Donnerstag, 25. August 2022
Zweite Meinung

Eine Nachbarin drei Häuser weiter wird bald einen Roman veröffentlichen. Das kam per Zufall in einem Ortsgruppen-Posting bei Facebook raus. Musste erstmal googeln, wer das ist. Kannte den Nachnamen nicht, bzw. kann ihn mir nicht merken. Ihr Mann kandidierte mal für den Gemeinderat und schon da war mir nur bewusst, dass er das ist, weil der erste Buchstabe des Nachnamens relativ weit vorne im Alphabet auftaucht (genaugenommen ganz vorne). Die Grundstory des Buchs ist so gar nicht meins, aber es spielt sich - so die wenige Info, die man online findet - hier im Kaff ab. Da werde ich mir das also wohl kaufen. Und eventuell auch lesen, wobei mich 480 Seiten bei einem Buch aus einem Verlag, wo man quasi für alles erstmal zahlt so ein bisschen stutzig machen. Andererseits braucht die Frau vielleicht irgendwann das Geld. Ihr Mann (die Jugendliebe, seit fast fünfzehn Jahren zusammen, zwei gemeinsame Kinder)... ich weiß auch nicht. Der macht immer etwas komische Sachen. Ist immer, also wirklich immer am Rumtippen auf dem Handy: wenn er auf der Treppe vorm Haus sitzt und raucht, wenn er Kinderwagenschiebend irgendwo hingeht, wenn sie und er mit dem Kinderwagen unterwegs sind. Vielleicht ist er eine Größe bei Twitter, aber ich kann ihn nicht fragen, er ist ja immer am Rumtippen auf dem Handy.

Jedenfalls kommt das Buch wohl Ende September raus, man kann es beim großen Online Händler vorbestellen. Direkt fragen möchte ich nicht; ansonsten kommt irgendwann die Frage, wie ich es fände und ich bin in vielen Momenten leider viel zu ehrlich.

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Kommenden Dienstag steht eine echt beschissene Fahrt zu einem echt beschissenen Termin an. Und der betrifft im ersten Moment noch nicht mal mich; eventuell später mal, aber das wird sich dann alles zeigen. Es geht um was Medizinisches. Das ist meistens nicht schön und hier gehts um eine Zweitmeinung. Die holt man sich normalerweise ja auch nur, wenn einem die erste nicht behagt.
Am Dienstag bin ich erstmal nur Fahrer. Vielleicht Begleitperson, da habe ich noch gar nicht so genau nachgefragt. Würde ich auch machen - bei Ärzten bin ich immer total entspannt, solange es nicht mich betrifft. Ich wäre ein Top-Chirurg für alle Bereich. Blut, Innereien, Schneiden hier, Löten da - kein Problem. Apropos: da gab es mal einen Arzt irgendwo auf einer Station in der Arktis (oder ähnlich abgelegen. Nachtrag: Es war die Antarktis. Siehe hier), der einen Blinddarmdurchbruch hatte. Bis in eine Klinik wäre er nicht mehr lebend gekommen und so richtig Ahnung von der Materie hatte keiner der noch auf der Station anwesenden. Also hat er sich selbst operiert. Nun: das könnte ich wiederum nicht, aber wird auch nicht passieren. Mein Blinddarm ist ja mittlerweile draußen.
Jedenfalls wäre es gut, wenn sich die Einholung einer zweite Meinung am Dienstag auszahlen würde. So oder so ist die Fahrt aber auch gemeinsam verbrachte Lebenszeit und das ist ja auch schon mal was.

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Sonntag, 21. August 2022
Blaue Haken

Wenn man mal so richtig stolz darauf ist, die Adresse und die Bankverbindungen für gleich zwei Policen in einem Rutsch erledigt bekommen zu haben... dann merkt man selbst, wie absurd alles ist. Das waren genau 2 Formularseiten jeweils zweimal ausgefüllt und abgeschickt. Das Komplizierteste war die alte IBAN Nummer und die Ampeln beim "Ich bin kein Roboter"-Bilderrätsel zu finden. Beides hat geklappt und somit war das Ausfüllen der Formulare eigentlich ziemlich schnell erledigt. Wenigstens an einer Sache ein Haken dran.

