Donnerstag, 6. August 2026
Bonn, ich komme

Die Waage habe ich in den letzten Wochen vermieden. Seit heute weiß ich warum, denn ich war drauf. Die ungesunde Ernährung plus mangelnde Bewegung zeigt Wirkung. Mist.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist natürlich auch Stress und den gibt es aktuell zur Genüge. Reicht dann eigentlich auch mal, aber leider ist kein Ende in Sicht. Hab keine Lust mehr auf Krankenhäuser. Und ich bin nur Besucher! Gehe mal davon aus, dass die Patienten noch weniger Bock drauf haben.

Das momentane Krankenhaus kannte ich noch nicht. Es ist eigentlich auch nicht im hiesigen Einzugsbereich, aber weil hier alles belegt ist, musste es dieses sein. Der Weg dahin zieht sich, über die Autobahn kann man vergessen; da ist Dauerstau, also tuckert man durch die Dörfer, vorbei an genervten Dorfbewohnern, die die Autobahnumfahrer abgrundtief hassen. In der Stadt gibt es auch einige Baustellen, deshalb kommt nur über Umwege zum Krankenhaus. Die Parksituation ist grauenhaft. Man steht an der Schranke und muss warten, bis jemand rausfährt, um anschließend auf einem staubigen und steinigen Schotterplatz den nun freien Platz zu suchen. Die gesamte Parkdauer über steht das Auto dann in der prallen Sonne, aber was will man auch erwarten für 0,50 Euro je halbe Stunde.

Egal. Zurück zum Stress. Die Coolness-Gurus und -Gurinnen sagen immer, Stress mache man sich selbst. Mag sein, aber der eine oder andere äußere Aspekt spielt dann doch eine Rolle. Erkennt man vielleicht nicht beim Mate-Tee trinken auf Bali.

Ich habe keinen Mate-Tee zur Hand und bin auch nicht auf Bali. Insofern habe ich eine gute Ausrede, mich auch von außen in Sachen Stress beeinflussen zu lassen...

Aber heute steht Entspannung auf dem Programm. Bonn, ich komme.

referral   ... link (0 Kommentare)   ... comment


Mittwoch, 5. August 2026
Hitzetage

Die 23 Grad am gestrigen Morgen war ein Klacks gegen diese Wand an Hitze, die heute da steht. Es hat so gar nicht abgekühlt. Brutal.

Die Bahn hatte wohl auch ihre Probleme. Einige Züge sind ausgefallen, dafür ließ man die Regionalexpresse mit weniger Wagons an den Start - perfekt, um die Leute aufzufangen, die diese nehmen müssen, um den Ausfall der anderen Züge irgendwie auszugleichen. Ein prall gefüllter RE bei 38 Grad Außentemperatur... ein großer Spaß kann ich Ihnen sagen. Aufgeheizte Körper, eng beieinander, man kennt die Person nicht, die sich von hinten an einen drängt, man selbst reibt seine Schulter an der ebenfalls unbekannten Person neben sich. Es klingt wie eine Orgie in einem umklimatisierten Swingerclub, aber die einzige Körperflüssigkeit, die ausgetauscht wurde, was Schweiß. Nehme ich mal an; bei mir war das zumindest so, aber ich kann natürlich nicht für den kompletten Regionalexpress sprechen. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass es zu amourösen Aktivitäten kam - nicht dort, nicht gestern.

Irgendwann auf der Fahrt eine Nachricht auf dem Handy. Keine guten. Es sind anstrengende Zeiten. Gepaart mit dem nervigen Tag im Headquarter war das der eigenen Stimmung nicht zuträglich und eine gewisse Grundaggressivität breitete sich in mir aus. Gut, wenn man das merkt. Man kann dann versuchen, das wegzuatmen, was bei der Hitze die Aggressivität eher erhöht.

Knapp drei Stunden später am Zielbahnhof angekommen. Das Auto hat geglüht und musste erstmal ein paar Minuten bei offenen Türen runterkühlen. Es half nur wenig; die Sitze blieben heiß und entsprechend war das Sitzgefühl beim Einsteigen. Zuhause angekommen entgegen der sonstigen Gewohnheit den Arbeitsrechner in der Tasche gelassen und erstmal seufzend in den Wohnzimmersessel gefallen. Es war angenehm kühl dort. Der Unterschied zwischen 28 Grad (Wohnzimmer) und 38 Grad (draußen) lässt diesen Eindruck entstehen. Nach einer halben Stunde dann doch auf die schlechten Nachrichten reagiert, die immer wieder eintrudelten. Long Story short: War dann nichts mit Feierabend. Nochmal los, dies und das getan, hier und dorthin gefahren, um kurz vor 22 Uhr nach Hause gekommen, ins Bett und gelesen (runterkommen. So wichtig), um halb Elf Licht aus. Immerhin auch geschlafen in der Nacht (ebenfalls so wichtig). Viel zu früh wach, aber egal.

