Dienstag, 21. August 2012
Kleiner Tipp bei dem Wetter: Mord an Ehefrau auf Herbst verschieben

Zufällig heute den Gärtner getroffen, der damals den Garten hier angelegt hat. Damals war er selbstständig, heute arbeitet er bei einer sozialen Einrichtung. Er ist verpeilt wie immer und manchmal frage ich mich, ob er nicht zwischen all dem Grünzeug auch was für den Eigenbedarf angebaut hat, dass er zwischendurch immer mal erntet. Aber er war schon immer so, selbst vor seiner Gärtnerzeit. Allerdings wurde es dann von Jahr zu Jahr schlimmer und nachdem ich ihn jetzt schon ein Weilchen nicht mehr gesehen hatte, muss ich sagen, dass es wieder eine Spur weiter in Richtung Wahnsinn ging. Vielleicht kriegt er aber auch komische Medikamente. Wäre gut möglich.

Jedenfalls baut er - so seine Aussage - im Garten ein Gerät ab, das hier nicht mehr gebraucht wird und errichtet an dieser Stelle stattdessen eine "Kräuterschnecke". Ist anscheinend der Fachbegriff; er nannte das auch so. Und weil er das abgebaute Dingens behalten darf, kostet mich die Kräuterschnecke mit Aufbau, Bepflanzung und Anschluss ans Bewässerungssystem gerade mal gar nichts. Somit habe ich demnächst also die freie Auswahl an markenüblichen Kräutern, frisch aus dem Garten und ideal bepflanzt und bewässert und bin sogar noch dieses unnütze Ding los, das letzten Jahre eh keiner mehr gebraucht hat. Win-Win-Situation nennt man das wohl. Meinetwegen darf er auch gerne was von seinen Kräutern dazupflanzen, sofern er das so macht, dass es nicht die gesamte Nachbarschaft mitkriegt. Und was abhaben will, denn auch da haben ich einige in Verdacht.

Apropos Nachbarn: die Dame von gegenüber habe ich jetzt schon eine Weile nicht mehr gesehen. Das ist ja grundsätzlich ok, wären da nicht in der letzten Zeit die dauernden Streitigkeiten mit ihrem brasilianischen Gatten gewesen. Andererseits: so einfach vergräbt man die Dame nicht, rein der Proportionen wegen und läge sie bei dem Wetter irgendwo im Haus rum, würde man das wohl bis auf die Straße riechen. Wahrscheinlich ist sie mal alleine in Urlaub oder so. Ich halte trotzdem Augen und Nase offen. Man weiß ja heutzutage nie.

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Montag, 20. August 2012
Reden wir mal übers Wetter

Out of Office-Mitteilung ist aktiviert: Urlaub!

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Reden wir mal übers Wetter.
Heute morgen gings noch einigermaßen. So gar kurz vor Zwölf war noch ein leichtes Windchen zu spüren, dass es draußen angenehm machte. Damit war es dann aber schnell vorbei und alles erinnerte an den Urlaub in Tunesien, der dummerweise in der heißesten Zeit und dazu noch im Ramadan dort gebucht war. Aber dort gab es immerhin ein klimatisiertes Zimmer mit Minibar. Hat man zuhause ja auch eher selten. Mit geschlossenen Rolläden und so wenig Bewegung wie möglich war aber auch dieser Tag auszuhalten (das mit der Bewegung stimmt nicht ganz. Bin ja zur Zeit ein Streber). Dazu noch eine sommertaugliche Ernährung eine eine geklaute halbe Stunde für ein Nickerchen und der heißeste Tag des Jahres war überstanden.
Eigentlich mag ich heiße Tage ja sehr, aber nicht, wenn es ums Wetter geht.

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Sonntag, 19. August 2012
Grün isser

Den nichtsnutzigen MP3-Player nun gegen einen iPod Shuffle ausgetauscht. Doppelt so teuer, aber funktioniert. Naja, bisher nur so halbwegs: die Reihenfolge der Lieder stimmt noch nicht und bei einem manchmal doch rainmanartigen Charakter wie mir ist das schon essentiell. Aber laut Google ist dieses Problem auf einfachste Weise zu lösen. Teste ich dann die nächsten Tage mal.

Er ist übrigens grün, weil Farbe der Hoffnung und so. Werde ich also auf meine alten Tage noch gut- und abergläubig. Aber egal, silber war eh langweilig, orange und blau nicht schön und insofern war dieses Apfelgrün sowieso in der näheren Auswahl.

