Sonntag, 1. Juni 2025
Walldorfschulenartiger Laissez-faire-Ansatz von Gartentätigkeiten

Und plötzlich war da der Sturm. Es war angekündigt, aber den ganzen Nachmittag über war das ein Anlass für Häme. Hahaha, der Wetterdienst wieder. Wo soll denn hier der Regen herkommen? Schaffen die es nicht mal mehr einen Tag vorherzusagen? Unwetter? Deine Mudda! Und dann wurde es dunkel und der Sturm kam. Inklusive Regen und kleinen Mini-Tornados. Als hätte der Wetterdienst das Geläster gehört und wollte es mir zeigen. HIER! DA IST DER REGEN!!! NOCH EIN BISSCHEN MEHR WIND GEFÄLLIG??? HIER, BITTE SCHÖN! MIT BESTEN GRÜßEN VOM WETTERDIENST!
Zwei Stunden später war es wieder vorbei. Man konnte die Fenster aufmachen (das ging vorher nicht: der Wetterdienst hatte wirklich sehr viel Wind geschickt) und die Schwüle des Tages vertreiben. Allerdings war es dann schon dunkel und ich konnte nicht nachschauen, wie es den frisch am Mittag umgetopften Pflanzen geht. Hoffentlich haben sie das Unwetter überlebt. Schlechte Laune dürften sie allemal haben: da wird man in ein neues Heim zwangsumgesiedelt, alles ist ungewohnt, größer zwar, aber anders und gleich am Abend dann sowas. Das ist nicht schön. Andererseits ist es ein Test: die, die das gestern Abend überlebt haben, werden auch meine Gießamnesie und den überhaupt Walldorfschulenartigen Laissez-faire-Ansatz meiner Gartentätigkeiten überstehen. Für die anderen tut es mir leid, aber es wird Gras über die Sache wachsen. Literally.

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Walldorfschulenartiger Laissez-faire-Ansatz von Gartentätigkeiten

Und plötzlich war da der Sturm. Es war angekündigt, aber den ganzen Nachmittag über war das ein Anlass für Häme. Hahaha, der Wetterdienst wieder. Wo soll denn hier der Regen herkommen? Schaffen die es nicht mal mehr einen Tag vorherzusagen? Unwetter? Deine Mudda! Und dann wurde es dunkel und der Sturm kam. Inklusive Regen und kleinen Mini-Tornados. Als hätte der Wetterdienst das Geläster gehört und wollte es mir zeigen. HIER! DA IST DER REGEN!!! NOCH EIN BISSCHEN MEHR WIND GEFÄLLIG??? HIER, BITTE SCHÖN! MIT BESTEN GRÜßEN VOM WETTERDIENST!
Zwei Stunden später war es wieder vorbei. Man konnte die Fenster aufmachen (das ging vorher nicht: der Wetterdienst hatte wirklich sehr viel Wind geschickt) und die Schwüle des Tages vertreiben. Allerdings war es dann schon dunkel und ich konnte nicht nachschauen, wie es den frisch am Mittag umgetopften Pflanzen geht. Hoffentlich haben sie das Unwetter überlebt. Schlechte Laune dürften sie allemal haben: da wird man in ein neues Heim zwangsumgesiedelt, alles ist ungewohnt, größer zwar, aber anders und gleich am Abend dann sowas. Das ist nicht schön. Andererseits ist es ein Test: die, die das gestern Abend überlebt haben, werden auch meine Gießamnesie und den überhaupt Walldorfschulenartigen Laissez-faire-Ansatz meiner Gartentätigkeiten überstehen. Für die anderen tut es mir leid, aber es wird Gras über die Sache wachsen. Literally.

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Samstag, 31. Mai 2025
Die feuchten Tränen der kniegeschädigten Wolken

Alt werden ist echt nichts für Weicheier. Jeden Morgen dieses Memory Spielen, welche Körperteile in Kombi schmerzen und bei welchen es im Zusammenspiel nicht schmerzt. Furchtbar.

