Sonntag, 4. Oktober 2026
Sonntag halt

Schlafscore: 99. Das ist schon hart dran an Perfekt. Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe und tatsächlich fühlt es sich auch nicht unbedingt so an, als wäre ich nun bereit für Bäume ausreissen und Götter zeugen. Aber die Uhr würde natürlich niemals lügen oder gar Fehler machen; ich bin also fast bis zum Anschlag erholt. Nun denn.

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Wenn es nachher ein bisschen wärmer ist, möchte ich mit dem Rad los an den Fluss und mir anschauen, was passiert, wenn es über längere Zeit ein bisschen wärmer ist.

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Mein Knie nimmt mir den kurzen Lauf gestern morgen krumm. Vielleicht war der kleine Spaziergang am Abend on top auch keine gute Idee. Beim Aufstehen zwickt es jedenfalls und liegen war auch nicht ideal (mit gesundem Knie hätte ich die 100 geknackt!) und das nervt. Am Freitag ist der Termin beim Orthopäden. Bin gespannt und voller Hoffnung. Ich bin sogar soweit, dass ich ihm ein freudiges "Los gehts!" entgegenschmettern würde, wenn er vorschlüge, diese Baker-Zyste mit einer alten, rostigen Spritze abzusaugen - sofern die Chancen auf ein halbwegs funktionierendes Knie bestünde. Halbwegs funktionierend beinhaltet Joggen ohne Zweitagesjammern hinterher.

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Heute abend spielen "wir" wieder. Am Freitag übrigens auch. Gegen Australien. Und ich werde live vor Ort zuschauen. Bin gespannt.

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Müde

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Samstag, 3. Oktober 2026
Wir werden alt

Der Morgen ist neblig, aber für später hat sich Sonne angekündigt. Die möchte ich mit einem kleinen Samstagmorgenlauf begrüßen und auf dem Rückweg Brötchen fürs Frühstück mitnehmen. Sind wir mal gespannt, ob der Bäcker trotz Feiertag offen hat. Die Chancen stehen eigentlich ganz gut. Ansonsten wird gesund mit Müsli und Obst, aber ohne Brot und süßem Backwerk.

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Gestern abend auf einem Geburtstag eines Jahrgangkollegen gewesen. Wir werden alt, man kann es nicht leugnen. Er sieht noch einigermaßen frisch aus, aber die Malaisen sind bei ihm auch allgegenwärtig. Er dürfte der erste aus unserer Riege mit überstandenem Herzinfarkt sein. Es gab zwei, drei andere mit vermeintlichem Herzinfarkt, aber die haben es nicht überlebt. Er schon. Diesen Sommer kam dann noch eine Blaualgeninfektion dazu und auch so tut es wohl hier und da ein bisschen weh. Da er Beamter ist, erholt er sich seit dem Herzinfarkt von eben jenem und ward seither bei der Arbeit nicht mehr gesehen. Ein Glück gibt es mit Haus und Garten und so auch daheim genug zu tun, sonst wäre ihm womöglich langweilig.

Seine Kinder sind beide frisch aus längeren Beziehungen raus, insofern ist er aktuell dem Schritt zum Opa gerade noch so entkommen, aber das kann ja schnell gehen. Weiß gar nicht, ob es schon Großeltern bei unseren ehemaligen Mitgrundschülern gibt, aber eigentlich müsste dem schon so sein. Alter Schwede... Opa und Oma... das ist dann schon eine Hausnummer.

Seit dem Herzinfarkt ist er antialkoholisch unterwegs, was sich deutlich an der Getränkefront bemerkbar gemacht hat. Geschenkkörbe mit alkoholfreiem Bier waren eine naheliegende, wie auch gern genommene Option. Er ist für die nächsten Wochen versorgt, würde ich sagen. Dass dieses halbwegs gesund leben erst so spät im Leben eine Rolle spielt, ist auch nicht clever. Hätte man sich da früher drum gekümmert, wären manche Dinge später passiert. Herzinfarkte zum Beispiel. Aber wem sage ich das. Mit einem Herzinfarkt kann ich zwar nicht dienen, aber es wäre so einiges anders gelaufen, wenn... ach egal.

