Montag, 12. Mai 2025
Urlaub - Tag 11 (Am Ende des Tages gab es einen Erdbeer-Mojito)

Tag 11 und somit Tag 1 der Rückreise. Die ist wieder mit einem Zwischenstopp. Vorher war aber natürlich noch packen, einladen und so weiter. Putzen nur rudimentär, die Endreinigung war zubuchbar und schneller angeklickt, als Lucky Luke seinen Revolver zog. Viel war eh nicht zu tun, insofern ein guter Schnitt für die Vermieter. Ich gönne es ihnen mit aller Inbrunst.

Die Fahrt war unspektakulär. Keine Staus, teilweise so wenig los, dass ich schon Bedenken hatte, dass die Straße gesperrt ist und ich das nicht bemerkt hatte. Die Ankunft im letzten Zielort des Urlaubs war dank Navi auch wunderbar. Es ist ein touristischer Ort, allerdings nicht staatlich anerkannt. Aber trotzdem schön und natürlich mit diesen riesigen Kieselsteinen als Straßenbelag, denen keine Federung eines auf dem freien Markt zu kaufenden Automobils gewachsen ist. Beim Cybertruck würden wahrscheinlich sämtliche Blechverkleidungselemente in alle Richtungen davon fliegen. Aber egal: das Auto blieb den restlichen Tag eh stehen.

Es gab Softeis, bei dem die Schoko-Vanille-Variante von Hand gemischt wurde. Bei den anderen Eisdealern kam das schon gemischt aus der Maschine, meine ich. Es war lecker und das sage ich als Softeis-Profi, der ich in der vergangene Woche wurde.

Die Stadt wurde im Krieg von Angriffen verschont, weshalb es viel alte Baustruktur gibt. Auch Denken gibt es sehr viel altes, was man auch sehen kann und so ein bisschen spürt. Die Haare der Herren haben einen strengen Scheitel oder sind gar nicht vorhanden. Dafür Tätowierungen und monothematische Mode. Ich habe nicht nachgeschaut, habe aber einen Verdacht, wie die politische Situation dort wohl ist. Aber ich darf nicht meckern: zuhause war die letzte Wahl ja auch eine Zumutung und nun darf sich der restliche Gemeinderat mit drei pöbelnden Idioten herumschlagen.

Das Abendessen bestand aus einem Schnitzel mit Paprika und Pommes und ja: das Schnitzel stand so auf der Karte, wie man denkt, dass es auf der Karte steht in so einer Gegend. Die Übernachtung fand in einem Gebäude aus dem 16 Jahrhundert statt. Sehr rustikal, aber hatte was. Vor allem ein Bett, weil: so ein Urlaub macht schon ganz schön müde. Nach einem finalen Erdbeer-Mojito - Virgin war es schön zu wissen, dass eben jenes Bett wartet.

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Sonntag, 11. Mai 2025
Urlaub - Tag 10 (Saugen, wenn es unten tropft)

Es geht in den Endspurt. Und ein bisschen ist das auch gut so. Vermisse die Katzis und das Bett, das dann doch immer ein Stückchen besser, weil perfekt eingelegen ist. Die Arbeit vermisse ich nicht, aber die hat ja noch eine weitere Woche Pause.

