Dienstag, 11. Februar 2025
Bagerbiss und Spannungskopfschmerz

In der Stadt war ein Stromausfall. Der Grund: ein Baggerbiss.
Baggerbiss, was für ein schönes Wort. Und man weiß sofort, was gemeint ist. Ein Baggerbiss. Großartig. Oh, was haben Sie denn da? Das ist ein Baggerbiss. Geh nicht zu nah an den Bagger, der mag das nicht und ruckzuck hast Du einen Baggerbiss. Godzilla vs. Bagger; es sah nicht gut aus für den Bagger, aber dann legte er so richtig los und erledigte Godzilla mit einem schnell ausgeführten Baggerbiss.
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Es zeichnet sich ab, dass es bei der einen Woche Krankmeldung nicht bleibt. Somit wäre das die dritte (eigentlich die vierte, aber das eine zählt nicht so wirklich) Person aus dem Projekt, die es ausknockt. Könnte zu denken geben; tut es aber wahrscheinlich nicht. Ich erinnere mich noch gut an eine Nachricht, die ich an den Verantwortlichen geschickt hatte, als noch eine Sache auf den eh schon viel zu gewaltigen Berg gepackt wurde: ich sagte, dass das aber echt zuviel sei und man mir bitte die Sachen durchpriorisieren soll. Die Antwort war: das hat alles Prio. Hatte es sicher auch in der Woche drauf, aber da war ich schon nicht mehr da. Tatsächlich haben sie es irgendwann doch irgendwie und so einigermaßen mit viel Reibungsverlusten und Schrammen gewuppt bekommen. Als ich zurückkam, war da so etwas ähnliches wie ein fertiges Produkt, aber ob es die Opfer wert war... keine Ahnung. Bin auch nicht in der Position, das zu entscheiden.
Als ich zurückkam, war eine der beteiligten Personen schon weg. Da bin ich mir nicht so ganz sicher, ob das wirklich mit diesem verkorksten Brimborium zu tun hatte oder ob nicht einfach ein Grund gesucht wurde, um dem ganzen Drama zu entkommen. So oder so: die Person war weg. Dafür ich wieder da. Aber man ist ja lernfähig und mittlerweile habe ich Werkzeuge an der Hand, um mich zu schützen. Es gab schon die eine oder andere Gelegenheit, bei der sich der Dolch schon aus der Scheide bewegte, ganz langsam, aber spürbar. Und siehe da: die Bedrohung wurde kleiner. Es ist da aber wohl wie bei einem trockenen Alkoholiker: man muss vorsichtig bleiben, sonst ist man schneller wieder dabei, als einem lieb ist. Also bin ich vorsichtig.
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Spannungskopfschmerzen. Dachte eigentlich, ich wäre nicht verspannt, bin ich aber wohl doch. Und das trotz der Hot Stone Massage letzte Woche. Sollte ich da nicht auf Wochen hinaus völlig entspannt sein, frei von Kopf- und sonstigem Schmerz? Kann ich mein Geld zurückfordern? Und kriege ich dann kalte Steine aufgelegt, um dem Körper die Hitze wieder zu entziehen?
Die Kopfschmerzen könnten auch vom Koffeinentzug kommen; also meckere ich mal lieber nicht wegen der Massage. Das will ich nämlich unbedingt mal wieder machen. Das tat echt gut.

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Montag, 10. Februar 2025
War da was?

Es ist faszinierend, wie unglaublich egal mir der Super Bowl ist. Ich habe bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Ahnung, wer gewonnen hat (ich habe es gehört und irgendwo überlesen, aber habe es mir nicht gemerkt) oder wer in der Halbzeitshow aufgetreten ist. Ersteres wird mich auch nicht absehbarer Zeit interessieren, wer zur Halbzeit auftritt, ist ja immerhin ein Gradmesser, was zur Zeit so in ist (oder „lit“. Sagt man (=die jungen Leute) noch?), aber eigentlich ist mir auch das egal. Es ist sogar eher deprimierend, wenn da die Größten der Größten der Showbrance antreten und ich muss erstmal googeln, wer das ist. Also insofern: Glückwunsch an den Gewinner, ach, das war aber schade an den Verlierer. „Tolle Show!“ an alle, die aufgetreten sind. Bis zum nächsten Jahr.