Um kurz vor Zehn bin ich gegangen. Auch so ein Altersthema, dieses frühe Verschwinden. Nun denn; die kleine Katze hats gefreut. Sie mag es nicht, wenn sie zu lange auf mich warten muss mit ins Bett gehen.

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Schon wieder ein Marder auf der Kamera. Die Versicherung deckt zwar etwaige Schäden ab, aber das würde mich schon sehr nerven. Blöde Viecher.

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Freitag, 2. Oktober 2026
Früheinkäufer

Auf der Kamera gesehen, dass sich ein Marder am Carport rumtreibt. Da waren schon immer Marder, aber der war sehr an der Unterseite des Wagens interessiert. Deshalb gleich am Morgen nach Markenschutz gegoogelt.

Es gibt sowas mit Ultraschall, aber ich befürchte, das würden außer den Mardern auch die Katzen und Igel nicht mögen, die hier auch unterwegs sind. Die Variante fällt somit flach.
Strom ist eine Möglichkeit. Kostet mehr, muss man einbauen und ob es wirklich hilft... da gehen die Meinungen auseinander. Wäre aber zumindest mal eine Option.
Ich könnte mir einen kleinen Hund anschaffen, der nachts unterhalb des Autos schlafen muss. Das würde sicher funktionieren, aber ich bin mir nicht sicher, ob PETA mir das durchgehen ließe.

Vorerst schaue ich einfach mal. Vielleicht war das nur ein prüfender Blick, ein "Oh, ein new kid on the block" und nun ist gut. Gerüchten zufolge machen die Viecher bei Fahrzeugen, die immer da stehen, die also quasi "ihre" Fahrzeuge sind, keinen Terz. Das wäre mir die liebste Option. Leben und leben lassen - das gilt für Marder wie für Kabel.

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Zwei Minuten vor Öffnung fahre ich auf den Parkplatz des Supermarkts und sehe schon die Menge vor der Tür, die darauf warten, dass die Rolltüren entriegelt werden und das Shoppen beginnen kann. Es sind außergewöhnlich viele Menschen, aber klar: Morgen ist Feiertag, man kommt nicht an Lebensmittel und eine Hungersnot muss dringlichst unterbunden werden. Deshalb der Andrang. Normalerweise sind es um diese Uhrzeit nicht so viele Menschen. Ob sich da einige extra den Wecker gestellt haben? Vielleicht aus Angst, dass die Regale leergeräumt sein könnten, wenn sie zu spät kommen? Dunkel wabert noch die Erinnerung an die Toilettenpapier- und Hefekrise aus Coronazeiten. Solch düstere Zeiten möchte man nicht mehr erleben, deshalb lieber früh aufstehen.

Ich bin einer der alten Hasen, denn ich bin immer so früh da. Eigentlich müsste man sich zum Spalier aufstellen und mich durchlassen, Rosenblätter sollten auf den Weg gestreut und die Rolltür nochmal extra geölt werden, damit auch garantiert nichts quietscht. Aber nichts dergleichen geschieht, aber das ist nicht schlimm. Bis ich am Eingang ankommen, hat sich die Traube der Wartenden aufgelöst und drinnen ist soviel Platz, das es zu keinerlei Gedränge kommt.

Eine halbe Stunde später bin ich wieder draußen. Auf dem Weg nach Hause fällt mir ein, dass ich Aufbackbrötchen vergessen habe. Vielleicht werde ich also übers Wochenende doch verhungern - trotz frühzeitigem Einkauf.

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Donnerstag, 1. Oktober 2026
Grashalmveredler und Patchworkacker

Endlich ist der Regen da. Mittlerweile kann man - mit ein bisschen Anlauf - fast über den Rhein springen, so wenig Wasser führt er. Die Felder, die nach der Sommerhitze kurz mal grün waren, sind alle abgeerntet, eine schlechte Ernte sagen sie, aber das sagen sie immer. Diesmal scheint es aber zu stimmen. Danach lagen die Felder brach und die Sonne konnte sie austrocknen. Der Regen wird es schwer haben, die harte Kruste aufzuweichen, aber ich zähle auf ihn.

