Samstag, 28. März 2026
Kaffeenotstand

Das wird kein guter Tag. Die Kaffeemaschine ist kaputt und es ist keine Alternative vorhanden. Kein Instantkaffee, keine Kaffeetütchen von einer Reise, wo man an solche Kaffeenotstandnotfälle dachte, aber jetzt... Notstand, ein Notfall und kein rettendes Kaffeetütchen vorhanden. Grausame Welt. Ich könnte bei den Nachbarn klingeln, die sind doch bestimmt schon wach. Es ist gleich halb Acht, an einem Samstag. Da ist Klingeln völlig in Ordnung, besonders in einer so dramatischen Situation. Bestimmt haben die Instant Kaffee und falls nicht haben sie eine funktionierende Kaffeemaschine. Die Nachbarn könnten sich wieder hinlegen, wenn sie noch geschlafen hätten. Ich würde mir den Kaffee alleine machen und anschließend ganz leise die Tür zumachen und wieder verschwinden. Vielleicht nähme ich eine zweite Tasse mit. Für später. Mit einer Tasse kommt man ja nicht weit. Die zweite Tasse würde ich mir in der Mikrowelle warm machen und sollte auch die kaputt sein (vielleicht haben wir eine Technikmeuterei) ginge das auch in einem Topf auf dem Herd.

Kann man Kaffee eigentlich auch kalt aufbrühen? Durch sehr langes Rühren? Wahrscheinlich nicht. Das Wort "Aufbrühen" impliziert schon Hitze. Wird also nichts mit kaltem Wasser. Aber: Diese Pads sind am Ende nichts anderes als Teebeutel mit Kaffee anstatt Tee. Somit sollte es doch auch möglich sein, so einen Pad in die Tasse zu legen, heißes Wasser drüber, ziehen lassen und das Pad wieder irgendwie rausfischen... Hm.

Ein Wochenende sollte zum Erholen da sein, aber wie soll das funktionieren mit einer kaputten Kaffeemaschine? Man hat es nicht leicht.

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Freitag, 27. März 2026
Frühschicht beim Zahnarzt

Den Zahnarzttermin auf 7.30 Uhr legen ist auch nur was für Frühaufsteher. Zum Glück bin ich das. Tatsächlich war ich aber noch nicht mal der erste Patient in der Praxis. Vor mir checkte gerade ein Mann ein, relativ hager, arbeitet auf dem Bau, Elektriker würde ich tippen, der offensichtlich seine Schwierigkeiten mit Zahnärztinnen und Zahnärzten hat. Das weiß ich deshalb, weil er es der Dame am Empfang sagte und mir später im Wartezimmer gleich nochmal. Er nannte es nicht "Schwierigkeiten", sondern direkt beim Namen: er habe Angst vor Zahnärzten. Das ist natürlich nicht gut, vor allem im Hinblick auf die Schmerzen, wegen denen er vorstellig wurde. Die ließen sich mittlerweile nämlich auch nicht mehr mit Schmerzmitteln runterregulieren. Mehr habe ich nicht erfahren, denn ich wurde aufgerufen.

Bei mir wars schmerzfrei: Eine Zahnreinigung und danach noch ein Abdruck für eine Beissschiene. Die billige, die auch von der Krankenkasse übernommen wird. Mir lag auf der (frisch mitgereinigten) Zunge, ob die teuren dann mit Brillanten besetzt und einem Goldüberzug an den Eckzähnen wäre, habe aber dann doch nicht gefragt. Es gibt also die "dünne" (so meinte die Zahnärztin).

Während des Zahnreinigungsprozesses hörte ich Stimmen nebenan: Die Assistentin, die dem Schmerzpatienten erklärte, wie er stehen und wo er sich festhalten soll (es ging wohl um Röntgen) und der Schmerzpatient sagte mit zittriger Stimme: Okay.