Dass dieses gewaltige Event so völlig an mir vorbeigeht, ist übrigens nicht Trump geschuldet, der (anscheinend) vor Ort war und alles mit seiner widerlichen Aura eingesaut hat. Ich habe den Super Bowl auch schon vorher ignoriert und werde es wohl auch zukünftig tun. Einzig und allein die Werbespots werde ich mir bei Gelegenheit zu Genüge führen; da sind schon ein paar großartige Spots dabei. Viele kapiere ich nicht, weil ich die ursprünglichen Shows, TV-Sendungen, Filme oder Vorkommnisse nicht kenne, die parodiert werden, aber der Rest ist einfach 1A Werbeware. Dank Internet findet man die Reklame sicher schon jetzt als Compilation auf diversen Videoplattformen, wo sie sehnsüchtig darauf warten, von mir konsumiert werden.

Neben dem Super Bowl ignoriere ich übrigens auch die Rededuelle rund um die anstehende Wahl. Hier nicht aufgrund Desinteresse, sondern aus purem Selbstschutz und Seelenhygienegründen. Außerdem gibt es da keine Werbung und wenn ist sie Mist.

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Sonntag, 9. Februar 2025
Kaufen macht soviel Spaß

Sträter meinte irgendwann sinngemäß, dass es ganz gut ist, dass er erst in spät zu viel Geld gekommen ist. Er gäbe es auch jetzt für viele unnütze Dinge aus, aber das wäre in jungen Jahren noch dramatischer gewesen. Man kann sich das gar nicht vorstellen, wir reden von dem Mann, der ein fahrbares Batmobil in Originalgröße (und wir reden vom Tumbler) besitzt. Was hätte der sich in jungen Jahren von dem Geld geleistet? Einen Butler und eine eigene Höhle?
So heftig ist es bei mir nicht: ein Batmobil habe ich bisher noch nicht gekauft, was allerdings auch daran liegen könnte, dass so ein Ding drei Millionen Dollar kostet und ich die gerade nicht parat habe.

Ich habe allerdings ein Laptop, das nun zehn Jahre alt ist (und ein zweites, das schon 15 Jahre auf dem Buckel hat). Zehn Jahre ist eine lange Zeit, gerade bei Technik. Man merkt das auch dem Laptop an. Es war die letzten eineinhalb Jahre schon außer Betrieb, weil ich versuchte hatte, ein aktuelles Betriebssystem aufzuspielen, was aber nicht so richtig geklappt hatte. Irgendwie konnte ich wieder auf das OS davor zurückwechseln, aber leider sind immer mehr Programme ausgestiegen, weil sie eine aktuellere OS-Version benötigten. Der Speicher war auch immer hart an der Grenze und den Akku Akku zu nennen, ist eine gnadenlose Übertreibung. Ohne Netzstecker geht nicht mehr viel. Damit zu arbeiten macht keinen Spaß mehr und da man für manche Programme den Rechner wechseln muss, ist es oft auch einfach nicht sinnvoll. Also wird es Zeit für einen neuen Rechner (schon länger, aber jetzt dann doch!) und siehe da: weil bald ein neueres Modell rauskommt, gibt es das noch aber bald nicht mehr aktuelle Modell einen schönen Rabatt. Da muss man doch zuschlagen und genau das habe ich gemacht.
Was ich vielleicht noch erwähnen sollte: ich habe auch noch einen Desktop-Rechner der gleichen Marke. Der ist aber noch älter, also so richtig alt. Und er funktioniert auch nicht mehr. Das liegt - so sagt Google - wahrscheinlich (ganz sicher ist sich Google da auch nicht) an der Grafikkarte. Die gibt es auf Ebay zu kaufen; beim Hersteller selbst gibt es sie nicht mehr. Der Einbau ist - so sagt Youtube - machbar, aber halt leider auch nicht so trivial wie bei den Rechnern früher, wo man das Gehäuse seitlich aufgeklappt oder irgendwie nach oben geschoben hat und die ganzen Innereien vor sich hatte. Bei besagtem Desktop-Rechner muss man irgendwie die Glasscheibe entfernen... oder doch hinten aufschrauben? Ich weiß es nicht, ich möchte das auch nicht, denn auch der Rechner ist mit neueren Betriebssystemen überfordert, so richtig groß ist die Festplatte auch nicht und überhaupt hat er sich ein Rechner-Rentendasein redlich bedient. Und eigentlich brauche ich einen reinen Desktop-Rechner gar nicht mehr. Aber manchmal wäre so ein Ding doch ganz nett und es ist schon viel einfacher, wenn man nicht ständig Kabel um- und einstöpseln muss... ach, was solls: das neue Modell eines Mini-Desktop-Rechners besagten Herstellers ist ja auch im Angebot, also warum nicht.

