Donnerstag, 4. Juli 2013
Chief Ignorance Officer

Heute den ganzen Tag im Meeting mit zwei Leuten vom ganz ganz ganz wichtigen Kunden verbracht. Das war aber eher lustig, denn anstrengend. Der eine machte wohl die halbe Nacht die Innenstadt unsicher. Entsprechend sah er heute morgen aus und man sagte mir, man würde den Umtrunk auch riechen (ich habe nichts gerochen, aber ich bin eh ein bisschen verschnupft). Er ist aber anscheinend ein Profi, denn seine Wortmeldungen waren durch die Bank kompetent und erkenntnisreich. So muss das sein. Wahrscheinlich hängt er jetzt gerade an der Flughafenbar an und füllt das Pegel wieder bis zum Anschlag. Der andere war zu Anfang eher ruhig, aber auch hier: sehr kompetent. So macht das Spaß.

Weil mir die Firma ja dankenswerterweise keines dieser schicken neuen Blackberrys spendiert, habe ich die ganzen Emails, die den Tag über ankamen wunderbarst ignorieren können. Darin bin ich mittlerweile eh ziemlich gut. CIO, also Chief Ignorance Officer quasi. Geht leider auch nicht immer. Weil ich ein Streber bin, habe ich ein paar der Emails sogar noch bis eben gerade beantwortet. Gibt weder Bonus-, noch Karmapunkte aber nun denn. Die Dienstleistergene, da ist man machtlos.

Und dann im Stau noch diesen Ohrwurm abbekommen. Ich swinge geistig immer noch mit…


referral   ... link (4 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 3. Juli 2013
Knuddeln für den Weltfrieden zur Kollegenunterstützung

Eine Kollegin klagte mir heute ihr Leid. In ihrer Abteilung sind nur Frauen und wie das eben manchmal so ist, wenn nur Frauen auf einem Haufen sind, gibt es Gezicke. Mittlerweile redet keine mehr mit der einen, die aber leider relativ wichtig für die Abteilung ist, weshalb man nur noch via Email kommuniziert, obwohl man Rücken an Rücken sitzt. Als ich das hörte, habe ich erfolgreich ein Lachen unterdrückt und stattdessen sehr mitfühlend geschaut. Außerdem habe ich mit der Kollegin später via Chat ausgemacht, dass wir uns ab jetzt täglich einmal knuddeln, damit sie ein bisschen positive Energie abbekommt und es durch den Tag schafft. Das war eigentlich eher im Scherz gemeint, aber ich glaube fast, sie erwartet morgen ein Knuddeln. Nun denn, was macht man nicht alles für die Kollegen und deren Wohlbefinden.

referral   ... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 3. Juli 2013
Der erste Bauer, der sich über den Regen morgen freut, kriegt eine zentriert

Heute einer wildfremden Frau ein Windrad gekauft. Soweit ist es schon. Bin mal gespannt, wie sie reagieren wird, denn: wir kennen uns gar nicht. Also nicht persönlich. Wir wohnen nur im gleichen Haus. Kennt man ja. Passiert in Gaby Hauptmann-Romanen ständig: jahrelang im gleichen Haus gewohnt, nie gesehen, einmal ein Windrad verschenkt und schwupp ist man verheiratet und sie erwartet Drillinge.
Hm. Ich glaube, ich lass das doch lieber bleiben mit dem doofen Windrad…

----------

Marder und ich werden in diesem Leben auch keine Freunde mehr. Ich muss aktuell gerade im Freien parken und was machen die Mistviecher? Nutzen Dach und Kofferraum als Toilette. Man ahnt ja gar nicht, zu welchen Mengen die fähig sind. Nebenan ist übrigens eine kleine Grasfläche, da wäre es sicher bequemer, um seine Notdurft zu verrichten, aber nein: es muss mein Dach und mein Kofferraum sein. Ehrlich, ich habs im Guten versucht, hab ihnen Apfelstückchen hingelegt, um ihnen zu zeigen, dass ich ja eigentlich ein Netter bin… aber sie haben das Arsen anscheinend gerochen.