Der "Endspurt" macht sich auch in den Tätigkeiten bemerkbar. Es wird zusehends ruhiger, es "passiert" nicht mehr viel, weil so langsam auch eine gewisse Urlaubsmüdigkeit durchkommt. Gestern vormittag war deshalb: nix. Das war toll. Ich habe gelesen, bin faul rumgehangen und habe Kaffee getrunken. Alles Dinge, die ich sehr gut kann. Am Mittag eine kurze Radtour, damit der Körper nicht komplett verkümmert. Und als Ausgleich für das finale Fischbrötchen des Urlaubs. Diesmal wieder ein Bismarckhering. Das ist dann doch mehr meine Welt, als der salzige Matjes. Meine Welt ist sauer. Könnte auch als Slogan für ein paar der Produkte von Katjes oder Haribo durchgehen, bei mir bezieht es sich aber auf Fisch und da auch nur die Brötchenvariante. Gekochter oder gegrillter Fisch sollte bitte nicht sauer sein. Bei Sushi bin ich mir nicht ganz sicher. Da ist der Reis sauer, der Fisch nicht (und wenn er es ist: Finger weg von dem Sushi).
Am frühen Abend nochmal ein kleiner Spaziergang zum Hafen und ein letztes Softeis (Mittel, Schokolade, Vanille gemischt). Festgestellt, dass sich hinter den verschiedenen Größen bei den Waffeln auch verschiedene Qualitäten verbergen. Die kleine Waffel (für das kleine Eis) fängt irgendwann an zu suppen, weil die Spitze unten durchweicht. Man wundert sich über plötzlich eisklebrige Finger, wo man doch vorher so aufgepasst und geleckt hat wie ein lecktrainierter Porno-Darsteller, kann aber gar nichts dafür, denn das liegt an der inkontinenten Waffel. Es hilft dann nur ein kurzer Biss und beherztes Saugen (auch da eine gewisse Analogie zu Porno-Darstellern). Bei den größeren Waffeln gibt es dieses Problem nicht: die Waffel ist kompakter und stabiler. Kein Durchsuppen, kein Getropfe, Eisvergnügen bis zum Schluss. Naja, irgendwo müssen die 50 Cent Preisunterschied ja herkommen.

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Samstag, 10. Mai 2025
Urlaub - Tag 9 (Labskauspremiere)

Und am siebten Tage sollst Du ruhen. Das habe ich knapp verpasst, aber lieber zu spät als nie. Also gestern dann: geruht. Den Morgen lesend auf dieser Mischung aus Couch und Sessel verbracht, die hier in der Ferienwohnung steht. Es ist kein Diwan, zumindest nicht im ursprünglichen Sinn. Eher eine gepolsterte Variante, der geschwungenen Bänke, die man auf touristisch frequentierten Wanderungen an Stellen mit gutem Ausblick manchmal vorfindet. Die Form ist so angelegt, als würde man in einem Liegestuhl liegen, aber bei dem Objekt hier in der Wohnung hat man das auf eine sehr bequeme Art und Weise weich ausstaffiert: wenn man mal liegt, möchte man gar nicht mehr aufstehen. Es ist auch gar nicht so einfach; es erfordert einen gewissen Schwung.

Dort liegend kann man ganz vorzüglich lesen, Kaffee und Tee schlürfen und auch wieder so ein bisschen wegdämmern. Das war dann wohl das, was mit am siebten Tage ruhen gemeint war. Funktioniert auch noch am neunten.

Mittags ein ähnliches Szenario, aber andere Location: diesmal Strand. Es war erstaunlich warm. Die Sonne hat gezeigt, was sie drauf hat. War sogar kurz davor, ins Meer zu gehen, aber das ist dann doch noch sehr kalt. Sehr sehr kalt. Sogar die Möwen haben Neoprenschuhe an, wenn sie sich in die eisigen Fluten niederlassen. Naja, vielleicht auch nicht, aber es ist auf jeden Fall sehr kalt. In der Sonne war es aber toll. Und ich hätte gut und gerne wieder wegbösen können. Ich bin ein exzellenter Ruher.

Am Abend dann eine Premiere: der erste Labskaus meines Lebens. Sagen wir mal so: kann man machen, aber muss nicht allzu oft sein. Die Spiegeleier waren aber auf den Punkt. Hatte mir kurz überlegt, den Koch für seine Eier zu loben, aber das wäre vielleicht missverständlich rübergekommen.

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Freitag, 9. Mai 2025
Urlaub - Tag 8 (kein Softeis)

Hier gibt es viele Alleen und entlang dieser Alleen neben vielen Bäumen (was Sinn macht bei einer Allee) auch viele Leitplanken. Teilweise ist es sogar eine einzelne Leitplanke um einen Baum herum. Die Frage ist nun: soll hier der rasende Fahrer vor einer Kollision mit dem Baum oder der Baum vor dem rasenden Fahrer geschützt werden? Ich denke letzteres. Man hat wohl eingesehen, dass ein Schutz vor Idioten manchmal wichtiger ist, als Idioten zu schützen. Könnte man vielleicht als grundlegende Blaupause für den Umgang mit Idioten nehmen - auch und gerade zur Zeit. Bei den Bäumen scheint es jedenfalls zu helfen.