Ein bisschen bin ich schon froh, dass ich Batman zwar ganz gut finde, aber als Riesenfan würde ich mich nicht bezeichnen. Ich komme also nicht in Versuchung, mir ein Batmobil (den Tumbler) zuzulegen. Ein Glück. Okay, die fehlenden drei Millionen Dollar sind natürlich auch ein Argument.

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Samstag, 8. Februar 2025
FOMO

Zur Zeit ist FOMO wieder ein großes Thema. Nur nichts verpassen, das Leben ist zu kurz, um nur zuhause rumzusitzen, das muss ich noch sehen, da noch hin, dies tun, jenes ausprobieren, dies, das. Instagram und dieser leidige Whatsapp-Status gießen dabei ständig Öl ins „Andere unternehmen ständig was!“-Feuer, was aber selektive Wahrnehmung ist, denn andere behaupten genau dasselbe auch immer über mich. Wie ich doch rumkäme, wo ich nicht überall wäre.
Bei Instagram kommt hinzu, dass die Leute dort immer dann aktiv sind, wenn es tatsächlich etwas höchst instagramables gibt. Ein Foto vom täglichen Amschreibtischgesitze kommt eben nur so semi-cool. Die richtigen tollen Fotos macht man bei Ausflügen, in Urlauben, auf Events und Konzerten und wenn dann das Wetter mal nicht passt oder alle scheiße aussehen: Hallo Filter!
Aber selbst dieses Wissen, macht die FOMO nicht erträglicher. Man hat trotzdem den Eindruck, dass man selbst nichts erlebt und alle anderen alles. Das ist übrigens kein neues Thema, das gab es auch schon vor Social Media (das verstärkt es nur). Wie hieß es schon bei Herrn Rossi: andere können alles haben, können sich an Feinstem laben und von eben diesen Gaben, möcht‘ Herr Rossi auch was haben.

Etwas Gutes hat diese FOMO dann aber doch: man kriegt seinen Hintern wenigstens ab und an hoch. Der Grund (ich will auch! Ich will auch was erleben!) ist zwar erbärmlich, aber wenn es hilft. Und somit gibt es für dieses Jahr schon zwei Konzerte und ein Festival, für die nicht nur Interesse (ach ja, könnte man eventuell, mal schauen) besteht, sondern konkret Eintrittskarten in physikalischer (die Konzerte) und virtueller (Festival) Form existieren. Es gibt also keine Ausreden. Jedes für sich wird schön, toll und großartig und freue mich auf alle drei Ereignisse. Hach, was werde ich viele Fotos machen und online setzen. Die Leute werden sowas von neidisch sein. Freue mich auch schon auf die Nachrichten: Cool, wo Du Dich überall rumtreibst.