Schauen wir mal, was der heutige Tag bringt. Eins schon mal nicht: Abkühlung.

referral   ... link (0 Kommentare)   ... comment


Dienstag, 4. August 2026
Oben gute Laune, unten gute Laune

Es gibt eine Warnung vor extremer Hitze. Der perfekte Tag, um das gesamte Personal im Headquarter zu versammeln. Na meinetwegen. Die Laune in der Fabrik ist eh angespannt, auch bei den Leuten mit denen ich zu tun habe. Eine meiner direkten Ansprechpartnerinnen ist besonders mies drauf. Ich habe einen Verdacht und heute werde ich sehen, ob ich damit richtig liege. Es sind gerade Sommerferien. Reisezeit. Endlich mit der Familie Zeit verbringen. Mit den Kindern spielen, der Gattin ein guter Ehemann sein und das alles unter der Sonne der Balearen. Gut möglich, dass ein Kollege genau dieses Szenario durchspielt. Es sei ihm gegönnt. Also von meiner Seite. Von der Kollegin eher nicht. Das hat Gründe, die mich allerdings nichts angehen, aber auch nur solange es keinen über die Maßen großen Einfluss auf die Laune der Kollegin hat und ich dann diese Laune über einen längeren Zeitraum ertragen muss. Andererseits sind solche Ferien auch endlich und irgendwann ist es überstanden. Dann ist alles wieder gut. Auch die Laune.

---

Am Bahnhofsparkplatz war viel weniger los als sonst. Die Ferienzeit macht sich auch hier bemerkbar. Im ICE ist auch weniger, aber nur dezent. Trotzdem schön. So verteilt sich die eisige Kälte der Klimaanlage auf weniger Menschen.
Die Rückfahrt wird sicher spannend. Bei 37 Grad am Bahngleis in so eine vereiste Röhre steigen, um danach wieder an einem 37 Grad Bahngleis auf die nächste Bahn zu warten, die dann wieder brutal runtergekühlt wurde. Ist quasi wie Sauna oder Wechselbäder àla Deutsche Bahn. Bei Ryan Air würde dieses „Feature“ extra kosten.

---

Meine Mutter hängt sehr in den Seilen. Die letzten Tage war es richtig heftig. Dass die Immuntherapie Nebenwirkungen hat war klar, aber wenn die dann (wie erwartet) tatsächlich eintreten, ist das eine ganz andere Nummer. Und daneben sitzt mein Vater, leidet seine eigenen Leiden, die darin bestehen, dass er nicht mehr soviel essen kann wie noch vor ein paar Wochen (was bedeutet, er ernährt sich nun gemäß seines tatsächlichen Bedarfs) und ständig pinkeln muss. Insgeheim scheint er die Zeit in der Klinik zu vermissen, wo man noch mit Windeln im Bett rumliegen konnte. Über Amazon hat er sich Windeln besorgt, der Weg geht also weiter abwärts und der Weg wird begleitet mit lautem Jammern und lamentieren. Und ihm gegenüber sitzt die Frau, deren Körper sich gerade gegen Krebszellen in ihm kämpft und dafür sehr viel Energie - und im Idealfall auch viel Zuspruch - benötigt.

Heute ist der dritte Termin zur Medikamentengabe. Die Ärztin ist auch vor Ort. Vielleicht kann man an ein paar Schrauben drehen, damit ein bisschen mehr an Energie für alles andere als den Kampf übrig bleibt. Und der Zuspruch... da bin ich ein bisschen ratlos. Vielleicht hilft der Zuspruch, der von allen anderen Seiten kommt und überdeckt die Negativität, die sie ansonsten umgibt.

---

23 Grad in der Nacht... Sogar der kleinen Katze war es zu warm. Sie kam nicht.

referral   ... link (0 Kommentare)   ... comment


Montag, 3. August 2026
Leidensgenossen

Die kleine Katze liegt in letzter Zeit die halbe Nacht auf dem Bett. Das ist ungewöhnlich. Eigentlich blieb sie immer noch ein bisschen, wenn ich ins Bett ging, ließ sich kraulen, verschwand aber, sobald ich das Licht ausmachte. Mittlerweile geht sie dann an den Bettrand und legt sich dort ab. Sie scheint den leichten Lufthauch zu genießen, der durch die offenen Türen hereinweht. Es wirklich nur ein Hauch, kaum spürbar, aber Katzen sind sensible Tiere. Sie registrieren auch das und anscheinend mögen sie das. Es sei ihr gegönnt.