Der gestrige Tag war geprägt durch einen Ausflug. Ein Städtetrip. War schön, war nett, es gibt viele Kirchen, einen Hafen und hübsche Häuschen. Softeis nicht so viel, diesbezüglich war Schmalhans Küchenmeister. Bei jeder Kirche war schon eine Horde Kinder vor mir da. Irgendein Schulausflug, bei dem man die Schüler religiös nötigte. Die Kids versuchten gar nicht erst Interesse zu heucheln, aber die Lehrerin brachte es nach dem Besuch der letzten Kirche passend zum Ausdruck: "Ich möchte mich bei Euch bedanken, dass ihr so schön ruhig wart". Das ist ein Lob, das man öfter aussprechen sollte. Man kann gar nicht genug dafür loben, dass mal Ruhe ist. Haben sie gut gemacht, die Kinder.
Die Kirchen waren groß und opulent. Wie Kirchen halt so sind. Die Gegend hier ist eher evangelisch geprägt, glaube ich. Man sollte ja meinen, dass die genügsamer sind, aber auch da scheint es einen Tebartz-van Elst gegeben zu haben. Wobei ich nicht weiß, ob man auch hier goldenen Toiletten hatte, aber klein waren die Kirchen schon mal nicht.

Klein war auch das Schiff im Hafen nicht. Laut Google wurde es hier gebaut und hat erst vor wenigen Wochen die Werft verlassen. Ausgedockt nennt man das wohl. Nun liegt es im Hafen vor Anker und wartet. Auf was, weiß ich nicht. Habe auch nicht nachgefragt. Die Jungfernfahrt soll Mitte Dezember stattfinden.

Ein anderes Schiff wurde gestern in den Hafen einmanövriert. Dafür waren andere, kleiner Schiffe nötig, die das riesige Schiff in die richtige Richtung gezogen und geschubst haben. Ich habe eine Weile zugeschaut; das klappte sehr gut, denn ich bin es gewohnt anderen Leuten beim sehr langsam einparken zuzuschauen. Passiert mir regelmäßig im Parkhaus. Allerdings bin ich selbst auch kein guter Einparker. Fürs nächste Mal wünsche ich mir auch ein paar kleine Helfer, die mich in die Parklücke ziehen und schubsen.

Der Rückweg aus der Stadt führte dann wieder durch Alleen, vorbei an Leitplanken und Rapsfeldern. Ein Tag voller Schiffe, aber ohne Softeis. Kann man auch mal machen.

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Donnerstag, 8. Mai 2025
Urlaub - Tag 7 (Gespensterwald und edle Orte)

Es gibt hier einen Gespensterwald. Tagsüber sind die aber anscheinend nicht da; dafür viele andere Leute. Vielleicht waren das aber auch die Gespenster; man weiß ja nicht, wie die aussehen, wenn sie sich nicht zu erkennen geben. Bruce Willis ist auch einen ganzen Film durch die Gegend gelatscht, nicht wissend, dass er tot ist (Huch, das war ein Spoiler. Vorsicht! Spoiler! Schreibt man aber besser vor den eigentlichen Spoiler, oder? Na egal, zu spät. Hat bestimmt mittlerweile jeder gesehen, den Film. Außerdem habe ich ja nicht erwähnt, dass ich The Sixt Sense meine). Ich glaube aber, das waren Touristen. So wie ich.

Der Gespensterwald grenzt (wie so vieles hier) ans Meer. Bei schönem Wetter - und gestern war schönes Wetter - hat das tatsächlich was von Karibik. Wenn es in der Karibik kalt wäre. Und dort Eichen, Buchen und Eschen statt Palmen wachsen würden. Aber das Meer rauscht auch nahe des Gespensterwalds. Wie in der Karibik.

Auf dem Wasser erkennt man auch die Fähre auf dem Rückweg von Dänemark. Oder Schweden. Jedenfalls fährt sie zurück. Ansonsten ist das Meer erstaunlich bootsfrei. Keine Ahnung, wie das in der Karibik ist, aber auf anderen Gewässern tummeln sich doch bedeutend mehr Schiffe. Wahrscheinlich ist es denn Seglern noch zu kalt. Diese Weicheier.