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Freitag, 7. Februar 2025
Hot Stone Massage II

Die Steine liegen nicht direkt auf der Haut. Zumindest nicht alle. Das ist gut so, denn einige sind ganz schön heiß. Wahrscheinlich daher auch der Name: Hot Stone. Man hätte draufkommen können.

Für den Sommer ist das wahrscheinlich nicht die beste Wahl bei einer Massage, aber bei den aktuellen Witterungen: perfekt. Zuerst ganz viel warmes Öl, dann glitschige heiße Steine, die auf dem Körper abgelegt werden und dort gezielt durchheizen. Super. Man fühlt sich wie ein Rinderfiletstreifen auf der oberen Platte beim Raclette. Großartig.

So eine Massage ist wirklich entspannend; das einzige was fehlt ist eine Duschgelegenheit vor Ort. Das viele Öl sollte ja auch irgendwann wieder untergewaschen werden, was aber dort nicht geht. Naja, vielleicht geht es doch, aber ich denke, es ist nicht vorgesehen, ich wurde auch nicht gefragt, ob ich duschen möchte, das stand so gar nicht im Raum und explizit nachfragen wollte ich auch nicht. Macht man das? Entschuldigen Sie, wie siehts denn aus mit Duschen? Ich kenne nicht wirklich viele Massagepraxen, aber da war bisher nie was mit duschen. Einmal auf so einer obskuren Party, aber das war ja auch keine Massagepraxis, Massagen waren auch eher nur Beiwerk und überhaupt war niemand der Anwesenden wegen der Massagen dort, aber immerhin: es gab Duschen. Dafür keine heißen Steine, wobei... vielleicht doch. Ich war nicht in jedem Raum. Aber egal.

Vielleicht sollte man auch nicht gleich nach so einer Massage duschen, sondern das Öl einziehen lassen. Hab ich gemacht; jetzt kann ich es hauttechnisch mit jedem Baby aufnehmen. Einem entspannten Baby.

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Donnerstag, 6. Februar 2025
Hot Stone Massage

Ende letzten Jahres einen Gutschein für eine Massage bekommen und auch gleich am nächsten Tag zwecks Terminvereinbarung angerufen. Der nächste freie Termin war im Februar. Konkret: morgen.

Morgen werde ich also in den Genuss heißer Steine kommen. Hatte ich noch nie, aber stelle ich mir entspannend vor. Gerade bei den aktuellen Temperaturen kann es nicht verkehrt sein, irgendwie für Hitze zu sorgen und sei es durch Steine, die im Backofen temperiert wurden. Ich denke, das geschieht im Backofen - ich wüsste ansonsten keinen gangbaren Weg. Rein durch Rubbeln werden die sicher nicht so warm, dass es einen nennenswerten Unterschied macht, wenn man sie auf einen menschlichen Körper legt. Überhaupt habe ich mir noch keinerlei Gedanken über den Ablauf gemacht. Ist da auch Öl im Spiel und wenn ja: wie halten dann die Steine? Gerade bei einem gewölbten Körper würden die doch runterflutschen. Und was sind das für Steine? Große Kieselsteine, glatt und wohlgeformt oder grobkörnige Betonbrocken? Letztere hätten den Vorteil, dass sie sich in die Haut krallen und deshalb nicht abrutschen, aber wenn neben heiß noch spitz dazu kommt, ist das wahrscheinlich kein wohltuendes Erlebnis.
Nun, ich werde es herausfinden. Frisch geduscht und mit sauberem Schlübber werde ich pünktlich auf der Matte stehen und gespannt sein, was mich erwartet. Brand- und Wundgel nehme ich mal keins mit; ich gehe davon aus, die haben sowas vorrätig.

