Samstag, 8. Juni 2019
Gut gestreamt ist halb gewonnen

Wie in so vielen Bereichen bin ich auch bei TV Serien ein Spätzünder. Ich weiß bis heute nicht, wer denn nun wessen Mutter bei Where I met your mother getroffen hat, Lost habe ich erste Jahre nach dem Finale gesehen und es gibt haufenweise hochgepriesene Serien, von denen ich bis zum heutigen Tag noch keine Folge gesehen habe.
Ähnlich ging es mir bis vor kurzem mit Sherlock. Immer wieder davon gehört, immer wieder davon gelesen, aber nie gesehen. Kürzlich kam eine Folge im TV, mir war langweilig und ich landete dort. Und war mittendrin. Nun hole ich Dank Netflix alles verpasste nach und was soll ich sagen: großartig.

Überhaupt sind diese ganzen Streaming-Services eine schöne Sache und Grund genug, das Internet gut zu finden. Ich habe letztes zwei Staffeln einer Serie gesehen, von der ich Anfang des Jahrtausends mit Frau Juhnke beim Wellnessen die eine oder andere Folge gesehen hatte. Damals schon mit Sekt. Im Whirlpool. Man hätte ahnen können, was noch kommt, aber das ist eine andere Geschichte. Die Serie ist übrigens auch noch nach fast zwanzig Jahren toll. Intellektuell so, dass man nicht extrem konzentriert dabei bleiben muss ohne den grundsätzlichen Faden zu verlieren, aber viele der Schauspieler leben nicht mehr. Gab mir dann doch zu denken.

Streaming-Dienste sind jedenfalls eine gute Sache und die Watchlist ist bei sämtlichen Anbietern bis zum Bersten gefüllt. Umso schöner, dass das keinerlei Druck erzeugt. Wenn ich etwas verpasse, nicht zum Schauen komme oder einfach ungesehenerweise die Lust verliere, ist mir das egal. Das war zu den analogen Zeiten anders, wo es ein Drama war, wenn der Videorekorder während eines Urlaubs aufgrund eines Stromausfalls oder programmiertechnischer Dummheit Folgen der Lieblingsserie nicht aufgenommen hatte. Ich hatte das bei Twin Peaks. Es war schlimm. Sehr sehr schlimm. Aber sogar das habe ich überlebt, wie man sieht.

Manchmal nimmt man Dinge einfach viel zu wichtig, die es gar nicht sind. Wobei... Twin Peaks! Hallo!

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Samstag, 8. Juni 2019
Zu Besuch

Sie haben einen Pool im Garten, einen ziemlich großen Pool. Er habe keine Beleuchtung, sagen sie, aber es gibt schwimmende Lampen, batteriebetrieben, das wäre auch ganz toll. Wir gehen die Treppe hoch in ihre Wohnung. Es ist warm und ich möchte gar nicht wissen, wie das im Hochsommer ist. Oder ganz oben, denn eine Wendeltreppe führt noch höher.
Wir gehen raus auf den Balkon. Dort weht ein angenehmer Wind, die Sonne ist eh schon in den letzten Zügen vor dem Untergang. Man hört das leise Surren der Poolpumpe aus dem Garten. Ob ich etwas trinken möchte. Möchte ich gerade nicht. Die Situation ist unaufgeregt und überraschend entspannt. Er berichtet von den Unzulänglichkeiten der Schwiegereltern und an welchen Stellen es mit der Betreuung hapert, während sie im Stockwerk Teile diese Unzulänglichkeiten ausbessert. Mein Blick fällt immer wieder auf seinen Arm und dieses runde Etwas auf dem Oberarm. Es wirkt wie angeklebt. Bisher habe ich noch nie gefragt, was es ist, wobei ich schon ahne, was es ist, aber ich habe noch nie nach der Funktionsweise gefragt. Ich denke an Star Trek und die Borg und schäme mich ein bisschen dafür. Wahrscheinlich ist dieses runde Etwas einer der Gründe, warum ich hier bin. Vielleicht frage ich auch deshalb nicht nach.
Irgendwann kommt sie zurück, setzt sich zu uns, neben mich. Wir reden. Ich habe nun doch Durst und bediene mich am Wasser. Kurz darauf gehen wir rein und ich bediene mich wieder.

...

Meine Haare sind noch feucht, als wir im Garten stehen und uns verabschieden. Eigentlich sollte es jedesmal ein komisches Gefühl sein, ihm die Hand zu geben, ist es aber nicht. Und genau wie bei dem runden Etwas habe ich auch hier nie nachgefragt. Wieso auch. Es geht mich eigentlich nichts an. Soviel Intimität sollte mir dann doch nicht gewährt werden.