Gestern vormittag - das rechte Knie war guter Dinge - sollte es nach einigen Tagen Pause wieder ein kurzer Lauf sein. Nur drei oder vier Kilometer. Eher gemächlich. Einfach, um wieder reinzukommen. Mit wenig Lust umgezogen, die Laufschuhe geschnürt und alles, was es an medizinischen Hilfsmittel gibt, an den entsprechenden Stellen angebracht. Konkret ist das so ein Stützstrumpf fürs linke Knie und ein Band für die Patellasehne fürs rechte Knie. Sieht dämlich aus, aber es sieht wahrscheinlich grundsätzlich befremdlich aus, wenn ein umtrainierter, älterer Mann versucht zu joggen. Also egal.
Der erste Kilometer war eine Qual. Die längere Pause machte mir zu schaffen und vor allem auch das ungelenke Laufen, dieses Übervorsichtige, die Schonhaltung, damit das rechte Knie auch ja durchhält. Ab Kilometer Zwei wurde es dann besser. Es gab einen kurzen Schreckmoment, ein kurzer Stich ins Knie, aber nach ein paar Meter langsamen Gehens war das wieder okay.

Am Ende wurden es dreieinhalb Kilometer und eigentlich fühlte sich auch alles ganz in Ordnung an. Hielt aber nur eine knappe Stunde, dann knirschte und kleckerte es und Gehen war nicht mehr so wirklich drin. Stattdessen humpeln mit durchgestrecktem Bein und Treppen in Minimalgeschwindigkeit und ganz ganz vorsichtig. Zwischendurch knackt es so richtig und es fühlt sich an, als würde irgendwas im Knie, das unter Spannung stand plötzlich losgelassen. Leider ist das keine Erlösung, sondern tut dann so richtig weh. Es scheint aber nicht die Patellasehne zu sein. Diese liegt unterhalb der Kniescheibe. Der "neue" Schmerz ist eher darüber und seitlich. Es ist auf jeden Fall großer Mist und nervt.

Am frühen Nachmittag dann noch aufs Rad und zum Elektrodiscounter geradelt. Das ging eigentlich ganz gut, ob es eine meiner bessere Ideen war?... Ich bezweifle es. Auf dem Rad ging es ganz gut, aber nach dem Absteigen war es schlimmer. Es wird wohl wieder auf eine Schonzeit fürs Knie hinauslaufen. Nervt mich jetzt schon. Und doppelt frustrierend: es könnte sein, dass auch Fahrradfahren für den Anfang ausfällt. Das ist wie zweimal lebenslänglich bei Wasser und Brot und den ganzen Tag Helene Fischer auf billigen Bluetoothboxen mit schwachem Akku.

Die Fitnessuhr hat noch zwei offene Projekte für diesen Monat. Es fehlen noch 5,7 Kilometer Gehen und etwas über 25 Kilometer Radfahren. Ich befürchte, dass aus beidem nichts wird. Man wird viel Freude mit mir haben an diesem Wochenende. Meine Laune wird ein einziges blühendes Feld des Frohsinns sein... verdorrt in der sengenden Sonne und nach Wasser lechzend, dass aber nicht kommt, weil die Regenwolken es nicht zum Feld schaffen. Sie würden gerne, aber ihre Knie sind kaputt. Deshalb können sie nur am Himmel entlang humpeln und kommen nur langsam und unter Schmerzen von der Stelle. Die meiste Zeit weinen sie, dicke Tropfen fallen auf die Erde, aber sie sind viel zu weit vom Feld entfernt; es hat nichts von den feuchten Tränen der kniegeschädigten Wolken. Stattdessen geht Blüte für Blüte ein, sie lassen erst die Köpfe hängen, bis er schließlich abfällt und auf dem sandigen Boden zu Staub zerfällt. Das Gras hält am längsten durch, aber bald sind auch die letzten Halme nur noch trockenes Stroh. In weiter Ferne sind die Wolken. Sie sehen, wie das Feld leidet, versuchen näher zu kommen, aber es geht nicht. Die Knie schmerzen zu sehr. Die Wolken sind verzweifelt, sie weinen noch mehr, der Boden unter ihnen kann die vielen Tränen gar nicht mehr aufnehmen. Es kommt zu Überschwemmungen. Aber das Feld bleibt trocken. Mit letzter Kraft versuchen ein paar Büsche sich gegenseitig Schatten zu spenden, aber die Kraft der Sonne ist gnadenlos. Mit einem letzten Seufzen ergeben auch sie sich ihrem Schicksal. Aus dem blühenden Feld des Frohsinns wurde eine tote Wüste. Exakt so ist das mit meiner Laune.

