Donnerstag, 17. Mai 2012
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Kürzlich waren sie da; es gibt sie also noch, die Zeugen Jehovas. Ich sah wohl auch aus, als müsste man dringend mal mit mir über Gott reden, aber ich hatte keine Lust und nehme auch an, dass ich das in naher Zukunft auch nicht haben werde. Habe ich den Herren auch so gesagt und eigentlich wollte ich noch anmerken, dass Gott aber ein ziemlich fieser Kerl sein muss, wenn man sich anschaut, was er mit zwei Typen wie denen so anstellt. Schlecht sitzende Anzüge und eine Grundhaltung wie frisch Opium geraucht. Wenn man so wird, wenn man ständig über Gott redet will ich das lieber nicht. Außerdem habe ich auch keine Lust von Tür zu Tür zu latschen und Leute zu belästigen. Gott hat doch bestimmt auch eine Website. Wenn ich also was willen will, kann ich mich ja auch dort informieren. Aber all das habe ich dann doch nicht gesagt. Muss ja jeder selber wissen, was er treibt. Die beiden finden es eben klasse die Drückerkolonne des Herrn zu spielen. Meinetwegen - solange sie das nur ein-, zweimal im Jahr bei mir tun.

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Donnerstag, 17. Mai 2012
2835

Um 18 Uhr war das Treffen angesagt. Dass das nicht klappen würde, wenn ich erst um 17 Uhr die heiligen Hallen verlasse war klar. Dass es aber halb Neun wird, konnte ich nicht ahnen. Ich kenne jedes verdammte Kaff entlang meiner üblichen Strecke, ich habe geflucht wie ein Rohrspatz und motorisierte Arschlöcher en masse in Aktion erleben dürfen. Immerhin kam ich mit dem Hörbuch gut voran und so irgendwann dachte ich sogar im rheinländischen Akzent. Und fluchte fast genauso wie dort. Drei Bier später habe ich mich beruhigt und das verlängerte Wochenende kann kommen.

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Mein Nachbar, Amerikaner brasilianischer Herkunft war mit seinem Knirps auch in der Spelunke. Nun sind Amerikaner ja bekanntlich die Non-Smoker vor der Herrn, seine Frau hat mich im Supermarkt auch schon ganz entgeistert angeschaut, als ich Kippen auf das Band legte, aber dort schien es ihm nichts auszumachen. Lag vielleicht auch am Mangel an Alternativen und - wenn ich die Parksituation vorm Haus richtig einschätze - dass seine Frau nicht da ist. Dürfte auch die drei Bier erklären, die er sich dort eingekippt hat.

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Hach.

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Dienstag, 15. Mai 2012
2834

Diese kleinen Glücksmomente, wenn man bei einem Preis von 143,9 den Tank randvoll gemacht hat und danach an den ganzen Tankstellen vorbeifährt, wo Diesel 145,9 kostet. Das hat was. Es ist weit entfernt von gutem Sex, aber ein paar Glückshormone werden doch ausgeschüttet. Dummerweise werde ich morgen mit weit über Zweihundert Stundenkilometer über die Autobahn preschen müssen, aber immerhin ist das dann günstiger als gedacht. Gestern war der Preis übrigens bei 149,9. Tschaka.

Und: bescheuert wie man sich über solche Preise freut. Vor gar nicht allzu langer Zeit hätte man bei den Zahlen die Tankwarte verprügelt und das eigentlich auch zurecht. Es ist eine Schande, diese langsame Gewöhnung. Macht einen so lethargisch.

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Apropos lethargisch. Das muss auch mal wieder besser werden. Am Besten bald.

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Der neue alte Kollege in der Abteilung ist noch voller Enthusiasmus. Das ist grundsätzlich eine großartige Sache. Er hat aber noch nicht kapiert, dass sämtliche Projekte, bei denen er sich freudestrahlend und fingerschnippend freiwillig meldet zum Scheitern verurteilt sind. Man könnte ihn natürlich dezent darauf hinweisen, aber zum einen müsste er das eigentlich selbst wissen, zum anderen muss es jemand anders machen, wenn er sich nicht voller Inbrunst in die erste Reihe drängt. Also lassen wir ihm seinen vermeintlichen Spaß und am Besten lernt man eh, wenn man mal so richtig auf die Schnauze fällt. Mein schlechtes Gewissen hält sich in eng gesteckten Grenzen.