Ich weiß nicht, ob er noch da war als ich ging, aber egal wie: Ich drücke die Daumen, dass er das bald überstanden hat und endlich wieder kraftvoll zubeissen kann.

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Donnerstag, 26. März 2026
Color up your life

Früher Vogel und so, aber trotzdem: Jeden Tag bräuchte ich das nicht. Obwohl ich ganz gut durch das Bahnchaos kam (man erreicht aufgrund Verspätungen Züge, die man gar nicht auf dem Schirm hatte), zieht es sich trotzdem und man verbringt viel Zeit auf Bahnsteigen. Okay, eigentlich finde ich das sogar ganz gut, diese Ruhe Dank Noise Cancelling und einfach nur da stehen. Ganz loriotesque (der aber sitzen wollte). Allerdings ist ein Tag dann trotzdem ganz schön lang und einfach nur da stehen ist doof, wenn es regnet und kalt ist und so. Gestern war nur ein bisschen kalt; der angekündigte Regen war nicht da, was mir recht war, denn trotz Schirm wäre nur da stehen um einiges unangenehmer gewesen.

Der Tag war ganz gut, ein Workshop/Coaching mit Kollegen in cooler Kulisse und mit gutem Kaffee. Bin immer wieder überrascht, mit welchen Allgemeinsätzen man als Coach so durchkommt. Deren Hauptgeschäft ist - zumindest kommt es mir so vor - Dinge, die man eigentlich selbst weiß zusammenzufassen und als Buzzwords in Präsentationen zu hämmern. Tatsächlich hilft das während des Workshops, man sitzt da und denkt immer wieder: "Stimmt, gute Idee. Muss ich echt mal machen". Man nimmt sich vor, das jetzt echt mal zu machen, die Motivation ist groß, die Pläne auch... und dann schläft das recht schnell wieder ein. Bei mir ist die Motivation aber noch groß und ich möchte gleich heute loslegen und die ersten Dinge umsetzen. Tschakka! Go! Ich schaffe das. Positiv denken, Mindset auf Linie bringen, alles wird gut.

Die anwesenden Kollegen waren alle handzahm und sogar der sehr sehr kommunikative Kollege war diesmal einigermaßen zurückhaltend, obwohl mich seine Signature-Floskel ("sagen wir mal") völlig kirre macht. Aber da ja jeder seine Spleens hat (inklusive mir, auch wenn ich noch nicht dahinter gekommen bin, was das sein könnte), will ich nicht meckern. Der Coach war so ein kleiner Promi, aber halt auch nur, wenn man sich in dem Bereich auskennt (was bei mir nicht der Fall ist). War aber nicht weiter schlimm und die Anekdoten waren anschaulich, zum Thema passend und auch nicht dauerpräsent. Das war schon okay. Ein Kollege, der sich in dem Wirkbereich des Coaches besser auskennt, war sehr interessiert und fragte immer mal wieder Dinge, die eher von Interesse am Leben des Coaches denn am eigentlich Themenkomplex zeugten, aber seis drum. Alles in allem ein guter Tag. Aber halt auch lang. Ging aber nicht nur mir so: In der ungeplanten (weil zufällig aufgrund einer Verspätung dastehenden) Bahn sah ich einige der Leute, die auch in aller Herrgottsfrüh mit mir am Gleis standen, um den Weg in die große Stadt anzutreten. Leider war die junge Dame nicht dabei, die diesen Sommer anscheinend nicht in Schwarz, sondern in dezenten Pastelltönen - gestern war es ein zartes Hellblau - bestreiten möchte. Vielleicht war sie auch in einem Workshop. "Color up your life - Ändere Dein Mindset mit frischen Farben". Wer weiß.

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Dienstag, 24. März 2026
On the road again

Weil die Bahn die Bahn ist, bin ich eine Stunde früher aufgestanden. Da fuhren nämlich eine S-Bahn und ein Regionalexpress und die Chance, DASS sie fuhren, war ungemein höher als beim ICE, der schon des öfteren ohne Nennung von Gründen nicht erschien. Somit war ich auch sehr früh im Büro und konnte die Ruhe vor dem Sturm nutzen. Wobei... so ruhig war gar nicht mehr. Erstaunlich viele Leute sind da am Morgen unterwegs. Wer hätte das gedacht.