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Mittwoch, 5. Februar 2025
Kein Wald, kein Gestüt

Die Berechnungsgrundlage für die Grundsteuer kam Ende letzter Woche ins Haus geflattert. Ich habe sie übers Wochenende ignoriert; man will sich ja nicht die wenige freie Zeit am Stück versauen. Tatsächlich ist es aber gar nicht so tragisch. Also tragisch natürlich schon; wer zahlt schon gerne Steuer, aber es ist weniger tragisch als erwartet. Man malt sich ja wildeste Horrorszenarien aus, bei all den Meldungen, die durch die (auch Lokal-)Presse geistern. Ich sah mich schon verhungern und das als „Großgrundbesitzer“. Kennt man ja sonst nur von Scheidungen. Haus weg, weil ansonsten kein Geld zum Ausbezahlen da usw.
Bei mir bleibt die grundlegende Berechnung für die Grundsteuer gleich und wenn ich recht weiß, ist auch der Hebesatz der Gemeinde ganz okay. Damit kann ich dann wohl leben. Ein Glück habe ich kein weitläufiges Gestüt oder einen eigenen Wald mit viel Fläche. Wenn ich das richtig verstanden habe, sind das die Dinge, die richtig kosten werden. Ich wäre da ganz emotionslos. Pferde zum Abdecker, Wald abgeholzt und Investoren gesucht, die mit mir zusammen Wohnblöcke auf die Fläche donnern. Gerne auch mal drei Stockwerke mehr als genehmigt und die ein, zwei Meter näher an der Straße merkt schon keiner. Also das übliche Prozedere, wie man es Bauprojekten so kennt.
In der Stadt laufen ein paar solcher Dinge. Es ist eine relativ kleine Gruppe an Leuten, die immer wieder involviert ist, wenn es um halbseidene Dinge geht, die beim Kauf von Grundstücken oder Gebäuden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, bei der nicht so ganz sachgemäßen Renovierung, der semi-legalen Umgestaltung, den OoopssorrywareinVersehen-Teil- oder Komplettabrissen usw. geht. Und natürlich kommen sie immer wieder mit diesen Nummern durch. Sei es durch die Unfähigkeit der Stadt, den Machenschaften einen Riegel vorzuschieben oder dem Einsatz hochgezahlter Juristen, die das irgendwie so hinbiegen, dass den Leuten nichts passiert und sie bekommen, was sie wollen.

Vielleicht könnte ich das doch nicht, das mit den Pferden und dem Wald und Investoren und so. Vielleicht ganz gut, dass sich mir diese Aufgabe nicht stellt. Ich müsste dann ja womöglich mit besagten Leuten zusammenarbeiten, in deren Kreisen verkehren und hastenichtgesehen würde ich assimiliert, wäre einer von denen, hätte meine Restskrupel verloren, würde Austern schlürfen und Champagner trinken, hätte kein Problem damit, ständig Botox-gestraffte Gesichter zu sehen und wäre womöglich selbst alle zwei Wochen an irgendeinem bayrischen See, um die Wangenknochen unterfüttern zu lassen, während meine Anwälte mir via Telegramm von den neuesten Erfolgen an der Immobilienfront berichten.
Ein Glück habe ich weder Gestüt noch Wald im Portfolio. Und Falten.

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Dienstag, 4. Februar 2025
Farewell Blue Man Group

Ich hatte es vor ein paar Wochen schon mal gelesen, aber gestern stolperte ich nochmals über die Nachricht. Blue Man Group verlässt nach 33 Jahren das Astor Place Theatre. Die letzte Vorstellung war am 2. Februar. Ich muss gestehen, dass mich diese Meldung ein bisschen traurig machte und es ich war melancholisch, als ich das gestern so schwarz auf weiß vor mir hatte. Keine Blue Man Group mehr in New York. Da geht tatsächlich eine Ära zu Ende.

