Samstag, 27. Oktober 2012
Übergangsreifen

Die Winterreifen sind drauf, der Luftdruck ist auch wieder ok (Rote Lampe diesmal, hochdramatisch), also los: der Winter kann kommen. Aktuell regnet es aber nur, aber wer weiß: vielleicht geht das in der Nacht zu Schnee über. Morgen früh bin ich dann eingeschneit, abgeschnitten von der Zivilisation, dem Tode geweiht… aber nein: ich habe ja Winterreifen. Alles wird gut. Wie so oft, wenn das Gummi das richtige Profil hat.

Ansonsten ist morgen endlich wieder - und es stimmt, ich habe nachgeschaut - Wochenende. Hurra! Weiß noch gar nicht so recht was ich mache, wenn ich die Schneemassen weggeschaufelt habe. Hm. Sauna wäre eine gute Idee, glaube ich. Oder Holz hacken. Da ich aber kein Holz habe entfällt das wohl eher. Also doch nur Sauna. Vielleicht noch in die Stadt. Ich bräuchte eine warme Jacke, für eine Übergangsjacke wäre es jetzt zum einen zu kalt und außerdem haben Männer keine Übergangsjacken. Am Ende des Herbstes frieren wir halt ein bisschen, dafür schwitzen wir am Anfang des Frühlings gelegentlich mal. Ist ja auch eine Form von Übergang, nur ohne dazugehörige Jacke. Ist ein bisschen wie mit den Reifen: es gibt Sommer- und es gibt Winterreifen. Was es nicht gibt sind „Übergangsreifen“, die immer noch supergriffig sind, wenn es abends mal ein bisschen frisch oder tagsüber vielleicht eine Spur wärmer wird. Ist eigentlich eine Marktlücke. Dass da noch keiner draufgekommen ist. Übergangsreifen. In den aktuellen Trendfarben der Saison, passend für Ihren Smart oder Twingo. Nur echt mit dem Michelin-Weibchen.

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Donnerstag, 25. Oktober 2012
Wo sind nur diese verdammten Heizungsentlüftungsschlüssel?

Da ist man megapünktlich am Rechner und dann wird das einer der unproduktivsten Tage überhaupt. Prokrastination at its best. Für manches kann ich aber nichts. Zum Beispiel die Heizung: es ist kalt geworden, auch hier im Büro. Folglich schaltet man die Heizung an, die sich aber bald sehr lautstark meldet und gluckert, als gäbe es kein Morgen. Da hilft entlüften und am besten tut man dies unter Zuhilfenahme eines Heizungsentlüftungsschlüssels. Ich habe sogar so ein Ding, nur weiß ich leider nicht so genau wo. Also muss man suchen. Das dauert seine Zeit (und ist doppelt frustrierend, wenn man den Schlüssel dann nicht mal findet). Und anstrengend ist es auch, also braucht man zwischendurch einen Kaffee. Ein paar Emails lesen, um kein ganz schlechtes Gewissen zu haben, ein paar schlaue Antworten schreiben, damit der Eindruck entsteht, man sei voll bei der Sache, dann weitersuchen. Bei der Sucherei vergisst man fast die Mittagspause, aber ich habs noch rechtzeitig gemerkt. Die Nudeln, die laut Verpackung nur drei Minuten brauchen, sind selbst nach fünf Minuten noch nicht so wie sie sein sollen. Wieder eine Sache, die Zeitpläne komplett verhauen kann. Immerhin hatte ich am Morgen dran gedacht, die eingefrorene Selfmade-Tomatensauce aus dem Tiefkühlfach zu holen. Man will sich gar nicht vorstellen, was gewesen wäre, hätte die erst dem Eis entrissen, als die Nudeln dann doch endlich fertig waren.
Ich bin mir übrigens sehr sicher, dass ich einen Heizungsentlüftungsschlüssel besitze, eigentlich müssten es sogar zwei sein. Die lösen sich ja nicht in Luft auf, zumindest habe ich noch nichts von einer Verschwörungstheorie diesbezüglich gehört oder gelesen. Aber selbst die erneute Suche bleibt erfolglos und die Heizung blubbert, als wolle sie sich über mich lustig machen. Sie blubbert nochmal, als ich erneut Emails lese und schlaue Antworten verfasse (Schlechtes Gewissen und Eindruck schinden, Sie wissen schon).

Mittlerweile ist es kurz vor Feierabend, aber von dem Schlüssel (bzw. den Schlüssel - es sind sicher zwei!) keine Spur. Da kann ich mich jetzt aber nicht mehr drum kümmern, aber morgen ist ja auch noch ein Tag.