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Freitag, 30. Mai 2025
Rührt Euch

Glückwunsch Rialto, Glückwunsch Golden Gate, Glückwunsch Oberbaum... Alles Gute zum Brückentag.

Für mich ist ein normaler Freitag, der seinen Glanz dadurch verliert, dass alle anderen auch frei haben. Es sei ihnen gegönnt, aber man möge mir nicht durch zu ausgiebige Präsenz an den an Nicht-Brückentagen nicht übermäßig frequentierten Plätzen auf den Sack gehen. Konkret zu nennen wäre hier der Elektrodiscounter. Heute ist Kaffeemaschinenbestaun- und vielleicht sogar Kaffeemaschinenkauftag. Dafür brauche ich Ruhe und Platz um mich herum. Ich muss prüfende Blicke auf die Maschinen werfen und dabei in kurzen Schritten die Reihe entlang laufen. Mein Blick verweilt immer auf einer Maschine, bis er blitzschnell zur Maschine daneben wandert. Es ist ein bisschen wie Soldaten (Kaffeemaschinen), die zum Appell antreten und der General (Ich) schreitet die Truppe ab. Sie wird über ihre Aufgaben und Einsätze unterrichtet (Stillgestanden! Am Morgen muss Kaffee in ausreichender Menge und in der gewünschten Stärke sofort und unverzüglich zubereitet und an der Front zur Verfügung stehen. Das hat höchste Priorität und muss garantiert werden. Unter keinen Umständen darf es hier zu Lieferengpässen oder gar Ausfällen kommen. Haben wir uns verstanden? Gut. Rührt Euch. (Wobei "Rührt Euch" bei mir nicht so wichtig ist. Trinke den Kaffee ja schwarz)). Und wie in jeder Truppe gibt es diesen einen Soldaten, der heraussticht. Der den Feind aus hunderten von Kilometern spüren kann und im Alleingang ein komplettes Gefangenenlager befreit. Der Hubschrauber fliegen, U-Boote manövrieren und Panzer fahren kann. Und aus Kaffeehaus edelsten Kaffee mit einer feinen Bitternote in der genau richtigen Temperatur zubereiten kann. Genau diesen einen Soldaten brauche ich und zwar in Form einer Kaffeemaschine. Und um diesen Soldaten diese Kaffeemaschine zu finden, brauche ich Ruhe. Und Platz im Ganz, um zu schreiten. Deshalb sollen die Brückentagnutzer bitte in die Stadt, frühstücken gehen oder daheim im Garten Büsche schneiden. Meinetwegen auch mit der Familie Spaß haben (im Idealfall der eigenen, alles andere wäre creepy), aber bitte nicht planlos beim Elektrodiscounter im Weg rumstehen. Geht das? Danke! Rührt Euch.

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Donnerstag, 29. Mai 2025
Haben in der Kannsteverfuttern-Bilanz

Feiertag, keine Arbeit, keine Verpflichtungen. Trotzdem um halb Sieben wach. Jetzt muss es die Therapie richten: Akzeptanz ist gefragt. Ich gebe mein Bestes.