Man soll positiv denken, also denke ich positiv: hey, immerhin die Sache ist durch und das sogar noch bevor die das nächste Mal abbuchen. Das ist doch nicht schlecht.
Und nein, es ist wirklich nicht schlecht. Morgen mache ich einen Termin beim Ohrenarzt; der erste vor zwei Wochen war nicht erfolgreich und bis November zum Kontrolltermin warten ist zu lang - und ich muss den Termin verschieben; da bin ich anderweitig verplant.
Arzttermin machen kriege ich übrigens ganz gut hin. Oder spontan zum Optiker zwecks neuen Sonnenbrillen. Auch das hat wunderbar geklappt. Aber bei vielen, wenn nicht sogar den meisten Dingen ist Prokrastinieren ein großes Ding. Ein viel zu großes. Dabei weiß ich die Lösung; ich habe sie x-mal anderen gesagt: einfach loslegen. Anfangen. Den ersten Schritt machen. Aber das Wissen um die Lösung bedeutet noch nicht, dass man dieses Wissen auch umsetzt.
Aber auch hier bin ich dran. Vielleicht kommen ja bald ganz viele blaue Haken auf die Liste.

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Sonntag, 21. August 2022
Knocked out

Wer hätte gedacht, dass es mich mal so extrem und nachhaltig ausknockt. Und wer hätte gedacht, dass es nichts physisches ist. Wäre ja naheliegend bei all dem Schindluder, was diesem Körper schon angetan wurde. Am Ende hat er zwar auch gemeckert, aber letztlich nur um auf den ganzen anderen Scheiß hinzuweisen, der da vor sich hinbrodelt wie ein blubbernder Haufen Gülle kurz vorm Eskalieren. Trotzdem war er nur ein Faden in der Reissleine, die dann gezogen wurde. Der Fallschirm ging sofort auf und seitdem bin ich zwar weiterhin im freien Flug, aber er ist extrem abgebremst. Zum Glück.

Tja, bin dann also auch im Game. Hab heimlich im Hintergrund vor mich hingeübt, was mal mehr, mal weniger geklappt hat. In letzter Zeit hat es eigentlich nur rudimentär geklappt und weil es vielleicht ganz gut ist, wenn man sich Mist von der Seele redet respektive schreibt... naja, schauen wir mal.

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Ein bisschen stolz bin ich, dass ich mit dieser komischen Grundsteuer-Sache angefangen habe. Dauerte auch nicht lange, weil: um es online auszufüllen braucht man diverse Codes und einen davon kriegt man postalisch. Und ich dachte das Registrieren beim amerikanischen Apple Store sei schwierig (es geht, aber einfach ist es auch nicht), das hier ist aber noch mal eine Stufe drüber. Bin gespannt, ob der Brief einfach so kommt oder ob ich den Erstgeborenen mitsamt Abschnitt von der Beschneidung vorlegen muss. Wird schwer, das Ding wieder auszugraben. Also nicht den Erstgeborenen... egal.

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Meine Sport-Uhr bietet Challenges. Die Radfahr-Dinger kriege ich meistens, die Lauf-Challenges eher nicht. Nun wäre der Grundgedanke ja: laufe mehr, weil... ist ja eine Challenge, ergo: streng Dich an. Dafür fahre ich mehr Rad, weil ich da auf der sicheren Seite bin. Wäre vielleicht ein Thema anstehende Therapiestunden. Nachteil wäre, dass die mir eventuell mehr Laufen raten und ich dann weder die Rad- noch die Laufchallenges packe. Frust galore.

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America first vs. First Steps. Bin für letzteres und auch schon dabei.

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Samstag, 30. April 2022
Kreislauf

Es ist ein Kreislauf.