Das erste Mal war ich mit D. dort. Eigentlich wollte ich mit ihr zu Stomp, aber das war ausverkauft. Das war lange vor Internet; man rief bei den Venues an oder ging direkt dorthin, um sich die Karten zu kaufen. Meistens klappt das auch, bei Stomp nicht. Da war alles weg. Zwei Straßen weiter war allerdings ein Plakat über einem Eingang zu einem Keller (so schien es). Die beworbene Veranstaltung hatte ich ein paar Wochen zuvor zufällig bei einem Auftritt in der Jay Leno Show im Fernsehen gesehen und war da schon fasziniert. Zum Glück musste ich D. nicht lange überreden (ich kannte nur die eine Nummer, ansonsten war mir die Show unbekannt) und wir sind auf Verdacht rein. Es war großartig. Alles passte. Der selbstgebackene Schokoladenkuchen im Foyer, der von einer älteren Dame gebacken und verkauft wurde - die Einnahmen gingen an eine wohltätige Organsisation. Man konnte (falls noch vorhanden) das gespuckte Bild einer vorangegangenen Show kaufen, alles war bunt, überall waren Rohre, es lief schöne, aber seltsame Musik (die Röhrenmusik der Blue Man), eine andere Welt. Das Theater selbst war klein, ganz anders als die riesigen Hallen in Berlin und Stuttgart, aber genau das machte den Reiz aus. Es war Off-Broadway und nichts passte besser zu diesen blauen Typen, die wie Welpen die Welt, unsere Welt, erkundeten und dabei auch viel Unfug anstellten. Und wenn am Ende KLF den last train to transcentral ankündigten und man sich aus einem Meer aus Papier befreien musste, blickte man staunend auf drei blaue Gestalten, die die Arme in die Luft reckten, während das Stroboskop Lichtblitze durch den Raum jagte. Man saß einfach nur da. Und war glücklich.

Ich war noch mindestens drei Mal im Astor Place Theatre und war jedes Mal aufs Neue begeistert. Auch alle anderen, die ich mitschleppte, waren begeistert. New York ohne Blue Man Group war fast ein No Go. Und jetzt sind sie raus aus New York. Raus aus diesem kleinen, knuffigen Theater. Eine Zeitung schrieb „eine Ära geht zu Ende“. Das stimmt. Die Shows in den großen Hallen gibt es weiter, sie sind toll und schön und alles, aber sie sind nicht dasselbe.

Tschüss Blue Man, macht es gut. Bin gespannt, was in Euer Theater kommt.

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Montag, 3. Februar 2025
Geschenk am Morgen

Am frühen Morgen gab es ein Geschenk von der (ich nehme es zumindest an) großen Katze: ein großer Haufen nur leicht anverdautes Futter, ganz liebevoll direkt vor der Klappe platziert und dabei - Details sind so wichtig - noch ein kleiner Schwall auf die Decke, die da bereit liegt. Hach. Sie hat sich nur bei der Zeit etwas vertan; es war schon angetrocknet. Sie dachte wohl, ich stehe noch früher auf - dann wäre die ganze Pracht noch katzenkörperwarm gewesen und die Freude meinerseits noch beträchtlich größer. Noch viel größer als ohnehin schon.
Ich bin etwas überfragt, wie man sich da als Katzenhalter korrekt verhält. Muss man loben, wie bei einer vor die Füße gelegten toten Maus? Wird dann "Du bist aber eine tolle Jägerin" ein "Boah, was kannst Du schön kotzen! Und so viel! Super!". Ich habe da schon bei den toten Beutegeschenken ein schlechtes Gefühl, weil ich denke, ich ermuntere sie zu weiteren Morden und das möchte ich eigentlich gar nicht. Das wäre bei der Kotzerei doch ähnlich: da muss die Katze ja denken, dass ich meinen Spaß an der Aktion habe, überfrisst sich mir zuliebe fortan ständig, wirft sich am Ende noch zwei, drei Büschel Gras ein und Würg, da ist die Pracht. Ruckzuck habe ich eine Kate Moss hier; eine etwas molligere, aber weitaus kuscheligere Kate Moss zwar, aber trotzdem so eine Art Supermodell (was sie natürlich in der mollig-kuscheligen Variante ist) mit einem gestörten Verhältnis zu Nahrungsmittel. Das möchte man ja nicht. Ich halte mich also mit den Lobhudeleien zurück, entferne stillschweigend die Hinterlassenschaften und verweigere der Katze auch das "Respekt! Das war echt viel!"-Streicheln. Es gibt also keinerlei positive Motivation, solche Aktionen zur Gewohnheit werden zu lassen. Es passiert trotzdem ab und an, was durchaus auch an dem komischen Futter lieben kann. Würde man mir dieses Zeug vorsetzen, könnte ich auch für nichts garantieren. Ich würde allerdings auch kein Lob erwarten, wenn es dann zu einem Faux-Pas käme.

