Donnerstag, 23. August 2012
Fahrradhelm Teil II

Dank Herrn Marks Tipps in den Super-Supermarkt, wo es tatsächlich alles gibt. Also wirklich alles. Vielleicht nicht in allen Variationen, aber wenn einem spontan etwas Bescheuertes einfällt: die habens. Außer Fahrradhelme. Zumindest nicht im Hauptladen, dafür hat aber der nebenstehende Getränkemarktanbau mittlerweile auch eine eigene Fahrradabteilung (und Tierfutter, weshalb alles nach Hund riecht, aber das nur nebenbei). Nach einem 122 Euro-Einkauf also noch nebenan zum Fahrrad-Tierbedarf-Getränkeanbau und tatsächlich: da gab es Fahrradhelme und zwar genau eine Sorte, die aber in vielen Farben und Größen. Die Auswahl beschränkte sich also nur auf letztere Kriterien, der Preis war einheitlich, was ja eigentlich auch nicht fair ist. So zahlt ein Dickschädel wie ich das gleiche wie ein schmales Köpfchen wie zB. Paris Hilton eins hat. Will mir gar nicht die Diskussion vorstellen, wenn Paris Hilton hinter mir an der Kasse gestanden und sich echauffiert hätte, dass sie für ihren zwar pinken, aber doch wohl viel kleineren und somit weniger materielintensiven Helm das gleiche bezahlen müsse wie dieser Trampel vor ihr (ich) mit seinem schwarzen Riesenhelm, in dem man locker Suppe für eine ganze Kompanie kochen könnte, wäre er nicht aus Plastik und hätte nicht diese Luftschlitze, durch die die Suppe rauslaufen würde. Aber Paris Hilton war zum Glück nicht da und außer mir stand niemand mit Fahrradhelm an der Kasse. Lief also super und jetzt habe ich einen mattschwarzen Fahrradhelm und kann rumheizen wie ein Verrückter, denn mir passiert dank modernster Schaumstoffspritztechnik nichts. Zumindest nicht am Kopf. Also am oberen Teil des Kopfes. Die Ohren sind zum Beispiel frei, da kann durchaus was passieren. Genau wie an Nase, Kinn und dem restlichen Teil außer der oberen Schädelplatte. Die scheint aber einigermaßen wichtig zu sein, sonst hätte Stiftung Warentest da niemals ein "gut" vergeben für diesen großartigen 14,99-Euro-Helm. Die obere Schädelplatte ist also safe und alles ist gut.

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Mittwoch, 22. August 2012
Das böse Fahrradhelmfachgeschäftskarma

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Nein, stimmt gar nicht: die Ratten bleiben an Bord. Muss schauen, dass ich auch so schnell wie möglich weg komme. Gerade was im Postfach gehabt, was einigermaßen gut klingt. Morgen Unterlagen fertig machen und wegschicken und idealerweise noch im August weg sein. Man darf ja träumen.

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Ich habe jetzt wieder ein Fahrrad und es lässt sich gut an. Aber man wird älter und scannt jedes noch so kleine Steinchen auf den Waldwegen, ob es einem denn gefährlich werden, den Reifen aufschlitzen und/oder gar einen tödlichen Sturz verursachen könnte. Wo sind all die Heldengene von damals nur hin? Schwemmt Bier sowas aus dem Körper? Wird das sonstwie verstoffwechselt? So oder so brauche ich also mindestens einen Helm. Sowas sieht total bescheuert aus, aber noch bescheuerter als ein alternder übervorsichtig vor sich hinradelnder Mann kann es auch nicht aussehen. Also Helm. Sowas gibts doch bestimmt auch in halbwegs neutralen Varianten. Grau an den Seiten, oben etwas dunkler. Dann entspricht es den Haaren und wirkt nur wie eine beschissene Frisur. Bitte bitte kein Blitz oder Feuerschweif in jedweder Form und Signalfarben müssen auch nicht sein. Noch kann ich sehr laut rufen, wenn mir was im Weg steht - alternativ weiche ich aus und auf Autobahnen und Schnellstraßen bin ich eher selten unterwegs und wenn dann in einem Zustand, wo auch Signalfarben nichts mehr bringen.