Wenn man von dem versnobten Edelort kommt, wo die Edelhotelkomplexe eingezäunt und vor dem Pöbel (also Leuten wie mir) geschützt vor Reichtum vor sich hinprotzen, ist der nächste Ort nach dem Gespensterwald eine Wohltat. Es ergeht einem wie dereinst Tom Gerhardt, als er es endlich an den ersehnten Ballermann schafft und denkt: Endlich normale Leute!
Naja, es sind wahrscheinlich hauptsächlich Touristen, vielleicht auch ein paar Gespenster aus dem Gespensterwald, die frei haben und sich einen schönen Tag bei Fischbrötchen und Aperol am sandigen Sandstrand machen wollen. Es ist jedenfalls sehr viel los. Ob es dort überhaupt Vor- und Hauptsaison gibt? Wahrscheinlich schon. Ziemlich sicher sogar: der Strand war noch ziemlich leer, vor allem die Strandkörbe standen in Reih und Glied, aufgereiht wie eine Armee von geflochtenen Soldaten, bereit die Massen der Stadt zu empfangen, nur waren noch keine Massen da. Also doch Vorsaison. Und trotzdem viele Leute, die Cafés waren gut besucht und auch an den fischbrötchenverkaufenden Fischerbooten tummelten sich ausgiebig fischbrötchenkaufenden Menschen.

Beim letzten Mal war ich auf der anderen Seite des Hafens. In einem Edelhotel in der Hotelbar, mit Blick auf die Edelschiffe, der edlen Herrschaften, die wahrscheinlich gar nicht zugegegen waren. Da war es nämlich noch kälter als gestern, so kalt, dass die Gischt an den Steinen und Geländern des Hafenbeckens gefror, wenn sie dort auftraf. So kalt war es gestern nicht; am frühen Nachmittag wurde es sogar erstaunlich warm. Überhaupt ist das ein Thema: die richtige Klamottenwahl. Mit zwei Funktionsoberteilen übereinander ist man gut dabei. Noch ein Funktionsschal, für die fiesesten Windböen, die sich doch noch irgendwie reinmogeln wollen. Und eine nicht so dicke, aber auch nicht ganz dünne Mütze, damit die Ohren nicht frieren. Dazu noch eine Brille gegen Wind und windbedingt aufgewirbelten Strandsand. Perfekt. Gegen Mittag, wenn die Sonne anfängt loszulegen (in Sachen Präsenz und vor allem bezüglich Kraft), kann man sich eventuell des Schals entledigen, die beiden Oberteile tun aber weiterhin genau das, was der Name verspricht: sie funktionieren. Die Mütze eigentlich auch, nur ist es manchmal dann doch zu warm, also Mütze runter. Dann kommt wieder Wind, es "frischt auf" wie der Fachmann sagt, also Mütze wieder auf. Je nach Haarwuchs spielt man also Mütze-Glatze, aber halt oben.

Ich hatte kein Fischbrötchen und war auch nicht im Edelhafen. Dafür aber um Umwegen unterwegs, auf dem Weg zurück zum Edelküstenort, wo das Auto auf meine Rückkehr wartete (für nur mit dem Rad unterwegs, wäre die Strecke zu heftig gewesen. Deshalb Anfahrt mit dem Auto zum Edelküstenort). Acht Euro Tagespauschale für Parken. Die ganzen Reichen in den Reichenbunkern scheinen also nicht sonderlich viel Geld in die Gemeindekasse zu spülen. Das muss das Fußvolk mittels Parkgebühren regeln. Na meinetwegen.

Zuhause, also "zuhause" (ist ja nicht wirklich mein eigentliches, richtiges Zuhause) gab es zur Belohnung lecker Fisch. Die Fischplatte "Poseidon", die nicht so hieß, aber einen ähnlich dämlichen Namen hatte, auf den ich jetzt aber nicht mehr komme. Sie bestand aus drei Fischfilets, Bratkartoffeln, zwei Soßen und Salat und war sehr lecker. Allerdings hatte ich gestern kein Softeis. Mein Schlafscore lag bei 72. Ob es einen Zusammenhang gibt (Entzug? Zuckermangel?)? Man weiß es nicht.

