mit Salat bestellt. Sie schnappt sich eine To-Go-Plastikschale, geht wieder nach hinten und kommt nach ein paar Minuten mit einem sehr leckerem Salat mit einem dezenten, aber deliziösen Essig-Öl-Dressing. Der Herr des Hauses schaufelt noch von seinem Schabefleisch in die noch freie To-Go-Plastikschalenmulde, die obligatorische weiße Soße über beides, ohne scharf und fertig. 5,60 Euro, glaube ich. Hab mit dem Fitnessdiktator gesprochen: geht in Ordnung und darf ich hin und wieder. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass weder Fleischschaber noch die Königin der Salate Krebs bekommen und/oder erstochen werden, aber bisher sieht das ganz gut aus. Bleibt zu hoffen, dass die ihre Quasi-Monopol-Stellung nicht ausnutzen und die Qualität runter- und die Preise hochschrauben. Aber man wird sehen.

* Tolles Wort

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Mittwoch, 15. August 2012
2926

Meine Steuerrückzahlung ist immer noch nicht da. Eigentlich hatte ich mit Ende Mai gerechnet. Spätestens. Diesmal ist da aber jemand ziemlich penibel und auch ein bisschen doof. Das sind die Momente, in denen ich keinen Cent der Steuerberaterrechnung bereue. Ist so eine Art Schmerzensgeld, weil er sich mit den Leuten beim Finanzamt herumschlagen muss. Wenn ich das richtig verstanden habe, haben die das dort nun verstanden und wenn die es verstanden haben, ist das schon mal das Wichtigste. Jetzt müssen sie nur noch einen finalen Schrieb an mich schicken und vor allem überweisen. Der Porschehändler wartet schon auf sein Geld und ich habe die Rückzahlung dafür eingeplant.

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Dienstag, 14. August 2012
Immer nur Mötley Crüe geht ja auch nicht

Schreibe die Übergabe für die nächsten drei Wochen. Fühlt sich gut an. (Minimalbürcontent ist ok. Ich könnte noch viel viel mehr!)

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Ich hatte mal einen Englischlehrer, der exakt so aussah. Gleiche Frisur, gleiche Koteletten, gleiche Brille. Nur gesungen hat er nicht, zumindest nicht im Unterricht.



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Ansonsten: Reizmagen, bis zum Anschlag genervt und seit zwei Tagen viel zu spät daheim, um noch irgendwas auf die Reihe zu kriegen. Wird ja nun aber auch anders. Urlaub und so. Also ohne Malediven, Ballermann oder sonstiges Wegfliegen oder -fahren, aber einfach mal weg von dem Siewissenschonwas.

Und oben hört die Nachbarin seltsame Musik. Ich kriege nur Bruchstücke mit, aber es klingt nach Klassik mit elektronischen Einschlägen. So ein bisschen wie Rondo Veneziano. Gibts die eigentlich noch oder wurde das komplett von Adya oder wie das heißt abgelöst? Man kriegt ja gar nichts mehr mit.
Ich hatte tatsächlich mal eine Rondo Veneziano-LP. Fand ich super. Es gabe einem so einen intellektuell-kulturellen Touch diese LP zu besitzen. Man konnte auch immer schön prahlen.

- Was ist das denn?

- Rondo Veneziano

- Häh?

- Ach, so was Klassisches. Geigen, Orchester und so.

- Oh.

- Ja, hör ich manchmal. Immer nur Mötley Crüe geht ja auch nicht.

- Stimmt *(mit bewunderndem Blick)

Müsste mal schauen, ob es das auch auf CD gibt, aber zum Angeben wirds wohl nicht mehr reichen.

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Noch drei Tage...

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Dienstag, 14. August 2012
Bringbäckerazubi in Aktion

Der Bringbäcker in der Fabrik ist in Urlaub und deshalb ist allmorgendlich sein Azubi vor Ort. Eins hat er vom Chef auf jeden Fall schon mal gelernt: labern. Anstatt einfach mal flux die Bestellungen durchzuackern, damit die Leute schnell wieder ins Büro kommen, ist er auf Konversation aus und erzählt jedem ungefragt aus seinem Leben. So weiß ich nun, dass er jetzt noch zwei andere Routen hat und wie anstrengend die doch sind. Außerdem erklärt er mir lang und breit, dass das Vollkornbrötchen mit Käse aus ist, aber er noch eins mit Schinken (will ich nicht), mit Frischkäse (will ich auch nicht), nochmal mit Schinken (will ich immer noch nicht und andere anscheinend auch nicht, wenn davon noch so viele übrig sind) hat. Er erklärt, dass er die gar nicht selber macht, aber gerne mal nachfragen kann, ob man nicht mehr Käse-Vollkornbrötchen und stattdessen lieber weniger mit Schinken machen könne. Versprechen kann er da aber nichts. Er sei ja auch ein bisschen im Stress wegen den zwei zusätzlichen Routen und deswegen ist das auch mit der Ware gerade ein bisschen durcheinander. Natürlich habe er mehr dabei, aber überall ist was anderes total beliebt. Das fände er ja total faszinierend. Dann erzählt er mir, was bei uns ganz gut geht, aber woanders überhaupt nicht und was die stattdessen total toll finden.

Irgendwann unterbreche ich ihn dann doch in seinem Redefluss, drücke ihm das abgezählte Geld in die Hand und ziehe von dannen.

Was übrigens überall gut geht sind Butterbrezeln. Wer hätte das gedacht.

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