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Heute ist Vatertag. Mangels Bollerwagen und Lust gibt es bei mir heute keine Sauferei. Stattdessen vielleicht eine kleine Tour mit dem Rad. Hängt ein bisschen vom Wetter ab, aber das kann man so früh am Morgen noch nicht abschätzen. Falls es nicht ununterbrochen und in großen Mengen regnet, sollte eine Tour drin sein. Muss ja keine Expedition in fremde Welten und an unbekannte Orte werden. Einfach nur den faulen Hintern ein bisschen bewegen, bevor am späten Nachmittag wieder der Grill angeworfen wird. Zum Glück nicht von mir. Ich habe keine Lust zu grillen. Das Gegrillte dann zu verspeisen dann schon eher. Man muss die Kompetenzen klar verteilen. Allerdings sollte ich in Sachen Ernährung langsam machen. Die ist nicht gut zur Zeit. Zu viele ungesunde und kalorisch viel zu hochwerte Lebensmittel (wobei man sie vielleicht nicht so nennen sollte). Das nervt mich selbst, aber anscheinend bin ich da in einer Sucht gelandet. Außerdem fehlt mir Laufen. Das hat das Ganze nochmal eingenordet. Zum einen wegen der Kalorien, die dabei verbrannt werden: die kann man dann mit dem Junk Food wieder auffüllen, ohne dass man sich die Gesamttendenz komplett verhagelt. Zum anderen ist die Lust auf den Kram geringer, wenn man laufen war. Ein Effekt, den ich beim Radfahren leider nicht verspüre. Ein kleiner Trost ist, dass ich ja wieder so langsam anfange. Zwei kleine Läufe haben geklappt, ohne dass mir die Patellasehne komplett um die Ohren flog. Das ist ein guter Anfang. Vielleicht versuche ich es nachher nochmal. Nur kurz, eher langsam und nicht auf Biegen und Brechen. Sind dann auch keine Unmengen an Kalorien, die dann als Haben in der Kannsteverfuttern-Bilanz auftauchen, aber die Laune wäre schon mal um Welten besser. Mal sehen.

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Mittwoch, 28. Mai 2025
Antizyklisches Handeln rockt

Der Regen ist da. Endlich. Doof nur, dass ich gleich raus muss. Das Auto bekommt Sommerreifen. Bisschen spät, aber als alter Volkswirt weiß ich: antizyklisches Handeln rockt!

Außerdem ist heute der Tag vorm Feiertag und auch mein letzter Arbeitstag für diese Woche. Eine ruhige Woche, was daran liegt, dass ich sie habe ruhig angehen lassen. Ärgert mich ein bisschen, diese Aufschieberei. Wahrscheinlich werde ich sehr sehr alt, weil ich vor mich hinprokrastiniere und das Sterben immer vor mir her schiebe. Hoffentlich bin ich da noch einigermaßen fit und prokrastiniere nicht siechend auf dem Sterbebett vor mich hin. Sollte ich vielleicht in die Patientenverfügung aufnehmen: wenn ich zu lange da rum liege, bitte die Stecker ziehen. Da wir in Deutschland sind, muss ich das zeitlich genau definieren. Hm, was nimmt man da. Zwei Wochen? Ein Monat? Länger? Kürzer? Keine Ahnung. Vielleicht gibt es andere Messgrößen. Die Lautstärke des Röchelns beim Atmen ohne Sauerstoffgerät. Oder die Menge an Sabber, die innerhalb einer Stunde aus dem Mundwinkel fließt. Sowas in der Art. Aber auch da braucht es wahrscheinlich noch eine zeitliche Dimension. Wenn in drei aufeinanderfolgenden Tage die Menge an Sabber in einer Stunde 1,5 Liter in der Stunde überschreitet. Ansonsten stehen die Erben bereit und ziehen den Stecker beim ersten Speichelfaden, der zart im Neonröhrenlicht der Palliativstation schimmert.

Aber noch ist es ja nicht soweit. Da kann ich mir später drüber Gedanken machen. Das ist jetzt gerade nicht so wichtig. Hab ja anderes zu tun. Die Kiste, die schon seit Jahren hier in der Ecke steht in die andere Ecke stellen, zum Beispiel. Oh, sieh an: da ist ja Staub dahinter. Das sauge ich noch schnell weg. Ach, wenn ich eh gerade sauge, kann ich gleich das ganze Zimmer. Das geht ja schnell und danach... was wollte ich eigentlich? Ach, egal.