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Mittwoch, 7. Mai 2025
Urlaub - Tag 6 (FOMO)

Auf die Wettervorhersage ist kein Verlass mehr. Wo ist denn der Regen, wo der Sturm, wo das Grau? Stattdessen schon am Morgen Sonne und Aussicht auf verheißungsvolle zweistellige Temperaturen. Wie soll man denn da guten Gewissens drinnen bleiben?

Zeit zum Lesen finde ich trotzdem zwischendurch und Sonne macht durchaus gute Laune, wenn man sich nicht ihrer direkten Strahlung aussetzt. Auf dem Rad oder windumwehten Promenaden geht das ganz gut, auf dem windgeschützten Balkon ist es zu arg. Theoretisch wäre da ein Sonnenschirm, der aber nach dem Ausklappen aus dem windgeschützten Bereich heraus und somit in den windigen Bereich hineinragt, dabei wild flattert und ich mich so darum sorge, dass der Schirm dem nicht gewachsen ist und davon flattert, dass ich keine ruhige Minute habe und deshalb den Schirm lieber eng an die Sonnenschirmstange angeschmiegt (und festgebunden) weiß und meinen sonnensensiblen Körper in den Schatten des angrenzenden Wohnzimmers verfrachte, von wo aus man auch die Sonne genießen kann, ohne ihrer Strahlung direkt ausgesetzt zu sein.

Gestern war immerhin am Morgen noch Grau und Regen und somit Zeit für Drinnen mit gutem Gewissen. Nach einem späten Frühstück, das bezüglich Uhrzeit von vielen schon als Mittagessen deklariert würde, war die Sonne dann aber nicht mehr zu leugnen, der Balkon von der Schwüle des regenfeuchten Holzbodens befreit und der vierte Kaffee dort getrunken... und die FOMO nicht mehr auszuhalten.

Es wurde nur eine kleine Mini-Radtour, knapp 12 Kilometer, die meiste Zeit auf einem sandigen Weg, gerade mal eineinhalb Reifen breit am Wasser entlang. Irgendwann wurde der Weg aber löchriger, matchiger und immer schlechter befahrbar und weil ein Rad zum fahren und nicht zum schieben gedacht ist (sonst hieße es Schieb- und nicht Fahrrad), machte es keinen Spaß mehr. Also zurück zur letzten Abzweigung in ein Waldstück, wo der Weg grob in Richtung Zivilisation zu führen schien. Tat er auch, zumindest so halbwegs, aber die Karten-App war der Meinung, dass es nur zwei Möglichkeiten gäbe: nach rechts in einen Ort, dessen Namen man nur durch sehr sehr weites Hineinzoomen lesen konnte oder zurück, aber diesmal an der Straße entlang, auf betoniertem Weg, ohne Wurzeln und mit der Aussicht auf Promenade und eine Bank und Softeis.

Das Eis war lecker.

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Dienstag, 6. Mai 2025
Urlaub - Tag 5 (Staatlich anerkannte Tourismusorte)

Gestern war es endlich soweit: Fischbrötchen! Yeah! Beim Frühstück extra ein bisschen gebremst, damit noch ein Fischbrötchen Platz ist und gegen 11.45 Uhr hieß es dann: ein Fischbrötchen, bitte. Bismarck".

Es war großartig. Das leckerste und beste Fischbrötchen, dass ich je hatte. Frischer, knackiger Salat, genau die richtige Menge an Zwiebeln, der Fisch nicht zu wabbelig und mit idealem Säuregrad. Sensationell. Und das Beste: am Mittag gab es gleich nochmal ein Fischbrötchen! Da dann einen Backfisch mit Remoulade. Auch der richtig lecker.

Der Backfisch war die Belohnung nach einer ausgiebigen Radtour. Wobei ausgiebig relativ ist - in Summe waren es nur um die 35 Kilometer, aber die hiesigen Windverhältnisse machen es anstrengend. Und auch die wenigen Anstiege sind nicht ohne, auch wenn man nicht wirklich von Bergen sprechen kann.

Das Wetter macht einem die Wahl der passenden Kleidung nicht leicht. Beim Losfahren habe ich trotz zweilagiger Funktionsoberteile gefroren; speziell an den Fingern, denn wer denkt denn im Mai an Handschuhe. Das wurde später besser und im letzten Drittel war es eigentlich wiederum zu warm für zwei Oberteile (aber zu kalt für nur eins) und Mütze und Schal kamen in den Rucksack.