---

Am Morgen spüre sogar ich diesen Hauch an frischer Luft. Es ist großartig. Endlich durchatmen. Der frühe Morgen ist der einzige Zeitpunkt, an dem dies möglich ist.

Bei meinen Eltern steht die Luft im Haus. Sie haben zwar alle Fenster offen, die man aufmachen kann, aber die Luft scheint dort nicht zu zirkulieren. Da helfen auch die vielen Ventilatoren nicht, die ich ihnen gekauft habe. Draußen ist es dagegen die meiste Zeit einigermaßen erträglich, teilweise sogar richtig schön. Trotzdem sitzen sie drinnen in der stickigen Luft. Warum sie nicht draußen sitzen, das ginge dort auch ganz hervorragend, frage ich sie. Der Grund ist mein Vater. Der möchte nicht. Einen Grund kann er nicht nennen. Bei vielen Dingen ist gerade mein Vater der Grund. Das ist nicht gut. Grundsätzlich nicht und auch nicht bei der Hitze dieser Tage. Wie kann man sich nur allem so verschließen und darauf warten, dass man sich die eigene Seele so sehr vergiftet hat, dass man daran erstickt? Werde ich auch mal so? Genetisch vorbelastet bin ich ja wohl. Keine schöne Vorstellung.

---

Mittlerweile ist die Katze umgezogen: Vom Bett nach draußen. Dort liegt sie auf den über Nacht abgekühlten Fließen und chillt weiter. Wahrscheinlich geht es ihr wie mir und sie ist auch dauerhaft müde. Wir sind Leidensgenossen.

referral   ... link (0 Kommentare)   ... comment


Samstag, 1. August 2026
Malle ist nur eimal im Jahr

Der versprochene Regen in der Nacht blieb aus. Wie überhaupt alles ausblieb. Auch das Lüften am Morgen bringt nichts. Es ist - auch ohne Regen - schwül und schon um 8 Uhr fast unerträglich. Keine gute Aussichten für die "Malle"-Party, auf die ich heute gehe. Das ist weder meine Musik, noch meine Art von Party, noch mag ich die Leute, die auf solche Partys gehen. Aber was macht man nicht alles dem lieben Frieden willen... Und dann das ganze noch ohne Alkohol oder andere Formen von Beschleunigern. Naja, die Location bietet eine "Chill Area". Das wird wahrscheinlich mein Place to be.

Die Veranstaltung findet in der näheren Umgebung statt, was bedeutet, dass man viele Leute trifft, die man kennt. Das kann gut oder auch nicht so gut sein. So gesehen wird das ein interessanter Tag. Auch im Hinblick darauf, was aus manchen geworden ist. Das ist so spannend, dass ich mich dann doch so ein bisschen auf den Tag freue.

Ich werde Übernachtungsgäste haben. Das ist grundsätzlich kein Problem, es könnte nur sehr laut werden, da einige dabei sind, die unter Alkoholeinfluss (oder auch ohne) schnarchen. Laut schnarchen. Dem Wetter geschuldet werden die Fenster über Nacht wohl offen bleiben und insofern tun mir die Nachbarn fast ein bisschen leid. Vielleicht haben sie ja Glück und der Ferienverkehr auf der nahen Autobahn übertönt das Ganze.

Für das Frühstück morgen ist gesorgt. Marmeladen, Käse, Wurst und so weiter stehen parat, Brötchen hole ich beim Bäcker. Für die ganz Hartgesottenen wäre auch Jacky-Cola in der Dose da. Ein Wacken-Frühstück quasi. Wacken findet übrigens auch gerade statt, aber ich bin mir nicht sicher, ob das besser wäre. Bin einfach zu alt für sowas. Dem widerspricht allerdings die Tatsache, dass kommenden Donnerstag das nächste Konzert ansteht und da bin ich definitiv auch nicht unbedingt die Kernzielgruppe. Auf dieses Event freue ich mich allerdings sehr.

---

Vielleicht hat so ein Event ja auch sein Gutes. Der gestrige Tag war voller Frustgedanken und Überlegungen, wie man den Frust bzw. den Ursachen Herr werden könnte. Heute ist ein Tag, wo sich alles mal setzen kann, wo die verschiedenen Gedankenstränge sich ordnen und vielleicht kommt auch die eine oder andere clevere Idee auch einfach so aus dem Nichts dazu. Gibt ja wenig geistige Ablenkung bei diesen Mallorca-Acts.

referral   ... link (0 Kommentare)   ... comment