Meinem Garten wird die Feuchtigkeit sicher auch gut tun. Nochmal so richtig vollsaugen, bevor am Wochenende das letzte Mal gemäht wird für dieses Jahr. Die Nachbarn wird es freuen, wobei die aktuell nichts zu meckern haben. Direkt nebenan sieht es auch aus wie Wüste. Da ist irgendwas schief gelaufen, anders kann ich mir dieses sandige Drama nicht erklären. Wenn man im Flugzeug sitzt und nach unten schaut, sieht man oft die verschiedenfarbigen Felder, die ein Muster in die Landschaft zaubern. So sieht es hier in den Gärten auch aus. Da ist das saftige Grün des peniblen Grashalmveredlers, dann die Wüste nebenan und schließlich mein Patchworkacker, der keine einheitliche Farbe aufweist. Geht doch nichts über Vielfalt.

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Das Auto hat einen Appstore. Verrückt. Es gibt noch viel zu entdecken.

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Müde

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Mittwoch, 30. September 2026
Die Knie stehen sich nahe

Irgendwie sind gerade alle in Urlaub; nur ich nicht. Das ist nicht fair, aber wahrscheinlich auch nur anekdotische Evidenz. Bin ja auch bald wieder in Urlaub. Schon im November. Grmpf.

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In der Mittagspause eine kleine Runde laufen gewesen. Das erste Mal seit zwei oder drei Wochen. Weiß es schon gar nicht mehr; bin diesbezüglich im Verdrängungsmodus. Kommende Woche habe ich einen Termin beim Orthopäden, um das MRT-Ergebnis zu besprechen. Ich nehme auf so halb ernst gemeinten Tipp des Hausarztes nun auch sündhaft teure Nahrungsergänzungsmittel, die in einer obskuren Studie minimalste Wirkungen aufweisen konnte. Vitamine sind ja nie schlecht, also rein damit.

Der Lauf war erstaunlich gut. Keine Beschwerden, zumindest keine heftigen. Wenn ich spürte, dass da was kommen könnte, bin ich langsamer gelaufen. Das hat ganz gut geklappt. Hat mich selbst überrascht, denn normalerweise komme ich ruckzuck wieder in einen schnelleren Trott und das mag mein Knie gar nicht. Beide Knie mögen das nicht, wobei das eine vielleicht jeweils sowas wie Solidaritätsschmerzen bekommt. Sind ja schon eng miteinander, meine Knie. X-Beine nennt man das wohl.

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Der ohnehin schon seltsame Typ hier in der Straße wird immer seltsamer. Mittlerweile hat er den Körperbau des Pinguin (die Danny deVito-Version) bei Batman und überhaupt ist alles an ihm suspekt. Seine Frau hat ihren Instagram-Account gelöscht, den sie hauptsächlich für Promozwecke genutzt hat. Man sieht sie nur noch selten - vorhin zufällig, als sie mit dem Auto vor dem Haus wendete. Bin mir aber nicht mal sicher, ob sie das war. Vielleicht war es auch eine Frau, die ihr ähnlich sieht. Aber wo ist dann die echte Frau? Und die Kinder? Die habe ich auch schon lange nicht mehr... ich muss aufhören, hier herumzuspekulieren. Das wird ja immer grotesker.

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Bald Feierabend, dann ab aufs Rad. Die Motivation ist hoch, den letzten Sommertag zu nutzen. Ab morgen wird es kühler. Das ist dann wieder eher Laufwetter. Sage ich... das Knie ist da sicher anderer Meinung und das andere wird in das Gejammer einstimmen. #solidaritätsjammern

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Netflix wird schon wieder teurer... ich glaube, die können auch ganz gut ohne mich leben...

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