Die Tour selbst war nett. Schöne Landschaft, oft mit Blick aufs Meer, eine alte Stadt mit altem Geld voller alter Touristen, die dort wohnen und vielen anderen Touristen, die sich die alte Stadt mit altem Geld anschauen und Softeis an der Uferpromenade schlecken. Unterwegs kommt man durch zwei Dörfer, die "staatlich anerkannte Tourismusort"e sind. Was immer das bedeutet. Speziell der erste Ort hat das auf gar keinen Fall verdient, denn der einzige touristische Hotspot ist ein Leuchtturm und selbst den kann man nur von außen an einem Zaun stehend anschauen. Man sieht einen Turm, das wars. Immerhin kostet das Anschauen von außen nichts, von Touristenabzocke kann also keine Rede sein. Der andere anerkannte Touristenort sah aus wie jeder andere Ort, an dem sich Touristen aufhalten. Man müsste man recherchieren, wie man zu dem Prädikat des staatlich anerkannten kommt. Kann ich ja nachher machen, denn der Morgen steht zur freien Verfügung (ich freue mich auf Kaffee, Buch und nichts tun. Außer nach touristisch anerkannten Touristenorten googeln oder chatgpten).

Andere Dörfer wollten sich aufhübschen und haben die Straße (es gab meist nur eine) mit großen Steinbrocken ausgelegt, anstatt sie zu asphaltieren. Das sieht wirklich schön aus, ist aber die pure Qual, wenn man mit dem Fahrrad drüber muss. Mit dem Auto vermutlich auch, aber die Leute, die dort wohnen, fahren durch die Bank diese riesigen Pickups, denen diese Kopfsteinpflasterholperstrecken nichts auszumachen scheinen. Mir schon, das war nicht schön für Mensch und Material und so hübsch ist es nun auch wieder nicht, dass es diesen eklatanten Mangel an Fahrvergnügen rechtfertigen wurde. Zu Recht waren diese Dörfer keine staatlich anerkannten Tourismusorte. Überhaupt ist man in Sachen Radweg hier in der Ecke noch Entwicklungsland. Dafür haben sie Windräder. Hat nichts miteinander zu tun, aber ich wollte es mal erwähnen.

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Montag, 5. Mai 2025
Urlaub - Tag 4 (Endlich Fischbrötchen! Hoffentlich...)

Tag 4 und weiterhin kein Fischbrötchen. Das wird sich aber heute ändern, denn die Quelle ist nah. Sie liegt zwei Stockwerke tiefer, dann ums Haus rum. Da haben die Vermieter ihre Fischräucherei inklusive Fischverkauf. Momentan ist Hornhecht-Saison. Ich habe keine Ahnung, was ein Hornhecht ist (ich nehme an, ein Fisch der Sorte "Hecht") oder wie er aussieht (da würde ich auf mindestens ein Horn oder ein hornähnliches Gebilde tippen). Ich bin kein Fachmann, meine aber mich zu erinnern, dass Hecht ein Grätenproblem hat. Also nicht er selbst als vor sich hinschwimmender Fisch, aber für den Verzehrenden. Die Gräten sind klein und zahlreich und schwer zu entfernen. Das wäre ein Ausschlusskriterium. Ich mag keine Gräten, die sollen mir wegbleiben. Außerdem denke ich bei Fischbrötchen an die schlangenartigen Gebilde, die in Essigsud eingelegt sind. Die Bismarck-Variante, wie ich mir ergoogelt habe (noch sagt man ja googeln. Wird das dann bald zu gechatgpted? Das klingt ja komplett unhandlich. Aber man wird sehen. Ich könnte nun natürlich ChatGPT fragen, was es da für Möglichkeiten der Benennung gibt, aber ich muss gestehen, dass ich immer noch Schwierigkeiten mit dieser Meta-Ebene habe. Das erinnert mich an das Tier bei Per Anhalter durch die Galaxis, das sich selbst zum Verzehr anpreist) - Matjes-Fischbrötchen basieren auf Salz. Da durch den Essig die Gräten so weich werden, dass sie nicht weiter stören, kann der Herr Vermieter auch gerne den hornigen Hecht zum Fischbrötchen verarbeiten. Allerdings wäre das dann kein Bismarck-Fischbrötchen, denn da ist Google sich sicher: Matjes und Bismarck beziehen sich auf Heringe; ein Hecht hat da nichts zu suchen - ob hornig oder nicht.