Beschissen geschlafen und viel zu früh wach. Lange vor dem Wecker und viel zu lange vor dem Arzttermin. Dadurch immerhin viel zu viel Zeit für Kaffee, Dusche und alles andere. Arzttermin ging relativ schnell: gerade als er für ein längeres Gespräch ansetzen wollte, musste er dringend an ein anderes Telefon, irgendwas mit Kardiologie und so. Körperliche Belange gehen bei Notsituationen klar vor. Als er zurück kam, war der Gesprächsfaden in gerissen, was nicht schlimm war, das Wichtigste war eh gesagt. Man sieht sich bald wieder, viel Erfolg für das, was kommt, wir schauen dann weiter.

Entwurzelt ist wahrscheinlich das richtige Wort. Die Mails werden schon aus dem "Versendet"-Ordner geholt und leicht abgewandelt mit den neuen Daten wieder verschickt, der Briefumschlag liegt schon adressiert und mit Briefmarke bereit. Eine seltsame Routine, die keine sein sollte, aber eine ist und leider auch noch sein muss. Und immer wieder der Gedanke, dass man es morgen aber garantiert anders angeht, das man da was gebacken kriegt, dass da endlich mal was geht und es läuft und zwar tagsüber und nicht erst am Abend. Und dann geht da nichts, dann läuft da nichts, dann ist es das schlechte Gewissen, dass einen am Abend immerhin zu ein bisschen was antreibt und man wenigstens ein kleines bisschen Output in irgendeiner Form hat.

Die Tage, an denen sich Versagensangst so definiert, dass man Angst hat weiterhin zu versagen. Wo Versagen - wenn vielleicht auch nur gefühlt, aber das reicht ja auch schon - der Standard ist.

Man schläft dann schlecht, wacht viel zu früh auf, vor dem Wecker, den man sich eigentlich eh nicht stellen braucht, denn es wird ja ohnehin nichts laufen, nichts gehen, kein Output da sein am nächsten Tag.

Es ist eigentlich kein Kreislauf. Es ist eine Spirale und sie geht in die falsche Richtung.

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Donnerstag, 28. April 2022
Der Igel ist erwacht

Weiterhin negativ und somit kann ohne schlechtes Gewissen morgen zum Hausarzt und hoffentlich auch nächste Woche zum wichtigen Termin. Puh.

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Hier wohnt jetzt ein Igel. Er war gestern rund um die Garage unterwegs und heute Nacht auch auf der Terrasse. Eingefangen von den Kameras, die ich mal in Zuge einer Online-Aktion relativ günstig gekauft habe und die mir nun aufnehmen, wenn die Katzen rein und raus gehen, wenn draußen Marder rumlaufen und eben auch jener Igel.

Letztes Jahr war schon mal einer unterwegs und vielleicht ist das jener, der dann im Winterschlaf war und nun wieder aktiv ist. Er scheint kein Handy zu haben und sich auch sonst keine Nachrichten zu geben. Ansonsten wäre er wahrscheinlich liegen geblieben. Nochmal ein paar Blätter über den stacheligen Körper, das Magengrummeln ignoriert und Augen zu. Nun ist er aber da und streift herum. Sehr schön, hat mich gefreut, ihn auf den Aufnahmen zu entdecken. Komm gut durchs Jahr, lieber Igel.

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Lese gerade ein Buch zum zweiten Mal, das mir beim ersten Mal schon ein großer Anstoß in die richtige Richtung war. Diesmal auch, nur bin ich anscheinend noch nicht soweit. Sollte es aber sein. Ach egal. Ich lese es nun eben zum zweiten Mal, fühle mich bei jedem Satz ertappt und weiß auch, was zu tun wäre oder besser zu lassen wäre, aber kriege es noch nicht hin.
Das sind so die Dinge, über die man viele Jahre später innerlich lacht. Die Dinge, die man als fast unüberbrückbare Hürde sah, die das aber nicht sind, nie waren. Es ist alles so eine riesige Pappkulisse und man weiß das eigentlich, aber erkennt es nicht. Und Jahre später, mit viel Abstand, ärgert man sich über die eigene Dummheit. Es ist wie ein Christopher Nolan-Film, wo sich am Ende erst diese monumentale Einsicht einstellt. Nur, dass man sich bei Christopher Nolan nicht ärgert.

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