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Mittwoch, 5. Juni 2019
Das Wetter und die Bahn

Die ersten heißeren Tage und es herrscht Panik bei der Bahn. Gestern fielen dann auch gleich mal zwei Wagons wegen nicht funktionierender Klimaanlage aus. In meinem Zug. Der auf einem anderen Gleis stand, weil auf dem ursprünglichen Gleis der vorherige Zug nicht in die Pötte kam. Ob wegen Klimaanlagenproblemen weiß ich nicht, aber es herrschte grundsätzlich eine angespannte Hektik von Seiten des Zugpersonals. Nun fahre ich nicht wirklich extrem penetrierte Strecken und diese auch nicht täglich wie viele der dann Mitreisenden, aber wenn ich sowas ständig hätte ...man könnte mir das Bahnfahren schon vermiesen und eigentlich mache ich das gerne.
Ich bin kein Hellseher und weiß demzufolge nicht, wie der Sommer wird (leider weiß ich auch nicht die kommenden Lottozahlen, sonst wäre vielen einfacher), aber ich gehe davon aus, dass es auch da den einen oder anderen heißen Tag, wenn nicht sogar längere heiße Perioden geben wird. Und es ist ja nicht so, dass a) das Wetter und b) die Probleme der Klimatechnik für die Bahn völlig überraschend kämen. An a) dem Wetter kann man wenig ändern, an b) schon eher. Mittlerweile ist ja auch der größenwahnsinnige Zwerg mit seinen Privatisierungsfantasien schon lange genug weg (weiß man eigentlich, wo der gerade sein Unwesen treibt? Ich frage wegen meinem Aktienportfolio) und man könnte statt in Börsengang in Technik und Infrastruktur investieren. Scheint aber irgendwie nicht angedacht zu sein und diesen Sommer wird das eh nichts mehr. So lange muss es dann eben das Deo richten.

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Sonntag, 2. Juni 2019
Heute haben sie also geheiratet

Heute hat eine Ex-Freundin geheiratet. Wenn es ein perfektes Hochzeitswetter gibt, dann war das heute. Sie hat also alles richtig gemacht. Ob das auch für die Wahl des Herrn Gemahl gilt, kann ich nicht sagen. Er mag mich nicht oder hat grundsätzlich ein umentspanntes Verhältnis zu ehemaligen Partnern seiner Jetzt-Frau. Dabei müsste er sich keinerlei Sorgen machen. Die Trennung war eine gute Sache, sie wollte Kinder (hat sie jetzt), ein eigenes gemeinsames Haus (hat sie jetzt) und jemanden, der sie treu umsorgt (hat sie jetzt auch) und all das war eher nicht so meins, die Trennung deshalb die logische Schlussfolgerung und ich somit keine Gefahr. Ich hatte nie und habe weiterhin nicht den Drang, ihm eine zu zentrieren, sondern im Gegenteil: ich freue mich für die beiden, bzw. die drei. Der Nachwuchs konnte nicht bis zu kirchlichen Trauung warten. Kann er ja aber nicht wissen, dass es für mich vollkommen ok ist und ich ihnen nur das Beste wünsche. Und grundsätzlich verstehe ich natürlich auch seine Vorbehalte. Letztlich ist es egal und alles gut. Sie leben eh schon ein anderes, ihr eigenes und entfernteres Leben und die Schnittpunkte werden immer weniger. So ist das nun mal, so ist das immer und oft ist es auch gut so.
Heute haben sie also geheiratet.

Ich glaube aber nicht, dass es hält. Und wünsche mir, nicht recht zu haben.

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Samstag, 1. Juni 2019
Vatertag

Bei bestem Wetter am Vatertag von Fest zu Fest zu radeln hat schon was. Es geht früh los und man sollte unbedingt darauf achten, auch gleich am Anfang feste Bestandteile in die Kalorienzufuhr einzuplanen. Eine Sache, die ich Jahr für Jahr verpasse und die sich am Ende immer bitter rächt. Immerhin noch gut am finalen Fest angekommen, aber da könnte die eine oder andere blöde Situation dabeigewesen sein. Immerhin wurde ich einmal ohne Vorwarnung und einfach so auf geküsst. Auf die Wange, aber von unerwarteter Seite mitsamt einem schönen Kompliment. Danke dafür. Später durfte ich viele Komplimente verteilen, viele waren durchaus ernst gemeint, manche nicht, aber so ist da mit Komplimenten und geglaubt wurden sie alle. Mission completed.
Mit einer Ex kurz geturtelt, erst sie mit mir, dann ich mit ihr und dann hat sie wohl doch noch gemerkt, dass das keine gute Idee ist und im Nachhinein muss ich ihr da vollkommen recht geben, aber das erkennt man in solchen Momenten ja nicht. Jedenfalls war es - auch aufgrund dieser plötzlichen Absage - dann doch ein alles in allem gesitteter Tag und sofern es keine verzögerten Negativ-Rückmeldungen gibt, bin ich grundsätzlich zufrieden.

Die Frau vom DJ hat allerdings nach mir gefragt und ich weiß ja auch nicht.

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