Mittwoch, 17. Juni 2026
Bin kein Cutie und Milch brauche ich nicht

Früher Vogel und so. Wenn man touristische Epizentren besuchen will, ist der allerfrüheste Morgen tatsächlich eine gute Zeit. Der Besucherparkplatz ist noch ohne Personal, was schon mal 15 Euro Parkgebühr spart. Die Aussichtspunkte sind ohne Gedrängel zu erreichen; ganz im Gegenteil: Man ist völlig alleine auf weiter Flur. Und wenn man doch noch Glück hat, ist der nächtliche Regen auch vorbei und Wind macht den besuchten Ort noch eine Spur mystischer. So ist man schon um halb Acht zurück im Bed & Breakfast, was diesen Namen gar nicht verdient, denn es gibt gar kein Frühstück. Es ist also eigentlich nur ein B und kein B&B.

Der Host ist äußerst redselig. Been there, done that und dies und das und überhaupt. Was er nicht schon alles war und ist. Chef, Sommelier, Antiquitätenhändler, Gastwirt und nebenbei noch B&B-Host, allerdings ohne Frühstück. Den Rezessionen im Web entnehme ich, dass es früher mal Frühstück gab. Das war aber noch vor Corona. Vielleicht nahm er die Zwangspause zum Anlass und hat das mit dem zweiten B überdacht.
Die Rezessionen sind weitestgehend positiv. Nur drei Damen aus den USA waren unzufrieden, weshalb jede einzeln eine negative Bewertung hinterlassen hat. Der Haupt- bzw. einzige Kritikpunkt ist der Host selbst. Der würde sehr viel reden (was stimmt) und das nur über sich (stimmt auch) und ungehobelt wäre er auch. Als die Damen fragten, wie man die Fenster in ihrem Zimmer öffne, bekamen sie zur Antwort, dass sie dumme Amerikaner mehr reisen sollten. Es gab noch ein paar andere Dinge, die den Damen sauer aufstießen. Zu wenig Milchdöschen beim kostenlosen Kaffee, dass der Host die eine Dame immer als „Cutie“ anredete und so Kram. Man war nicht auf einer Wellenlänge; das kann man eindeutig aus den Rezessionen herauslesen.

Zu mir hat er nicht Cutie gesagt und da ich meinen Kaffee schwarz trinke, benötigte ich auch keine Milch. Aus meiner Sicht also gerne wieder.

referral   ... link (0 Kommentare)   ... comment