Ob die Vermieter die Bismarck-Heringe, die sie auch verkaufen, selbst fangen und einlegen? Laut Google (da ist es wieder) leben sie hier in der Gegend, der Vermieter ist Fischer, da böte sich das ja an. Und wenn schon selbst gefangen, dann ja wohl auch selbst eingelegt. Ich würde allerdings auch nicht merken, wenn die Fische vom anderen Ende der Welt und in einer Fabrik in Shanghai eingelegt worden wären. Im Gegensatz zu den Einwohnern erkennt man die Fische wahrscheinlich nicht an der Deutschlandmütze und dem schmissigen Dialekt (kleiner Scherz: bisher hier keine Hardcore-Nazis gesehen und der Dialekt ist angenehm nordisch) und auch der Ort des Einlegens lässt sich aus einem Fisch zwischen zwei Brötchenhälfte nur schwer ableiten. Ist letztlich auch egal; ich lebe weiterhin in der Illusion, bei der der Fischer, die Heringe von Hand aus dem wildtosenden Wasser der Ostsee zieht, mit einem sanften Biss in den Nacken tötet, um den Fisch dann sofort in einen Essigsud unter Deck zu werfen, den seine Frau, sowie die Erstgeborene am Abend zuvor angesetzt haben. Den Essig stellen sie selbst aus dem Wein her, der vom dem Saft stammt, den die sieben anderen Töchter (allesamt noch Jungfrauen) im Jahr zuvor aus den reifen Trauben der mecklenburgischen Hochebene gestampft haben. Im Hafen angekommen, wird der Fang sofort auf den bereitstehenden Karren geschafft, vor den ein weißes Ross wie das von Tamme Hankens Frau mit wehender Mähne gespannt ist und kann es gar nicht abwarten, das wertvolle Gut zur Fischräucherei zu bringen. Was es auch tut, nachdem die säuerlich-schmackhafte Leckerei komplett verladen ist. In der Räucherei angekommen, wird alles in den Lagerraum hinter dem Laden gebracht, bereit für den Verkauf an die sehnsüchtige Kundschaft. Nur ein Bismarck-Hering, der schönste des Fangs, wird beseite gelegt. Das wollte der Fischer so, denn dieser Hering gebührt einem besonderen Menschen: dem sympathischen Mann, der sich bei ihnen für die nächsten Tagen eingemietet hat. Ihm, nur ihm soll die Ehre dieses besonderen Bismarck-Herings zuteil werden.

Darauf freue ich mich schon.

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Sonntag, 4. Mai 2025
Urlaub - Tag 3 (Bratwurst statt Lauf)

Schlafscore: 91. Tag 3 und schon stellt sich Erholung ein. Wobei ich mir die 91 nicht wirklich erklären kann. Das Bett ist sehr hart, sehr sehr hart. Eigentlich mag ich das, weil mir als Seiten- und auf dem Armschläfer bei weichen Betten immer die Hand einschläft, da sie über dem Rest des Blutkreislaufs ein abgeschiedenes Dasein führt und deshalb mit der Zeit unterversorgt wird. Diese Problematik stellt sich bei einer harten Matratze eigentlich nicht, aber diese Matratze ist so hart, dass seitliche Liegen auf dem Arm eine Vene abzudrücken scheint - mit dem gleichen Ergebnis, nämlich einer eingeschlafenen Hand. Das lässt sich umgehen, indem man nicht auf dem Arm schläft, sondern selbigen neben dem Körper platziert. Was ich getan habe, aber zum einen ist das eine für mich völlig ungewohnte Stellung und zum anderen ist Gewohnheit eine hartnäckige Sache, weshalb der Arm sich irgendwann trotzdem nach oben und unter den Kopf schlich, mit dem Ergebnis, dass die dazugehörige Hand einschlief. Und ich davon aufwachte. Aber nun denn, Schlafscore: 91. War dann ja wohl doch nicht so schlecht.