Morgen bin ich wieder hier in der Stadt und ich überlege, ob ich nicht auch wieder früher fahre. Allerdings ist mein Termin etwas später (9 Uhr oder so) und für irgendwo abhängen wird es morgen zu kalt. Und nass. Also muss die Bahn morgen bitte zusehen, dass alles einigermaßen im Plan fährt. Ich weiß, ich weiß, aber wenn irgendwas zuletzt stirbt, dann ja wohl die Hoffnung.

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Der erste Termin war super, ich konnte auch gleich noch etwas wichtiges abklären (Quintessenz: der popelnde Kollege ist ein Arschloch), dann war mein Rechner bei der IT. Geplant war eine halbe Stunde. Naja. Outlook war im Streikmodus und die Lösungsansätze waren zwar Ansätze, führten aber zu keiner Lösung. Zwei Stunden dauerte das Drama schließlich; jetzt scheint es zu funktionieren. Und falls nicht ist mir das auch egal, denn morgen bin ich im Termin und da brauche ich den Rechner nicht.

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Müde.

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Montag, 23. März 2026
Zähne wie ein Fels in der Brandung

Am Freitag werden Abdrücke für eine Beissschiene gemacht. Sowas hatte ich noch nie, aber ich setze ein bisschen Hoffnung darauf. Allerdings bekämpft sie ja nur die Folgen (abgeschmirgelte Zähne) und nicht die Ursache. Geknirscht wird weiterhin, nur ohne das Knirschen.

Am Wochenende mit einem Mann gesprochen, der das so extrem hatte und hat, dass die Zähne alle runtergerockt sind. Da wurde Schicht für Schicht abgetragen, wie bei einem Fels im Meer, der immer und immer wieder von Wellenbergen getroffen wird und dabei auch immer Mü an Sediment verliert. Allerdings wird so ein Fels oft sehr glatt dadurch, Zähne sehen aus wie mit dem Reibeisen bearbeitet. Außerdem ist es einem Fels egal, wenn die Schichten abgetragen werden; da ist auch im Inneren nur weiterer Fels. Bei Zähnen kommen da Nerven, Blutbahnen und lauter sensibler Kram. Es macht schon Sinn, dass drumherum eine Schutzschicht ist, aber eben jene Schutzschicht wird durch Knirschen immer weiter abgetragen.

So weit ist es bei mir noch nicht und damit es erst gar nicht so weit kommt, soll eine Schiene her. Ich bin gespannt.

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Diese Woche steht ein Workshop an; es sind viele Kollegen dabei. Gerade habe ich nachgeschaut, ob DER Kollege dabei ist. Ist er nicht. Wäre er dabei gewesen, hätte ich überlegt, ob ich absage. Widerspricht ein bisschen dem Gedanken eines "Workshops", wo es gilt zu verbessern, zu optimieren, Fehler zu finden und auszumerzen. Aber mit diesem Kollegen, dieser Diva merze ich gar nichts mehr aus. Der kann mich kreuzweise und darf sich zukünftig darauf freuen, jede Anfrage schriftlich einzureichen. Kein Bock mehr auf den Scheiß. Das ist übrigens der popelnde Kollege. Das nur als Info und ohne Zusammenhang.

Der Workshop wird von einem ehemaligen Profi-Sportler geleitet. Gut, dass das bei der Beschreibung dabei steht; ich hätte es nicht gewusst. Ist aber auch nicht mein Sport und überhaupt kenne ich nur die richtig großen Namen und selbst da bin ich mir oft nicht sicher, ob das ein Spieler, ein Trainer oder ein Kommentator war.

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Keine Lust auf die Woche, aber da muss ich wohl durch.

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