Den Typen im Sat*rn ist übrigens scheißegal, wenn man ihnen lang und breit erklärt, warum der andere MP3-Player Mist ist. Ich an deren Stelle würde mir das anhören, mal mit dem Abteilungsleiter diesbezüglich sprechen und eventuell den minderwertigen, untauglichen Schrott aus dem Sortiment nehmen. Aber vielleicht ist bei denen das Motivationslevel ähnlich hoch wie bei uns und sie verrichten einfach nur ihren Job. Eine Bekannte arbeitet in dem Laden und was man da so hört, könnte das durchaus so sein. Andererseits: sie hat einen frigiden Freund, der nur selten und mit Widerwillen den ehelichen freundschaftlichen Pflichten nachkommt. Sie ist also basisfrustriert und da muntert ein Job beim Elektrodiscounter wahrscheinlich nicht sonderlich auf. Ist mir eh ein Rätsel, warum sie den Dödel nicht schon längst zum Mond geschossen hat, aber vielleicht hat er ja andere Qualitäten, die man weder auf den ersten, den zweiten oder den dritten Blick sieht.
Mittlerweile verkaufen sie dort auch Töpfe und Pfannen. Nicht mehr lange und es gibt eine Erotikartikelabteilung. Das wäre für die Bekannte natürlich doppelt hart. Obwohl: sie kriegt ja Mitarbeiterrabatt...

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Samstag, 18. August 2012
Das sieht aus, als würdest Du den Ball ficken

"So auf den Ball legen, Finger auf den Boden, Beine auf den Boden..."
"Das sieht aus, als würdest Du den Ball ficken"

Kurze Gesprächsfetzen einwerfen - wenn der Atem es erlaubt - um Zeit zu schinden. Funktioniert aber auch eher wenig bis gar nicht. Auch mein Einwand, dass sich sein Waschbrettbauch flach auf den Ball legt, während es bei mir Kugel an Kugel ist, was ja viel schwerer auszubalancieren sei (mein Hinweis auf einen Superjongleur, der sowas sicher kann, weil er auch mit Rollen jongliert, was ja im Prinzip sehr ähnlich ist, wird zwar zu Kentnis genommen, aber nicht weiter kommentiert) verhallt nahezu ungehört. Einzig mein atemloses Stöhnen und dezente Schmerzensschreie bekommen als Belohnung ein "noch vier, noch drei, noch zwei, noch eins", wobei aus der "vier" mittlerweile auch oft mal eine "acht" wird, mit entsprechend längerer Herunterzählphase.

Nach einer Stunde mit Ball, Gummibändern in allen möglichen Farben und im schwitzigsten Schweiße meines Angesichts werde ich erlöst. Ich bin für einen Moment sehr sehr dankbar. Manche Muskeln zittern immer noch nach und ich glaube vorhersagen zu können, wo es morgen am meisten wehtun wird.

Beim nächsten Mal werde ich den blöden Ball verschwinden lassen!

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Freitag, 17. August 2012
To-Go-Plastikschalenmulde*

Die gastronomischen Möglichkeiten hier im Kaff werden immer weniger. Nachdem der Koch der ehemals besten Pizzeria erstochen wurde, ist nun auch der Koch des griechischen Restaurants gestorben. Krebs. Dabei hatte er das noch nicht mal auf der Karte (Autsch. Böse. die 5 Euro sind schon in der Makaberkasse). Ob der Laden weiterhin existiert ist fraglich: die Bestuhlung im Biergarten ist schon weggeräumt und das passierte normalerweise noch nicht mal in den sibirischsten Wintern. Sieht also nicht gut aus. Es blieben also noch eine Pizzeria ohne erstochenen Chef und ein Dönerladen. Letzterer ist übrigens gar nicht so schlecht. Wenn man einen Dönerteller mit Salat bestellt, bekommt man nicht das Zeug, das schon den ganzen Tag in der Vitrine vor sich hingammelt. Stattdessen taucht aus dem Hinterraum eine verschleierte Frau auf, als hätte sie nur darauf gewartet, dass endlich jemand den Dönerteller mit Salat bestellt. Sie schnappt sich eine To-Go-Plastikschale, geht wieder nach hinten und kommt nach ein paar Minuten mit einem sehr leckerem Salat mit einem dezenten, aber deliziösen Essig-Öl-Dressing. Der Herr des Hauses schaufelt noch von seinem Schabefleisch in die noch freie To-Go-Plastikschalenmulde, die obligatorische weiße Soße über beides, ohne scharf und fertig. 5,60 Euro, glaube ich. Hab mit dem Fitnessdiktator gesprochen: geht in Ordnung und darf ich hin und wieder. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass weder Fleischschaber noch die Königin der Salate Krebs bekommen und/oder erstochen werden, aber bisher sieht das ganz gut aus. Bleibt zu hoffen, dass die ihre Quasi-Monopol-Stellung nicht ausnutzen und die Qualität runter- und die Preise hochschrauben. Aber man wird sehen.

* Tolles Wort

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