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Dienstag, 23. Oktober 2012
Belegte Brötchen mit dezenter Minznote

Der junger Bursche, der morgens in der Fabrik Backwaren verkauft ist immer noch sauer auf mich; und das nur, weil er einen Witz nicht verstanden hat. Wir scherzten herum, dass es Tage gibt, wo er mehr verdienen könnte, wenn er morgens statt belegte Brötchen Bier feilböte. Dies bezog sich darauf, dass man manchen Tagen schon am Morgen anmerkt, dass sie scheiße werden. Er meinte dann, dass er keinen Alkohol tränke (was ja mit der eigentlich Aussage schon mal gar nichts zu tun hat), worauf ich - scherzhaft - sagte, dass ich das verstünde: mir ging es auch so, dass ich manchmal morgens kein Bier wolle, weil sich das mit dem Kiffen nicht vertrage. Der Scherz war noch nicht mal gut, aber nun denn. Als ich dran war, atmete er kurz durch und sagte: „Entschuldigung, aber darf ich was fragen? Wie kommen Sie darauf, dass ich kiffe?“. Ich habe ihm versichert, dass das ein Scherz war, der auch gar nicht auf ihn persönlich gemünzt war. Hat er mir aber irgendwie nicht geglaubt und seitdem ist er sehr wortkarg mir gegenüber. Kann ich mit leben. Ich könnte ihn aber auch mal fragen, ob er einen neuen Dealer hat, der Stoff den er jetzt rauche mache ihn so introvertiert und weniger gesprächig.

Der Vorteil: er weiß vorher nie, wer was nimmt. Somit kann er mir nicht aufs Brötchen spucken. Eventuell spuckt er aber prophylaktisch einfach mal auf alle Brötchen? Hm. Das wäre doof, aber bisher gabs geschmacklich noch keine Unterschiede und da er die meiste Zeit Kaugummi kaut, würde man bestimmt eine leichte Minznote rausschmecken.

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Dienstag, 23. Oktober 2012
Glück fängt manchmal mit einem Y an und endet mit einem PS

Schicksal, doo. Manchmal nervig, aber heute richtig gut drauf, das alte Miststück. Auf der Fahrt in die Fabrik das schon bekannte Piepsen nebst Nachricht auf dem Display: „Reifendruck überprüfen“ (oder so ähnlich). Solange das Symbol aber nicht rot leuchtet und es noch nicht komplett hysterisch piepst, ist das halb so wild. Also erstmal in die Fabrik und den Dienst runtergerissen. Auf der Heimfahrt an einer Tanke vorbei, wo Luft noch keine 50 Cent für 5 Minuten kostet (gibt es immer mehr. Die spinnen doch!), die Reifen belüftet und mit nun schmutzigen Fingern in die Tanke rein, um noch Kippen zu kaufen. Dabei ein kurzer Blick ins Zeitschriftenregal und da glitzert und funkelt es: ein YPS-Heft! In halb Deutschland nicht mehr zu kriegen, aber da lag noch ein Exemplar, in Folie eingeschweißt, originalverpackt, mit Urzeitkrebsen. Hach. Das sind so die Momente, wo man kurz an eine höhere Macht, ja sogar an den einen Gott glauben könnte. Diese höhere Macht, vielleicht sogar Gott, ließ Luft aus meinen Reifen, um mich zu dieser Tankstelle zu führen, die noch ein YPS-Heft vorrätig hat. Mit Urzeitkrebsen. Originalverpackt. Die Verkäuferin war wahrscheinlich ziemlich froh, dass es die Verkaufstheke gibt. Sie ahnte wohl, dass ich sie umarmt hätte, wäre sie in greifbarer Nähe gewesen. Ich hatte sogar ein Lächeln auf den Lippen, als ich dem Daimler-Arschloch, das mich so dämlich geschnitten hat den Finger zeigte. Glück fängt manchmal mit einem Y an und endet mit einem PS.

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Sonntag, 21. Oktober 2012
Keine Haxe, nur Bier

Diese Oktoberfest-Manie nimmt überhand. Gestern waren zeitgleich drei Stück in der näheren Umgebung. Ich war auf dem am wenigsten weit entfernten und ich muss sagen: gute Wahl. Bei allen anderen hätte mich der längere Anfahrtsweg geärgert, wo ich doch so früh wieder gegangen wäre. Bier haut mich momentan ziemlich aus den Latschen, dabei war das noch so eine dünne Oktoberfestplörre. Weizen wäre gar nicht gegangen, schon gar nicht aus Maßkrügen, wie die meisten sich das reingeschüttet haben. Mit dem Oktoberfestbier ging eine Maß, aber ich bin dann doch auf die kleineren 0,4er-Gläser umgestiegen. Gegessen habe ich nichts, was aber nicht daran lag, dass nicht alles sehr lecker aussah (tat es), sondern dass die Portionen brutal waren und wenn schon so ein armes Schwein seine Haxen verliert, soll sich das auch gelohnt haben und nicht die Hälfte davon im Müll landen. Ich hätte ein schlechtes Gewissen dem humpelnden Schwein gegenüber. Also nichts gegessen, dafür Bier. Was dabei rumkommt, kann man sich ja vorstellen. Immerhin war ich dadurch früh im Bett, heute morgen nur leicht bis gar nicht verkatert und der heutige Tag war somit auch ganz ok.
Und über alles andere hüllen wir das große weiße Tuch des Schweigens.

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