Ich weiß auch gar nicht, wo man so einen Helm kauft. Gibt es spezielle Fahrradhelmfachgeschäfte? Eher nicht und wenn sind die Besitzer bestimmt sehr verbittert, weil sie sich auf so einen unlukrativen Zweig des durchaus florierenden Bikebusiness spezialisiert haben. Ich will aber in keine Geschäfte mit verbitterten Besitzern. Sowas wirkt sich immer auf die Angestellten aus und dann hat man entweder einen hoch- bzw. übermotivierten Verkäufer, der sich einen Ast freut, dass endlich mal jemand in den Laden kommt oder der Verkäufer hat seinen Frust ob des irregeleiteten Businessmodells seines Chefs, die damit einhergehende Verbitterung und überhaupt das böse Fahrradhelmfachgeschäftskarma schon so verinnerlicht, dass es keinen Spaß macht sich von ihm beraten zu lassen. Bestimmt wäre es tödlich beleidigt, wenn man sich fünf Minuten Bedenkzeit herausnimmt und wehe man verlässt den Laden ohne Helm. Beim Rausgehen würde er einen noch nach dem Namen fragen, damit er den auf einen Zettel schreiben und diesen Zettel an die Vodoopuppe heften kann, die er im leider immer viel zu prall gefüllten Fahrradhelmlager versteckt hat, um nach Feierabend stricknadeldicke Nadeln* in den ohnehin schon malträtierten Puppenkörper zu rammen. Und schwupp hätte ich neben dem schlechten Gewissen, weil ich in dem Laden keinen Helm gekauft habe noch unerklärliche Schmerzen in der Nierengegend, die alle Ärzte im näheren und weiteren Umkreis ratlos zurück lassen. Muss ja nicht sein. Nur... wo gibts denn nun Fahrradhelme?

* stricknadeldicke Nadeln ist ja auch doppeltgemoppelt. Irgendwie.

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Dienstag, 21. August 2012
Kleiner Tipp bei dem Wetter: Mord an Ehefrau auf Herbst verschieben

Zufällig heute den Gärtner getroffen, der damals den Garten hier angelegt hat. Damals war er selbstständig, heute arbeitet er bei einer sozialen Einrichtung. Er ist verpeilt wie immer und manchmal frage ich mich, ob er nicht zwischen all dem Grünzeug auch was für den Eigenbedarf angebaut hat, dass er zwischendurch immer mal erntet. Aber er war schon immer so, selbst vor seiner Gärtnerzeit. Allerdings wurde es dann von Jahr zu Jahr schlimmer und nachdem ich ihn jetzt schon ein Weilchen nicht mehr gesehen hatte, muss ich sagen, dass es wieder eine Spur weiter in Richtung Wahnsinn ging. Vielleicht kriegt er aber auch komische Medikamente. Wäre gut möglich.

Jedenfalls baut er - so seine Aussage - im Garten ein Gerät ab, das hier nicht mehr gebraucht wird und errichtet an dieser Stelle stattdessen eine "Kräuterschnecke". Ist anscheinend der Fachbegriff; er nannte das auch so. Und weil er das abgebaute Dingens behalten darf, kostet mich die Kräuterschnecke mit Aufbau, Bepflanzung und Anschluss ans Bewässerungssystem gerade mal gar nichts. Somit habe ich demnächst also die freie Auswahl an markenüblichen Kräutern, frisch aus dem Garten und ideal bepflanzt und bewässert und bin sogar noch dieses unnütze Ding los, das letzten Jahre eh keiner mehr gebraucht hat. Win-Win-Situation nennt man das wohl. Meinetwegen darf er auch gerne was von seinen Kräutern dazupflanzen, sofern er das so macht, dass es nicht die gesamte Nachbarschaft mitkriegt. Und was abhaben will, denn auch da haben ich einige in Verdacht.