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Dienstag, 27. Mai 2025
Beleidgt

Dass der Zug früher kommt (aber leider später ankommt) macht mich fertig. Es ist nicht nur die frühere Aufsteherei, wobei die schon schlimm genug ist. Ich kriege gerade noch den Anfang vom Frühstücksfernsehen mit, dann muss ich schon los. Auf den Straßen ist noch nicht viel los, der Weg zum Bahnhof also kein Problem. Und ich habe trotz der frühen Fahrzeit einen kleinen Puffer eingebaut. Es ist allerdings so früh, dass der Zug zu früh da ist. Also nicht pünktlich, sondern satte zwei Minuten zu früh. Das erzeugt gleich mal Stress, was man ja am frühen Morgen gar nicht gebrauchen kann (und später auch nur in homöopathischen Dosen). Er steht dann da und wartet auf seine Abfahrtszeit, aber trotzdem geht der Puls hoch, wenn man noch auf dem Parkplatz steht und der Zug einfährt. Es kam mir auch so vor, dass er klagend auf dem Gleis stand, weil er wegen mir die Tür nochmal aufmachen musste. "Da kommen gleich noch mehr, lass die Tür ruhig auf", sagte ich noch zu meiner Entschuldigung, aber das Schnaufen beim Öffnen klang trotzig. Er nahm meine Entschuldigung wohl nicht oder wenn nur widerwillig an.

Wir werden wahrscheinlich auch pünktlich am Zielbahnhof ankommen. Dann würde ich auch die S-Bahn kriegen, aber dafür müsste ich mich ein bisschen beeilen. Da bin ich mir nicht sicher, ob das rechte Knie mitspielt. Auch das ist beleidigt und nimmt mir den kleinen Minilauf gestern krumm. Dieses Beleidigtsein überall nervt schon ein bisschen. Ich werde es trotzdem probieren, ansonsten stehe ich zwanzig Minuten planlos in der Gegend rum und langweile mich. Das ist kein spannender Bahnhof. Es gibt ein Yormas, einen Dunkin Donuts und noch zwei oder drei Kaffee/Backwaren-Buden. Der Ein-Euro-Shop hat noch zu, der Zeitschriftenladen ist zu klein und interessant zu sein. Also bleibt nur blöd am Gleis rumstehen und Leute schauen. Das sind aber irgendwie auch immer dieselben. Logisch. Denken die wahrscheinlich auch von mir. Naja, vielleicht schaffe ich es ja - dem Knie zum Trotz. Es kann sich dann ja auf der S-Bahnfahrt erholen, bis es zum nächsten Einsatz - dem Weg ins Büro - muss. Da ist es dann sicher wieder beleidigt.

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Montag, 26. Mai 2025
Langsam machen

Der kleine Mac und das WLAN mögen sich heute nicht. Vielleicht ist der kleine Mac noch im Wochenendmodus. Könnte ich nachvollziehen, geht mir nicht anders. Keine Lust auf Arbeit, keine Lust auf den ganzen Mist, der diese Woche ansteht. Schon beim Hochfahren des Rechners eine Nachricht, die schon seit Freitag auf mich wartet. Heiß begehrt sein ist nicht immer schön. Aber es ist eine kurze Woche. Drei Tage in meinem Fall. Das ist auszuhalten. Trotz Bimmelbahnzugfahrt morgen. Aber erstmal diesen Tag überstehen.

Für die Mittagspause habe ich einen kleinen Lauf eingeplant. Einen wirklich kleinen Lauf. Langsam angehen, meinte der Arzt und ich bin ja lernfähig und halte mich jetzt daran, was man mir sagt. Zumindest, wenn es aus berufenem Mund kommt. Der Arzt hat studiert, dazu noch in dem Bereich, in dem er nun arbeitet und er arbeitet da auch schon eine Weile. Einigermaßen erfolgreich, würde ich mal behaupten. Von Kunstfehlern und Kunstfehlerprozessen ist mir nichts bekannt. Er machte einen kompetenten Eindruck, man fühlt sich gut aufgehoben und ich rede mir ein, dass das Knie ein bisschen lächelte, als wir die Praxis verließen. Das Knie und ich.

