Dienstag, 22. Mai 2012
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Das abendliche Blöken der Schafe bereitet einen schon mal seelisch und moralisch auf das anstehende Fest hier in den Bergen vor. Irgendein Gesangsverein oder ähnliches packt dann zwei Zelte mitten in die Hänge, man betrinkt sich kollektiv und singt dann die ganze Nacht - nur durch gelegentliche Trinkpausen unterbrochen. Das Ganze dauert drei Tage, allerdings ist es Montag abends bedeutend ruhiger als an den anderen Tagen und vor allem wird am späten Abend abgebaut. Am Dienstag erinnert nichts mehr an Patrone Bavaria und Kanongesänge in Dauerschleife. Eventuell noch der eine oder andere Kotzfleck am Wegesrand, aber das fressen die Vögel schon weg und irgendwann regnet es ja auch wieder. Mein Nachbar, der Vater meines Vermieters, war dort auch öfter, erzählte er mal. Aber dann war ihm der Weg zu beschwerlich. Es ist nicht weit, aber es geht steil bergab auf dem Hinweg und noch viel steiler bergauf auf dem Rückweg. Deshalb säße er abends auf der Terrasse und sänge leise mit. Das sei auch einer der wenigen Momente, in denen er sich einen Riesling gönne, sagte er. Der Zucker... da darf man nicht so oft wie man gerne würde. Vorletztes Jahr ist er gestorben. Der Zucker. Und noch ein paar andere Dinge. Ein Zuhörer weniger für das Fest am Berg.
Die Schafe blöken. Es ist also bald wieder soweit.

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Montag, 21. Mai 2012
2841

Wir ziehen demnächst wieder innerhalb der Fabrik um. Hintergrund ist, dass sehr viel Platz gar nicht mehr gebraucht und deshalb unnötig beheizt und mit Strom versorgt ist. Muss ja auch nicht sein. Grüße an das Robbenbaby, das wir dadurch retten. Jedenfalls kommen wir in ein anderes Gebäude und dort in zwei Büros, aus denen durch brachiales Entfernen einer Zwischenwand eins wird. Man wird mir den miesesten Platz geben, was aber auch ok ist: bin ja auch am seltenstens vor Ort (wobei mir die Tage, an denen ich dort bin, immer noch zuviel sind, aber das ist ein anderes Thema). Auf dem gleichen Flur wird neben Cheffe noch der Überhead-of von allem sitzen. Der ist aber noch seltener da als ich, also ich das wenig dramatisch. Der Raucherraum ist die Treppe runter, dann links. Dort steht auch ein Getränkeautomat. Zum Kaffeeautomaten ist es dann auch näher - sofern der noch funktioniert. Maschinen, die den Geist aufgeben, werden ja nicht mehr repariert, sofern es keine für die tägliche Arbeit wichtige Maschinen wie Kopierer, etc. sind. Wobei zu diskutieren wäre, ob da nicht auch eine Kaffeemaschine dazuzählt. Irgendwie ist die ja durchaus auch ein grundlegendes Element guter Arbeit. Aber man wird sehen.
Zur Kantine wäre es jetzt ein gutes Stück weiter, aber wir haben ja keine Kantine mehr. Dafür seit neuestem eine Art Lieferservice für Firmen. Man kann aus diversen Tagesgerichten wählen, das Zeug wird kurz vor Zwölf in Warmhalteboxen angekarrt und man holt sich seine Bestellung (Bestellung spätestens bis 23.59 Uhr des Vortages, wenns hart auf hart kommt, kann man auch noch morgens bis 6.00 Uhr anrufen). Der Betrag für die Bestellung wird direkt abgebucht. Morgen dann also der erste Versuch und gleich die Bewährungsprobe: Hühnerfrikasse mit Spargel und Reis. Hossa.
Die beständigsten Jobs in der Fabrik sind übrigens jene, die an den ständigen Umzügen beteiligt sind. Krisensicher, also bei jeder noch so kleinen Krise kommen die Leute zum Einsatz. Ziemlich clever, wenn man man es sich so überlegt.

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Sonntag, 20. Mai 2012
2839

So, Schlafsack ist bestellt. Plus Hut und Mütze. Ersteres für die nächtliche Wärme, letzteres gegen die böse Sonne, die mich dieses Jahr schon oft genug erwischt hat, das blöde Ding. Naja, ok, der Hut ist eher für die nötige Coolness auf dem Campingplatz - sofern es so etwas überhaupt geben sollte. Ob die noch immer mit Duschmarken hantieren? Und überhaupt: der Sanitärbereich... man hat da ja im Laufe der Zeit gewisse Ansprüche entwickelt. Ach, am Besten gar nicht drüber nachdenken. Augen, Nasen und Ohren zu und durch.

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Heute mittag eine Stunde hochkomatös geschlafen. Also so richtig tief und fest und nur mit den wirklich absolut notwendigen Körperfunktionen (also atmen, sonst war nichts). Danach richtig müde gewesen und auf allen vieren in Richtung Bad gekrochen. Kaltes Wasser ins Gesicht half nur wenig und den Kaffee danach hätte ich mir besser auch intravenös gegeben (sind habe keine Spritzen im Haus. Verdammt). So langsam wirds aber besser (was schlecht ist, weil man sollte ja irgendwann auch mal schlafen).

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Und morgen ist schon wieder Montag.

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Samstag, 19. Mai 2012
Machen Sie mal eben...

