Montag, 11. April 2011
BUUUMMMMMMM

Über die letzten Monate hin habe ich eine Theorie entwickelt, die in ihrer Aussage so heftig ist, dass ich sie noch nicht mal unter Androhung von Gewalt darlegen würde und doch bin ich mir sicher, dass ich in vielen Fällen richtig damit liege. Es liest sich in der Presse nur anders.

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Heute in der Fabrik mehrfach an einem Zusammenbruch vorbeigeschlittert. Das Brutale: noch nicht mal der gute alte "Das wird schon wieder besser"-Spruch zieht. Es wird auf absehbare Zeit keineswegs besser, sondern immer nur schlimmer und das nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich. Und das nicht nur in der Fabrik sondern an allen Kriegsschauplätzen. Sich täglich neu zu motivieren ist mittlerweile ein Ding der Unmöglichkeit. Letztlich ist es nur noch ein Funktionieren und das auch nur noch halbwegs. Früher oder später reissen die letzten Seile, an denen noch alles hängt und dann wird alles mit einem Höllenlärm explodieren.

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In der Mailbox eine Email einer Headhunterin. Sie will meine Telefonnummer. Das ist der Lichtblick des Tages. Wenn man sich die Website des Ladens anschaut, wird aus dem Licht allerdings ziemlich schnell eine schwaches Leuchten. Ich lasse mich trotzdem mal anrufen. Wer weiß.

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Statistisch gesehen bin ich bei den Kandidaten, die an Krebs erkranken werden aufgrund diverser Indikatoren ganz vorne mit dabei. Die armen Schweine, die an japanischen Schrottreaktoren herumdoktoren müssen mal ausgenommen.

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Immerhin habe ich keinen Heuschnupfen.

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BUUUMMMMMMM

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Mittwoch, 23. März 2011
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Ich habe kein Problem damit, wenn Leute sich bei mir auskotzen. Ich gebe dann mehr oder weniger gute Ratschläge oder höre auch einfach nur zu. Es wird nie zu meinem größten Hobby werden, aber manchmal gebietet es die Höflichkeit dies zu tun, manchmal sind einem die Menschen wichtig. Meistens ist es ja auch ein Geben und Nehmen. Aber bei dieser Person kann und will ich das nicht tun. Ich will nicht wissen wie ihr Tag war, mich interessiert es nicht, was sie getan, erlebt geschweige denn gefühlt hat. Sie soll das tun, was richtig ist – und anscheinend tut sie das, aber ich will nicht wissen, wie das abläuft.
Wie einsam und verlassen muss man sein, wenn die Person, der man über eine lange Zeit das Leben zur Hölle gemacht hat, der einzige Mensch ist, denn man den ganzen Mist erzählen kann.

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Sonntag, 20. März 2011
Entwarnung

Wunder gibt es immer wieder, sang schon Katja Ebstein. Ich durfte heute eins erleben. Hoffentlich war es nicht nur ein kurzes Aufflackern, sondern echte Einsicht. So oder so: erstmal Entwarnung. Gott sei Dank. Das ist alles so unglaublich anstrengend.



OT: Diese Klamotten! Die Frisuren! Die Bembel im Hintergrund!

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Donnerstag, 17. März 2011
Bummm

Die Einschläge kommen immer öfter. Diese Woche war anscheinend Dauerfeuer. Ich war nicht dabei, aber das macht es nur noch schlimmer. Jetzt ist ein langes Wochenende Zeit, damit sich endlich das erfüllt, was ich mir so sehr wünsche. Es geht um Bäume und Unfälle.

Und auch wenn Sie es vielleicht nicht glauben: mein Weg wäre um einiges weniger brutal als das, was ich von dem wirklich Betroffenen heute gehört habe. Da ging es um Waffenläden, Laserschwerter und ziemlich heftige Gedankengänge. Und das von einem Kind, das diese Person eigentlich liebt.

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Montag, 14. März 2011
Wirr

Am Vormittag die erste seltsame Email, dann ein Anruf. Ein unnötiger Anruf, wie sich herausstellt. Später noch ein Anruf. Sie erkennt meine Stimme nicht und fragt nach, wer da spricht. Sie kommt nicht drauf, obwohl sie mich angerufen hat. Später dann eine Email an den Organisator eines Events, ich in CC. Sie lässt komplette Satzteile weg, der Inhalt ist dadurch wirr und teilweise unverständlich. Ich frage via Email nach, was das bedeuten soll. Sie ruft an, redet wirres Zeug, ist der Meinung, dass das sehr wohl verständlich sei, redet noch mehr wirres Zeug und legt schließlich mit einer letzten Beleidigung gegen mich auf. Sie schreibt an den Organisator des Events eine weitere, noch viel wirrere Email. Ich informiere das Amt und den Psychoheini über diese Aktion.
Am Abend rufe ich an, frage den kleinen Mitbewohner, ob alles in Ordnung sei. Er bejaht das. Wahrscheinlich störe ich ihn bei den abendlichen Fernsehserien. Ich rede mit ihr. Sie spricht seltsam. Bei einer Kontrolle würde man sie pusten lassen. Ich habe sie zu den Hochzeiten erlebt und mit dem Wissen was die Pustemaschine damals angezeigt hat, würde ich heute auf eine Zahl mit einer Eins davor tippen. Aber man kann da wenig bis nichts machen. Auch die Dame vom Amt wird nichts unternehmen, geschweige denn der Psychoheini. Es ist auch nur ein schwacher Trost, dass sie informiert sind. So kann man im Fall der Fälle zumindest die Schuld auf mehrere Schultern verteilen. "Aber ihr habt es doch auch gewusst!". Nicht, dass einem das etwas bringen würde. Es ist ein Stück Seelenhygiene, aber letztlich ziemlich nutzlos.

Beim letzten Treffen fragte der Psychoheini, ob sie wisse, was sie dem kleinen Mitbewohner damit antue, wenn so etwas passiert. Ich weiß gar nicht mehr, was sie sagte, aber das ist auch egal. Es war unnützes Gelaber wie so vieles in dieser Sache. Hohle Phrasen ohne Sinn und Zweck. Leere Versprechungen und dummes "Hach, mir geht es ja jetzt wieder so gut"-Geschwätz. Ob sie jemanden habe, den sie anrufen könne, wenn sie mal wieder kurz vor einem Rückfall stünde. So etwas hat man wohl, wenn man zum Kreis der Geläuterten gehört, habe ich da rausgehört. Ja, sie hätte auch so jemanden. Auch das glaube ich ihr nicht. Aber sie gehört ja auch nicht zum Kreis der Geläuterten. Sie ist da passives Teilzeitmitglied mit gelegentlichen Besuchen im Stuhlkreis. Mehr nicht.

Wie sang schon Roland Kaiser: "Ich glaub es geht schon wieder los. Das darf doch wohl nicht wahr sein." Recht hat er.

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