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Montag, 11. Juni 2012
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So eine EM ist eine klasse Ausrede, um Bier zu trinken. Es läuft schließlich Fußball. Und selbst, wenn es Schweden gegen die Ukraine ist: mit Bier wird das bestimmt erträglich.
Es entfrustet auch nach den bisher abgegebenen Tipps. Die waren alle eher grenzwertig und ich befürchte, es wird noch schlimmer. Naja, es geht ja um nichts, außer Ruhm und Ehre. Würde ich allerdings Erster, käme ein Screenshot zu meinen Bewerbungsunterlagen. Ein bisschen prahlen geht immer. Bzw. ginge.

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Am Wochenende zweimal durch "mein" altes Stadtteil in der großen Stadt gefahren. Hach. Darauf ein Bier. Passt da ja auch.

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Wieviele Takes die wohl gebraucht haben, bis jeder Fußballer, der an der EM teilnimmt, seine Arme so verschränkt hatte, dass man das für die Aufstellungssequenz benutzen konnte. Sind ja schon ein paar dabei, die von ihrem Fußballtalent vor einem Job als Gänseleberstopfer o.ä. bewahrt wurden.

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Einen Flug zu buchen, während einem der Calmund die ganze Zeit dabei vom Bildschirm heraus anstarrt, ist auch beängstigend. Wir zwei nebeneinander wäre eine echte Gefahr für die Flugsicherheit.

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Mittwoch, 6. Juni 2012
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Die Waschmaschine wäscht, aber auf den dunklen Sachen (und es sind eigentlich nur dunkle Sachen) sind so seltsame Schlieren. Ehrlich: man sollte nicht danach googeln! Jedenfalls steht die Tage ein Heißwaschgang in leerem Zustand an. Ob nun mit Essig, Zitronensäure, nur Waschmittel oder einem Spezialpülverchen aus den Hexenküchen der internationalen Chemiekonzerne ist noch offen. Die Meinungen gehen da - wie immer im Netz - weit auseinander und letztlich wird es - wie immer - eine spontane Entscheidung sein (sprich: was habe ich gerade zur Hand).
Dummerweise reicht die Zeit nicht für einen erneuten Waschgang. Somit haben nun alle dunklen Sachen (und auch die nicht ganz so dunklen, aber bei denen sieht man es nicht) ein paar Schlieren, was aber nichts macht, weil ich die nächsten Tage ohnehin in der Wildnis verbringen werde und mich gegebenfalls als Alt-Hippie mit Batik-Schwäche - und kurzen Haaren - ausgeben kann.

Apropos kurze Haare: beim Frisör war ich heute auch. Zum Service im Wartebereich gehören mittlerweile ein iPad und ein Haufen dieser Billig-Lesebrillen, die man im Supermarkt in Kassennähe erstehen kann. Somit können sich die betagteren Gäste dann die ausliegenden Bodybuildingmagazine gestochen scharf und auf dem iPod die "Frau im Spiegel" online anschauen. Das ist doch großartig.
Eine Kopfmassage gabs zu Anfang auch. So in etwa stelle ich mir die Dreharbeiten für einen homoerotischen Film vor: ein Muskelpaket streichelt einem zwar nicht muskelbepackten, aber doch voluminösen Mann durch die Haare. Ich hoffe, das war eine Schere, die ich da später am Arm spürte.
Auch nett war der ältere Herr, der den Laden betrat um nach einem Termin zu fragen.

Coiffeur: "Herr XY, was kann ich für Sie tun."
Älterer Herr (grummelnd): "Grummel, grummel, Termin."
C: "Hm, schauen wir mal. Heute kann ich Ihnen nur Viertel vor Drei anbieten."
ÄH: "Geht auch Viertel nach Drei?"
C: "Nein, da ist alles belegt. Es geht nur Viertel vor Drei."
ÄH: "Grummel, grummel. So um Drei rum."
C: "Vierzehnuhrfünfundvierzig ist so um Drei rum."
ÄH: "Grummel, grummel, grummel. Hm."
C: "Soll ich das für Sie eintragen, Herr XY?"
ÄH: "Grummel. Ist das ok, wenn ich ein bisschen zu spät komme?"
C denkt kurz nach. Ist auch nicht einfach, da etwas passendes zu antworten.
C: "Naja, wenn Sie fünf Minuten zu spät kommen, habe ich damit kein Problem."
ÄH: "Ok, dann machen wir das so. Grummel."
Sprachs und verschwand.

Ich könnte wetten, dass er erst um 15.15 Uhr auf der Matte stand. Aber er kann ja mit dem iPad spielen oder mit den Lesebrillen halbnackte Muskelmänner anschauen, während er auf den Feierabend des Frisörs wartet, um sich seine Mähne ausdünnen zu lassen.