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Montag, 14. Mai 2012
2833

Irgendwie ist etwas in kürzester Zeit komplett zumüllen zu können ja auch eine Gabe. Ich kann das. Es fehlen nur Nuancen und ich hätte das Zeug zum Messi. Wahrscheinlich ist das Einzige, was mich davon abhält komplett im Dreck und angesammeltem Mist zu verrotten die Angst, dass plötzlich Tine Wittler oder Vera Int-Veen vor der Tür stehen könnten. Das will man dann ja auch nicht. Also räume ich immer mal wieder alibimäßig auf. Den Dyson hätte ich mir aber sparen können. Bei einem normaler Staubsauger käme es für sehr lange Zeit auch nicht zum Saugkraftverlust – so selten, wie der in Gebrauch ist. Dafür werde ich wohl niemals nie eine Hausstauballergie entwickeln. Abhärtung ist alles.

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PMS. Ja, das gibts auch bei uns Jungs.

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Sonntag, 13. Mai 2012
Muttertag

Um dem Klischee zu entgehen und vor allem um nicht in die peinliche Situation zu kommen, morgens mit ganz vielen anderen Kerlen das einzige Mal im Jahr beim Gärtner rumzustehen, hatte ich mich entschlossen einen Muttertagskuchen zu backen. Eine ziemlich heroische Entscheidung, finde ich. Ich hätte mir aber die Rezepte lieber mal im Vorfeld angeschaut. Da war immer von Butter die Rede und was ich nicht da hatte war: Butter. Naja, ein kläglicher Rest und der war auch nicht mehr wirklich in einem Zustand, den man seiner Mutter zumuten wollte. Zum Einfetten der Form ging er aber noch durch. Dummerweise bestanden alle Rezepte in sämtlichen vorhandenen Büchern auf Butter als Backzutat. Aber zum Glück gibt es das WWW und siehe da: Öl geht auch. Klappte auch ganz gut mit dem Teig anmischen. Es war zu Anfang ein heller Teig mit Schokoladenstückchen, der mehr oder weniger elegant in den beiden Minikuchenförmen landete. Dann kam Kakao dazu und wurde dazugegossen. Sie merken schon: es geht tendenziell in Richtung Marmorkuchen.

Es war viel Teig. Sehr viel Teig. Sehr sehr sehr viel Teig. Die Formen waren auch gut gefüllt. Soll man nicht machen. Stand bestimmt auch irgendwo, aber ich habs ignoriert. Und es war immer noch Teug übrig. Der landete in sechs Muffinförmchen, allerdings als reine Schokovariante.

Sogar in der Öl-statt-Butter-Rezeptvariante kam Backpulver zum Einsatz. Eine Tüte. Backpulver ist auch bekannt als Triebmittel. Das hätte mich stutzig machen sollen. Hats unterbewusst auch, aber halt eben nur unterbewusst. Bzw. später dann sogar ziemlich bewusst, nämlich in den Moment, als der Teig im Ofen mehr und mehr wurde und irgendwann sogar über die Form hinaus gesuppt ist. Merken: Backpulver lässt Teige wachsen!

Ich hatte zwei Rezepte ausgedruckt. Im einen stand: "Backen bei 170 Grad", im anderen "Bei 180 Grad ca. 50 Minuten". Ich hatte 170 Grad, aber diverse Zwischenöffnungen des Ofens (zu Anfang beispielsweise: vergessen den dunklen und hellen Teig zu durchrühren zwecks Marmorierung). Also - so meine Schätzung - plusminus 50 Minuten, dann passt das. Passte auch, aber halt eher so plusminus. Ein paar Minuten mehr wären sicher optimaler gewesen. Auch im Hinblick auf das Entnehmen des Kuchens aus der Form. Bei der Springform gings ganz gut, der Gugelhupf hat sich aber gewehrt wie eine Nonne vor der Kasse bei den Chippendales. Es war eine Geschachere und Geziehe und Getue. Irgendwann war der Kuchen aber draußen... zu knapp 92 Prozent. Sah nicht so gut aus und Puderzucker übertüncht vieles, aber keine eklatanten Lücken im Gebäck. Den Kuchen habe ich an die Nachbarschaft verfüttert. Der Kuchen aus der Springform sah bei weitem besser aus, fand aber einen anderen Abnehmer. Somit kam meine Frau Mama in den Genuss von fünf (einen habe ich getestet) wirklich guten Schokomuffins mit einer herzallerliebsten Zuckerschriftverzierung.

Und weil Rührkuchenteig dünnflüssiger ist als Muffinteig wandern die enthaltenen Schokosctückchen viel schneller an den Boden. Wie man das Problem löst? Keine Ahnung, aber bis zum nächsten Muttertag werde ich da bestimmt eine Lösung gefunden haben. Alternativ gibts Zitronentarte. Oder Blumen.

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