Montag, 29. Januar 2024
If Genervt-Faktor = Sleep Score -> Cancel Day

Wenn der Tag mit einem verschütteten Kaffee startet, ist das eigentlich ein klares Zeichen, das keinesfalls ignoriert werden sollte. Bin trotzdem nicht wieder direkt ins Bett, sondern stattdessen ins Home Office (war nahezu der gleiche Weg). Keine gute Idee, wie sich beim Öffnen der Mailbox zeigt. Nicht nur das Ignorieren von Zeichen rächt sich - auch ein freier Freitag lädt zu Eskapaden der Gegenseite (= Kollegen und Kunden) ein. Die Kopfschmerzen waren vorher schon da, aber mit solchem Kram potenziert sich das. Ob ich das einen ganzen Tag durchstehe, ist noch nicht klar. Ob ich das den ganzen Tag durchstehen sollte auch nicht. Mein "Sleep Score" laut Uhr 96. Bei einem Höchstwert von 100 ist das nahe am Scheintod. So fühle ich mich auch; allerdings nach dem Aufstehen. Nun denn, starten wir mal in den Tag und schauen, was er bringt. Geht der Genervt-Faktor auf einen ähnlichen Wert wie der "Sleep Score" breche ich ab.

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Sonntag, 28. Januar 2024
Übergangsjacke, Zwiebelook und volle Blasen

Ist schon wieder die Zeit für Übergangsjacke? Was tun, wenn der Zwiebellook nicht mehr reicht? Es ist tragisch: tagsüber satte Plusgrade, hart an der Grenze zu zweistelligen Werten, nachts knackig kalt und deutlich unter Null Grad. Das bedeutet am Morgen (=jetzt): vom Raureif glatte Wege, gefrorene Scheiben, eisige Kälte. Man muss sich warm einpacken, wenn man sich zu einem Morgenlauf entschließt. Das Atmen fällt schwer, jeder Schritt will vorsichtig gemacht sein, was der Idee eines entspannten Laufs gänzlich entgegen spricht. In der Sonne wird es dann etwas wärmer, aber nur soweit, dass die Blase sich meldet - es ist aber schon noch ein gutes Stück bis zum Waldrand. Dort angekommen gestaltet es sich auch nicht ganz einfach; die Handschuhe von den Finger gepfriemelt und im Mund zwischen geparkt, der Knoten der Hose löst sich auch nur schwer und schon beim entspannenden (die Blase dankt) Erledigen dessen, wofür man sich minutenlang vorbereiten muss, dampft es, also würde man Atomkerne zum Kühlen ins Wasserbecken versenken. Naja, hat ja auch beides was mit Strahlkraft zu tun, aber ich glaube nicht, dass das der Grund ist.
Nachdem alles erledigt ist, muss man die Hose wieder leidlich zuknoten und versuchen die Handschuhe über die Hände zu bekommen. Ein letzter höflicher Gruss an die Spaziergänger, die natürlich gerade in dem Moment um die Ecke kamen, als man loslegte (und man(n) weiß: da ist nichts mehr mit Aufhören) und nun kopfschüttelnd an einem vorbeilaufen.
Tatsächlich ist der restliche Lauf entspannter. Das Adrenalin der plötzlichen Zuschauer des Naturschauspiels, die wärmende Anstrengung des sich Aus- und wieder Ankleidens (und wenn es nur der Knoten der Hose und die Handschuhe waren) und die nicht mehr nervende Blase sorgen eine gechillte Grundatmosphäre und es läuft sich völlig locker... bis die nächste Eisplatte kommt und es einen fast auf die Fresse legt.

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Samstag, 27. Januar 2024
Unerfüllte Hoffnung

Gestern die Autobiografie von Matthew Perry zu Ende gelesen. Der Schluss ist eine einzige Ode ans Leben, auf die Hoffnung, auf die Freundschaft und die Bereitschaft zum Glücklichsein. Ein Jahr später war er tot, ertrunken im Whirlpool, mit Ketamin im Blut und einem Herzen, das das alles nicht mehr konnte.
Ich habe Chandler geliebt. Nein, zuallerst mal habe ich Friends geliebt. Das ist neben Seinfeld (und der Schwarzwaldklinik) die einzige Serie, von der ich alle Folgen gesehen habe. Wie großartig war die WG von Chandler und Joey. Wer hätte da nicht mit einziehen wollen. Wie dämlich stellte sich Chandler oft an... Hallo Seelenverwandter. Wie beschissen lief das meistens mit Chandler und den Frauen. Willkommen im Club. Es gibt eine Folge mit Joey und Chandler, es geht um Kathy und es hat mich damals einfach umgehauen. Das war - zusammen mit dem Finale - der größte Moment, aber es gab noch viele andere große Momente.
Auch für Matthew Perry war Friends - natürlich - prägend. Wie sollte es auch anders sein. Interessanterweise bricht er es auch immer auf die Kohle runter. Okay, 1 Million pro Folge (= pro Woche)... da kann man tatsächlich nicht meckern, aber gerettet hat ihn all das Geld am Ende auch nicht. Vielleicht sogar im Gegenteil: mit solchen Unsummen an Geld kommt man wahrscheinlich leichter an Drogen als ein Normal- oder bei Drogen wahrscheinlich auch öfter der Fall Garnicht-Verdiener. Und man kann sich sehr exquisite Entzugseinrichtungen rund um die Welt leisten (die am Genfer See stelle ich mir ganz nett vor). Aber auch die haben offensichtlich nicht geholfen.