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Mittwoch, 6. Juni 2012
Im Buchladen

"Ich suche ein Buch. Ron McIrgendwas. Also Mc und dann was mit "L". Lyant, glaube ich. Ja, ziemlich sicher. McLyant. Irgendwas mit Reise. Ein blaues Buch."

Die Verkäuferin schaut in ihrem "Terminal": "Hm, nein, da haben wir nichts"

Ich zücke das Handy: "Ich schau nochmal"
Amazon aufrufen, das Buch suchen, unter dem stand, dass Leute, die dieses Buch gekauft haben, auch das blaue Buch des McIrgendwas gekauft haben. Aber Amazon schaltet in den Mobilmodus und da steht nichts von den anderen Leuten. Mittlerweile bin ich mir auch nicht mehr sicher, ob der gute Mann Ron oder Roy hieß. Aber ein Mc war dabei! Garantiert. Und blau war das Buch auch.

"Heute morgen wusste ich den Namen noch. Da konnte ich den sogar auswendig!"

Ein mitleidiges Nicken der Buchhandelfachkraft.

Amazon ist mobil so gut wie nicht nutzbar. Und auch Google spuckt bei der Suche nach "Ron Mc Reise" alles mögliche aus, aber nicht das, was ich suche. Wieso haben die nur diese Unmengen an Geld?

Verdammt! Wie war die Reise? Toll? Nett? Super? Großartig? Nein, aber sie hatte ein Adjektiv, das ist sicher. Und irgendwas mit Smith war auch dabei. Nochmal Google im Mobilmodus anwerfen. Findet aber nichts. Zumindest zu Anfang. Nach einem Vertipper, bei dem aus Smith ein Smithy wurde klappte es. Die unglaubliche Reise des Smithy Ide. Na also. Zurück zur Buchhandelfachkraft und mit stolzgeschwellter Brust verkündend:

"Ron! Ron McLarty!"

Da ist die Antwort: "Haben wir nicht da, können wir aber bestellen" ziemlich frustierend. Ich habe dann stattdessen zu Hollebecq und Herndorf gegriffen. War wahrscheinlich auch kein Fehler.

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Dienstag, 5. Juni 2012
2854

Nach ewigen Zeiten mal wieder im Kino gewesen (Men in Black 3. Ist ganz ok) und festgestellt: es gibt sie noch, die Werbespots der lokalen Firmen. Vielleicht liegts am Wetter, aber eine Eisdiele oder die altbekannte Cocktailbar war nicht dabei. Dafür ein Elektroladen, ein Heizungsmonteur und ein Fachgeschäft für Musikbedarf. Zum Glück kannte ich keinen der Protagonisten in den dann doch eher unprofessionell erstellten Clips. Ich hatte auch nicht spontan Lust auf einen neuen Staubsauger, eine neue Heizung oder ein Saxophon. Allerdings auch nicht auf Sky, deren Werbung kurz darauf lief. Und der Drang nach einem A4 hält sich auch in erträglichem Rahmen. Ich bin womöglich etwas abgestumpft in Bezug auf Werbung. Oder es war mir einfach da schon dezent schlecht vom Popcorn. Hinterher war das auf jeden Fall so.

Darauf eine Tüte Maaloxan.

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Montag, 4. Juni 2012
2853

Scheiße. EL und TL verwechselt. Es ging zwar nur im 1 TL, aber die Mehrmenge an Kümmel ist doch penetrant. Andererseits ist Kümmel ja gut für den Magen, wenn wenn ich irgendwas in diesen Tagen dringend nötig habe, dann magenverträgliches.

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Bei meinen Eltern wurde ich, nachdem ich von den Beschwerden berichtet hatte, zum Blutdruckmessen verdonnert. Das Ergebnis war erstaunlich gut, so gut hätte ich es selbst nicht erwartet. Trotzdem habe ich tendenziell immer noch einen Herzinfarkt und eigentlich muss ich gottfroh sein, dass ich überhaupt noch lebe usw. Als ob ich den ganzen Mist nicht schon selbst gegoogelt hätte.

Zum guten Glück habe ich die Symptome erst nach der Sauna gebeichtet, ansonsten hätte man mich wahrscheinlich nicht mehr reingelassen. Oder sicherheitshalber die Temperatur auf erträgliche 50 Grad runter- und die Minimaltemperatur der Dusche auf 20 Grad hochgeschraubt.
In medizinischen Halb-Fachbüchern aus den späten Siebzigern findet man übrigens noch nichts über das BWS-Syndrom, dabei ist das gerade mein Favorit.

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Und morgen dann mal ausschlafen #traeumweiter

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