Und schon wieder an den Zeitangaben eines Rezeptes gescheitert. Machen Sie mal eben schnell Pellkartoffeln. Hallo? Das geht nicht mal eben so schnell! Da ist das kochen und das zieht sich schon mal, aber das ist erst die halbe Miete. Dann kommt nämlich das Pellen. Mittels Küchentuch verbrennt man sich immerhin nur die Hälfte der sensiblen Fingerspitzen, aber trotzdem ist das eine zeitintensive Angelegenheit. Wenn man noch dazu eine leicht chaotische Tendenz aufweist, wirds nochmal stressig, weil alles andere ja noch gar nicht vorbeireitet ist. Mis en place... weit gefehlt. Die Küche sieht danach aus, als hätte man für einen Ballsaal voller Menschen ein Zehngänge-Menu gekocht, aber tatsächlich ist es nur ein Kartoffelsalat. Und von dem weiß man noch gar nicht, ob er schmecken wird, denn er muss erstmal noch mindestens eine halbe Stunden ziehen, dann wird nachgetuned. Immerhin das Fleisch sollte keine allzugroße Herausforderung darstellen. Dafür gibts ja eine App, die es sogar Küchenlegasthenikern wie mir möglich macht, ein Steak in durchaus akzeptablem Zustand zu produzieren. Wehe wenn nicht!

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Freitag, 18. Mai 2012
Eingekauft

Die Putzfrau hat die Angewohnheit immer bis kurz vor knapp zu warten, bevor ihr die Putzmittel ausgehen. Dann stehen da plötzlich Armaden von leeren Flaschen und Behältern und ein kleines Post-it, auf dem steht, dass sie Putzmittel benötige. Nun haben wir hier im Ort zwar einen Supermarkt, aber der ist entgegen der Werbeaussagen keinesweges besonders gut bestückt (und was das für eine Enttäuschung ist, wenn man da hinkommt und die Bestückung dann doch nicht stimmt, kann man sich bestimmt vorstellen). Deshalb mal lieber in den weitaus größeres Mega-Supermarkt, der aber etwas weiter entfernt ist. Jeder, der in den Wagen schaute, dachte wohl, dass ich für ein gastronomisches Etablissement einkaufe (wo es gelegentlich auch zu zwischenmenschlichen Handlungen kommt. Wegen den Kondomen. Aber nicht so oft, dafür war die Packung zu klein). Wer in den letzten Wochen also nicht auf Facebook spekuliert, sondern sich mit Aktien von Unliver und Konsorten eingedeckt hat, denke an mich, wenn die Dividende ausgezahlt wird.
Aber vielleicht haben auch gar nicht so viele Leute in den Wagen geschaut. Mein leuchtend roter Kopf dürfte wohl eher für Erstaunen gesorgt haben. Blöde Sonne. In dem Mega-Supermarkt gab es übrigens auch Hüte, aber keinen, der auf meinen anscheinend sehr voluminösen Kopf gepasst hätte. Schade eigentlich. Sonnencreme gab es aber, nur: davon habe ich eigentlich genug. Ich müsste sie einfach nur benutzen, aber wer denkt da schon dran, wenn er morgens aus dem Haus geht, wo es noch ziemlich frisch ist und so gar nicht nach Hochsommer aussieht. Aber ich bin ja lernfähig. Bzw. sollte es sein. Naja, ich bin bedingt lernfähig, wie man ja nun wieder gesehen hat.

Eigentlich standen auf meinem Einkaufszettel (ich hatte einen! Also doch lernfähig!) noch Butter, Eier, Käse und diverse andere Lebensmittel. Allerdings auch eine Rückfahrt mit längeren Strecken direkt unter Sonneneinstrahlung. Das ist nur bedingt gut für die Beibehaltung einer bestehenden Kühlkette, was mir der Käse vielleicht, die Butter ziemlich sicher übel genommen hätten. Somit muss ich also morgen doch nochmal los und einkaufen. Das kann ich dann aber im hiesigen Supermarkt erledigen. Käse haben sie, Eier habe ich dort auch schon gesehen und Kondome sind ja schon gekauft (sowas macht man ja ungern da, wo man Gott und die Welt kennt. Würde mir gerade noch fehlen, dort meiner Mutter über den Weg zu laufen. An der Kasse womöglich noch, wahrscheinlich der Kasse, die an diesem Tag zickt und die Verkäuferin nach mehrmaligen Scanversuchen die Packung schön hoch ins Licht hält, um den Code von Hand einzugeben, was aber auch nicht funktioniert, weshalb sie aufsteht, quer durch den Laden läuft und selbst nachschaut, was das nun kostet, denn ich wüsste das gar nicht. Schaut man bei Kondomen nach dem Preis? Bei den Schwaben bestimmt, aber im Rest der Republik? Jedenfalls käme sie dann zurück, würde den Preis endlich von Hand in die dämliche Kasse eintippen und mit etwas Glück hätte meine Mutter, die in der nun sehr sehr langen Schlange direkt hinter mir steht, gar nicht gemerkt, was das denn das nun war, was sich nicht einscannen lässt, weil ich sie verzweifelt mit immer neuen Gesprächsthemen abzulenken versuchte. Und gerade, wenn es dann so schiene, als wäre die Nummer durch, würde die Verkäuferin etwas sagen wie: "Ich musste zweimal schauen, diese Kondome gibts nämlich im 10er und im 18er Pack. Aber gute Wahl: die 18er sind günstiger, wenn mans mal durchrechnet." Da will man ja gar nicht dran denken. Deshalb: lieber woanders kaufen.). Dummerweise habe ich den Einkaufszettel weggeworfen, auf dem auch die Lebensmittel standen, die ich heute nicht mitgenommen habe. Und ob ich morgen noch daran denke einen neuen zu schreiben ... wie ich mich kenne eher nicht.

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