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Sonntag, 2. Februar 2025
Pochierte Eier und falsch geplante Wanderungen

Heute Nacht von der Zubereitung pochierter Eier geträumt. Was da wohl die Traumdeutungsexperten dazu sagen? Bin ich auf der Suche nach dem Ursprung des Lebens, den ersten Zellen in der Ursuppe? Ist es ein Symbol für den Lauf der Zeit, wie aus einer wabernden, unsicheren Kindheit die sich festigende Jugend und schließlich der halbwegs sichere und stabile Erwachsene bildet und dass dieser aber immer noch einen weichen Kern hat - der Kern einer unsteten Kindheit? Irgendwas mit Fruchtbarkeit? Bei Eiern geht es doch immer um Fruchtbarkeit. War es ein Zeichen, dass ich mein bisheriges Berufsleben über Bord werfen und auf Koch umsatteln soll? Oder sind die im heißen Wasser herumwirbelnden Eier nur der Hinweis meines Unterbewusstseins, dass mal wieder dem FKK-Schwimmbad mit dem tollen Whirlpool einen Besuch abstatten könnte? Keine Ahnung, aber ich hatte schon seltsamere Träume.
Ich habe auch erstaunlich lange (naja, nicht lange, aber erstaunlich viel) geschlafen. Könnte an der großen Menge an frischer Luft am gestrigen Tag liegen. Aus der geplanten 8 Kilometer Wanderung wurden zwölf Kilometer. Schuld daran war Unfähigkeit bei der korrekten Auswahl der zwei zur Verfügung stehenden Routen. Die eine hatte acht, die andere zwölf Kilometer, geplant war die acht Kilometer Tour, genommen wurde die zwölf Kilometer. Auch hier war wie beim Wunsch nach herumwirbelnden Eiern im Whirlpool wahrscheinlich das Unterbewusstsein schuld, das der Meinung war, dass bei der abendlichen Nüssefresserei auf dem Sofa vier Kilometer mehr durchaus sinnvoll sind.
Bemerkt wurde der Fehler übrigens bei Kilometer Fünf. Man hätte umdrehen und an einer Weggabelung auf den korrekten Acht-Kilometer-Weg abbiegen können, was aber auch wieder so um die zwei Kilometer zurückgehen und somit auch eine Gesamtwegstrecke von etwa zehn Kilometern bedeutet hätte. Das wäre ja Unfug und deshalb blieb es beim falschen, aber auch ganz schönen längeren Weg. Allerdings war es trotz Sonne zwischendurch ganz schön frisch und windig. Wieder zuhause entschädigte eine heiße Dusche für die frostigen Passagen. Ein herrliches Gefühl, wenn die Kälte aus dem Körper gewaschen wird und der ganze Körper kribbelt. Fast so schön wie der Whirlpool. Ich muss echt bald mal wieder in dieses Schwimmbad.

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