Apropos Nachbarn: die Dame von gegenüber habe ich jetzt schon eine Weile nicht mehr gesehen. Das ist ja grundsätzlich ok, wären da nicht in der letzten Zeit die dauernden Streitigkeiten mit ihrem brasilianischen Gatten gewesen. Andererseits: so einfach vergräbt man die Dame nicht, rein der Proportionen wegen und läge sie bei dem Wetter irgendwo im Haus rum, würde man das wohl bis auf die Straße riechen. Wahrscheinlich ist sie mal alleine in Urlaub oder so. Ich halte trotzdem Augen und Nase offen. Man weiß ja heutzutage nie.

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Montag, 20. August 2012
Reden wir mal übers Wetter

Out of Office-Mitteilung ist aktiviert: Urlaub!

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Reden wir mal übers Wetter.
Heute morgen gings noch einigermaßen. So gar kurz vor Zwölf war noch ein leichtes Windchen zu spüren, dass es draußen angenehm machte. Damit war es dann aber schnell vorbei und alles erinnerte an den Urlaub in Tunesien, der dummerweise in der heißesten Zeit und dazu noch im Ramadan dort gebucht war. Aber dort gab es immerhin ein klimatisiertes Zimmer mit Minibar. Hat man zuhause ja auch eher selten. Mit geschlossenen Rolläden und so wenig Bewegung wie möglich war aber auch dieser Tag auszuhalten (das mit der Bewegung stimmt nicht ganz. Bin ja zur Zeit ein Streber). Dazu noch eine sommertaugliche Ernährung eine eine geklaute halbe Stunde für ein Nickerchen und der heißeste Tag des Jahres war überstanden.
Eigentlich mag ich heiße Tage ja sehr, aber nicht, wenn es ums Wetter geht.

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Sonntag, 19. August 2012
Grün isser

Den nichtsnutzigen MP3-Player nun gegen einen iPod Shuffle ausgetauscht. Doppelt so teuer, aber funktioniert. Naja, bisher nur so halbwegs: die Reihenfolge der Lieder stimmt noch nicht und bei einem manchmal doch rainmanartigen Charakter wie mir ist das schon essentiell. Aber laut Google ist dieses Problem auf einfachste Weise zu lösen. Teste ich dann die nächsten Tage mal.

Er ist übrigens grün, weil Farbe der Hoffnung und so. Werde ich also auf meine alten Tage noch gut- und abergläubig. Aber egal, silber war eh langweilig, orange und blau nicht schön und insofern war dieses Apfelgrün sowieso in der näheren Auswahl.

Den Typen im Sat*rn ist übrigens scheißegal, wenn man ihnen lang und breit erklärt, warum der andere MP3-Player Mist ist. Ich an deren Stelle würde mir das anhören, mal mit dem Abteilungsleiter diesbezüglich sprechen und eventuell den minderwertigen, untauglichen Schrott aus dem Sortiment nehmen. Aber vielleicht ist bei denen das Motivationslevel ähnlich hoch wie bei uns und sie verrichten einfach nur ihren Job. Eine Bekannte arbeitet in dem Laden und was man da so hört, könnte das durchaus so sein. Andererseits: sie hat einen frigiden Freund, der nur selten und mit Widerwillen den ehelichen freundschaftlichen Pflichten nachkommt. Sie ist also basisfrustriert und da muntert ein Job beim Elektrodiscounter wahrscheinlich nicht sonderlich auf. Ist mir eh ein Rätsel, warum sie den Dödel nicht schon längst zum Mond geschossen hat, aber vielleicht hat er ja andere Qualitäten, die man weder auf den ersten, den zweiten oder den dritten Blick sieht.
Mittlerweile verkaufen sie dort auch Töpfe und Pfannen. Nicht mehr lange und es gibt eine Erotikartikelabteilung. Das wäre für die Bekannte natürlich doppelt hart. Obwohl: sie kriegt ja Mitarbeiterrabatt...

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