Langsam machen, meinte er. Also mache ich langsam. In jedweder Hinsicht. Nicht auf Geschwindigkeit laufen, langsam machen. Und nicht gleich ein Halbmarathon. Auch diesbezüglich langsam machen. Wieder reinkommen. Auf den Körper im allgemeinen und das Knie im speziellen hören. Sich bremsen.

Eine Nachricht von einer Person aus alten Tagen (und alte Tage bedeutet: vor Corona). Sie nimmt Bezug auf eine Meme, bei dem es sinngemäß darum geht, dass ich nun in einem Alter bin, wo ich nicht mehr die Nacht davor feiern muss, um morgens scheiße auszusehen. Sie sieht es ähnlich. Ich widerspreche für ihren Fall natürlich vehement, sie beharrt darauf - auch weil ich mich weigern würde, mit ihr eine Radtour zu machen. Das stimmt. Ich habe mich geweigert. Aber das lag (auch) an Corona. Aber Corona ist vorbei. Vielleicht machen wir demnächst eine Radtour. Vielleicht so eine, wie wir geplant hatten. So kurz vor Corona. Schauen wir mal. Auch hier gilt: langsam machen. In vielerlei Hinsicht.

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Sonntag, 25. Mai 2025
Krise in der Sattel-Hintern-Beziehung

Es kam alles ganz anders. Aus den 40 wurden über 60 Kilometer, kein Elektrodiscounter auf dem Weg, dafür viel Fluss, etwas Wald, eine Strandbar mit Iced Coffee, am Ende ein Eis (Opa Ottos Käsekuchen & Kokos-Milchreis-Erdbeer. Sehr lecker, aber ungewöhnlich, dass ich nicht mindestens eine Standard-Sorte - normalerweise Stracciatella - dabei haben. Da war ich voll im Neue Wege gehen-Modus). Konditionell machbar, aber in der Sattel-Hintern-Beziehung kriselte es am Ende doch. Statt Kochen dann noch im asiatischen Schnellimbiss das Abendmenu besorgt und so gegen halb Elf aufrichtig müde und satt mit wohligem Gefühl ins Bett.

Der heutige Tag startet mit Regen und es scheint auch so zu bleiben. Auch recht: die Couch möchte ja auch mal ausführlich wochenendbewohnt (also auch mal tagsüber und auch mal länger. Nicht nur abends und arbeitsgefrustet) werden. Das wäre dann wohl heute. Falls es zu einer längeren Regenpause kommt, würde ich die Chance für einen kurzen Lauf nutzen. Die Patellasehne soll sich ja wieder dran gewöhnen, dass es etwas zu tun gibt. Laut ärztlichem Urteil steht dem auch nichts im Weg. Am Anfang nicht übertreiben, klar. Aber so zwei, drei Kilometer sind okay. Langsam natürlich; um wieder reinzukommen. Falls der Regen aber durchzieht, ziehe ich zurück. Dann bleibt es bei einem Spaziergang zum Bäcker.

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Die 30-Tage-Snooze-Funktion auf Facebook ist wieder im Einsatz. Eine Freundin aus sehr alten Tagen driftet immer mehr ab. Nach einem Posting von einem Foto italienischer Fans beim Feiern einer Fußballmannschaft (Neapel feiert die Meisterschaft) mit dem Kommentar, wie toll das wäre, wenn man so feiern könne, weil man stolz auf sein Land und dessen Mannschaften wäre, das aber bei uns so nicht mehr möglich wäre, weil die "links-grün versifften Tofu-Fresser" etwas dagegen hätten, wollte ich eigentlich gleich blockieren, habe mich dann aber für den 30-Tage-Snooze entschieden. Das ist ein bisschen naiv. Was soll passieren in den 30 Tagen? Eine plötzliche Einsicht, wie bescheuert solche Postings sind (vor allem im Hinblick auf gestern, wo ganz Berlin eine einzige Feier zweier deutscher Mannschaften war)? In 30 Tagen ist alles wieder gut? Naja, egal. Dann ist das eben eine Schonfrist und beim nächsten Mal wird geblockt. Ist ja so ein bisschen wie bei der Diskussion rund ums Verbot der blauen Rechten in Berlin. Da wird ja auch ständig aufgeschoben und gehofft, dass sich das schon irgendwie selbst reguliert. Wird da wohl ebenso wenig passieren. Dabei wäre es bei ja noch bei weitem einfacher: der Blockieren-Button in Facebook ist superschnell gedrückt. Vielleicht mache ich das einfach gleich, wenn die 30 Tage vorbei sind. Einfach mal als gutes Vorbild vorangehen. Vielleicht ziehen die in Berlin dann nach.