----------

Und morgen dann wieder Regen. Der erste Bauer, der sich darüber freut, kriegt eine zentriert.

referral   ... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 1. Juli 2013
Dünne Lederkrawatte plus Schulterpolster = Büroflurheld

In rotem Karohemd, schwarzer Hose und weißen Segelschuhen im Büro anzutanzen erfordert schon einiges an Mut. Oder es ist ein Zeichen von Nichtvorhandensein jeglichen Geschmacks. Ich tippe auf letzteres. Überhaupt ist in der Fabrik farblich gesehen gerade der Wahnsinn ausgebrochen. Grüne Hosen sind anscheinend total in und die Renaissance der Netzhemdes blieb mir bis vor kurzem auch verborgen. Muss mal schauen, ob ich noch irgendwo so eine dünne Lederkrawatte rumliegen habe. Damit plus ein Hemd mit Schulterpolstern und ich bin der König der Büroflure. Den Miami Vice-Soundtrack habe ich mir schon mal vorsorglich auf den iPod geladen. Außerdem rasiere ich bestimmte Stellen nicht mehr. Wobei… das war dann eher Siebziger, oder?

----------

Diese Woche kommen Kunden (männlich) aus dem ehemaligen Ostblock. Sie reisen einen Tag vorher an und werden abends vom Account Manager zum Essen ausgeführt. Ich habe vorgeschlagen, er soll doch mit denen noch in diesen Table Dance-Schuppen in der Innenstadt …damit sie ihre Ehefrauen auch mal wieder sehen. Fand er nur bedingt lustig, aber ich glaube, er denkt darüber nach. Was macht man nicht alles für die Firma.

----------

Apropos ehemaliger Ostblock: mittlerweile tendiere ich fast dazu, dort den Sommerurlaub zu verbringen. Ägypten und Türkei schießen sich ja gerade selbst aus dem Rennen, Griechenland ist wohl heftigst heiß und auch teuer, wie so viele andere Locations auch. Dummerweise musste ich heute tagsüber doch tatsächlich arbeiten und kam nicht dazu, mich ausgiebig zu informieren. Außerdem ist es bei uns ja auch schön, weshalb ich Nord- und Ostsee auch auf dem Schirm habe. So langsam muss ich aber mal Gas geben, vor allem, weil gerade Geld auf dem Konto ist. Dieser Zustand hält erfahrungsgemäß nicht so lange vor. Eigentlich jammert das Auto auch schon wieder rum und will eine Inspektion. Aber die muss wohl erstmal warten. Ich renne ja auch nicht wegen jedem Zipperlein zum Arzt und außerdem hat es gar nichts und für eine Routineuntersuchung ala Prostatavorsorge usw. ist es noch zu jung. Also nur keine Hektik diesbezüglich.

referral   ... link (1 Kommentar)   ... comment


Sonntag, 30. Juni 2013
Viel zu viele Kilometer in viel zu kurzer Zeit

Die Kollegin schickt eine SMS. Viel zu viele Kilometer in viel zu kurzer Zeit. Ich habe versucht, das irgendwie auch hinzukriegen. Klappte nicht. Wie hat die das nur gemacht? Ich will morgen diese Werte auf ihrem Sportprofil sehen, in einer SMS kann man ja viel schreiben. Aber ich befürchte, es stimmt. Frechheit.

Alles in allem läuft es gerade ganz ok, aber bei weitem nicht optimal. Dieses Wochenende nötigte man mich auch noch zu Whiskey, was natürlich auch jenseits von ideal ist. Zum Glück war es wohl ein ziemlich guter, also gab es keine Folgebeschwerden, wie das bei Billigfusel ja oft der Fall ist. Ich war erstaunlich fit am nächsten Tag. Ist aber auch gefährlich, weil lecker war das Zeug ja auch noch. Man muss aufpassen, dass man nicht gleich weitermacht. Naja, da stößt man aber auch recht bald an finanzielle Grenzen und mit meinem Siebeneurozwanziglottogewinn vom Freitag komme ich da nicht sehr weit. Gut so.

Und morgen dann wieder Fabrik. Was freue ich mich. Nicht!

referral   ... link (0 Kommentare)   ... comment