Es ist ein erfrischendes Buch (man hört Chandler reden, während man es liest), mit einem eigentlich hoffnungsvollen Ende. Hat sich leider nicht erfüllt, diese Hoffnung. Das tut mir leid für ihn.

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Freitag, 26. Januar 2024
Weit am Bauch, eng im Schritt

Meine Güte, war ich heute schon produktiv. Es ist halb Zehn und ich war schon sowohl für mich, wie auch für meine coronaerkrankte Mutter einkaufen, war im Getränkemarkt, habe alte Batterien weggebracht, eine Rücksendung veranlasst und auf den Weg gebracht, die Einkäufe an zwei Standorten verräumt, den zweiten Kaffee in der Hand und hab mein Tagwerk insoweit geschafft, als dass die wichtigsten Dinge erledigt sind. Die Pflicht ist durch, der Rest ist Kür. Ein Teil der Kür ist der Morgenlauf, der zum Mittagslauf wird, je länger ich für den Kaffee braucht und je nachdem, wie es sich mit der Kaffeelust im Anschluss verhält, sprich: es ob es noch einen Folgekaffee verhält.

Bin am Überlegen, ob ich die Laufroute heute etwas ändere. Normalerweise laufe ich in rainman-esquer Art und Weise immer die gleiche Strecke. Es gibt minimale Abweichungen, aber die eigentlich nur, um die Entfernung zu variieren - je nach Lust und/oder Zeit - aber grundsätzlich ist es immer gleich. Man sieht das auch bei den Daten auf der App: anhand der Route auf einer Karte könnte man die Touren nicht unterscheiden. Naja, Rain Man wahrscheinlich schon, weil ich mal hier einen Schritt zu weit links war und bei jenem Lauf an einer anderen Stelle ausgeatmet habe als an einer anderen. Aber ansonsten kenne ich jeden Stein auf dem Weg, jeden Maulwurfhügel, jeden Baum, jeden Strauch. Heute könnte ich aber vielleicht mal einen anderen Weg einschlagen. Dafür müsste ich aber ein schönes Laufoutfit anziehen, die Schuhe putzen und so elegant laufen, als wäre es in meinen Genen einprogrammiert, vor Eleganz beim Laufen zu strotzen. Schweiß darf gerne dabei sein, aber wohl dosiert. Es soll nach einem Hauch von Anstrengung aussehen, aber einer Anstrengung, die gewollt ist und die man völlig im Griff hat. Auf meinen Lippen müsste ein Lächeln erstrahlen, die Kleidung müsste Problemzonen kaschieren und die Pluspunkte unterstreichen (weit um den Bauch rum, eng im Schritt). Und dann würde ich an den Kameras vorbeilaufen und vielleicht käme ich dann im Fernsehen. Der Anlass, weshalb Kameras herumstehen ist kein schöner und eigentlich stehen hier nie Kameras herum. Momentan aber leider schon. Und vielleicht möchte ich da auch gar nicht durchs Bild huschen. Vielleicht nehme ich doch meine normale Route und mache es wie immer. Die Hasen und Vögel und Schafe auf meiner üblichen Tour würden mich sonst ja auch vermissen und das möchte ich natürlich nicht.

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Donnerstag, 25. Januar 2024
Papa macht das schon

Nachdem die Hinrichtung von Kenneth Smith mit einer Giftspritze daneben ging, soll er nun mittels Stickstoff aus seinem kriminellen Leben scheiden. Die Methode ist hochumstritten, aber das hat die Amerikaner ja noch nie abgeschreckt.

Irgendjemand hat das nun entschieden. Da soll jemand mittels injiziertem Gift getötet werden, aber das klappt nicht. Man ist verständlicherweise sauer. Wer kennt das nicht: da will man jemanden umbringen und dann klappt das nicht. Ist nie schön. Aber beim nächsten Mal soll das bitte funktionieren! Deshalb wird überlegt, wie man das am besten bewerkstellige. Man kommt auf das gute alte Stickstoff. Das ist super! Das nehmen wir. Aber lass es uns nochmal testen, hier sind ein paar Tiere. Mach mal. Und dann sind da Leute, die testen das. Sie testen, ob Stickstoff eine gute Sache wäre, um jemanden hinzurichten. Abends kommen diese Leute heim zu ihren Familien. Große Freude, die Kinder laufen zur Eingangstür. Papa, Papa! Mama, Papa ist da! Später sitzt man zuhause und berichtet vom Tag. Der Junior berichtet vom Tor, das er im Sportunterricht geschossen hat, die Tochter zeigt stolz die Zöpfe, die ihre Freundin ihr geflochten hat. Und er Papa berichtet von seinen Erfolgen bei den Tests mit Stickstoff. Es läuft hervorragend! Die Ratten sterben durch die Bank, keine überlebt. Bei manchen dauert es eine Weile, sie zucken noch zu lange und den Schaum vor dem Mund wollen wir auch nicht, aber das kriegen wir schon noch hin. Dauert ja noch bis zur Hinrichtung von diesem Smith. Diesmal entkommt er uns nicht, oder kleine Sarah-Jane? ...sagt er und kneift seiner Tochter zärtlich in die Wange.
Nein, diesmal verreckt das Schwein, sagt Sarah-Jane, lächelt und nimmt noch eine Gabel von den Smashed Potatoes.

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