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Nächste Woche ist ja wieder Feiertag, ergo: eine kurze Arbeitswoche. Erkenntnisse am frühen Sonntag Morgen, die einem gleich mal ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

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Samstag, 24. Mai 2025
Der Weg ist das Ziel und die Sonne mein Begleiter

Früh ins Bett und sofort eingeschlafen. Da kann man dann nicht von seniler Bettflucht reden, wenn man früh aufsteht. Alles in allem dürften es locker 9 Stunden Schlaf gewesen sein. Wenn da mal keine Erholung bei rum kommt...

Allerdings waren auch seltsame Träume dabei. An den letzten erinnere ich mich noch bruchstückhaft. Es ging um die Ex, zwei Fotokisten, die noch bei mir rumstehen und ihre Beerdigung. Mein letzter Stand ist, dass sie noch lebt und diese Fotokisten stehen zwar tatsächlich irgendwo rum, aber interessieren schon seit Jahren niemanden. Vielleicht ist es das, was mein Unterbewusstsein sagen möchte: wirf den Scheiss mal weg. Na meinetwegen, wenn es so einfach ist, für inneren Frieden zu sorgen, dann mache ich das eben. Ich könnte es der Ex auch vor die Tür stellen, aber das könnte als Wunsch nach Kommunikation gewertet werden, was es nicht wäre und selbst die Möglichkeit, dass es so interpretiert würde, macht diese Option obsolet. Und am Ende wird es eh entsorgt: vererben wird sie nichts. Mir schon mal gar nicht und ihrem Kind auch eher nur Müll und leere Wodka-Flaschen. Da braucht es nicht noch zwei unnütze Kisten voller Fotos.

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Die Sonne scheint schon am Morgen. Wie schön. Heute gehts aufs Rad, eine etwas größere Tour steht an. So um die 40 Kilometer sind geplant. Wohin der Weg führt ist noch nicht so ganz klar. Vielleicht auch einfach mal ohne Plan los und schauen, was passiert. Das ist der Vorteil, wenn man in einer schönen Ecke der Welt wohnt: es ist egal, wohin man fährt. Vielleicht ist ein Elektroladen auf der Strecke. Da wäre dann ein Zwischenstopp angesagt. Ich würde mir gerne die Kaffeemaschinen anschauen, die ich in die nähere Wahl für die kaputte Maschine genommen habe. Es wird ziemlich sicher eine Padmaschine. Ich bin zuwenig Kaffeegourmet, als dass sich nochmal eine teure Maschine lohnen würde, bei der die Bohnen einzeln vorgelutscht, zu Kaffeemehl geraspelt und mit glühenden Birkenholzspänen auf Temperatur gebracht werden. Mir reicht das in kleine Kaffeefilter geschweißte Kaffeepulver aus der Großfabrik, wo es auch nicht so schlimm ist, wenn mal eine gemahlene Kakerlake mit reinrutscht. Wenn das für eine bessere Crema sorgt: gerne. Wobei mir ehrlich gesagt auch die Crema egal ist. Die einzige Crema, die ich brauche, ist der Milchschaum, aber auch nur, wenn ich einen Latte Machiatto bestelle. Was selten passiert. Trotzdem kann die Kakerlake drin bleiben. Ist mir egal. Kommt ja heißes Wasser drüber, das macht so gut wie alles bekömmlich.

Wenn der Weg nicht beim Elektrodiscounter vorbei führt, ist das auch nicht schlimm. Heute ist der Weg das Ziel und die Sonne mein Begleiter.

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