Sonntag, 29. April 2012
Chillig

Das linke Knie tut weh, genau wie der kleine Finger der linken Hand. Ich bin gedanklich noch mal den gestrigen Abend und auch den Heimweg durchgegangen, aber meines Wissens gab es keine besonderen Vorfälle, keine Stürze, keine Hauswand, die mir entgegengekommen wäre. Das Knie tat gestern beim "chillen" schon weh. Eine super Ausrede für "no sports" - wenn es beim faul rumsitzen schon schmerzt, wie wäre es dann erst bei körperlicher Aktivität? Sollte man gar nicht erst probieren.

Des gestrige Abend war wunderbar entspannt. Leckeres Essen, tolle Leute, viel Spaß, Bier und auch Ouzos (Major headache sag ich da nur). Dazu noch herrliche Sommernachtstemperaturen und eine Hauswand im Blick, die lächeln würde, wenn Hauswände denn lächeln könnten. Aus dem geplanten "Na ok, bis halb Eins, aber nicht viel länger" wurde fast drei Uhr. Gibt so Nächte.

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Samstag, 28. April 2012
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Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen mache ich der Königin ein Kind.

Naja, zumindest backe ich heute, das steht fest. Wie es mit dem Rest läuft, wird man sehen.

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Freitag, 27. April 2012
Jo, mei. Käfer.

Es ist wie bei "Die Vögel", nur kleiner und es sind Maikäfer, keine Vögel. Aber ansonsten hat es schon was von einer Invasion. Zu hunderten schwirren sie durch die Gegend und nochmal so viele zirkeln um einen Baum herum, den sie besonders zu mögen scheinen. Allerdings sind die Viecher nicht besonders intelligent. Oder sie sind blind. Jedenfalls fliegt ständig so ein Teil an die Wand, an die Scheibe, an die Decke und manche sind sogar zu blöd, um zwischen einem Geländer hindurchzufliegen. Das beruhigt dann doch ein bisschen im Hinblick auf eine eventuell anstehende Invasion: die Chance, dass sie bei einem gezielten Angriff auch tatsächlich treffen, ist nicht besonders groß.
Bei Wikipedia habe ich gelesen, dass man früher aus den Käfern "Maikäfersuppe" machte. Pro Person rechnete man ca. 30 Stück. Die im Garten herumschwirrende Population dürfte somit für ein gepflegtes Mittagsmahl plus einen prall gefüllten Gefrierschrank reichen. Und aus den ausgerissenen Flügeln bastle ich mir ein Mobile oder mache ein modernes Kunstwerk draus. Einen Titel habe ich schon: May Bug Wing". Hm, obwohl. Klingt doof und könnte mit etwas aus dem China-Imbiss verwechselt werden. Naja, da wird sich noch was finden. Bis dahin beobachte ich das Treiben ganz genau, damit sie wissen, dass ich vorbereitet bin, wenn es zum Angriff kommt.

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Donnerstag, 26. April 2012
Und übermorgen backe ich Muffins

Der Notar ist groß, sehr hager und hat eine lange, krumme Nase. Er sieht ein bisschen aus wie ein Bestatter. Vielleicht macht er das auch noch nebenberuflich. Wie immer sitzt er neben der Schreibkraft, schaut über ihre Schulter auf den Monitor und bedient dabei die Maus. Eine seltsame, aber scheinbar gut funktionierende Arbeitsteilung. Mit monotoner Stimme liest er schnell den Text runter, die Unterschriften werden geleistet und fertig. Alles erledigt in unter zehn Minuten. Noch muss ich den Ausweis vorlegen, aber das dürfte bald auch nicht mehr nötig sein. Meine Eltern können ihre schon stecken lassen.
Mein Bruder sieht aus wie oberes Management. Da ist er zwar noch nicht ganz angekommen, aber der Weg scheint vorgezeichnet. Die passenden Anzüge hat er schon mal, das ist wichtig. Er trägt sogar silberne Manschettenknöpfe, die gerade noch als dezent durchgehen. Er ist extra wegen den zehn Minuten aus der Ferne angereist. Er hätte das auch bei sich irgendwo erledigen können, aber anscheinend brauchte er ein bisschen Auszeit. Verstehe ich. Würde mir nicht anders gehen unter den Umständen.

Danach noch kurz Smalltalk vor dem Rathaus. Ein Bekannter meines Vaters ist vor drei Wochen gestorben. Eine Woche später hat sich die Witwe erhängt. Traurig und tragisch. Aber dass das Leben kein Ponyhof ist, dürfte ja allseits bekannt sein.

Und morgen dann mal Bewerbungen schreiben. Zwei gleich. In der Arbeitszeit. Ich komme bestimmt in die Hölle. Naja, ok. Vielleicht mach ichs auch in der Pause.

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Mittwoch, 25. April 2012
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Heute wieder Pizza bestellt in der Fabrik. Machen wir einmal die Woche, aber diesmal habe ich mir die Karte mal genauer angesehen. Meine favorisierte Pizza enthält die Zusatzstoffe 4-6 und 10. 10 war ganz widerlich, weshalb es diese Pizza fortan nicht mehr sein wird. Auf eine rein vegetarische hatte ich aber auch keinen Bock, also wurde es eine Thunfisch-Zwiebel-Pizza. Die enthält nur die 5, was Antioxadationsmittel deklariert. Ich habe mir bisher erspart zu googeln, was das nun bedeutet. Ist auch nicht so wichtig, denn lecker ist anders und ich werde die nicht mehr ordern. War bestimmt zuviel Delfinanteil im Thunfisch und woher die Zwiebeln waren will man wahrscheinlich auch nicht wirklich wissen. Der Lieferant war übrigens wie aus dem Pizzabringservicebilderbuch: ein Inder (?) mit lilafarbenem Turban. War kurz davor, ihm zu sagen, dass Lila die Farbe der sexuell Frustrierten ist, aber habs dann doch bleiben lassen. Man muss ja nicht immer mit seinem Wissen prahlen; egal wie ausgeprägt das ist. Da ich nun aber weiß (Hah, noch mehr Wissen), dass in dem Laden tatsächlich Indien-affine Leute arbeiten, könnte ich es das nächste Mal mit einem indischen Gericht probieren. Das sollten sie ja dann auch drauf haben. Außerdem bin ich genervt, weil Inder den Pizzaboden besser hinkriegen als ich, dabei bin ich doch Zeit meines Lebens viel näher an Italien gewesen als die. Das ist nicht fair.

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