Heute war der Lauf. Ohne mich. Dafür mit vielen anderen und die hatten ihren Spaß. Wurden zwischendurch ganz schön nass und die, die ins Ziel kamen, bekamen eine Medaille. Ich hatte derweil eine Bratwurst und schlechte Laune, denn ich wäre gerne auch gelaufen. Naja, so schlecht war die Laune dann doch nicht - ich hatte mich einigermaßen damit abgefunden. Und die Bratwurst war ja auch ganz okay.

Am Mittag dann ein Spaziergang statt Mittagsschlaf. Ohne Regen, stattdessen viel Sonne, aber auch Wind. Aufgewühlte See und viel frische Luft. Das gibt sicher wieder einen hervorragenden Schlafscore heute Nacht.

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Samstag, 3. Mai 2025
Urlaub - Tag 2 (Abschied von Schwerin, Radtour auf Insel Poel)

Nach einem leckeren Frühstück (Hotelfrühstück ist immer toll. Ich hatte noch nie ein richtig schlechtes Frühstück in einem Hotel. Obwohl, doch. In New York. Das war kein Frühstück, aber das Hotel war eigentlich auch kein Hotel mehr. Es firmierte noch unter Holiday Inn, aber die meisten Zimmer waren leer oder an Zuhälter, vermietet, die dort ihre Mädels unterbrachten. Das Frühstück bestand aus Toast und Waffeln aus einem Waffeleisen, das man selbst bedienen musste. Gereinigt wurde das Ding schon seit sehr langer Zeit nicht mehr. Die Teller bestanden aus Styropor und schmolzen, wenn man einen heißen Toast darauf ablegte, was sicher nicht gesund ist. Der Kaffee war erbärmlich. Ein Obdachloser kam morgens auch immer in den Frühstücksraum, nahm sich einen Kaffee und saß dann in der Ecke, wo er den Boden anstarrte. Aber bis auf da waren Frühstücke im Hotel immer super. Manchmal gab es nur Dosenobst, aber dafür die weltbesten Pancakes und sensationellen Kaffee. Manchmal war die Auswahl klein, dafür die Herzlichkeit groß, manchmal war einfach alles perfekt. Hotelfrühstück ist ein hervorragende Sache) von Schwerin Richtung Ostsee weiter gefahren. Zwischendurch kurz das Rad abgeladen und auf der Insel Poel rumgefahren. Zu Anfang war der Wind frisch, aber das legte sich bald und das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Gegen 14 Uhr am finalen Ziel angekommen, die Schlüssel für die Wohnung nebst Führung durch die Räumlichkeiten bekommen, noch kurz den hiesigen Edeka für die wichtigsten Dinge (Kaffee, Pasta, Frühstückskram - ist ja kein Hotel, jetzt muss man selbst für die Perfektion sorgen) besucht, die Einkäufe verräumt und dann endlich eine kleine Runde am Meer entlang. Wasser, Wellen und die salzige Luft sorgen immer für spontane Erholung. Wie das wohl ist, wenn man am Meer wohnt? Gewöhnt man sich, gewöhnt sich der Körper und vor allem gewöhnt sich die Psyche daran? Keine Ahnung. Bei mir wirkt es jedenfalls noch.
Am späten Nachmittag einen Wurstsalat gemacht und auf der Terrasse mit frisch gekauftem Landbrot gegessen. Landbrot ist auch so eine Allerweltsbezeichnung für Brot; völlig ungeschützt, man kann wohl reinkippen, was man möchte. Roggen sollte dabei sein, aber das ist wohl der einzige Konsens. Dieses Landbrot war jedenfalls gut und passte hervorragend zum Wurstsalat. Hier im Norden gibt es übrigens keine vorgeschnittene Wurstsalatwurst im Supermarkt. Das sagte mir mal jemand und tatsächlich habe ich auch keine im Edeka gesehen. Aber kein Problem, dann schneidet man sie eben selbst.

Morgen wäre eigentlich ein 10-Kilometer-Lauf. Der findet auch statt, nur leider ohne mich. Das Knie macht das nicht mit. Bin deshalb etwas genervt und frustriert. Aber was will man machen. Dann juble ich eben den anderen zu und esse zwei Frust-Thüringer-Bratwürstchen. Die gibt es nämlich bei Start/Ziel und scheinen der Hammer zu sein - so sehr, wie die bei allem, was diesen Lauf betrifft, beworben werden.

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